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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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12.09.11 · 00:20 Uhr

Brain Gym an der Uni Wien: ein offener Brief

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 68

An Herrn
Univ.-Prof. Dr. Heinz Engl,
designierter Rektor der Universität Wien

CC an:
Prof. Dr. Andreas Kellner,
Direktor des Universitätssportinstituts Wien
Falk Pastner, MBA,
Leiter des Veranstaltungsmanagements der Universität Wien


Wien, 12. September 2011

Brain Gym an der Uni Wien


Sehr geehrter Herr Rektor Engl,

Im kommenden Wintersemester wird am USI der Universität Wien wie schon in vergangenen Semestern wieder ein Kurs mit dem Titel KINESIOLOGIE - BRAIN GYM angeboten. Weiters ist auf der an der Universität Wien stattfindenden Studierenden-Messe UniLeben für den 6. Oktober 2011 ein Workshop mit dem Titel Kinesiologie - unterstützende Übungen fürs Leichter Lernen angekündigt.

Als Absolvent der Universität Wien und als Vorstand der Gesellschaft für kritisches Denken möchte ich gegen die Abhaltung dieser beiden Veranstaltungen protestieren.

---------------------------------------------

Das in den 1980ern von dem Amerikaner Paul Dennison entwickelte Brain Gym ist eine markenrechtlich geschützte Spielart der sogenannten Edu-Kinestetik oder Edukinesiologie, welche wiederum eine Variante der Angewandten Kinesiologie ist, eines alternativmedizinischen Verfahrens. Das Brain Gym Konzept beruht auf der Annahme, dass die Durchführung 26 spezieller Bewegungsabläufe sowie das Drücken und Ziehen bestimmter Punkte am Körper zur Stimulierung des "Energieflusses", zur Reaktivierung "abgeschalteter Gehirnareale" und zu einer "besseren Verbindung" der beiden Hirnhälften führen, was dabei helfe, die kognitive Leistungsfähigkeit dauerhaft zu erhöhen und Lernschwierigkeiten zu überwinden. Brain Gym hat sich vielerorts bereits an Schulen und in der Lehrerfortbildung etabliert.

Wie die Angewandte Kinesiologie und die Edu-Kinestetik ist Brain Gym wissenschaftlich nicht anerkannt. Mehrere große kontrollierte Studien konnten keinerlei Belege für eine spezifische Leistungssteigerung durch Brain Gym Übungen erbringen. Die Versprechungen des Brain Gym Konzepts gelten daher heute als wissenschaftlich widerlegt.

Darüber hinaus sind die von Brain Gym Proponenten angeführten Erklärungen über die Wirkungsweise der Bewegungsmuster und Druckpunkte pseudowissenschaftlich bis esoterisch und der Idee von Aufklärung und Bildung diametral entgegengesetzt.

Bereits 1997 kam das Bayerische Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in einer Untersuchung zu folgendem Schluss:

Bei eingehender Beschäftigung mit der Literatur zeigt sich schließlich, dass der Ansatz der Edukinesiologie einen eindeutig esoterischen Hintergrund hat. Es wird nicht nur die Beseitigung von Lernbehinderungen, sondern Veränderungen der Persönlichkeit [...] angestrebt. Die Verbreitung derartiger Denkmodelle darf nicht staatlich gefördert werden; es darf nicht der Eindruck entstehen, es handle sich dabei um seriöse, allgemein anerkannte Wissenschaft.

Befremdend ist außerdem die Art und Weise, wie die Methode derzeit, in Verbindung mit nicht immer seriösen Vermarktungsstrategien, Verbreitung erfährt und bei Betroffenen nicht erfüllbare Hoffnungen weckt
2008 verbreitete die britische NPO Sense About Science gemeinsam mit der British Neuroscience Association und der britischen Physiological Society eine Warnung vor Brain Gym, welches sie als "pseudowissenschaftlich" und auf einem "bizarren Verständnis der Körperfunktionen" beruhend kritisierten. Der Psychiater und Wissenschaftsjournalist Ben Goldacre widmete Brain Gym ein ganzes Kapitel seines Bestsellers Bad Science und qualifizierte es als Humbug. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften weist darauf hin, dass Edu-Kinestetik "im Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen Neurobiologie und Psychologie" stehe.

2009 beurteilte die Pädagogin Barbro Walker, die über Edu-Kinestetik promoviert hat, Brain Gym als "esoterisch" und "wissenschaftlich unhaltbar" und warnte vor einer "Irrationalisierung und Trivialisierung pädagogischer Realität". 2010 wurde Brain Gym in einem Working Paper der Arbeiterkammer Wien der Esoterik zugerechnet und als "unsinnige Gymnastik" bezeichnet. 2011 zitierte DIE ZEIT in dem Artikel "Magie fürs Hirn" den  Sektenbeauftragten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Wolfgang Hund, mit den Worten: "Die Edu-Kinestetik war der erste Großangriff einer esoterischen Ideologie auf den Erziehungsbereich".

---------------------------------------------

Pseudowissenschaft und Esoterik in Form einer aus kommerziellen Gründen verbreiteten und unsinnige "Hirngymnastik" namens Brain Gym / Edu-Kinestetik / Kinesiologie haben an einer österreichischen Universität m.E. nichts verloren, sondern schaden lediglich derem Ansehen. Daher appelliere ich an Sie, Herr Rektor, sich dafür einzusetzen, dass die beiden inkriminierten Veranstaltungen aus dem Angebot der Universität Wien gestrichen werden!

Hochachtungsvoll,

Univ.-Prof. Dr.Dr. Ulrich Berger
Gesellschaft für kritisches Denken


Update 16.09.: Rektor Engl hat angekündigt, fachliche Meinungen dazu einzuholen.

