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Martin Bäker ist Physiker.
Er hat in Hamburg studiert und über die Simulation von Elementarteilchenprozessen promoviert. Seit 1996 erforscht er an der TU Braunschweig das mechanische Verhalten moderner Werkstoffe.
Wie Cäsar über sich in der dritten Person zu schreiben, findet er ein wenig seltsam.

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05.02.12 · 11:00 Uhr

Ich bin jetzt Quantenheilungs-Skeptiker!

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 42

Ein freundlicher Leser hat mich auf einen Artikel im österreichischen "lebensweise-Magazin" (das schreibt man eigentlich in verschiedenen Farben, damit das Wortspiel lebens-weise auch jedem klar wird) aufmerksam gemacht, in dem es um Quantenheilung geht. Und dort werde als ein "Skeptiker" ich selbst genannt, mit einem Zitat aus diesem Text zur Quantenmechanik.

Der Text ist - das sei ihm zu Gute gehalten - kein Loblied auf die Quantenheilung. Er gibt sich vielmehr große Mühe, "ausgewogen" zu sein. Zuerst wird ein bisschen über Quantenmechanik erzählt, wobei man kleine Schnitzer wie "Werner Schrödinger" sicher verzeihen kann. Etwas seltsam mag bereits anmuten, dass zum Thema "Verschränkung" der

deutsche Allgemeinmediziner und Antroposoph Lothar Hollerbach, der sich medizinisch mit dem Thema beschäftigt

zitiert wird:
Alle Quantenobjekte - d.h. Elektronen, Protonen, Photonen ... - die jemals Masse oder Energiekontakt miteinander hatten, sind energetisch und informativ miteinander verbunden.

Hmm, nun ja, ich habe zwar keine Ahnung, was "Masse oder Energiekontakt" bedeutet, aber als ganz grobe Näherung an Quantenverschränkung kann man das ansonsten vielleicht so schreiben.

Danach muss natürlich Anton Zeilinger herhalten und auch das Spin-Experiment von Paul Davies, bei dem angeblich der Experimentator Quantenprozesse beeinflussen konnte (hat jemand dafür eine taugliche Referenz parat?) wird erwähnt. Von da aus geht es dann zum "kollektiven Feld", Rupert Sheldrake wird erwähnt (obwohl dessen morphisches oder morphogenetisches Feld meines Wissens nie als irgendwie quantenmechanisch basiert angenommen wurde) und auch das kollektive Unterbewusste von C.G. Jung hat seinen Auftritt, das basiert dann wohl auch auf Quantenverschränkung.

Und na klar, es geht nicht ohne Schwingungen:

So können Organe und Gewebe, aber auch Gedanken, Verhaltensweise oder Emotionen als Bündel von Schwingungen betrachtet werden, die in geordneter Form zusammenwirken.

Wohlgemerkt, dieser Satz ist kein Zitat eines Quantenheilers, sondern aus dem Artikel selbst. Was ist eigentlich das Tolle an "Schwingungen"? Ist es die Idee, dass man "Schwingungen" leichter beeinflussen kann als Materie, weil jeder schon mal ein Pendel angestupst hat, während wir Materie als eher unveränderlich empfinden?

Anschließend kommen dann die Quantenheiler selbst zu Wort, mit so tollen Sätzen wie

Diese universell verbreitete Virtualität bezeichne ich als Meer aller Möglichkeiten. Es ist ein riesiges universelles Rauschen, gleichzeitig aber auch eine unvorstellbar exakte Einheit. Dieses Meer aller Möglichkeiten ist überall gleichzeitig an allen erdenklichen Orten. Es ist in jedem von uns, in der Materie der Erde und der Natur und ebenso in der Atmosphäre und im gesamten Kosmos.

(das könnte man ja sogar als küchen-poetische Beschreibung von Quantenfeldern durchgehen lassen, aber als Basis für eine Heilmethode?) oder
Gesundheit ist Ordnung. Je mehr Ordnung wir spiegeln, desto gesünder sind wir

Da würde wohl jeder Biologe oder Komplexitätsforscher widersprechen - perfekte Ordnung hätte man ja z.B. in einem Kristall, aber nicht in einem Lebewesen. Nicht umsonst reden die Komplexitätsforscher von "life at the edge of chaos" (auch wenn das Konzept und seine genaue Anwendbarkeit umstritten ist).

