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Christiane Hoffmann ist Kunsthistorikerin und spezialisiert auf Dienstleistungen die Künstler, Galeristen und Museen on- und offline unterstützen. Sie ist Inhaberin der Kunstagentur Hoffmann und betreibt zudem das Blog Kunstfreunde.
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26.07.09 · 17:42 Uhr
Hilfswissenschaft Genealogie erlebt Quantensprung
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Manche Veränderungen für Forschung passieren im Verborgenen, bzw. sie interessieren nur wenige Menschen und daher nimmt die geneigte Öffentlichkeit diese Veränderungen kaum wahr.
Soetwas ähnliches ist am 01.01.2009 mit der Veränderung des Personenstandsrechtes in Deutschland passiert. Für die Gruppe der Ahnenforscher bzw. Genealogen hat sich seit diesem Zeitpunkt massiv die Forschungslage verändert. Man könnte von Quantensprung in dieser Hilfswissenschaft sprechen.
Bildquelle: Logo Genealogentag Bielefeld 2009
Durch eine Änderung des Personenstandsrechts das am 01.01.2009 in Kraft trat wurden Millionen von Aktenmetern aus den Standesämtern der Republik in die jeweilig zuständigen Archive auf Stadt, Kreis oder Landesebene gebracht.
Die Änderung des Personenstandsrechtes veränderte nämlich die Aufbewahrungsfristen für die Personenstandsregister. Ganz konkret heisst das, dass seit Anfang des Jahres 2009 die Geburtsregister nur noch 110 Jahre, die Heiratregister 80 Jahre und Sterberegister 30 Jahre nach dem Termin beim Standesamt fortgeführt werden.Alle älteren Register wurden mit Beginn des Jahres an die Archive zur weiteren Aufbewahrung abgegeben und können dort eingesehen werden.
Und das ist der Quantensprung. Durch die Zugänglichmachung dieser Bestände können jetzt nicht nur Familienforscher ihre eigene Familie zurückverfolgen, sie können jetzt ihre Forschungen auch ausdehnen. Mittlerweile schreiben nämlich Genealogen ganze Ortsgeschichten.
Die alte Regelung liess viele Forschungsansätze durch das Personenstandsrecht sehr regide im Sande verlaufen, weil man nur an "seine" Geschichte und nicht an die Geschichte anderer Familien oder Menschen heran kam. Nun ist zeitlich das 19. Jahrhundert quasi offen, bzw. man muss nicht am Standesamt fragen und hoffen, dass man noch die eigene Verwandtschaft konstruieren kann, man kann jetzt im zuständigen Archiv einen Benutzungsantrag stellen und los gehts.
Bildquelle. Archivschränke des Stadtarchives Bielefeld
Für die übernehmenden Archive bedeutet dies Anfang des Jahres eine Herkulesaufgabe zu bewältigen, da riesige Aktenberge eingeliefert wurden. Ein großes Stadtarchiv wie das z.B. von Bielefeld brauchte aber nur 6 Wochen um diese Bestände eingearbeitet zu haben. Seit dem 12. Februar 2009 kann man dort dann auch forschen.
Und das wird Land auf Land ab auch gemacht. Zum Beispiel hat das Bielefelder Stadtarchiv einen Benutzungszuwachs von 80 %. Eine gigantische Zahl, die auch viele andere Archive bestätigen.
Für die Genealogen und Famiienforscher ist diese Änderung ein Segen und lässt in den kommenden Jahren die Zahl der Stadt- und Ortsgeschichten sicher um vieles reicher werden. Gerade in Bielefeld, der Stadt die ja angeblich nicht existiert, treffen sich in diesem Jahr die Genealogen aus ganz Deutschland zur Jahrestagung, um unter anderem diese Entwicklungen zu beleuchten.
Autor: Christiane Hoffmann· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
Forschung· Genealogie· Geschichtsforschung· Hilfswissenschaft
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Kommentare (1)
Ich gerade zufällig über diesen (jetzt alten) Artikel gestolpert. Daher auch nur ein kurzer Link zum Quantensprung:
http://www.scienceblogs.de/wissen-schafft-kommunikation/2009/01/quantensprung.php