Update 17.09.: Der auf der Studierenden-Messe UniLeben für den 6. Oktober 2011 angekündigte Workshop "Kinesiologie - unterstützende Übungen fürs Leichter Lernen" wurde offenbar gestrichen. Er findet sich nicht mehr in der Liste der Workshops und die Webseite ist tot.


Update 18.10.: Der von mir kritisierte USI-Kurs wurde - zumindest auf dem Papier - überarbeitet und entschärft. "Brain Gym" und "Edu-Kinestetik" sind aus der Beschreibung rausgeflogen. Zum Vergleich: alte Version - neue Version.

 

Autor: Ulrich Berger· 68 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · ·

Kommentare (68)

Kommentar-Direktlink Stephan· 12.09.11 · 10:47 Uhr

Danke Herr Berger für Ihren Einsatz.
Tja, auf die Antwort bin ich mal gespannt.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 12.09.11 · 11:08 Uhr

Brain Gym braucht nur eine geistig verarmte Gesellschaft.

Kommentar-Direktlink Ratiomania· 12.09.11 · 11:27 Uhr

Womöglich habe ich etwa snicht ganz verstanden, aber warum wurde nicht direkt an den momentanen Rektor Geoerg Winckler geschrieben?

Author Profile Page Ulrich Berger· 12.09.11 · 12:51 Uhr

@ Ratiomania:
Winckler ist nur noch zwei Wochen im Amt.

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 12.09.11 · 12:56 Uhr

Sport kann nicht pseudowissenschaftlich sein, denn Sport ist keine Wissenschaft.

Author Profile Page Ulrich Berger· 12.09.11 · 13:02 Uhr

Das Veranstaltungsmanagement hat rasch reagiert ... und meine kritischen Kommentare von http://www.facebook.com/UniEventsWien gelöscht.

Kommentar-Direktlink Stefan Uttenthaler· 12.09.11 · 14:19 Uhr

Gut gemacht!!! Der Brief gefällt mir sehr gut.

Kommentar-Direktlink Bullet· 12.09.11 · 14:26 Uhr

Weiß einer, warum TTürpe von "Sport" redet?

Kommentar-Direktlink Ratiomania· 12.09.11 · 14:33 Uhr

@Sven Türpe

Sport kann nicht pseudowissenschaftlich sein, denn Sport ist keine Wissenschaft.

Das behauptet hoffentlich keiner. Sportwissenschaft schon, oder?

@ Ulrich Berger

Das Veranstaltungsmanagement hat rasch reagiert ... und meine kritischen Kommentare von http://www.facebook.com/UniEventsWien gelöscht.

Störe unsere Kreise nicht!

Aber an der Reaktion merkt man schon, das Sie da einen Nerv getroffen haben könnten. Toll! Weiter so!

Kommentar-Direktlink Schmidt· 12.09.11 · 14:46 Uhr

@Bullet
das wird doch bereits in jedem Fitnesscenter angeboten. Es gibt da eine Ecke mit Brain-Building-Geräten. Da wird Zettels Traum gestemmt, Beweisführungen für ungelöste mathematische Probleme getanzt und noch vieles mehr.
Aktive Übungen um das neuronale Netzwerk auszubilden.

Kommentar-Direktlink Kuchlbacher Rudolf· 12.09.11 · 14:53 Uhr

Sehr gut und sehr wichtig!
Wünsche dir damit mehr Erfolg, als ich mit meinen Versuchen über den Wiener Stadtschulrat hatte... Vielleicht (Hoffentlich) gibt es Reaktionen auch von dieser Seite!
Leider feiern Edu-Kinestetik (und ähnliche fragwürdige Techniken) gerade zu Schulbeginn immer wieder fröhliche Urständ...

Kommentar-Direktlink Ulf Gang· 12.09.11 · 20:46 Uhr

Ja, auch von mir ein Dankeschön für diesen Brief. Unser Erstklässler-Sohn hatte im vergangenen Schuljahr mit zwei Lehrerinnen zu tun. Die eine ist auf dem BrainGym-Trip (plus Klipp-und-Klar-Lernkonzept, erfunden von der österreichischen Kinesiologin Brigitte Haberda) und die andere nennt sich eine Heilerin und hat’s auch noch mit Channeling. Deswegen sind meine Frau und ich entsprechend sensibilisiert für dieses Thema. Beide Lehrerinnen werden im nun beginnenden Schuljahr übrigens nicht mehr unterrichten.

Unglaublich, dass diese Form von Esoterik-Scheiß jetzt auch noch im Universitäts-Kontext als Kurs angeboten werden soll.

Einen Tipp hab ich noch. Im April 2008 hatte sich BBC Science mal mit BrainGym auseinandergesetzt. Die Sendung ist in zwei Teilen im Netz verfügbar. Der erste Teil beschreibt die Brain-Gym-Idee und lässt Fürsprecher und Kritiker zu Wort kommen. Teil zwei ist dann das desavouierende Dennison-Interview. Mir scheint, dieser TV-Beitrag ist wenig bekannt. Er ist aber mMn besonders interessant, weil der Erfinder Dennison selbst interviewt wurde (siehe Teil 2).

BBC Science zu Brain Gym, Part 1 (10 Minuten):
http://bit.ly/nchs5U

BBC Science zu Brain Gym, Part 2 (5 Minuten):
http://bit.ly/qwFNRF

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 13.09.11 · 09:39 Uhr

also jetzt hab ich mir das Interview Part 2 angeschaut. Ist ja wirklich erschütternd: "processed food enthält kein Wasser" sogar gefriergetrockneter Bullshit enthält ca 2% Wasser.