Danach lernen wir einiges über die genaue Vorgehensweise bei der Quantenheilung - man muss den Körper an zwei Punkten berühren (warum überhaupt?, wo doch alles mit allem verbunden ist, fragt man sich), und wir erfahren, dass es sich um eine uralte schamanische Heilmethoden handelt, bei der man die Hände auf "Kraftzentren" legen soll. (Und wieder fragt man sich, wieso eigentlich die ganze Berührerei und die bestimmte Verortung von Kraftzentren? Da doch alles so toll quantenverschränkt ist, müsste es doch reichen, wer der Quantenheiler in Australien nen Grashalm anfasst, der müsste ja auch mit meinem Körper verschränkt sein.)

Dann aber kommen Skeptiker zu Wort - immerhin. Dass die Methode ein Versagen dem Heiler oder Patienten anlastet oder einer Entscheidung des "kosmischen Bewusstseins" wird angeführt, und dann habe auch ich meinen Starauftritt (allerdings ohne Quellenangabe oder Link) mit diesem Zitat:

Um die Verschränkung der Quantenteilchen irgendwie ausnutzen zu können, müssten wir alle anderen Verschränkungen genau kennen und herausrechnen. Gerade weil in dieser Interpretation wirklich alles mit wirklich allem verbunden ist, ist die spezifische Verschränkung zwischen genau zwei Quantenteilchen nicht mehr aus diesem unendlichen Verschränkungswirrwarr herauszufiltern.

Auch Anton Zeilinger wird (aber nach mir, der ist ja auch nicht so wichtig wie ich...) nochmal angeführt. Und danach heißt es

Jedenfalls prallen beim Thema Quantenheilung Weltanschauungen aufeinander und die Diskussionen etwa in Internetforen sind heftig und häufig untergriffig.

Liebe Redaktion von lebensweise, hier irrt ihr euch. Nein, hier prallen keine "zwei Weltanschauungen" aufeinander. Hier prallt Wissenschaft, mit Tausenden und Millionen von nachprüfbaren Experimenten, auf Scharlatanerie, bei der Wortbrocken aus der Physik zu beeindruckend klingendem Unsinn zusammengefügt werden, um dann den Placebo-Effekt auszunutzen.

Ausgewogener Journalismus ist ja eine gute Sache - aber Unsinn darf man auch so nennen. Oder, wie ich es in meinem Kommentar vorhin dort schrieb:

In diesem Zusammenhang als "Skeptiker" bezeichnet zu werden, ist allerdings amüsant - ich bin genauso "Skeptiker", was z.B. die Idee der flachen Erde angeht, die ist wissenschaftlich ähnlich gut begründet wie die Quantenheilung, nämlich gar nicht.

Immerhin, der Artikel schließt mit einer halbwegs skeptischen Note:

Leider habe sich in den vergangenen Jahren auch ein regelrechter Markt um Quantenheilung entwickelt, und viele der darauf agierenden Heiler seien geschickte Verkäufer

Und immerhin, ich wurde jetzt in einem Atemzug mit Anton Zeilinger genannt und bin jetzt Quantenheilungs-Skeptiker.

 

Autor: MartinB· 42 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (42)

Author Profile Page Florian Freistetter· 05.02.12 · 11:31 Uhr

"Gesundheit ist Ordnung. Je mehr Ordnung wir spiegeln, desto gesünder sind wir"

Ich hab vor Jahren mal nen Artikel über Fraktale Dimensionen gelesen. Da würde erwähnt, dass der Herzschlag ebenfalls fraktal ist. Je periodischer die Schläge erfolgen, desto ungesünder ist es (weil dann Ablagerungen etc immer an der selben Stelle auftreten und so schneller eine Arterie verstopft). Gesunde Menschen haben also einen nicht ganz exakt periodischen Herzschlag. Ich weiß allerdings nicht mehr, wo ich das gelesen habe (aber es war ne wissenschaftliche Fachzeitschrift).

