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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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02.02.11 · 18:50 Uhr

Da wird die Katze im Stall verrückt

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Catnip-blossom.jpgGrund dazu hätte sie, die Katze: Forscher im Auftrag des US-Landwirtschaftsministeriums haben herausgefunden, dass der Einsatz von Katzenminze - Nepeta cataria, eben jenes Zeugs, das Miez und Mau unwiderstehlich anzieht - die lästige Stomoxys calcitrans, besser bekannt als Wadenstecher, Stall fliege oder auch Gemeine Stechfliege (wobei "gemein" hier in jeder Bedeutung des Wortes interpretiert werden darf), ebenso unwiderstehlich abstößt. Und wer jetzt denkt, Stechfliegen und Katzenminze, was geht mich das an, der sollte bedenken, dass diese Blutsauger allein schon durch die ständige Störung ihrer Wirtstiere, vor allem aber durch die Verbreitung von Infektionskrankheiten allein der US-Landwirtschaft einen jährlichen Schaden von zwei Milliarden Dollar zufügen, der sich natürlich am Ende in den Lebensmittelpreisen niederschlägt. Mit bisherigen Insektenschutzmitteln - von deren umwelt schädlichen Nebenwirkungen mal ganz abgesehen - ist der Plage nicht beizukommen.Vorschaubild für Stomoxys_calcitrans.jpg


Junwei J. Zhu, Christopher A. Dunlap, Robert W. Behle, Dennis R. Berkebile und Brian Wienhold haben zum Einsatz der Katzenminze, die in Wachspellets ausgetreut wird, um die Stechfliegen abzuschrecken, ein Paper verfasst, das im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht wurde. Die gute Nachricht (zumindest aus Sicht der Kühe): Die Katzenminze-Kügelchen verscheuchten nahezu alle Stallfliegen; die schlechte: der Effekt verfliegt nach drei Stunden wieder. Aber Letzteres ist vermutlich eher eine Frage der Darreichungsform; wenn Wachspellets nicht die ideale Lösung sind, wird sich sicher etwas Praktikableres finden lassen.

Ich für meinen Teil überlege jetzt schon mal, ob ich im kommenden Sommer immer mit ein paar Beutelchen Katzenminze (zur Not tut's auch ein gebrauchsfertig prärariertes Katzenspielzeug) in der Hosentasche rumlaufen werde. Was meinen Kater sicher verrückt machen wird ...

 

Autor: Jürgen Schönstein· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink schlappohr· 02.02.11 · 19:22 Uhr

Wieso eigentlich Pellets? Mein erster Gedanke wäre, Blumenkästen mit Katzenminze aufzustellen. Das wäre der Katzenminze vermutlich auch lieber. Aber im Paper steht wahrscheinlich, warum das nicht geht.

Kommentar-Direktlink weyoun· 02.02.11 · 20:03 Uhr

hmm ich werd mir morgen von der uni aus das paper mal anlesen.
ich würde im nächsten schritt versuchen herauszufinden welcher der inhaltsstoffe der katzenminze abstossend auf die stechfliege wirken. um dann im nächsten schritt versuche mit nem verdampfer oder einer anderen aerosolform machen um zu schauen wie lange das dann vorhält. obs in kuhställen auch klimaanlagen gibt? in den grossen bestimmt. vielleicht geht ja darüber was

Kommentar-Direktlink KMic· 05.02.11 · 23:35 Uhr

Dass Katzenminze (zumindest prinzipiell) gegen Stechmücken hilft, scheint mir aber keine so richtig neue Erkenntnis zu sein, zumindest wenn ich http://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Katzenminze#Nepetalacton richtig interpretiere.

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