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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Juli 2010

30. Juli 2010

"Wärmste Dekade seit Beginn der Aufzeichnungen"

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 193

An einem der heißesten Tage des Jahres über den Klimawandel und den globalen Erwärmungstrend zu schreiben, ist natürlich beinahe unfair, denn Wetter (also das, was gerade draußen passiert) und Klima sind nun mal nicht das selbe. Aber egal, ob's aktuell kalt oder heiß ist, an den Klima-Tatsachen ändert diese kurzfristige Wetterlage sowieso nichts. Und jawohl, es sind Tatsachen: Die US-Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration hat am Mittwoch ihren jährlichen Bericht über den Zustand des Klimas ("State of the Climate in 2009") veröffentlicht:

Der wissenschaftliche Beleg, dass sich unsere Welt erwärmt, ist unübersehbar. Mehr als 300 Wissenschaftler aus 160 Forschungsgruppen in 48 Ländern haben zu diesem Bericht beigetragen, der bestätigt, dass die vergangene Dekade die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war und dass sich die Erde über die vergangenen 50 Jahre zunehmend erwärmt hat.
Im O-Ton: The scientific evidence that our world is warming is unmistakable. More than 300 scientists from 160 research groups in 48 countries contributed to the report, which confirms that the past decade was the warmest on record and that the Earth has been growing warmer over the last 50 years.

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Autor: Jürgen Schönstein· 30.07.10 · 06:56 Uhr· 193 Kommentare

Is There Life on Mars?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Ob man aus diesem Paper, das im aktuellen Journal Earth and Planetary Science Letters publiziert wurde und in dem es um mögliche Schichtsilikat- und Carbonatablagerung in der Nili-Fossae-Region auf dem Mars geht (und die die Forscher an archaische Formationen - vermutlich biogenen Ursprungs - in der westaustralischen Warrawoona-Gruppe erinnert) schon folgern kann, dass es einen Hinweis auf verborgenes Leben auf dem Mars geben könnte, wie die BBC hier spekuliert, wird Ludmila natürlich besser beurteilen können. Ich will mich hier aus der Affäre stehlen, indem ich einfach musikalisch auf die Frage verweise:

Seu Jorge, dessen akustische Cover-Version des David-Bowie-Hits auch auf dem Soundtrack des Films Die Tiefseetaucher (Originaltitel: Life Auqatic with Steve Zissou) zu hören ist.


Autor: Jürgen Schönstein· 30.07.10 · 06:00 Uhr· 1 Kommentar

29. Juli 2010

Bilder, die keine Worte brauchen

Kategorie: Naturwissenschaften

Was mich natürlich nicht daran hindern wird, dennoch ein paar Worte abzusondern: Das National Air and Space Museum in Washington (Teil der Smithsonian Institution) zeigt unter dem Titel Beyond: Visions of our Solar System zurzeit spektakuläre Bilder unseres Sonnensystems. Bilder, die dank ihrer Qualität, aber auch dank ihrer Motive, wirklich nicht viele Worte brauchen. Wer's nicht glaubt, kann hier oder hier klicken und sich eine Diashow mit ausgewählten Motiven anschauen:
Io.jpg

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Autor: Jürgen Schönstein· 29.07.10 · 22:15 Uhr· 0 Kommentare

28. Juli 2010

Zufälliges über den Zufall

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Nein, das soll jetzt kein Aphorismus werden. Außerdem sind Zufälle sind ja sowieso eher der Normalfall im Leben, wie schon Friedrich der Große einsehen musste:

"Plus on vieillit, plus on se persuade, que sa sacrée Majesté le Hazard fait les trois quarts de la besogne de ce misérable Univers."
Je älter man wird, desto mehr überzeugt man sich davon, dass seine heilige Majestät der Zufall drei Viertel der Geschäfte dieses armseligen Universums besorgt." (Brief an Voltaire, 1773)
Die Frage ist nur, was wir eigentlich meinen, wenn wir vom "Zufall" reden ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 28.07.10 · 04:53 Uhr· 3 Kommentare

