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Ulrich Berger, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaft- ler, ist Professor für VWL an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist Vorsitzender der GkD sowie Mitglied im Wissenschaftsrat und im Vorstand der GWUP. Auf Kritisch gedacht bloggt er über Pseudowissenschaft und verwandte Themen.


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gwup | die skeptiker



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11.09.09 · 09:04 Uhr

NARASAN nervt

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 31

Narasan ist ein Produkt der Firma LWS (Living Water Systems) und der Name einer "Technologie" zur "Wasserenergetisierung". Das Produkt "arbeitet" - wie in der Wasserbeleberszene üblich - stromlos und wartungsfrei. Die Anführungszeichen verdient die "Technologie", weil sie keine ist. Das Narasan-Gerät ist nämlich ein Stahlrohr, weiter nichts. Sicher, Stahlrohre sind praktisch, und der Stahl im Narasanrohr ist zweifelsohne hochwertig - z.B. vermutlich rostfrei. Aber seien wir uns ehrlich: Ein Rohr ist ein Rohr ist ein Rohr. [Nachtrag: So ein Rohr ist übrigens nicht ganz billig. Herr Elsigan spricht von € 15.000 (!)]

Aber halt, sagt da die Firma LWS. Das Rohr ist nicht einfach ein Rohr. Nein, es ist von einer Kammer umschlossen!

In dieser Kammer befinden sich hochschwingende Bio Ayurveda Öle als Schwingungs- und Informationsträger.
Was für ein Quatsch! Sicher, wenn Sie Ihre Salatschüssel kurz anstoßen, dann gibt es Wellen und somit ist ihr Salatöl ein "Schwingungsträger" - für ein paar Sekunden. Wie es "Information trägt" und welche, das bleibt ungeklärt. Wahrscheinlich genauso wie Wasser, nämlich gar nicht. Narasan, so wird aus derlei Geschwätz schnell klar, ist offenbar Voodoo-Technik in Reinkultur.

Zu den Anführungszeichen von "Wasserenergetisierung" muss man ja hoffentlich nicht viel sagen. Wasser kann nicht durch ein Rohr "energetisiert" werden, denn das widerspricht dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Es sei denn, die "Energetisierung" wird so umdefiniert, dass sie nichts mehr mit Energie im physikalischen Sinne zu tun hat. Aber das werden wir nicht erfahren, denn LWS erklärt uns nicht, was "Energetisierung" bedeuten soll. Sie behauptet zwar, ihr Gerät gebe dem Leitungswasser seine "ursprüngliche Quell-Energie" zurück, doch dieser Ausdruck ist nicht physikalisch gemeint, sondern esoterisch, wie das Adjektiv "feinstofflich" präzisiert:

[Das Ayurveda Öl] überträgt die darin enthaltenen feinstofflichen Energien und Informationen, unabghängig von Durchflussmenge und Wasserdruck, auf das durchfließende Wasser. Die Störinformationen im einfließenden Wasser wird dadurch gelöscht und die Grundordnung des Wassers wird wieder hergestellt.
Das tut doppelt weh. Einmal, weil "Störinformationen" Plural ist und es "werden dadurch gelöscht" heißen müsste, und einmal, weil es auch in der grammatikalisch korrekten Form Bullshit ist. Die "Störinformation" findet sich nicht im Wasser, sondern allenfalls auf der LWS-Webseite:

Dabei werden die physikalischen Effekte, wie Oberflächenspannung, Adhäsion, Kalk- und Magnesiumanteile positiv (wissenschaftlich bestätigt) verändert.
Das ist das, was mich wirklich nervt. Narasan will nämlich nicht esoterisch sein, sondern wissenschaftlich. Mehr noch: "wissenschaftlich bestätigt". Das ist, wie wir wissen, schon beim Granderwasser furchtbar in die Hosen gegangen. Doch für Narasan war das keine Lehre, obwohl die Narasan-"Technologie" offensichtlich nichts anderes ist als die Grander-"Technologie", wobei nur das Grandersche "Informationswasser" nach Jesus-Rezept durch das "Ayurveda-Bio-Öl" ausgetauscht wurde.

Die von LWS präsentierte übliche Liste an Referenzen und enthusiastischen Dankesschreiben ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert. Doch wer sich dafür interessiert, warum die ehemalige Direktorin des "Hauses Trazerberg" des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser, die von Narasan so begeistert war, nach Intervention der Wiener Gesundheitsstadträtin nicht mehr so begeistert gewesen sein dürfte, der lese hier bei Erich Eder nach.