Kommentar-Direktlink Ulf Gang· 13.09.11 · 10:41 Uhr

»Erschütternd« nicht nur wegen der abstrus-unhaltbaren Aussage als solcher, sondern insbesondere deswegen, weil das seit über 20 Jahren im »Teacher’s Manual« stand und von der Marketing-Zielgruppe »Lehrer« hingenommen wurde.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, auf eine weitere aus der Kinesiologie abgeleitete Marketing-Idee für Lehrer und Kinder (und deren Hilfe suchenden Eltern) hinzuweisen: das »Klipp-und-Klar-Lernkonzept« von Brigitte Haberda.

Zitat: »Das KLIPP und KLAR Lernkonzept bildet die Grundlage der Ausbildung

Das KLIPP und KLAR Lernkonzept® von Brigitte Haberda ist eine einzigartige Methode, um die Lernprobleme an der Wurzel zu erfassen und das Lernen zu erleichtern. Es setzt neue Erkenntnisse aus Lern-, Gehirn- und Stressforschung um. Das Konzept wird seit Jahren in der Praxis mit großem Erfolg eingesetzt und findet Zuspruch bei Kindern, Eltern und der Schulbehörde. In den KLIPP und KLAR Lernstudios wird nach diesem Konzept gearbeitet.« http://goo.gl/C4YzK

Meiner Beobachtung nach ist diese sanft und scheinbar logisch daherkommende Pfuscherei mindestens im süddeutschen Raum bereits gut verbreitet (Stichwort: Zertifizierte Lernberatung)

Ich hatte mal nachgeschaut, wo die Dame ihre Kinesiologie-Elaborate veröffentlicht: in der VAK Verlags GmbH, Kirchzarten (1983 gegr.). http://www.vakverlag.de/ Allein schon das Spektrum der Neuerscheinungen dieses »Fachverlags« ist großartig:

- Quantenheilung Taschenkalender 2012
- Bengston Energy Healing – Heilen aus dem Nichts – Wissenschaftlich belegt – in der Praxis bewährt – für jeden erlernbar
- Bioidentische Hormone – Alles, was Sie wissen müssen; Das Standardwerk
- Mentalfeld-Techniken – ganz praktisch

Wirft man dann noch einen Blick in den »X-Sachen-Katalog« (Earthing, Herzintelligenz, Klopfakupressur, Energy Psychology, EmoTrance, Three In One Concepts, Touch for Health, Der Energie-Trinkhalm aus Glas, uswusf.) weiß man endgültig, in was für einem Umfeld die doch so sehr um die Kinder bemühte Brigitte Haberda publiziert. Ich behaupte, dass man daran auch erkennt, wes angekränkelten Geistes Kind Frau Haberda ist.

Kommentar-Direktlink Rolf Wagels· 13.09.11 · 21:36 Uhr

Moin
auch von mir ein erneuter Dank für das Hochhalten der wissenschaftlichen Fahne. Danke für die Zeit, Danke für die sachlichen Argumente.
Grüße
R. Wagels

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 14.09.11 · 11:12 Uhr

Neuroplastizität des Gehirns / Neuroplastische Therapien

http://videos.arte.tv/de/videos/neustart_im_kopf-4112556.html

Kommentar-Direktlink Ratiomania· 15.09.11 · 00:26 Uhr

@Hannes Bongard

Neuroplastizität des Gehirns / Neuroplastische Therapien http://videos.arte.tv/de/videos/neustart_im_kopf-4112556.html

Interessant. Und toll!

Leider keine Argumente für Kinesiologie/Brain Gym -Kacke... es sei denn Sie nennen einige, kann ja sein das ich was übersehn hab.

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.09.11 · 10:43 Uhr

Ratiomania schrieb: „Leider keine Argumente für Kinesiologie/Brain Gym -Kacke... es sei denn Sie nennen einige, kann ja sein das ich was übersehn hab.“

Das wäre dann nicht mein Problem.

Kommentar-Direktlink Bullet· 15.09.11 · 11:15 Uhr

Ratiomania: Spambots nicht füttern. Ist schwierig, aber manchmal eine Leistung, auf die man auch stolz sein kann.

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.09.11 · 11:39 Uhr

„Mit Stolz verdeckt man die eigenen Fehler.“ - Peter Tremayne

Kommentar-Direktlink Bullet· 15.09.11 · 12:41 Uhr

@Ratiomania: q.e.d.
(btw: Peter Tremayne ist das Pseudonym des englischen Historikers Peter Berresford Ellis (* 10. März 1943 in Coventry). Unter diesem Pseudonym veröffentlicht er Kriminalromane um die im 7. Jahrhundert lebende irische Nonne und Anwältin Fidelma. Es ist also nicht davon auszugehen, daß dieser vom Spambot oben erwähnter Ausspruch vom Autor stammt. Vielmehr von einer seiner Figuren, was nahelegt, ihn in die Kategorie "es gibt mehr zwischen Himmel undsoweiter..." einzuordnen. Den Spruch, nicht den Autor.)

Kommentar-Direktlink Lipper· 16.09.11 · 11:00 Uhr

Bongard

"Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit."

Nietzsche

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 16.09.11 · 12:00 Uhr

„Wohl dem, der ohne Grauen,
In Liebe treu bewährt,
Zu jenen dunklen Auen
Getrost hinüberfährt.“

Wilhelm Busch

Kommentar-Direktlink knorke· 16.09.11 · 13:29 Uhr

@ Ulrich Berger
falls es eine direkte Antwort gibt, erfahren wir diese hoffentlich? Zumindest der Praktikant des Pressereferenten des Sekretariats des Rektorats wird ja wohl irgendwas anworten wollen? oder ist die Annahme naiv?

Author Profile Page Ulrich Berger· 17.09.11 · 00:01 Uhr

@ knorke:

Der (zukünftige) Rektor hat mir gestern kurz geantwortet, er werde fachliche Meinungen dazu einholen. Ich bin gespannt, ob später auch Taten folgen...