23. Juli 2010

Bildung in Deutschland - Privileg für Minderheiten

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 9

Sag' ich jetzt mal so. Ohne Fragezeichen am Schluss. Und meine damit auch nicht etwa "ethnische Minderheiten" oder so - die Betonung liegt auf "privilegiert". Viel anders kann man die Schaubilder, die ich im neuen Jahresbericht des College Board (einer Dachorganisation amerikanischer Hochschulen) gefunden habe, leider nicht interpretieren: Demnach liegt Deutschland (Stand der Daten: 2007) hinsichtlich der Bevölkerungsanteile (hier nehme ich mal nur die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die einen dem Associate Degree vergleichbaren Bildungsabschluss haben weit hinter Ländern wie Kanada (55,8 %) oder den USA (Platz 12 mit 40,4 %) und auch dem EU-Durchschnitt (31,0 %) - in Deutschland sind's gerade mal 22,6 Prozent, das reicht in dieser Länder-Rangliste gerade mal für Platz 26!

CollegeBoard.jpg

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Autor: Jürgen Schönstein· 23.07.10 · 18:32 Uhr· 9 Kommentare

22. Juli 2010

Sofort aufstehen, denn rumsitzen ist tödlich!

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 11

Und das meint nicht nur tödlich langweilig: Laut dieser Studie, auf die ich gerade durch diese Pressemitteilung der American Cancer Society gestoßen bin, ist langes Sitzen - unabhängig vom sonstigen Niveau physischer Aktivität - schon für sich allein gesehen ein Faktor, der das Sterberisiko erhöht. Zitat aus dem Abstract des Papers, das im American Journal of Epidemiology erschienen ist:

After adjustment for smoking, body mass index, and other factors, time spent sitting (6 vs. <3 hours/day) was associated with mortality in both women (relative risk = 1.34, 95% confidence interval (CI): 1.25, 1.44) and men (relative risk = 1.17, 95% CI: 1.11, 1.24). Relative risks for sitting (6 hours/day) and physical activity (<24.5 metabolic equivalent (MET)-hours/week) combined were 1.94 (95% CI: 1.70, 2.20) for women and 1.48 (95% CI: 1.33, 1.65) for men, compared with those with the least time sitting and most activity.
Ich würde jetzt gerne noch mehr drüber schreiben, aber leider spüre ich plötzlich einen unbändigen Drang, aufzustehen und rauszurennen ...


Autor: Jürgen Schönstein· 22.07.10 · 22:29 Uhr· 11 Kommentare

Misst der Stromzähler dann in Klowatt?

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 2

Klowatt? Sollte wohl "Kilowatt" heißen? Naja, ich bin gerade dank einer Pressemitteilung der Oregon State University auf ein - für mich mangels eines Abos (oder dem Budget, einmalig teure Usergebühren zu bezahlen) leider mal wieder unerreichbares - Paper in der Fachzeitschrift Biosensors and Bioelectronics aufmerksam geworden: Die ORSU-Professoren Hong Liu und Frank Chaplen beschreiben darin (gemeinsam mit Kollegen der ORSU und der Portland State University), wie man mit Hilfe von Graphitelektroden, die entweder mit Gold- oder Eisen-Nanopartikeln beschichtet sind, aus bestimmten Bakterien (Shewanella oneidensis MR-1, um genau zu sein), die Abwässer in Kläranlagen reinigen, erfolgreich Elektrizität "melken" kann.

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Autor: Jürgen Schönstein· 22.07.10 · 06:56 Uhr· 2 Kommentare

20. Juli 2010

Tödliches Frischwasser, oder was wir vom Schicksal der Austern lernen können

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 1

Heute ist mal wieder ein Lesetag. Im Wall Street Journal bin ich über diesen Artikel über "Dying Oysters' Scourge: Fresh Water"gestolpert (ich hoffe, der Link funktioniert - bei mir klappt's zwar, aber in Deutschland gibt es da offenbar manchmal Probleme). Worum geht's? Um die Ölpest von den empfindlichen Küsten Louisianas fern zu halten, haben die Behörden beschlossen, Schleusen in den Deichen entlang des Mississippi zu öffnen, um mit dem Druck des ausströmenden Flusswassers den nahenden Ölschlieren und -Spuren entgegen zu wirken. Und offenbar war die Strategie sogar einigermaßen erfolgreich - so steht's zumindest in diesem Artikel. Allerdings hatte dies zur Folge, dass in dem derart "versüßten" Wasser der betroffenen Lagunen und Buchten nun die Austernbänke absterben.