Kommentar-Direktlink MartinB· 05.02.12 · 11:45 Uhr

@Florian
Ja, habe ich auch mal in einer Fernsehsendung gesehen, wenn man eine Fourieranalyse des herzschlags macht, und der ist perfekt periodisch, dann ist das kein gutes Zeichen.

Kommentar-Direktlink Odysseus· 05.02.12 · 11:46 Uhr

Kennt hier denn niemand Werner Schrödinger, den verschollenen Cousin von Erwin Heisenberg? Ihr wisst schon, verschränkte Biografien und so.

Kommentar-Direktlink Maxl· 05.02.12 · 12:18 Uhr

auszug aus lebensweise artikel: "...Die Grenzen sieht Kinslow im Behandler. Ist er nicht fähig, sich mit dem „reinen Bewusstsein“ zu verbinden oder stören andere Aspekte (Emotionen, Ehrgeiz, Unkonzentriertheit) die Verbindung, ist er auch nicht fähig, dessen Informationen an seinen Klienten zu übertragen...."
ist wohl die nummer 1 regel von esoterikern, alles so darzustellen, dass man es empirisch nicht messen/widerlegen kann, weil der heiler könnte ja immer Störungen ausgesetzt sein...

Kommentar-Direktlink peer· 05.02.12 · 12:23 Uhr

Ich nehme an mit "Schwingungen" meinen sie den Welle-Teilchen-Dualismus (oder die Idee ist zumindest da irgendwie von abgeleitet).

Kommentar-Direktlink rolak· 05.02.12 · 12:39 Uhr

Zu dem 1990er Paul Davies Experiment sind mir auch schon schier unendlich viele Zitate vorgekommen (auch bei Hollerbach), alle aus der CAM-, HoloUniversum- und ähnlichem (z.B. Fostac)-Szene, alle ohne Quellenangabe, alle in einem sehr engen Wortlaut-Spektrum. Falls dies nicht der mystischen Seite Davies' entsprang, steht zu befürchten, daß irgend­wann einmal eines seiner populärwissenschaftlichen Bücher grob fehlübersetzt oder krass mißverstanden wurde und seitdem das ach so gut Passende ein ums andere Mal abge­schrie­ben wurde. Ähnlich dem unausrottbaren, vorgeblichen Beobachter-Einfluß beim Doppel­spalt­experiment.

Ein Kritikpunkt: Doch, Wissenschaft und Scharlatanerie sind zwei verschiedene Welt­an­schauungen, zwei fast disjunkte Methoden, die Welt zu erklären. Zumindest wenn der Scharlatan seine Scharlatanerie glaubt, was ja nicht gerade selten der Fall zu sein scheint.

Glückwunsch zur Zeilinger-Zahl 1. Der hat sich gegenüber der SZ letztens wesentlich deutlicher geäußert:

Dass ein Bezug zwischen meiner Arbeit und der Homöopathie hergestellt wird, ist wissenschaftlich unbegründet. Ich bedaure es sehr, dass mein Name damit in Verbindung gebracht wird.

Kommentar-Direktlink Christian A.· 05.02.12 · 13:22 Uhr

Hast du die lebensweise-Leute auf deinen Blogartikel aufmerksam gemacht? Würd mich ja interessieren, was die dazu meinen (und dem unbequelltem Zitat).

Kommentar-Direktlink BreitSide· 05.02.12 · 13:50 Uhr

Sind die Quantenheiler jetzt verschränkt oder beschränkt?

Kommentar-Direktlink MartinB· 05.02.12 · 14:04 Uhr

@Christian
Oh, das wollte ichnoch machen, danke für's erinnern.

@peer
Ja, irgendwie schon, aber warum ist dann "alles ist Schwingung" besser als "alles ist Teilchen"?

@rolak
Das Zitat kannte ich noch nicht, gut, dass er sich so klar äußert.

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 05.02.12 · 14:09 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zum medialen Aufstieg in die höheren Zeilingersphären (oder darüber hinaus, weil erstgenannt). Warte noch ein Weilchen, und Deine Blogartikel werden ähnlich wie Zeilingers Veröffentlichungen zu esoterischem Begründungen (Martin Bäker hat geschrieben....) herangezogen werden. Neben den Beruhigungsmitteln, die Du dann schubkarrenweise nehmen musst, wird der eine oder andere Kommentator dann sicher eine Unbedenklichkeitslanze für Dich brechen, wie vor kurzem auch für Zeilinger geschehen. Du hast es wirklich geschafft!