Author Profile Page Ulrich Berger· 17.09.11 · 00:35 Uhr

Teilerfolg - siehe Updates am Ende des Artikels!

Kommentar-Direktlink rolak· 17.09.11 · 02:43 Uhr

Ist das nicht schön, wenn sich die Strampelei auch tatsächlich mal auswirkt? ;-)

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 17.09.11 · 11:46 Uhr

Weiß einer, warum TTürpe von "Sport" redet?

Ja, ich: Weil man jede beliebige Tätigkeit -- Auto fahren, wandern, Kreuzworträtsel lösen, schießen, hockern, Fußball gucken, Discofox tanzen, Skat spielen usw. -- als Sport betrachten kann. Mit der Einordnung als Sport macht man Gebrauch vom einem gesellschaftlichen Konsens, der unter dieser Voraussetzung nahezu unbeschränkten Irrwitz zulässt. Sport ist gut, daran gibt es nichts zu rütteln. Warum also fällt es einigen schwer, dieses Brain Gym als Sport zu betrachten und mit derselben Gelassenheit zu ignorieren, mit der wir etwa dem Alltagsphänomen "sportlicher" (d.h. übermotorisierter) Autos und "sportlicher" (d.h. aggressiver) Fahrweise begegnen? Zumal diese harmlose Gymnastik weit weniger Opfer fordern dürfte.

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 17.09.11 · 12:02 Uhr

Ich hätte übrigens mal noch eine Grundsatzfrage zum Konzept des organisierten kritischen Denkens als Teil der Gesellschaft. Nehmen wir an, solche offenen Briefe hätten auf die Adressaten -- in der Regel Institutionen, nicht Einzelpersonen -- zuverlässig die gewünschte Wirkung und behielten diese Wirkung nachhaltig. Der Kampf der Absender wäre also nach allen vernünftigen Leistungsindikatoren erfolgreich. Woran könnten dann jene, denen man derart die Konfrontation mit unbelegten Behauptungen erspart, das kritische Denken üben?

Author Profile Page Ulrich Berger· 17.09.11 · 12:59 Uhr

Zum Beispiel an dümmlichen Kommentaren ...

Kommentar-Direktlink illuminati· 17.09.11 · 23:51 Uhr

Sport ist Mord Ulrich Berger!

Probieren Sie doch ein mal Brain Gym aus, vielleicht überleben Sie's ja.

Kommentar-Direktlink Ratiomania· 18.09.11 · 01:05 Uhr

@Ulrich Berger

Zum Beispiel an dümmlichen Kommentaren ...

Die bessere und vorallem korrekte Antwort wäre wohl gewesen "garnüscht", denn Sven Türpes geschilderter Fall wird nie eintreten.

@Hannes Bongard

Das wäre dann nicht mein Problem.

Richtig, nicht wenn Sie überhaupt informativ und effektiv posten möchten. Was man durch dieses unnütze zitieren wohl ausschliesen könnte.

Ich habe es mir nochmal durchgeschaut und gebe Ihnen "den" Tipp:

Entweder Sie formulieren aus was sie mit ihrem Videopost zum Thema "Brain Gym" oder Sie nennen mir die angebliche Stelle in der auf "Brain Gym" verwiesen wird
oder Sie vergleichen einfach mal die Mittel, die Kontexte und die jeweiligen Ziele beider Therapien... womöglich fällt Ihnen da was auf...

wenn nicht tja...

Das wäre dann nicht mein Problem.

Kommentar-Direktlink rolak· 18.09.11 · 03:33 Uhr

Das heißt, ihr beide versteht, was ST aussagen wollte? Ich nicht. Oder postuliert er etwa einen Kritik-Krationismus, also daß kritisches Denken ausschließlich nach auslösender externer Kritisierung entstehen könne?

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 18.09.11 · 12:16 Uhr

Oder postuliert er etwa einen Kritik-Krationismus, also daß kritisches Denken ausschließlich nach auslösender externer Kritisierung entstehen könne?

Im Gegenteil, er ist der Ansicht, dass die angestrebte Unterdrückung kritisch zu bedenkender Umstände dem kritischen Denken den Gegenstand entzieht und es damit unmöglich macht. Oder als Frage formuliert, wonach strebt Ihr? Danach, dass möglichst viele Menschen kritisch denken, oder aber danach, dass im bereinigten Alltag keiner mehr kritisch denken muss, weil alles wahr ist? Und auf welches dieser Ziele arbeiten offene Briefe wie der obige hin?

Kommentar-Direktlink rolak· 18.09.11 · 12:40 Uhr

Ah danke, also doch einfach nur ein

dümmlicher Kommentar
mit der Tendez zur Negierung der Realität z Gunsten eigener Vorlieben. Wie sonst auch...

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 18.09.11 · 15:56 Uhr

@Türpe
Ihre Argumentationen sind ja wie so oft recht erfrischend, aber es geht natürlich schon darum Esoterik von den Bildungseinrichtungen fern zu halten; jedenfalls sofern Steuergeld im Spiel ist. Insofern ist nach Lage der Dinge die Aussetzung des Workshops als Erfolg zu betrachten - und zwar egal wie harmlos dieser "Sport" nun sein mag.

Dr. W sieht übrigens im Gegensatz zu Ihnen weniger das Problem darin, dass erfolgreiche Kampagnen wie diese Kritikobjekte ausdünnen (mit der Folge, dass es bald nichts mehr zu kritisieren gibt und der potentielle Kritiker soz. mangels Objekte verblödet - Kompliment btw für diese Argumentation), sondern darin, dass die skeptische Kritikarbeit oft bestimmte Gebiete liegen lässt. - Was sich bspw. in weiten Teilen der Geisteswissenschaften, im "SozPäd" und im Politischen (das Wirtschaftswissenschaftliche hier einfach mal hinzugerechnet) abspielt, ist oft unter aller Sau und als Esoterik leicht erkennbar.