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Autor: Jürgen Schönstein· 20.07.10 · 20:50 Uhr· 1 Kommentar

"Abenteuer in sehr rezenter Evolution"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Dies ist ein Artikel - Original-Überschrift: "Adventures in Very Recent Evolution" - in dem sich die New York Times in ihrer dienstäglichen Science-Beilage mit der Frage (genauer gesagt; mit der verneinenden Antwort auf jene) befasst, ob die menschliche Evolution bereist seit sehr langer Zeit zu einem Stillstand gekommen sei. Da das Thema eigentlich zu 100 Prozent in das Revier unseres neuen Scienceblogger-Kollegen Nils Cordes (evolvismus) gehört, will ich mich hier mit diesen doppelten Lesehinweisen begnügen - auf den Artikel in der NY Times und auf das lesenswerte neue Blog.


Autor: Jürgen Schönstein· 20.07.10 · 19:15 Uhr· 4 Kommentare

AI - das Absurde und die Intelligenz

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 22

Bei dieser Meldung wusste ich erst nicht, ob ich lachen oder weinen soll: Eine amerikanische Bauarbeiter-Gewerkschaft, der Mid-Atlantic Regional Council of Carpenters, heuert - zum gesetzlichen Mindestlohn, den die Gewerkschaft selbst als Drückerlohn ansieht - arbeitslose Nicht-Mitglieder an, damit diese als Streikposten gegen einen Arbeitgeber demonstrieren, der Nicht-Gewerkschafter zu Mickerlöhnen beschäftigt. Einerseits finde ich es irgendwie witzig, wenn die Gewerkschaften (Disclosure: Ich bin in der Tradition der westdeutschen Arbeiterbewegung groß geworden und halte Gewerkschaften für eines der wichtigsten Instrumente des sozialen Ausgleichs) den Arbeitgeber mit seinen eigenen Mitteln schlagen und ihre eh' schon knappen Streikkassen durch kostengünstiges "Outsourcing" schonen, und außerdem tun sie wenigstens auch mal was für Nicht-Mitglieder. Aber andererseits ist die Sache einfach absurd - welche Glaubwürdigkeit kann eine Gewerkschaft denn noch haben, die genau das tut? Ich als Privatperson denke, dass der Schaden, den die Gewerkschaft sich und und den anderen Arbeiterorganisationen (die in den USA längst nicht so zentralisiert sind wie bei uns in Deutschland und oft nur mit Mühe überleben können) damit zufügt, jeden potenziellen Nutzen weit überwiegt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 20.07.10 · 17:38 Uhr· 22 Kommentare

19. Juli 2010

Die meisten Blogger sind irgendwie in der Minderheit

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 5

blogger-age.gifIst ein blöder Titel, ich weiß. Und er ergibt auch nicht wirklich einen Sinn. Er sollte nur meine spontane Reaktion angesichts der Ergebnisse einer Analyse reflektieren, die von der Consultingfirma Sysomos auf der Basis von "mehr als 100 Millionen Blogposts" publiziert wurde. Denn zumindest eines ist sicher: Ich selbst bin, nach allen Kriterien, ein totaler Minderheitsblogger. Allein schon vom Alter her: 53,3 Prozent der analysierten Blogger sind zwischen 21 und 35 Jahre alt, die zweitstärkste Gruppe sind die unter 20-Jährigen mit 20,2 Prozent; meine Altersgruppe der über 51-Jährigen hingegen stellt gerade mal 7,1 Prozent aller Blogger. Und auch als Mann bin ich Teil einer (allerdings nur knappen) Minorität: 50,9 Prozent der Blogger sind Frauen. Und rein geografisch betrachtet gibt es, abgesehen von den Amerikanern (zu denen ich streng genommen nicht zähle, da sowohl meine Platform als auch meine Sprache deutsch sind) sowieso nur noch "Randgruppen" - 29,22 Prozent aller Blogger leben in den USA, schon die zweitplatzierten Briten sind mit einem "Marktanteil" von 6,75 Prozent weit abgeschlagen. Deutschand rangiert hinter Japan, Brasilien und Kanada auf Platz sechs mit 3,34 Prozent.


