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Kaum eine Branche hat sich in den letzten zwanzig Jahren so rasant entwickelt wie die Informations- und Kommunikationstechnologie. Und die neuen Kommunikationsmöglichkeiten haben unser alltägliches Leben stark verändert. Was sind die aktuellen Trends und wie werden wir in Zukunft kommunizieren?
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29.06.09 · 08:00 Uhr
Vom Oszillator zum Handy
Kategorie: Kultur
Wenn wir heute von der Geschichte des Mobilfunks sprechen, denken meistens an die tragbaren, klobigen Handys der Achtziger Jahre. Dabei beginnt die Entwicklung dieser Technik bereits lange vor den ersten tragbaren Telefonen - und zwar etwa hundert Jahre zuvor.
1879 präsentierte der Erfinder David Edward Hughes seine Entdeckung der elektromagnetischen Wellen an der Akademie der Naturwissenschaften in London. Dies war die erste Form der drahtlosen Kommunikation zwischen zwei Punkten - die Geburtsstunde des Mobilfunks.
Als beim Mobilfunk noch die Funken flogen
Aber warum eigentlich „Funk"? Noch heute nutzen wir schließlich diese Bezeichnung für die drahtlose Kommunikation. Der Ursprung dieses Worts liegt bei der ersten Vorführung einer Entdeckung von Heinrich Rudolf Hertz: Als er die Maxwell'sche Theorie anhand eines Oszillators präsentierte, flogen buchstäblich noch die Funken!
Seit der Jahrhundertwende wurden dann die ersten kommerziellen Funkgeräte für Militär und die Schifffahrt gebaut. Ab 1918 bereits waren dadurch Telefonate in fahrenden Zügen möglich. Die Deutsche Reichsbahn führte diesen Service zuerst in Zugstrecken um Berlin ein, später wurde das Telefonieren Fahrgästen der ersten Klasse exklusiv auch der Strecke Berlin-Hamburg ermöglicht. Seit 1935 konnten wohlhabende Autobesitzer dann ein Autotelefon einbauen lassen - wenn auch auf Kosten ihres gesamten Kofferraumvolumens.
Teure Technik mit Abhörgarantie
1946 führten die USA als erstes Land ein flächendeckendes Mobilfunknetz ein. Zwölf Jahre später war auch Deutschland so weit. Mit der Inbetriebnahme des sogenannten A-Netzes konnte sich theoretisch jeder innerhalb Deutschlands über ein „Fräulein vom Amt" mit dem jeweiligen Gesprächspartner verbinden lassen - vorausgesetzt, er oder sie besaß das nötige Kleingeld. Ein Mobilfunkgerät kostete zwischen 8.000 und 15.000 Mark, dazu kamen monatliche Grundgebühren bis zu 270 Mark. Zudem mussten Anrufer genau wissen, wo sich ihr mobilfunknutzender Gesprächspartner befindet, um zu ihm durchgestellt zu werden.
1977 wurde das A-Netz zugunsten des B-Netzes abgelöst. Dieses war bereits seit 1972 in Betrieb und konnte Gesprächspartner auch nach Österreich, in die Niederlande und nach Luxemburg verbinden. Zu seiner besten Zeit nutzten 27.000 Europäer das B-Netz - auch wenn die mobile Kommunikation nach wie vor ein Privileg von hochrangigen Politikern und Unternehmern blieb. Der Haken: Jeder Besitzer eines Funkempfängers konnte Gespräche problemlos abhören.
Netzkapazitäten für vier Millionen Nutzer - Rekord!
Und ein letztes Mal führte Deutschland 1986 ein neues Funknetz ein: Das C-Netz war seinen Vorgängern in zahlreichen Punkten überlegen. Es aktualisierte den Standort von selbst und auch die Qualität der Verbindung war weitaus besser. In Folge nutzten bis zu 850.000 Deutsche dieses Netz. Da auch andere Länder Europas immer bessere Mobilfunknetze entwickelten, entstand jedoch eine starke Konkurrenz zwischen den Betreibern der Netze - C-Netz-Nutzer konnten nur innerhalb Deutschlands telefonieren.
Der Durchbruch zur länderübergreifenden Kompatibilität der Netze brachten die auf dem Digital Cellular System basierenden Mobilfunknetze, die auch als „zweite Generation" nach A-,B- und C-Netzen bezeichnet werden. Seit den späten Siebziger Jahren forschten französische Wissenschaftler an dieser Technik, 1987 einigten sich schließlich 13 Netzbetreiber aus 12 europäischen Ländern auf den neuen Standard. In Deutschland gingen 1992 so zwei Netze an den Start: D1 und D2, wie sie Handyveteranen wohl auch noch aus frühesten Verträgen kennen. Die Netzkapazitäten der D-Netze waren zunächst auf vier Millionen Teilnehmer angelegt.
Spätestens in den späten Neunzigern wandelten Handys sich vom Privileg für die oberen Zehntausend zu einem Massenmarkt. Die Preise für Gespräche und Grundgebühren sanken rapide, die Telefone wurden in rasantem Tempo nutzerfreundlicher und - verglichen etwa zu tragbaren Telefonen aus den Achtzigern, die einen kompletten Aktenkoffer benötigten - auch tatsächlich tragbar und praktisch. Etwa 80 Prozent aller Deutschen besitzen heute ein Mobiltelefon. Jährlich werden weltweit weit über eine Milliarde Mobiltelefone verkauft.
Autor: Jessica Riccò· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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