Ansonsten kann man über den Quantenheilungsquatsch nicht mal mehr den Kopf schütteln...

Kommentar-Direktlink rolak· 05.02.12 · 15:05 Uhr

Zu der Vorliebenfrage: Obgleich beides eher klassische Beschreibungen sind, ist doch 'Schwingung' schwammiger, kann sich Random.J.Kunde unter 'Teilchen' eher etwas vorstellen, vom Gebäckstück bis zu 'kleine Knübbelchen'. Dazu kommt, daß Teilchen anschaulich sauber getrennt werden können (die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen), während die Sonne trotz der Entfernung bis hierhin scheint. Und je sicherer sich jemand in seiner Vorstellung ist (bzw zu sein glaubt), desto schwieriger kann etwas gegen diese Vorstellung verkauft werden, also immer das möglichst unbegreifliche nehmen. In diesem Zusammenhang:

nie als irgendwie quantenmechanisch basiert
Muß es auch nicht - über beliebig weit verschränkt (QT), weltweit gleichzeitig auf­tre­tende Entwicklungen (MF), verbundene Bewußtseine (KU), all das schlägt in die gleiche Kerbe und scheint sich damit gegenseitig zu bestätigen. Wozu etwas grundlegend belegen, wenn aus einem Zirkelschluß heraus alles behauptet werden kann?
Es geht nur um die Kunst des Verkaufens, des etwas konsistent scheinen zu lassen, Luft­schloßarchitektur. Gut vorgetragen werden auch heftigste innere Widersprüche und Falschaussagen vom (mittlerweile weichgekochten) wohlgesonnenen Publikum goutiert.

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 05.02.12 · 15:49 Uhr

Ja, es stimmt, von "Quantenheilung" zu sprechen, ist genau so ein technisierter Mode-Blödsinn, wie von 96% fehlender Masse im Universum, nur weil das zugrundeliegende Rechenmodell falsch ist. Und das der "Esoertik"-Markt in seinen aktuellen Ausschüttungen einfach nur peinlich ist, stimmt auch. Als nächstes entdeckt jemand das Hüpfseil als Zeitmaschine (wär das nichts für Sie, Dr. Bäker)?
Das ändert aber nicht daran, daß sich der Herr Physikus doch mal anderen Menschheits-Problemen zuwenden könnte: mich würde ja Rossis kalte Fusion interessieren - und ob die Uni Bologna spinnt, das zu begleiten und auch welche Konsequenzen das Prinzip - wenn es funktioniert - für Weltbild und Atommodell hat/hätte?!

Kommentar-Direktlink wuca· 05.02.12 · 16:39 Uhr

gratulation zum "aufstieg" hr. bäker ;)

Kommentar-Direktlink Nils· 05.02.12 · 19:24 Uhr

Also ist doch ganz einfach, was dort versucht wird zu beschreiben.
Der Original-Text lautete:
"Alle Quantenobjekte - d.h. Elektronen, Protonen, Photonen ... - die jemals Masse oder Energiekontakt miteinander hatten, sind energetisch und informativ miteinander verbunden."
Und bedeutet übersetzt:
Werden zwei Füße mittels Knoten der Schnürbänder der, sie ganzheitlich umhüllenden Schuhe gekoppelt, kommt es zur Quantenverschränkung. Am Ende des Prozesses kollabiert die Wahrscheinlichkeitswelle (Mensch als fortschreitende Schwingung) ganzheitlich auf die Fresse.
Wegen der Form der Platzwunde auf der Stirn spricht man auch vom "sich öffnenden dritten Auge“.
So, ich habe eben noch ein 2-Cent-Stück in die Toilette geworfen, um die notleidenden Homöopathen auf unserem blauen Globuli zu unterstützen. Sollten jetzt alle so reich sein, dass ihren Hokuspokus nicht mehr praktizieren müssen...