Autor: Jürgen Schönstein· 19.07.10 · 17:16 Uhr· 5 Kommentare

16. Juli 2010

Gibt es das - "überfällige" Hurrikane?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

floydanm.gifDas eine Semester Klima- und Wetterkunde, das ich im Rahmen meines Studiums belegen musste, reicht leider nicht, um mich akademisch kompetent zu der Frage zu äußern, die ich hier selbst mal aufwerfen muss: Wird es für einen Ort wahrscheinlicher, von einem Hurrikan heimgesucht zu werden, nur weil es dort schon lange keinen mehr gab? Mit genau diesem Argument nämlich hat der US-Sturmexperte Rick Knabb gleich mehrere Städte, von Atlantic City und New York, auf seine Liste der "Top 5 Hurricane Vulnerable & Overdue Cities" gesetzt. Und irgendwas sagt mir, dass er da einen allfälligen Denkfehler macht ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 16.07.10 · 17:52 Uhr· 10 Kommentare

15. Juli 2010

Rätselhafter Schildkrötentod im Golf von Mexiko

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Was soll daran rätselhaft sein, mag man sich fragen. Und wenn man sich die folgende Grafik aus der New York Times anschaut, möchte man ohne großes Zögern sagen: Ist doch klar, die Ölpest ist schuld.necropsy-2.png
Doch wie die dazu gehörende Story verrät, ist die Sache erheblich unklarer: Viele der gestrandeten Meeresschildkröten zeigen keine Spuren von Öl oder Ölschäden. Einiges deutet eher darauf hin, dass sie als Folge unzulässiger Netze der Krabbenfischerei erstickt sein könnten.


Autor: Jürgen Schönstein· 15.07.10 · 18:00 Uhr· 3 Kommentare

J.R. Ewing - Solar-Unternehmer ...?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 9

"Dallas" war zwar vorgestern, aber nur, falls sich a) noch jemand daran erinnert und b) angesichts der Ölkatastrophe im Golf und den auch sonst ziemlich umweltschädichen Folgen einer zugegebener Maßen Öl-süchtigen Gesellschaft den Serienbösewicht J.R. Ewing auch heute noch verdammen möchte: Er hat sich vom bohrenden Paulus zum solaren Saulus gewandelt. In einem neuen Werbespot, denn der J.R.-Darsteller Larry Hagman für den deutschen Solarzellen-Hersteller SolarWorld (der sich aber ansonsten hier sehr amerikanisch gibt) unter der Regie von Sönke Wortmann gedreht hat, nimmt "J.R."nimmt noch einmal seine Alte Rolle (und den breitkrempigen Hut) auf - aber diesmal wirbt er für die Solarzellen auf seinem Dach. "Das Öl floss, genauso wie das Geld", erklärt er in seiner knurrenden Originalstimme. "Zu dreckig. Ich hab's vor Jahren aufgegeben." Sein neues Motto ist "Shine, Baby, shine" - eine Persiflage auf Sarah Palins ölfördernde Devise "Drill, Baby, drill".

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Autor: Jürgen Schönstein· 15.07.10 · 13:03 Uhr· 9 Kommentare

14. Juli 2010

Kaliforniens nationaler Stein-Schlag

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

serpentine.jpgUnter normalen Umständen finde ich es ja eigentlich immer zu billig, wenn man Politikern unterstellt, sie würden die "dringendsten Probleme" ihrer Wähler vernachlässigen, nur weil sie sich auch mit einem Thema befassen, das nicht auf einem Dauer-Spitzenplatz der Agenda steht. Aber im vorliegenden Fall fragt man sich schon, was die kalifornische Staatssenatorin Gloria Romero und ihre Kollegen gestochen haben muss, dass sie im Senat des Pleite-Staates in Sacramento einen Gesetzesentwurf durchsetzten, der dem grünlich schimmernden Mineral Serpentin (genauer eigentlich: Serpentinit) den Rang des "offiziellen Gesteins" von Kalifornien aberkennen soll. (So einen "staatstragenden" Symbolstein haben insgesamt 27 der 50 US-Bundesstaaten.)