MFG
Dr. Webbaer

Kommentar-Direktlink Jörg W.· 18.09.11 · 20:02 Uhr

Gratulation!
Da Fakten so langweilig sind, hab ich mir erlaubt quasi einen Videoteaser zu diesem Beitrag zu machen: Neurotanz!
http://diewahrheit.at/video/neurotanz

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 18.09.11 · 23:46 Uhr

... aber es geht natürlich schon darum Esoterik von den Bildungseinrichtungen fern zu halten; jedenfalls sofern Steuergeld im Spiel ist. Insofern ist nach Lage der Dinge die Aussetzung des Workshops als Erfolg zu betrachten - und zwar egal wie harmlos dieser "Sport" nun sein mag.

Das ist eben die Frage: soll es nur darum gehen, dass eine Institution darauf achtet, dass eine andere nichts Unanständiges tut? Nüchtern betrachtet geht es nur darum, dass jemand eine belanglose(*) Tätigkeit propagiert und dabei falsch denkt. Warum muss das weg, wenn es doch in Begleitung des richtigen Denkens akzeptabel wäre, wem ist damit geholfen? Man könnte ebenso gut die Belanglosigkeit unterstreichen, indem man die Veranstaltung mit einem Hinweis versieht. "Brain Gym ist auch nur Gymnastik" zum Beispiel, oder: "Tanzen macht mehr Spaß", oder: "Jongliert lieber, dann glaubt sogar der Freistetter an eine wundersame Wirkung".

(*) Fußball und Marathonlauf dürften mehr Opfer fordern, ohne dass sich jemand aufregt.

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 19.09.11 · 07:11 Uhr

Tja, lieber Herr Türpe, so eine Skeptikervereinigung ähnelt nun mal zumindest in diesem Punkt einer Denunziantenvereinigung wie dem BILDBlog - und gehört somit durchaus zum modernen gesellschaftlichen System.

Entscheidungsbefugnisse hat man ja nicht, aber Miesmachen kann eben passend sein. - Ihre anderen politischen Einstellungen berücksichtigend, die Sie hier gelehrt haben, erlauben eigentlich nur die Schlussfolgerung: In dieser Sachse selbst zuwenig Brain Gym gemacht!

BTW, ruhig auch mal an sowas ran: http://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_von_Werlhof
Eher mehr einheizen, als weniger!; gerade auch was die universitäre Esoterik der Gefühlslinken betrifft.

MFG
Dr. Webbaer

Kommentar-Direktlink Bullet· 19.09.11 · 11:39 Uhr

einer Denunziantenvereinigung wie dem BILDBlog
Es würde mich interessieren, wieviel Alkohol welcher Sorte man trinken muß, damit das ein nachvollziehbarer Term wird.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 19.09.11 · 13:51 Uhr

illuminati schreibt.

Sport ist Mord

der Spruch wird ja Winston Churchill zugeschrieben.

Allerdings hat dieser in den späten 30ern das Matterhorn bestiegen. Dokumentiert im Museum in Zermatt

Kommentar-Direktlink Ratiomania· 19.09.11 · 14:07 Uhr

@Bullet

Es würde mich interessieren, wieviel Alkohol welcher Sorte man trinken muß, damit das ein nachvollziehbarer Term wird.

Das sind doch alles miese kleine Petzen! Und das nur aus persönlichen niederen politischen Gründen! Von daher langt jedem ein Malzbier...

Author Profile Page Ulrich Berger· 19.09.11 · 16:14 Uhr

Die Gesellschaft gegen Sekten- und Kultgefahren ( http://www.sektenberatung.at ) hat sich heute in einem Schreiben an den Rektor meinem offenen Brief vollinhaltlich angeschlossen.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 19.09.11 · 16:31 Uhr

@Ulrich Berger

und REaktionen? So wie bei "Geogate".... es wird ausgesessen?

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 19.09.11 · 22:06 Uhr

In dieser Sachse selbst zuwenig Brain Gym gemacht!

Das mag sein, aber dieses Risiko gehe ich gerne ein. Es ließe sich nur um einen unvernünftig hohen Preis vermeiden. Man muss alles ausprobiert und das meiste weggeworfen haben, bevor Erkenntnis übrig bleibt.

Kommentar-Direktlink Stephan· 20.09.11 · 09:27 Uhr

@UB

Der (zukünftige) Rektor hat mir gestern kurz geantwortet, er werde fachliche Meinungen dazu einholen. Ich bin gespannt, ob später auch Taten folgen...


Wenn ich das höre, dann frage ich mich, ob ich mich freuen soll oder losheulen muss. Einerseits könnte man sich freuen (falls der Rektor es ernst meint), weil er offen für Kritik ist und weitere Informationen einholt. Andererseits ist es traurig, dass er überhaupt weitere Informationen einholen muss, oder nicht?

Ist es arrogant oder falsch anzunehmen, dass ein Mensch, der Professor und Uni-Rektor ist, genug Allgemeinbildung haben sollte, um esoterischen Blödsinn und unsinnige Behauptungen zu erkennen?
Ok, niemand kann ALLES wissen, aber wo ist die Grenze?

Was wäre, wenn an „seiner“ Uni Astrologie gelehrt werden würde und man dies kritisiert? Müsste er dann auch „fachliche Meinungen“ einholen, weil er selbst nicht herausfinden kann, ob die Kritik zutrifft oder nicht?