Kommentar-Direktlink peer· 05.02.12 · 19:43 Uhr

Was an Schwingungen so toll ist: Ist doch klar, die sind harmonisch! Und ryhtmisch und das ist viel eleganter als ein schnödes Teilchen...

Kommentar-Direktlink Gerhard· 06.02.12 · 01:24 Uhr

Hallo! Es gab doch mal einen mathematischen Beweis, dass die Erde flach ist und nur aufgrund der Raumkrümmung wie eine Kugel erscheint. Muss die Referenz suchen.

Kommentar-Direktlink georg· 06.02.12 · 07:38 Uhr

@Martin
Ich glaube, jetzt eröffnen sich für dich neue, erfolgversprechende Möglichkeiten.

Wenn du dir in der Eso-szene einmal einen Namen als Quantenheilungsexperte gemacht hast, dann kannst du irgendein Quantenheilungsdingsbums erfinden und dich damit dumm und dusselig verdienen.

mfg georg

Kommentar-Direktlink Ex-Esoteriker· 06.02.12 · 08:08 Uhr

Ich einsamer Quant suche eine einsame Quantin zum gemeinsamen "verschränken" :-)

Kommentar-Direktlink MartinB· 06.02.12 · 08:42 Uhr

@georg
Wenn's danach ginge - mit meinen Kenntnissen von QM und Buddhismus könnte ich bestimmt nen Super-Guru mimen. Das Problem ist: Hab neulich in ner Buchhandlung so ein Quantenheilungsbuch angelesen, da wurde von eta-Teilchen (wenn ich mich an den namen recht erinnere) erzählt, die irgendwie eine Kombination aus Neutrinos und Photonen sind (und weil die von der Sonne kommen, kommt alles Gute von oben oder so ähnlich). Klar kann ich mir sowas ausdenken. Aber ich könnte dabei nicht ernst bleiben, und das wäre dem Geschäftsmodell sicher abträglich.
Also bleibe ich lieber in meinem physikalisch-materialistischen Wahn gefangen ;-)

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 06.02.12 · 14:00 Uhr

Warnung! Wenn man die Quanten zu lange verschränkt, schlafen sie irgendwann ein.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 06.02.12 · 15:00 Uhr

Da hab ich letztes Jahr in Kärnten ein Plakat fotografiert:

MATRIX QUANTENHEILUNG von Monika Walbert und Thomas Lang

Seminare gibts auch zur Heilerausbildung um schlanke 420 €

und eine HP haben die auch: www.leben2012.com

Geschwurbel vom Feinsten. Da könnte sogar Jörg Haider noch was lernen...aber der hat sich mit einem ordentlichen Quantum Alkohol im Blut schon verabschiedet.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 06.02.12 · 15:58 Uhr

Nachtrag- copy & paste von www.leben2012.com

Jeanne Ruland

In den folgenden zwei Tagen möchte ich sie in die Welt der Engel entführen und sie mit diesen lichtvollen Wesen vertraut machen. Wir werden in Kontakt mit unseren Engeln gehen, unser Seelenteam kennen lernen und erfahren, wie sie sich bemerkbar machen und was sie uns zeigen wollen. Die Engel sind immer da. Wenn wir in Kontakt mit diesen lichtvollen Wesen stehen, so werden wir sicher beschützt und geführt und können unseren Blick in eine andere Perspektive erheben, in der alles einen Sinn hat und alles mit allem verbunden ist. Liebe ist. Liebe fließt. Möge sich dieser Blick öffnen und wir die Größe, die Liebe und den Segen begreifen den wir mit unserem Leben hier auf der Erde erhalten haben.


Ich freue mich sie in die Welt der Engel zu begleiten.
Viel Segen und Liebe
Jeanne Ruland

Termin: 13.-14.Oktober 2012

Zeit: Sa von 10.00 bis 18.00 und So von 10.00 bis 17.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Firma HOLZBAU MAIER (ist beschildert)
Gewerbestr. 171 in 5733 Bramberg (nähe Sportplatz und Firma M-Preis)