Jetzt aber die Wissenschaft! Schauen wir uns einmal die sogenannten "Prüfzertifikate" an, die LWS vorweist um die angebliche wissenschaftliche Bestätigung zu untermauern:

(1) UWA-Hengl KEG
Im Prüfbericht dieses "Umwelt-Wasser-Analytik" Betriebs zeichnet ein Herr Ing. Heinrich Wahl für die Auswertung des Narasanwassers verantwortlich. Herr Ing. Wahl hat laut seinem Prüfbericht eine bemerkenswerte Eigenschaft dieses Wassers gefunden:

Narasan energetisiertes Wasser ist rechtsdrehend.
Was soll man dazu sagen? KINDER, HÄNDE WEG VON DEN DROGEN!

Doch Herr Wahl meint das ernst, sogar im physikalischen Sinn. Er behauptet nämlich, das Narasanwasser könne die Schwingungsebene von polarisiertem Licht (nach rechts) drehen, es sei also optisch aktiv. Blöd nur, dass optisch aktive Substanzen chirale Moleküle aufweisen müssen. Das Wassermolekül mit seiner schönen Symmetrie ist nicht chiral und dreht gar nichts. Wie schwindelt sich Herr Wahl über dieses Problem hinweg? Er behauptet einfach, die Wassermoleküle würden Cluster bilden, und diese könnten asymmetrisch sein und dadurch optisch aktiv. Leider ist das aber ein Unsinn, denn diese Wassercluster haben eine Lebensdauer im Femtosekundenbereich und selbst wenn sie stabil wären müsste Herr Wahl erst einmal erklären, wie das Ayurveda-Öl dem Wasser beibringt, chirale Cluster in nur einer einzigen Händigkeit zu formen - ohne Energieverlust wohlgemerkt!

Die Tätigkeit von Herrn Ing. Wahl in der Firma UWA war so erfolgreich, dass letztere bereits 2002 in Konkurs ging. Da kein Mensch die Firma kannte oder kennt, hat sich LWS aber schon frühzeitig dazu entschlossen, fleißig mit der Tatsache zu werben, dass Herr Wahl allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger ist, wie man unschwer erkennen kann.

Blöd nur, dass laut den Standesregeln des Verbandes der Gerichtssachverständigen kommerzielle Werbung mit der Eigenschaft als Gerichtssachverständiger untersagt ist. Deshalb hat die Causa Narasan/Wahl auch bereits "Maßnahmen seitens des Verbandes ausgelöst", wie aus diesem auf Nachfrage verlautet.

[Nachtrag vom 21.9.2009: Wie der Hauptverband der Gerichtssachverständigen heute mitteilte, wurde Herr Ing. Wahl per 11.9.2009 aus der Sachverständigenliste gelöscht.]

(2) Claus Holler - Herzfrequenzvariabilität
Wer auf diesem Blog Holler in Graz gelesen hat, der weiß: das kann nicht gut gehen. Herrn Claus Holler eilt ein Ruf als Ersteller von pseudowissenschaftlichen Positivgutachten für Voodoo-Technik voraus, der ihm sogar die zweifelhafte Ehre zuteil werden ließ, auf EsoWatch gewürdigt zu werden. Herrn Hollers wertvollste Eigenschaft für LWS ist, dass er zur Zeit seiner Gutachterei beim Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) tätig war und seither auf allen einschlägigen Holler-Gutachten groß das Seriosität ausstrahlende KAV-Logo prangt. Auf fast allen - wie man sehen kann, wurde bei dem auf der LWS-Seite verlinkten Dokument die erste Seite ausgetauscht und das KAV-Logo fehlt jetzt.

Wer an dieser Stelle die Stellungnahme des technischen Leiters des KAV gelesen hat, der weiß, dass das kein Zufall ist. Herr Dr. Wölfl hat sich nämlich von derartigen unautorisierten und pseudowissenschaftlichen Studien ausdrücklich distanziert.

(3) IBBU-Institut, Dr. Noemi Kempe
Es überrascht ja beinahe, dass sich jemand überhaupt noch damit zu werben traut. Wie in den obigen beiden Fällen hatte auch Noemi Kempe früher einmal eine für LWS wertvolle Eigenschaft. Ihre esoterische IBBU-Bude war nämlich bis 2005 als Ludwig-Boltzmann-Forschungsstelle für Biosensorik geadelt. Und das klingt doch allemal besser als die traurige Geschichte von der ehemaligen Physikerin, die jetzt mit einem Bioresonanzgerät und einer Wünschelrute Meridiane vermisst und "Chakrenessenzen gegen schwarze Magie" begutachtet. Auf ihrer Webseite listet Frau Kempe über 60 (!) esoterische Wassergutachten. Da weiß man dann wenigstens, was man als Auftraggeber erwarten kann...