Es gibt auf dem Buchmarkt vielleicht 3.767.123 Bücher, die esoterischen Unsinn propagieren, aber leider deutlich weniger Bücher, die Skepsis und Kritik äußern. Vielleicht sollte sich der Rektor in dieser Richtung mal ein wenig informieren.

Auch wenn er wikipedia vielleicht nicht gut finden sollte, für den Anfang könnte man sich hier zumindest grob orientieren und zwar innerhalb von 5-10 min. Es muss ja nicht gleich esowatch sein.

Kommentar-Direktlink Stephan· 20.09.11 · 09:35 Uhr

@UB

Sag mal...so unter uns...ich erzähls nicht weiter...

Schließen sich ein Prof-Titel und die Fähigkeit zu googeln gegenseitig aus? Zumindest zu einem gewissen Prozentsatz? Ich meine, auf dich wird dies nicht zutreffen, aber vielleicht kannst du mal aus dem Nähkästchen erzählen...

Haben viele Professoren Vorurteile gegenüber dem Internet und der Zuverlässigkeit von Informationen und verzichten deshalb völlig darauf? Hat wikipedia an Unis immer noch den Ruf von Unzuverlässigkeit? Ist es anrüchig und verpönt in Diplom-, Bachelor-, Dr.-Arbeiten wikipedia als Quelle zu nennen oder daraus zu zitieren?

Ich weiß, dies ist hier OT, aber würde mich wirklich einmal interessieren.

Kommentar-Direktlink Bullet· 20.09.11 · 11:17 Uhr

Türpe... bitte versuch mal wieder, einen sinnvollen Satz zu schreiben. "Man muss alles ausprobiert und das meiste weggeworfen haben, bevor Erkenntnis übrig bleibt." Damit kannst du vielleicht mit MT kuscheln, so dumm ist der. In diesem Fall ist der Satz gemeint.

Kommentar-Direktlink illuminati· 20.09.11 · 11:27 Uhr

Probieren geht über studieren, das sollte man schon wissen!

Author Profile Page Ulrich Berger· 20.09.11 · 12:13 Uhr

@ Stephan:

Ach, die Reaktion des Rektors ist schon o.k.. Ich könnte ja im Prinzip tendenziös und selektiv berichtet und zitiert haben, also ist es in Ordnung, wenn er die Überprüfung delegiert und jemanden mit Fachkompetenz nocheinmal fragt. Zum Selbergoogeln hat jemand, der in zwei Wochen ein Rektorsamt antritt, sicher nicht Zeit und Lust, das ist verständlich.

Was das Zitieren aus Wikipedia betrifft: Ja, das ist in einer wissenschaftlichen Arbeit immer noch verpönt. Aus gutem Grund. Ein Bekannter hatte einmal einen fake-Artikel angelegt, der für Laien nicht als solcher erkennbar war. Der stand drei Jahre unbehelligt im Netz, bevor ich mal einen dezenten Hinweis an einen Wikipedianer schickte...

Kommentar-Direktlink hmmm· 20.09.11 · 20:56 Uhr

@ UB:
Ich darf doch wohl annehmen, dass es sich dabei um den Artikel über das Phänomen des "BG-Gleichgewichts" handelt.

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 20.09.11 · 21:19 Uhr

Lieber Herr Türpe,
Ihre Erfajrungen zur Sache oder im bäuerlichen Sachsen in allen Ehren, aber es geht hier schon um den Bezug von (staatlich gesponserter organsierter) Wissenschaftlichkeit zum "Sport" oder zur Esoterik.

Dr. W wünscht sich mehr Kritik an universitärem Fehlverhalten und Brain Gym ist erkennbar eher etwas für die anderen...

Bspw. für "Bullet" (auf doitsch: Kugel, auch Boulette, metaphorisch für: Dicker), hier noch jenem einen Rat gebend: 'denunzieren' kommt von nunzieren, nuntiare, Bedeutung: melden und ist wertfrei. Die Präfix-Anbindung (de-, an- ("Annonce"), re- etc.) wirkt ergänzend, soz. adverbial, denunzieren tut man wenn man über einen Dritten meldet, also selbst keine Nachricht generiert.

Dr. W hat den Begriff der Denunziation bewusst positiv herausgehoben, um weiterer dbzgl. Argumentierung (seiten Hr. Türpes bspw.) vorab die Luft zu nehmen.

Die Denunziation ist nur in verbrecherischen Systemen zu recht schlecht angesehen, in modernen Systemen ist die Meldung über andere, bspw. von Verbrechen oder Minderleistung, ethisch problemfrei. Gerade auch in Webzeiten...

BTW, der Erfinder des Doitschlandlieds, Hoffmann irgendwas, wurde mit dem Spruch bekannt "Der größte Lump im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant!" - witzigerweise war Hoffmann Antisemit und auch ansonsten ethisch höchst problematisch. - Die Denunziation ist aber - vom o.g. Sportsfreund abgesehen - für sich wertfrei und oft ethisch angewiesen.

HTH
Dr. Webbaer

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 20.09.11 · 21:24 Uhr

Ist es arrogant oder falsch anzunehmen, dass ein Mensch, der Professor und Uni-Rektor ist, genug Allgemeinbildung haben sollte, um esoterischen Blödsinn und unsinnige Behauptungen zu erkennen?
Die Geisteswissenschaften sind durchsetzt von Esoterikern. - Wer also das o.g. annimmt, ist weltfremd. Insofern könnte übrigens auch Brain Gym durchaus ausgehalten werden. Es gibt noch wesentlich Schlimmeres, echten Wahnsinn sozusagen an den Unis.

Author Profile Page Ulrich Berger· 21.09.11 · 01:22 Uhr

@ hmmm:

;-)

Kommentar-Direktlink Hugo· 25.09.11 · 20:08 Uhr

Vielen Dank für den ausgezeichneten Brief! Ich bin gespannt, ob auch die beiden anderen angesprochen Herren reagieren werden.

