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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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03.03.10 · 02:46 Uhr
Erdbeben machte die Tage kürzer
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Und trotzdem wollte es gestern einfach nicht schneller Feierabend werden: "Chilean Quake May Have Shortened Earth Days" - laut dem Jet Propulsion Laboratory immerhin um 1,26 Millionstel Sekunden. Das Beben hat durch seine vertikale Verschiebung enormer Gesteinsmassen einen "Pirouetteneffekt" bewirkt (wie bei einem Eisläufer, der durch Anlegen der Arme sich immer schneller um sich selbst dreht) und außerdem die Erdachse um 2,7 Millionstel Bogensekunden - das entspricht etwa acht Zentimetern - verschoben. Es ist übrigen nicht zum ersten Mal, dass die Wissenschaftler diesen Effekt (der mit genauerer Auswertung der Erdbebendaten eventuell noch korrigiert werden muss) nachweisen konnten: Das Beben auf Sumatra am 2. Weihnachtstag 2004 hatte nicht nur den verheerenden Tsunami
ausgelöst, sondern unsere Tage auch um 2,68 Millionstel Sekunden verkürzt.
Illustration: Wikimedia Commons
Autor: Jürgen Schönstein· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Gibt es auch den gegeläufigen Effekt, dass ein Erdbeben den Tag verlängert?
Ja, wenn sich große Gesteinsmassen nach oben, also von der Erdachse weg bewegen, z.B. bei der Gebirgsauffaltung. Zwar verdickt sich dann auch das dichte Material unter dem Gebirge (die Gebirgswurzel), was den Effekt auf lange Sicht wieder aufheben müsste, aber "kurzfristig": ja.
Sehr interessant :) Ich stell gleich mal die Uhr auf der Arbeit um ...
die wichtigste nachricht seit der geburt des herrn. wenn die tage kürzer werden,dann werden die nächte ja wohl zwangsläufig länger,oder? und in ein paar milliarden jahren herrscht dann ewige dunkelheit und es ist endlich schluss mit dem ganzen unfug...übrigens lautet die deutsche übersetzung : ...KÖNNTE die tage verkürzt haben...aber wie schon karl valentin im zusammenhang mit den 900 kindern salomons sagte : 465 sollens nur gewesen sein...also dann, gute nacht allerseits
Richtig spannender Artikel. Hatte vorher noch nie etwas davon gehört... Mal wieder etwas gelernt ;-)
Hallo,
bin ja fasziniert. Also erstmal interessant, aber wie oft passiert genau sowas, dass man die Uhr bzw. jede einzelne Sekunde danach richtet? Ich meine, ich bin ja über soviel Genauigkeit begeistert, aber ist das nicht ein wenig zuviel des Guten??? Vielleicht sollte ich aber auch einfach nochmal darüber nachdenken... *grübel*
Trotzdem vielen Dank