(4) HTL Hollabrunn - Diplomarbeit
Die Schüler der HTL Hollabrunn in Ehren, aber ein Schülerprojekt als wissenschaftlichen Beleg anzuführen zeugt schon von Chuzpe. Schüler- und Studentenprojekte sind bei Voodoo-Anbietern beliebt, weil sie erstens billig zu haben sind und zweitens die jungen Forscher in ihrem Übereifer oft so lange unverblindet herumexperimentieren, bis sie das "gewünschte" Ergebnis auch bekommen. Das muss hier nicht der Fall gewesen sein, aber ich frage mich doch, warum die beiden Autoren die "Verkalkungsverhinderung" als Vorteil hervorheben, nachdem sie zwischen energetisiertem und normalem Wasser "keinen Unterschied" im Härtegrad feststellen konnten?

Die angeblich statistisch signifikant höhere Reduktion der Keimzahl beim industriellen Salatwaschen mit belebtem im Vergleich zu normalem Wasser kann ich aus den spärlichen Angaben in der Arbeit in keinster Weise nachvollziehen. Wie kann die Gesamtkeimzahl pro Gramm zwischen etwa 2 und 8 Mio schwanken, wenn die äußeren Salatblätter "um mindestens eine Zehnerpotenz höhere Werte" als die inneren aufweisen? Und was, bitte, ist eine mittlere Reduktion der Keimzahl von "0,28" - ohne Einheit - wenn die Ausgangskeimzahl "durchschnittlich um 90% abgewaschen" wurde? Wieviele Proben wurden denn überhaupt untersucht? Fragen über Fragen... Ist aber auch egal, denn die Autoren gestehen freimütig ein, dass der (offenbar unkontrollierte) Verschmutzungsgrad des Waschwassers der wichtigste Faktor bei der Keimzahlreduktion ist, und

Dadurch könnten die Werte der Untersuchung stark verfälscht worden sein
Kurz gesagt: Alles für den Hugo (und für ein Abschlusszeugnis).

[Nachtrag vom 21.9.2009: Der Direktor der HTL Hollabrunn distanziert sich von der Darstellung der Schülerarbeit durch LWS. Die Arbeit dürfe keinesfalls als Bestätigung der Wirkung von Narasan herangezogen werden, die Firma LWS habe niemals einen Kooperationsvertrag mit der HTL Hollabrunn unterzeichnet und sei nicht berechtigt, diese Arbeit zu Werbezwecken einzusetzen. Entsprechende Schritte seien eingeleitet worden.]

(5) Vitalitätswertmessung
Wie der Name schon sagt, ist diese Messung Quatsch. "Vitalitätswert" ist kein medizinischer oder biologischer Ausdruck, sondern ein Begriff der Esoterikszene. Die "Messungen" wurden mittels der längst diskreditierten Kirlianfotografie produziert. Die aus einer einzelnen Grafik bestehende Studie ist angeblich 2003 in der Zeitschrift "Der Technologe" erschienen. Das mag beeindrucken, solange man nicht weiß, dass dies die Hauszeitschrift einer Schule ist. Bei dieser Schule handelt es sich um das Wiener TGM. Dass diese Höhere Technische Lehr- und Versuchsanstalt einen sehr guten Ruf hat, dürfte einer der Gründe dafür sein, dass sich LWS nicht geniert, das Käseblättchen namens "Vitalitätswertmessung" überhaupt ins Netz zu stellen.

Der zweite Grund dürfte sein, dass der Studienautor und Lehrer am TGM, Herr Prof. Dr. Ernst Hoke (in Österreich tragen beamtete Lehrer den Amtstitel Professor) auf dem Blättchen unter seinem Namen den Zusatz "Gerichtl.Zertif.Beeid.Sachverständiger" trägt. Der Verband der Gerichtssachverständigen teilt dazu mit, dass Herr Hoke seit Beginn dieses Jahres kein Gerichtssachverständiger mehr ist. Ob das mit Narasan zu tun hat, weiß ich nicht.