Kommentar-Direktlink Erich Franz Xaver Bliemel· 12.10.11 · 17:34 Uhr

Manche Universitäten verblöden immer mehr in Richtung pseudowissenschaftlicher Gebrauchs-Esoterik!

Kommentar-Direktlink David Pross· 28.10.11 · 12:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr.Dr. Berger,

Obgleich ich kein Spezialist für Kinesiologie bin möchte ich hier schon ein paar Fragen in den Raum stellen.
Wenn Sie als Vorstand einer Organisation tätig sind, die den Namen "Gesselschaft fürs kritische Denken" trägt, dann frage ich mich an dieser Stelle schon, wie dabei die Grenzen gesetzt werden.
Fakten:
Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen basieren in ihren Grundannahmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre. Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen etablieren sich deswegen, weil sie große Wirkung zeigen. Gerade die Kinesiologie hat bei sehr vielen Menschen große Heilungserfolge bewirkt. Oft sogar in speziellen Fällen, wo die Schulmedizin zuvor an ihre Grenzen gestossen war.
Viele der Begründer, der unterschiedlichsten Kinesiologieformen, haben bislang keinen Anspruch dahingehend gehabt wissenschaftlich zu sein. Ihnen hat es gereicht eine wirkungsvolle Methode zu schaffen. Dies ist mit ein Grund, warum es wenig Studien zu diesem Thema gibt.
Abgesehen davon kann ich es nicht mehr hören, wenn gewisse Leute sich das Recht herausnehmen zu entscheiden was denn saubere Wissenschaft sei und was nicht.
Wenn die Schulmedizin die Erkentnisse der letzten 100 Jahre aus der neuen Physik nicht in ihre Grundlehren integriert, hat sie absolut kein Recht sich als saubere Wissenschaft zu bezeichnen. Wo bleibt denn da die sogenannte " Kritische Gesellschaft" die darüber nachdenkt? Hier werden Forschungsergebnisse aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre (seit Max Plank) komplett ignoriert und keiner sagt was. Ganz im Gegenteil. Diese unwissenschaftliche und von der Pharma-Industrie manipulierte Mafia nimmt sich dann auch noch das Recht heraus, darüber zu entscheiden was wissenschaftlich sei und was nicht.
Meines Wissens ist seit Kurt Gödl sogar die Mutter aller Wissenschaften die Mathematik als Axiom enttarnt. Vielleicht hab ich da aber auch nur etwas falsch verstanden.
Im Übrigen möchte ich ihnen vielleicht den Einen oder Anderen Vortrag von Dr. med Klinghardt ans Herz legen. Dieser Arzt und Kinesiologe bietet sehr wohl wissenschaftliche Studien zur Kinesiologie an, welche vielleicht interessant sein könnten, bevor man irgendetwas als Pseudowissenschaft deklariert.
MFG
David Pross

Kommentar-Direktlink georg· 28.10.11 · 13:17 Uhr

David Pross· 28.10.11 · 12:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr.Dr. Berger, ...

Fakten:
Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen basieren in ihren Grundannahmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre.

Sehr geehrter Herr Pross,
das klingt ja außerordentlich interessant.

Könnten Sie bitte etwas konkreter erläutern, welche der von Ihnen gemeinten Behandlungsformen in welchen Grundannahmen auf genau welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre basiert.


mfg georg

Kommentar-Direktlink Kuchlbacher Rudolf· 28.10.11 · 13:46 Uhr

@David Pross

Wenn Sie als Vorstand einer Organisation tätig sind, die den Namen "Gesselschaft fürs kritische Denken" trägt, dann frage ich mich an dieser Stelle schon, wie dabei die Grenzen gesetzt werden.

Am besten sie informieren sich mal:
http://www.skeptiker.at/


Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen etablieren sich deswegen, weil sie große Wirkung zeigen.

"Wirkung zeigen" ist für mich hier zu allgemein - was genau verstehen sie darunter?


Abgesehen davon kann ich es nicht mehr hören, wenn gewisse Leute sich das Recht herausnehmen zu entscheiden was denn saubere Wissenschaft sei und was nicht.

Es ist nur so, dass "die Wissenschaft" nach ganz bestimmten Spielregeln abläuft - wer sich nicht daran hält, hat es durchaus verdient als "Pseudowissenschaft" bezeichnet zu werden.

Wenn die Schulmedizin die Erkentnisse der letzten 100 Jahre aus der neuen Physik nicht in ihre Grundlehren integriert...

Wie kommen sie eigentlich auf die Idee, dass das nicht passiert?

...Diese unwissenschaftliche und von der Pharma-Industrie manipulierte Mafia...

Ahh... daher weht also der Wind - die pöhse Pharmaindustrie!
In welchem Zusammenhang steht die Rechtschaffenheit von Unternehmen zur "Wirkung" Pseudomedizinischer Methoden?


...Vielleicht hab ich da aber auch nur etwas falsch verstanden.

In der Tat.

Kommentar-Direktlink Barton Fink· 28.10.11 · 13:49 Uhr

"Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen basieren in ihren Grundannahmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre."

Wieviel Punkte gibt das nochmal im Eso Bullshit Bingo?
100?

Kommentar-Direktlink Kuchlbacher Rudolf· 28.10.11 · 13:53 Uhr

@David Pross

Im Übrigen möchte ich ihnen vielleicht den Einen oder Anderen Vortrag von Dr. med Klinghardt ans Herz legen...

Ich würde das allerdings niemandem empfehlen:

http://esowatch.com/ge/index.php?title=Dietrich_Klinghardt

Kommentar-Direktlink georg· 28.10.11 · 13:58 Uhr

@Barton Fink
100 Punkte sind es erst, wenn der Begriff "Schulmedizin" noch dazu kommt.