Seminarpreis: € 195,-

Anmeldung: office@leben2012.com

Immerhin bei Holzbau Maier wird sich das Brett vorm Kopf leicht finden lassen

Kommentar-Direktlink elduderino· 07.02.12 · 12:58 Uhr

@Florian, @MartinB: In der Tat ist die Variabilität des Herzschlags ein sehr interessantes Phänomen. Das Thema findest Du in der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur als "heart rate variability" oder "heart frequency variability". Es gibt mittlerweile sogar Anwendungen als Biofeedback-Verfahren, die in Fallstudien und Fall-Kontroll-Studien ganz gut abschneiden (Verringerung von Asthmaanfällen, Unterstützung bei antidepressiver Therapie, ...). Wenn jetzt noch jemand eine Idee hätte, wie ein experimentell brauchbares Placebo für ein Biofeedback-Verfahren auszusehen hat, könnte das bei positiven Ergebnissen mit guter Evidenz sogar großen Einzug in medizinische Praxis halten.

Kommentar-Direktlink martin p· 07.02.12 · 20:39 Uhr

Brilliant!

Aber du bist mit diesem Artikel noch viel zu freundlich umgegangen. Natürlich ist es ein Loblied auf den Quantenunsinn und die Ausgewogenheit ist nur vorgetäuscht. Was versteht der Durchschnittsleser (einer solchen Zeitschrift) wenn er dein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat liest?

Vermutlich ungefähr so etwas:
"Die Wissenschaftler streiten um ein Detail. Das tun die ja immer, diese Kleingeister. Dass sie Schwierigkeiten haben aus ihrem Wirrwarr irgendwas herauszurechnen was Schamanen und Quantenheiler sowieso schon immer intuitiv gewusst haben interessiert ja eh keinen. Da sie aber keine grundsätzlichen Einwände haben ist die Quantenheilung damit wissenschaftlich bestätigt."

Ich kenne ja die Tricks der Quantenmystiker, aber sogar ich war anfangs naiv genug zu glauben dass Frau Freise mit dir und mit Zeilinger gesprochen hat.

Kommentar-Direktlink BSE08· 09.02.12 · 19:59 Uhr

Schwingungen heißt Rhythmus und Rhythmus heißt ... Tanzen! Und da sind zumindest die Damen nicht zu halten.
Männer haben meist nur Fussball im Kopf und fahren daher eher auf das Teilchenmodell ab.
Frauen sind einfach die klassische esoterische Zielgruppe.

Kommentar-Direktlink MartinB· 10.02.12 · 10:46 Uhr

@BSE08
"Frauen sind einfach die klassische esoterische Zielgruppe."
Das ist statistisch sicher richtig - andererseits sind die "großen" Quantenheiler wie Chopra Männer.
Der Fußball-Gedanke ist aber lustig.

Kommentar-Direktlink echt?· 11.02.12 · 19:10 Uhr

Nein, es eigentlich nicht Schwingung gemeint, sondern Resonanz. Ein Laie versteht das so, dass sich eine Schwingung immer weiter aufschaukelt, bis die Amplituden unendlich groß sind. Es wird so verstanden, dass dann unendlich viel Energie da ist, man muss sie nur noch "entnehmen".

Eine Variante davon ist die Elektolyse + Schwingung. Da soll auch mehr Energie rauskommen, als man reinsteckt.

Man muss das Feld aber schon trennen. Die einen sind wissenschaftlich ungebildet und glauben, was immer man ihnen als Geheimwissen erzählt. Die anderen sind bauernschlau oder sogar wissenschaftlich ausgebildet und haben erkannt, dass es einfacher ist durch Betrug zu Geld zu kommen, als durch Arbeit. Ich kenne ein paar von der zweiten Gruppe. Die sind schon interessant als Zocker.

Grüßt echt?

Kommentar-Direktlink echt?· 11.02.12 · 19:14 Uhr

PS: Unseren "Oberresonator" "Prof. Dr. rer. nat." Hartmut Müller, alias "Provider des Universums" haben wir für vier Jahre und fünf Monate an die Justiz verloren. Soll er eingeknastet werden, damit die Erkenntnisse des "Global Scalings" unterdrückt werden können?

Fragt sich echt?