(6) TGM Wien - Testreihe mit Sportlern bzw. Pflanzen
Wieder eine Schülerarbeit, diesmal mit gleich fünf bemühten jungen Autoren, betreut natürlich von Ernst Hoke. Die "Sportler" waren 17 Damen, denen man mit einem EKG zuleibe rückte um die Herzratenvariabilität (HRV) zu bestimmen. Ich darf mich hier einmal ausnahmsweise selbst zitieren. Zur HRV hatte ich an dieser Stelle vor ein paar Monaten nämlich folgendes geschrieben:

Da man bis auf wenige Ausnahmen im Grunde nicht weiß, was die vielen aus der HRV abgeleiteten Parameter eigentlich über den Zustand des Menschen aussagen, eignen sich diese hervorragend, um nach der Messung im Datenhaufen signifikante Unterschiede hervorzukramen, auf die man dann triumphierend verweisen kann und die sich beinahe beliebig im Sinne des gewünschten Ergebnisses interpretieren lassen.
Jetzt vergleichen wir das einmal mit dem Zugang von Hokes Schülern:

tgm1.gifDie Methodik bestand also im Rosinenpicken. Eine Detailanalyse erübrigt sich damit wohl...

Nicht viel besser sieht es bei den Pflanzenmessungen aus. Dort dominieren Fotovergleiche, auf denen ich keinen Unterschied ausmachen kann (außer bei jenem, das von der Firma LWS zur Verfügung gestellt wurde) verbunden mit Hinweisen auf angebliche "optische Unterschiede". Bei den Gewichtsmessungen von Salaten siegte Narasanwasser beim Frischgewicht mit 3:1 gegen Leitungswasser, beim Trockengewicht gab es nur ein Unentschieden mit 2:2. Die Statistik saß dabei auf der Ersatzbank.

Liebe Jungs: Wissenschaft ist kein Fußballmatch! Aber ihr könnt eigentlich nichts dafür, denn für die wissenschaftlichen Grundlagen wäre euer Betreuer zuständig gewesen.

Für eine intensive Betreuung hatte Herr Hoke aber womöglich keine Zeit, ist er doch seit Jahren von Haus zu Haus unterwegs, um für die Firma LWS die "Funktionalität" von Narasan-Geräten nachzuweisen, die ahnungslose Hausverwaltungen in die Wasserleitungen ihrer Objekte einbauen lassen. Auf wundersame Weise gibt es dabei keine negativen Resultate, denn die Funktionalität kann von Herrn Hoke entweder bestätigt werden, oder es treten leider Störungen durch diverse Pumpen oder Trafos auf, die ein positives Messergebnis verhindern.

(7) TGM - Zwischenbericht bzw. Oberflächenspannung
Diese beiden Berichte stammen ebenfalls aus der Feder von Dr. Hoke. Der "Zwischenbericht" aus 2003, dem anscheinend nie ein Endbericht gefolgt ist, besteht lediglich in einer Aneinanderreihung wilder Behauptungen ohne Detailinformation und ist daher hier vernachlässigbar. Einige Details finden sich dagegen im Bericht "Oberflächenspannung". Die Messung der Oberflächenspannung benutzt Herr Hoke auch für seine "Funktionsprüfungen" der Narasan-Geräte.

Warum gerade die Oberflächenspannung? Laut Herrn Hoke deshalb, weil diese "von Umgebungsbedingungen weitgehend unabhängig" sei, aber "für Wasserveränderungen äußerst aussagekräftig". Blöd nur, wenn die Umgebungsbedingungen für die Wasserveränderungen verantwortlich sind, wie es etwa bei der angeblichen Verringerung der Oberflächenspannung durch Granderwasser der Fall war, wo ein Stück Gartenschlauch sich als Übeltäter herausstellte. Wie empfindlich die Oberflächenspannung tatsächlich bereits auf kleinste Verunreinigungen reagiert, das lässt sich anhand einer (seriösen!) Studie nachvollziehen, in der die Autoren nach einer Vielzahl von Messungen diesen Stoffparameter einfach als "too sensitive to experimental conditions" für den sinnvollen Einsatz bewerten.

Die angebliche Verringerung der Oberflächenspannung durch das Narasan-Gerät hat aber noch eine Pointe. Denn reines Wasser hat bei Raumtemperatur eine Oberflächenspannung von etwa 0,07 N/m, die bei leichter Verunreinigung auch etwas tiefer liegen kann. Und welche Oberflächenspannung hat Herr Hoke beim Narasanwasser nun gemessen?

tgm2.gifOffenbar hat das Voodoo-Gerät der Firma LWS die Oberflächenspannung also glatt verdoppelt! Oder Herrn Hokes Messungen sind schlicht und einfach wertlos. Ich persönlich tendiere ja zu letzterem.