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.07.10 · 19:31 Uhr· 4 Kommentare

13. Juli 2010

Fouls sind eine "linksgerichtete" Ansichtssache

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

Selbst als Nicht-Fußballfan habe ich mitbekommen, dass die WM 2010 wohl diejenige sein wird, deren Schiedsrichter-Fehlentscheidungen noch lange Diskussionsstoff liefern werden. Wie ich einem Artikel im aktuellen PLoS ONE entnehmen kann, ist es nicht unbedingt nur Unfähigkeit oder gar Parteinahme (schon gar nicht die von den Fans meist spontan diagnostizierte Amaurosis), wenn der Schiri ein Foul falsch pfeift - es kann auch einfach nur daran liegen, dass er, wie so viele Menschen auf der Welt, gelernt hat, von links nach rechts zu schreiben.

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.07.10 · 20:28 Uhr· 10 Kommentare

12. Juli 2010

Der Mythos vom verwöhnten Einzelkind

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 4

20100719_107.jpgNicht nur im alltäglichen Leben, auch in der Wissenschaft gilt es oft als eine Tatsache, dass Menschen, die als Einzelkinder aufwuchsen, verwöhnter und damit auch selbstsüchtiger sind als Personen, die mit Geschwistern groß wurden. Diese Erkenntnis hat sicher nicht den gleichen Status wie die Relativitätstheorie, aber offenbar hat diese Ansicht, die auf einer 1896 durchgeführte Studie unter der Verantwortung des US-Psychologen G. Stanley Hall basiert und auch so schön verführerisch in ihrer Logik ist (dem Einzelkind stehen schließlich die Ressourcen seiner Eltern ungeteilt zur Verfügung), lange genug Bestand gehabt, dass sie Teil der Populärkultur werden konnte. Dass dem nicht so ist, hat nun das Magazin Time zum Thema seiner aktuellen Titelstory gemacht, die man ausnahmsweise mal wieder komplett online lesen kann.

Zugegeben: Time tritt damit längst aufgestoßene Türen ein, wie eine schnelle Google-Suche zum Thema Einzelkinder zeigt. Aber es ist doch ganz gut, sich immer mal wieder daran erinnern zu lassen, dass man auch die scheinbar selbstverständlichsten "Wahrheiten" immer wieder mal hinterfragen sollte.


Autor: Jürgen Schönstein· 12.07.10 · 17:46 Uhr· 4 Kommentare

08. Juli 2010

Der Strohmann in der Wahlkabine

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 62

Falls sich jemand fragt, warum ich hier das bereits in epischer Breite auf zwei Kanälen debattierte Wahl-Paradoxon hier noch einmal nachkarte, eine ganz persönliche Erklärung vorweg: Ich lebe seit fast eineinhalb Jahrzehnten in dem unbefriedigenden Status, dass ich mangels eines Wohnsitzes in Deutschland nicht mehr wählen kann und mangels Staatsbürgerschaft in den USA nicht wählen darf. Was mir alle Jahre wieder (Wahltag ist in den USA z.B. immer am Tag nach dem ersten Montag im November = nie am 1. November) durchaus rational einen spürbaren Eindruck vermittelt, welchen Wert so ein Wahlrecht hat - vor allem, wenn man es nicht hat. Was mich hier in den USA, mit seiner notorisch niedrigen Wahlbeteiligung, um so empfindlicher trifft - fast so, wie es einen Hungernden quälen muss, wenn er sieht, wie andere ihr Essen achtlos wegwerfen. Wem das zu persönlich oder zu emotional motiviert erscheint, der braucht nicht weiter zu lesen, sondern kann sich hier bequem zur Scienceblog-Startseite zurückklicken.

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Autor: Jürgen Schönstein· 08.07.10 · 17:50 Uhr· 62 Kommentare

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