Kommentar-Direktlink echt?· 11.02.12 · 19:26 Uhr

Da habt ihr genau so ein Modell:

http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Global_Scaling

Verfahren und Einrichtung zur Energieumwandlung.[7] Bei diesem "Verfahren zur Umwandlung kinetischer und potenzieller Energie hydraulischer Flüssigkeiten" erreiche man "durch Ausnutzung von Eigenresonanzeffekten", die mittels Global Scaling optimiert wurden, "einen sehr hohen Wirkungsgrad".

Grüßt echt?

Kommentar-Direktlink MartinB· 11.02.12 · 21:02 Uhr

@echt
Ja, die Rsonanz, die hatte ich ja hier schon mal:
http://www.scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2011/04/resonanzkatastrophe.php

Ich zitiere mich mal selbst
"Resonanzen haben etwas mit Schwingungen zu tun - nein, nicht mit den ganzheitlichen "alles-Schwingt-und-wir sind-alle-Energie"-Schwingungen aus der Esoterik-Ecke (wenn euch jemand mit "Alles schwingt" kommt, dann am besten vielleicht vorsichtig das Thema wechseln...), sondern mit Schwingungen im physikalischen Sinn."

Kommentar-Direktlink Utee· 14.02.12 · 16:58 Uhr

@Wolfgang: Deiner Jeanne Ruland würde ich nicht über den Weg trauen! Sie entführt IN die Welt der Engel? Ich vermute eher, sie entführt die Engel und macht dann etwas ganz Schlimmes mit ihnen: Sie lässt sie von Helfershelfern gnadenlos auskochen und die Brühe dann als Engelessenz verkaufen. Kannst du in jedem besseren Eso-Shop kaufen! Erzengel und Meister werden so essentialisiert. Und warum? "Sie lösen Blockaden und erhöhen sanft die Schwingung unseres Energiesystems. Belastendes und emotionale Verstrickungen können transformiert werden."

Sind Verstrickungen dasselbe wie Verschränkungen?

Kommentar-Direktlink schak· 16.02.12 · 08:25 Uhr

Ich frag mich ja immer was die armen Engel verbrochen haben, dass sie auf uns kleine Würstchen dauernd aufpassen müssen.

Auch werde ich es nie kapieren warum Menschen, die doch in großer Freiheit leben dazu tendieren, sich sofort irgendwelche Ketten selbst anzulegen indem sie an höhere Mächte glauben wollen die sie 'leiten und führen'.

Nicht genug Mut und Kraft das Leben selbst in die Hand zu nehmen ?

Ist es wirklich so toll von Engeln überwacht und unter der Knute eines Gottes zu leben, als jedesmal seine Handlung vor sich selbst und den anderen zu verantworten und zu prüfen ?

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 02:24 Uhr

@elduderino:
"Wenn jetzt noch jemand eine Idee hätte, wie ein experimentell brauchbares Placebo für ein Biofeedback-Verfahren auszusehen hat [...]"

Wie wär's, die Monitore von jeweils zwei Probanden heimlich zu vertauschen?

Kommentar-Direktlink rolak· 25.02.12 · 06:13 Uhr

Viel zu aufwendig, H.M.Voynich, ein sich zum Test passend änderndes, nicht von der Meßgröße abhängiges Signal reicht völlig aus. So etwas muß übrigens gar nicht erst entwickelt werden, gibt es schon für -gemessen am üblichen Medizinalinventar- unglaublich kleine Maus auf dem freien Markt.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 06:35 Uhr

@rolak:
Meine erste Idee war, das Signal vor dem Feedback für die Kontrollgruppe einfach zu invertieren.
Doch wenn der Zeiger einfach jedesmal nach links ausschlägt, wen er eigentlich nach rechts ausschlagen würde, wird das Gehirn vermutlich ohne weiteres eine weitere negation hinzufügen (so wie es das kopfüber-Bild auf der Netzhaut des Auges nach kurzer Gewöhnungsphase automatisch umkehrt).
Man bräuchte also unbedingt einen zufälligen Input - der aber realistisch aussehen muß (und zwar in jeder Hinsicht die wir uns denken können, und die wir uns NICHT denken können)!
Und bevor man nun mühevoll herausfinden will, wie genau die Daten aussehen müssen, um realistisch zu erscheinen, nimmt man am einfachsten reale Daten- aber die, von jemand anderem, oder? :)

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 06:41 Uhr

(Eine Alternative wäre, dem Probanden zwar seine eigenen Daten zu präsentieren, aber mit einer Zeitverzögerung von Stunden oder Tagen, ohne daß er davon weiß.)