[Nachtrag vom 22.9.2009: Der Direktor des TGM hat heute in einer Reaktion klargestellt, dass seitens des TGM nie eine Prüfung des Narasan-Gerätes stattgefunden hat. Herr Hoke hat diese "Prüfungen" als Privatperson durchgeführt und die widerrechtliche Verwendung der Adresse des TGM war ihm bereits 2003 untersagt worden. Der Direktor hat alle Abteilungsvorstände angewiesen, keine Aufträge für Schülerarbeiten von der Firma LWS mehr anzunehmen.]

NARASAN ist pseudowissenschaftlicher Humbug. Es funktioniert nicht. Und es nervt.

 

Autor: Ulrich Berger· 31 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (2)

Wasserspiele: Geschäftemacherei mit "belebtem" Wasser · ScienceBlogs · 12.09.09 · 06:31 Uhr

Mit Wasser kann man richtig Geld verdienen. Und viel Aufwand scheint es nicht zu sein. Es genügt offenbar, wenn man behauptet, dass man ein spezielles Verfahren entwickelt habe, um normales Trinkwasser in einen höherwertigen Zustand zu versetzen. Wer d... ...mehr


Marketingdebakel bei NARASAN · Kritisch gedacht · 23.09.09 · 08:37 Uhr

Im Moment kann man beobachten, wie die Firma LWS, Hersteller des Narasan Wasserbelebungsdings, ein Marketingdebakel mittleren Ausmaßes erlebt. Das ist schön. Denn die einzig nachweisbar belebende Wirkung des Humbug-Geräts ist jene auf die Umsätze am Fi... ...mehr



Kommentare (31)

Kommentar-Direktlink Ronny· 11.09.09 · 10:13 Uhr

Mir mutet das ganze irgendwie religiös an. Das Wasser ist "gestört"; das klingt für mich so wie die tolle Idee der Erbsünde einzuführen nach der jeder Mensch mal prinzipiell schuldig ist.
Ich frage mich: Wer hat dem armen Wasser sowas angetan ?

Kommentar-Direktlink Helmut Elsigan· 11.09.09 · 11:00 Uhr

Ich möchte mich herzlichst für diese Zusammenfassung bedanken, da ich durch meine Hausverwaltung (Austria AG) selbst mit NARASAN zwangsbeglückt wurde.
Auch wenn die Mieter auf die Barrikaden steigen, die Hausverwaltung zeigt keine Anzeichen von Scham und verweist auf die "wissenschaftlich bestätigte Funktionsweise".

So ein Esoterikrohr ist übrigens nicht so billig. Wir bewegen uns hier im Bereich von 15.000 €, exklusive Einbau.

Kommentar-Direktlink rolak· 11.09.09 · 11:29 Uhr

Schöner Text, aber da fehlt doch noch eine wesentliche Referenz: man beruft sich auf Schauberger ;-) Was natürlich genauso wissenschaftlich ist wie die von LWS gepostete Aussage

[Wußten Sie schon, daß] die Erde, der Mensch und menschliche Zellen zu 2/3 aus Wasser bestehen?

wahr ist (bei der Erde machen Eisen und Silizium alleine schon locker die Hälfte aus). *rolleyes* und ja, ich kann mir denken, wie wie diese Ausgeburt des Blödsinns gezeugt wurde.

Esoterik ist eben keine abgehobene Sekte mit rhythmischen Treffen in kleinem Kreise, sondern ein alle angreifendes Gesamtkonzept - wenn auch nicht koordiniert, so doch erschreckend gut etabliert.

Kommentar-Direktlink Helmut Elsigan· 11.09.09 · 11:54 Uhr

Schauberger darf bei NARASAN natürlich ebensowenig fehlen wie Masaru Emoto.
Emoto hat ja rausgefunden, dass Wasser Gefühle hat und die Beschallung mit moderner Musik (wie z.B. Hardrock) das Wasser krank macht, wärend es bei Mozart-Symphonien schöne Kristallstrukturen bildet.
Wasser hat also nicht nur ein Gedächtnis sondern auch noch den gleichen Sinn für Ästhetik wie Herr Emoto: Mozart hui, Hardrock pfui...

Wie dumm muss man sein?

Kommentar-Direktlink cimddwc· 11.09.09 · 13:19 Uhr

"Die Wassermoleküle ließen mich tief verstehen, dass erst, wenn Dankbarkeit doppelt vorhanden ist (H2), die Liebe (O) eine aktive Form annehmen und wirken kann."