Kommentar-Direktlink MartinB· 28.10.11 · 14:50 Uhr

@georg
War alles dabei
"Oft sogar in speziellen Fällen, wo die Schulmedizin zuvor an ihre Grenzen gestossen war. "
Fehlt nur noch hamlet und das Galileo-Gambit.

Kommentar-Direktlink stillerleser· 28.10.11 · 15:56 Uhr

Ob es wohl Sinn macht auf Herrn Pross zu antworten? Ich könnte mir vorstellen dass kein weiterer Kommentar erfolgen wird. Aber egal, ich habe gerade etwas Zeit :-)
Zunächst verstehe ich das hier nicht:

Viele der von Ihnen als pseudowissenschaftlichen Behandlungsformen basieren in ihren Grundannahmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen
Denn kurz danach sagen Sie das:
Viele der Begründer, der unterschiedlichsten Kinesiologieformen, haben bislang keinen Anspruch dahingehend gehabt wissenschaftlich zu sein
Dann ergibt das folgende keinen Sinn:
Ihnen hat es gereicht eine wirkungsvolle Methode zu schaffen. Dies ist mit ein Grund, warum es wenig Studien zu diesem Thema gibt.
Ohne Studien ist es in der Medizin denke ich fast unmöglich herauszufinden ob eine Methode wirkungsvoll ist oder nicht (und vor allem ob sie wirkungsvoller ist als eine schon existierende Methode).
Dann würde mich interessieren was "Schulmedizin" sein soll. Medizin für Schüler? Ärzte die in Schulen praktizieren? Gibt es somit auch eine Feuerwache- oder Rathausmedizin?
Auf das folgende wurde schon von Kuchelbacher Rudolf richtig eingegangen:
von kann ich es nicht mehr hören, wenn gewisse Leute sich das Recht herausnehmen zu entscheiden was denn saubere Wissenschaft sei und was nicht.
Die Krönung sind allerdings die nächsten zwei Sätze:
Wenn die Schulmedizin die Erkentnisse der letzten 100 Jahre aus der neuen Physik nicht in ihre Grundlehren integriert, hat sie absolut kein Recht sich als saubere Wissenschaft zu bezeichnen......Hier werden Forschungsergebnisse aus der neuen Physik der letzten 100 Jahre (seit Max Plank) komplett ignoriert und keiner sagt was.
Da würde mich zunächst einfach mal interessieren was Sie Herr Pross für Forschungsergebnisse meinen.
Im nächsten Satz geht es weiter:
Ganz im Gegenteil. Diese unwissenschaftliche und von der Pharma-Industrie manipulierte Mafia nimmt sich dann auch noch das Recht heraus, darüber zu entscheiden was wissenschaftlich sei und was nicht.
Hasserfüllte Verschwörungsphantasien kombiniert mit Ahnungslosigkeit was „wissenschaftlich“ bedeutet. Was soll man da noch sagen?
Der nächste Satz benötigt dringend eine nähere Erläuterung Herr Pross:
Meines Wissens ist seit Kurt Gödl sogar die Mutter aller Wissenschaften die Mathematik als Axiom enttarnt
Und auch was das mit dem Erkenntnisgewinn in der Medizin zu tun hat.
Im Übrigen möchte ich ihnen vielleicht den Einen oder Anderen Vortrag von Dr. med Klinghardt ans Herz legen. Dieser Arzt und Kinesiologe bietet sehr wohl wissenschaftliche Studien zur Kinesiologie an, welche vielleicht interessant sein könnten, bevor man irgendetwas als Pseudowissenschaft deklariert.
Zu diesem Klinghardt wurde von Kuchelbacher ja schon die richtige Informationsquelle angegeben.

Und all diese Zitate firmieren bei Ihnen Herr Pross unter dem Label „FAKTEN“! Zum Glück steht aber auch das folgende bei Ihnen unter diesem Label:

Vielleicht hab ich da aber auch nur etwas falsch verstanden.
Ja, das ist leider der einzige Satz den man so stehen lassen kann. Und ob Sie es glauben oder nicht, das finde ich wirklich schade.

Kommentar-Direktlink rolak· 28.10.11 · 16:15 Uhr

Die nähere Erläuterung zu dem nächsten Satz, stillerleser: Pross weiß schlicht nicht wovon er redet, hat also dieselben Grundlagen wie auch zu seinen anderen Sätzen.
Der Kurt hieß Gödel und hat nichts als Axiom 'enttarnt' (ist es nicht hübsch, wie die Esoteriker|VTler immer zu solch Geheimdienstbegriffen neigen?) sondern die Bemühungen, eine widerspruchsfreie Formulierung der Mathematik zu finden, als sinnlos aufgezeigt.

Kommentar-Direktlink Stephan· 08.11.11 · 11:23 Uhr

@MartinB

@georg War alles dabei "Oft sogar in speziellen Fällen, wo die Schulmedizin zuvor an ihre Grenzen gestossen war. " Fehlt nur noch hamlet und das Galileo-Gambit.

Bitte beim nächsten Mal nicht das Wichtigste vergessen: "Wer heilt, hat Recht!" ;-)

Kommentar-Direktlink Stephan· 15.12.11 · 08:43 Uhr

@Ulrich Berger

Sag mal...nur so ne Frage...hast du seit September mal irgendetwas vom Rektor Engl oder irgendjemandem gehört?
Ich nehme an, Nein, weil sonst hättest du es bestimmt hier veröffentlicht.
Würde mich nur genauer interessieren, deshalb die Frage.

Author Profile Page Ulrich Berger· 16.12.11 · 15:05 Uhr

@ Stephan:

Doch, siehe die Updates am Ende des Artikels!

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