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 06:48 Uhr

Nach dem Versuch - und vor der Auswertung - könnte man noch den Probanden alles erklären und sie befragen, ob sie glauben, ein a)direktes, b)invertiertes oder c)zufälliges/fremdes Signal angezeigt bekommen zu haben. Wäre vielleicht auch mal interessant ...

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 09:06 Uhr

(Bitte zu bedenken: erst wenn generell ein signifikanter Effekt nachweisbar ist, kann man untersuchen, ob ein meßgrößenunabhängiges, völlig zufälliges, vielleicht sogar intuitiv unrealistisches "Feedback" nicht womöglich sogar bessere Heilungserfolge erzielt als ein echtes, direktes Feedback.)

Kommentar-Direktlink MartinB· 25.02.12 · 09:17 Uhr

@HMVpynich
Das erinnert mich an ein Experiment, über das ich mal gelesen habe (bei Watzlawick, glaube ich): Da bekamen Leute Lichtsignale in unterschiedlichen Farben und sollten das dahinter stehende Schema herausbekommen. Alle hatten am Ende eine Theorie, einige eher einfache, andere kompliziertere. Die mit den einfacheren ließen sich durch die komplizierteren leicht überzeugen. Tatsächlich waren die Lichtsignale zufällig.

Kommentar-Direktlink rolak· 25.02.12 · 10:02 Uhr

Beim thematischen Stöbern habe ich ein neues Wort gelernt: Apophänie. Wobei mir dessen Bedeutung schon urlange bekannt ist - so bekommt z.B. das heutzutage üblicher­weise binnen kürzestem unterdückte Schneerauschen im TV mit der Zeit nicht nur Struktur, sondern auch Farbe (auch bei S/W-TVs) und im Badezimmer meines Eternhauses hatten wir solche unstrukturiert gemusterten Fliesen (ähnlich Travertin, allerdings glasiert), die nicht nur bei längeren Sitzungen deutlich wiedererkennbare Abbilder generierten, fugen­über­greifend.

Und die Überzeugungskraft selbst kompliziertester Erklärungsmodelle ist ja nicht nur bekannt, sondern hat auch einen Namen.
Weiterhin sei erlaubt: Auf dem Gebiet der wunderbaren Welt der Eigenwelten hängt wirklich alles mit allem zusammen ;-)

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 10:36 Uhr

Übrigens: Glückwunsch zum Zeilinger-Index 1.
(Erdős war gestern.)

Was mir aber nicht ganz geheuer vorkommt, ist der behauptete Widerspruch zwischen "Ordnung" (was versteht wer darunter?) und Komplexität.
Wer sich zum ersten mal eine Grafik der Mandelbrotmenge anschaut, ist überwältigt von der bei näherem Hereinzoomen immer größeren Komplexität - unvorstellbar, daß Ganze sei jederzeit mit einem Computerprogramm von weniger als einem Dutzend Befehlen reproduzierbar. Ist es aber.
Die "Ordnung" ist stets da - aber nicht sichtbar!
Ich kann mich erinnern, schon vor 30 Jahren davon gehört zu haben, daß ein besonders regelmäßiger Herzschlag ein sicheres Anzeichen für einen Infarkt ist (hörensagen).
Aber man muß nur 3 gut gewählte Frequenzen überlagern, um ein Gesamtergebnis zu erhalten, daß jedem völlig "unordentlich" vorkommt, der noch nie eine Fourier-Analyse gemacht hat (und das ist fast jeder).

Ich glaube, deshalb sind die "Schwingungen" so populär. Man kann sich vorstellen, wie sie konstruktive oder destruktive Resonanzen bilden, ohne jemals ausgerechnet zu haben oder auch nur ausrechnen zu können, was wirklich passiert.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.02.12 · 10:48 Uhr

@(Paul) Watzlawick:
Voller Buchpreis für "Heftchen" von hundert Seiten?
Das ist Wucher; und gleichzeitig ein Schnäppchen - jede Seite ist es wert. ;)

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