Emoto laut ZEIT. Man sieht, der Knabe muss wirklich eine wissenschaftliche Autorität sein...

Kommentar-Direktlink GeMa· 11.09.09 · 15:05 Uhr

Was passiert, wenn das Öl ranzig wird? Kommt dem dummen Anwender dann das Pitta durcheinander?

Kommentar-Direktlink Anhaltiner· 11.09.09 · 15:33 Uhr

@cimddwc mal sehn wenn Emoto merkt wie aktiv es sein kann wenn Dankbarkeit und Liebe doppelt vorhanden ist. (H2O2 - liebe Kinder Hände weg!)
Ob er auch den Duft von H2S mag? ;-)

Kommentar-Direktlink cimddwc· 11.09.09 · 16:37 Uhr

@Anhaltiner: "Too much love will kill you", muss ich da als Queen-Fan mal erwähnen. :)

Kommentar-Direktlink Christian Weihs· 11.09.09 · 17:22 Uhr

Zauberwasseraufbereitungszauberkastln, Rohre, Magneten, Wellbleche...was ist bloß mit den Leuten los, dass die jeden Unsinn sofort für teures Geld kaufen?

Da fliegt mir doch das Blech weg...

Kommentar-Direktlink rolak· 11.09.09 · 17:26 Uhr

Dann paß bloß auf, Christian, daraus bauen die direkt das nächste Zauberkastl :-)

Kommentar-Direktlink Christian Weihs· 11.09.09 · 19:18 Uhr

Oh, daran hab ich gar nicht gedacht. Danke für den Hinweis :-)

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 11.09.09 · 19:26 Uhr

Der vollständige Name: B.E.Trüger.

Kommentar-Direktlink Dr. E. Berndt· 11.09.09 · 22:41 Uhr

Unfassbar!!!!
Darüber kann man eigentlich nicht mehr diskutieren!!!!
Wann kommt der Wahnsinn als Schulfilm in die Bildung?
Ich habe OBERFLÄCHENSPANNUNG des Wasser im Labor gemessen. Eine extrem empfindliche Arbeit, bei der schon das sprichwörtliche Hinschauen zu Störungen führt!!!

Kommentar-Direktlink antiangst· 12.09.09 · 07:20 Uhr

Der positive Aspekt ist, dass solche Sachen mit pseudowissenschaftlicher Begründung noch besser verkauft werden, als mit rein religiösem oder astrologischem Getöse. Das es für viele schwierig ist, die Pseudowissenschaft als solche zur erkennen, sagt etwas über die Qualität des Bildungswesens.

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 12.09.09 · 08:21 Uhr

Was mich fasziniert, ist die Chuzpe mit der solch ein Schrott den Leuten angedreht wird. Nun ja, bekanntlich will die Welt betrogen werden, aber es ist dennoch immer wieder erstaunlich, dass einem explizit verkünndetem Wunder 100x mehr geglaubt wird, als wiss, Fakten, verm. da die letzteren per se stets ein gewisses Maß an Unsicherheit beinhalten.

Ich beneide fast diese Leute um ihre Chuzpe ('Wenn ich einmal reich wär...',könnte damit in Erfüllung gehen.).

Kommentar-Direktlink Philippe Leick· 12.09.09 · 11:15 Uhr

Schöner Beitrag, der leider wieder zeigt, wofür sich manche Leute hergeben, darunter selbst solche, die es eigentlich besser wissen sollten.

Bei den Wasserbehandlern scheint die Oberflächenspannung deshalb beliebt zu sein, - weil es sich (im Gegensatz etwa zur "Vitalität" des Wassers um einen ernsthaften Parameter handelt, der nicht sofort nach spinnerter Esoterik klingt,
- weil sie relativ leicht zu messen ist, da im Prinzip einfache Experimente genügen bzw. kommerziell vertrieben werden,
- der genaue Wert recht stark von allerlei Umgebungsbedingungen (Temperatur, gelöste Stoffe) abhängt.

Dies garantiert praktisch, dass bei Experimenten, die ohne besondere Sorgfalt durchgeführt werden, irgend etwas herauskommt.
In Hokes Fall scheinen keinerlei Kontroll-Experimente durchgeführt worden zu sein. Die Ergebnisse muss man daher schon aus Prinzip nicht wirklich ernst nehmen.

PS: Weiß Narasan, dass sich in Ölen wohl kaum Molekülcluster, die über Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden, bilden können? Damit entfällt die am häufigsten genannte Erklärung zur "Informierung" von Flüssigkeiten.

Kommentar-Direktlink rolak· 12.09.09 · 13:11 Uhr

Also bitte, Philippe Leick, für die Information ist doch gerade bei Ölen ausreichend Platz: Im spin der Wasserstoffelektronen entlang der Fettsäurenkette kodiert, mit der Zentral[belebungs|entkalkungs]datenbank verschränkt und so einem unaufwändigen update zugänglich. In jedem Glycerin versteckt ein ayurvedischer InsWasserStrahler. Damit erklärt sich auch sofort der immense Preis ;)

Kommentar-Direktlink Dr. E. Berndt· 12.09.09 · 17:17 Uhr

Es zeigt sich halt beim Wasser ganz deutlich:

Die Brücke zwischen Sinn und Unsinn ist der Wahn!

Zuerst wird den Leuten eingeredet, daß das Wasser "kulturgeschädigt" ist, dann spüren die Leut jeden Tag was anderes, und der Spuk schwindet durch Aqua granderata.

Wie beim "Disease Mongering" gleiche Methode gleicher Mist

Kommentar-Direktlink Heinrich· 13.09.09 · 10:11 Uhr

Da kann ich nur noch zum Wasserlassen gehen.

Kommentar-Direktlink Rose· 13.09.09 · 20:11 Uhr

Kleine anekdotische Beobachtungen zur Verbreitung des "belebten Wasser"-Mythos in unserer Gesellschaft:

Neulich beim Schinkensemmelkauf im Supermarkt habe ich Gelegenheit, den noch originalverpackten Putenschinken auf seine Zutatenliste hin zu beäugen: Er enthält sagenhafte 60% Schinkenanteil und - gleichsam als Entschädigung - natürlich Granderwasser.

Ein nettes italienisches Lokal an der Alserstraße im 9.Bezirk bewirbt seine Küche mit der bewegenden Offenbarung: "Wir kochen mit Granderwasser!" (Mich würde der Anteil desselben in der Preiskalkulation interessieren.)

Soll man sich da zum verhassten Querulanten entwickeln und auf den Schmus hinweisen? Vielleicht gehe ich nächstens ins Ristorante und erkläre bedauernd, dass ich das Lokal eigentlich sympathisch finde, als Gast aber nicht mit pseudowissenschaftlichem Unsinn veräppelt werden will...

Was würdet ihr empfehlen? :-)

Kommentar-Direktlink Roland K.· 13.09.09 · 21:00 Uhr

hmmm... hier sind ein paar andere Beispiele: http://grander.com/de/anwender/lebensmittelerzeugung

ich frage mich ob "Granderwasser" als Zutat überhaupt erlaubt ist - schließlich sollten hier INHALTSSTOFFE angegeben werden. Und das ist letztlich ja doch nur WASSER.

Kommentar-Direktlink Ronny· 15.09.09 · 09:29 Uhr

@Rose
Ich denke mal, wenn du den Wirt direkt drauf ansprichst wird er vermutlich sagen, dass dies von den Gästen gewünscht wird. Ich bin da lieber für die Schocktherapie. Wenn Hr. Grander was behaupten kann, dann sollte ich doch das gleiche Recht haben.

Ich hab das mal gemacht (irgendwo in der Wachau). Als ich den Granderwasserhinweis las, fragte ich sofort ob ich auch normales Wasser haben könnte, da ich hörte, dass Granderwasser stark krebserregend ist.

Danach gabs faszinierende Gesichter aller Anwesenden :) Von ungläubig, über leicht panisch bis wütend..... Aber ich bekam trotzdem was zu essen.

Ich hatte auch mal eine Anfrage per mail an EFKO geschickt ob sie nicht dieses Grandazeugs rausnehmen könnten (aus obgenannten Gründen). Die Antwort kam leider nie... VIelleicht sollte ich es nochmal probieren.

Außerdem : Kochen mit Granderwasser ? Geht da nicht das Geschwurbel verloren ?

Kommentar-Direktlink Ronny· 15.09.09 · 09:32 Uhr

@Helmut E.
Wär doch mal interessant einen Schauprozess zu starten. Das ist doch eine Zwangsbeglückung der Hausverwaltung. Man könnte ja mit gesundheitlichen Bedenken argumentieren. Schließlich wird das Wasser ja energetisiert. Wer weiß welche Nebenwirkungen das hat ?
Solange das nicht geklärt ist, müsste es doch möglich sein, den Einbau solch eines Gerätes zu verhindern.

Kommentar-Direktlink klauszwingenberger· 15.09.09 · 12:54 Uhr

@Ronny:

Keine schlechte Idee. Eine Hausverwaltung, die Gemeinschaftsgelder für Apparate ohne nachweisbaren Effekt rausschmeißt, verstößt gegen das Gebot der ordnungsgemäßen Verwaltung (sollte man meinen). Im Grunde könnte jeder einzelne Eigentümer so etwas anfechten, selbst wenn es von der Gemeinschaft beschlossen wird.

Kommentar-Direktlink Rose· 15.09.09 · 19:05 Uhr

@ Ronny:
Das ist ja eine geniale Strategie! :-) Muss ich demnächst ausprobieren. So mit dem Habitus der ängstlich-besorgten Gesundheitsfetischistin...Eigentlich die klassische Voodoo-Science-Klientel. Dazu könnte ich auch unser aller liebstes Shakespeare-Zitat heranziehen...;-)

Kommentar-Direktlink GeMa· 16.09.09 · 12:10 Uhr

Zumal keiner weiß, ob das Öl von 7 Jungfrauen kaltgepresst wurde oder von 3 hustenden alten Lustmolchen.

Kommentar-Direktlink Ronny· 16.09.09 · 13:13 Uhr

@Gema
Ich frage mich auch immer wie man denn diese Öle 'hochschwingend' macht. Mal kräftig dagegentreten ? Oder mystische Formeln murmeln ? Mal mit einem Stabmagneten drübergeschwurbelt ?
Außerdem, was bedeutet 'hochschwingend' ? Hohe Frequenz ? Hohe Amplitude ? Hoher Quantenzustand der Außenelektronen ?
Manno, das beweist die Theorie die ich auch in Bezug auf meine Firma habe:
Man muss keine hochwertigen Produkte bauen sondern nur genug dumme Käufer finden :(

Kommentar-Direktlink Jürgen S.· 22.09.09 · 17:52 Uhr

"[Wußten Sie schon, daß] die Erde, der Mensch und menschliche Zellen zu 2/3 aus Wasser bestehen?"

tja, das kommt halt dabei heraus, wenn man Oberfläche und Volumen nicht voneinander unterscheiden kann.

Aber schön, dass das gleich der erste Punkt unter "Wissenswertes über Wasser" auf der LWS Homepage ist. Damit erübrigt sich jegliches Weiterlesen.

Kommentar-Direktlink Ronny· 24.09.09 · 08:39 Uhr

Zitat Berndt: Zuerst wird den Leuten eingeredet, daß das Wasser "kulturgeschädigt" ist, dann spüren die Leut jeden Tag was anderes, und der Spuk schwindet durch Aqua granderata

Das haben sie sich von der Religion abgekupfert. Erst mal definierden, dass man grundsätzlich böse ist und danach Heilung anbieten.
Man muss aber sagen, dass dies die Mediin auch manchmal anwendet :)

Kommentar-Direktlink mimi· 25.09.09 · 13:58 Uhr

Au Backe!

Freunde von mir verwendeten eine Zeit lang "energetisiertes Wasser" zum Kochen und Trinken. Es wurde in immerhin hübsch anzuschauenden 5-l-Glasballons von irgendeiner Eso-Klitsche regelmäßig frei Haus *geliefert*. Lediglich aus Kostengründen haben diese Freunde schließlich ihr Abo wieder gekündigt. Vom Geldbeutel abgesehen haben sie damit immerhin auch den Stadtverkehr und die CO2-Bilanz wieder verschont vor den Folgen ihrer Leichtgläubigkeit... (Hier gibt es übrigens prima Leitungswasser).

... trotzdem tut mir das Hirn weh, es handelt sich hier nämlich um ein studiertes Ingenieurspärchen. Womit bewiesen wäre, daß "Bildung" relativ ist.

Kommentar-Direktlink konrad· 07.02.10 · 00:58 Uhr

Ich kenne Hrn. Grander entfernt persönlich (mein Vater hatte als Tiroler Landtierarzt manchmal in Jochberg beruflich zu tun und tankte oft bei ihm).
Die Jochberger Bauern, die wir aufsuchten, hielten ihn damals für übergeschnappt (österr. für verrückt) .
Wenn denen jemals einer prophezeit hätte, er würde groß Karriere machen, hätten die Hall (dort liegt das Landesirrenhaus) angerufen.
So kann man sich irren :-(

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