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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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08.02.10 · 04:39 Uhr

Nachtrag zu "Zahlenspiele um die SuperBowl"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

Hier hatte ich mich über die gelegentlich an Hokuspokus grenzende Statistikverliebtheit - genauer gesagt, Korrelationsverliebtheit - der amerikanischen Sportfans am Beispiel der SuperBowl ausgelassen. Im vorliegenden Fall schienen die Folgerungen aus dem Durchschnittsalter der Halbzeitshow-Stars besonders absurd zu sein: Saints-Fans.jpg
Die New Orleans Saints waren eines der erfolgloseren Teams der amerikanischen Football-Liga (so schlecht, dass die Fans zu Spielen manchmal mit einer Papiertüte über dem Kopf erschienen). Doch was soll man sagen: Die Saints haben tatsächlich gewonnen, und zwar deutlich, mit 31 zu 17 Punkten. Tja, manchmal kann man auch aus dem Kaffeesatz die Zukunft "lesen" ...
Aber egal, ob es nun durch die Auswahl des Halbzeit-Unterhaltungsprogramms vorbestimmt war, oder ganz einfach der Tatsache zuzuschreiben ist, dass sich die Saints den Sieg ganz regulär verdient haben: Herzlichen Glückwunsch!Saints-SuperBowl.jpg
Drew Brees, Quarterback der New Orleans Saints, mit der Siegestrophäe. Foto: NFL

 

Autor: Jürgen Schönstein· 10 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (10)

Author Profile Page Georg Hoffmann· 08.02.10 · 06:55 Uhr

Na und wurde denn nun der Spot gezeigt?
http://www.scienceblogs.de/primaklima/2010/02/superbowl-und-no-sex-before-marriage.php

Kommentar-Direktlink Redfox· 08.02.10 · 07:57 Uhr

Na und wurde denn nun der Spot gezeigt?
Jain, 'Focus on the Family' hat wohl diesen Spot geschalted:

http://www.youtube.com/watch?v=6BIOTItUwvk

Der ist aber total harmlos.

Author Profile Page Jürgen Schönstein· 08.02.10 · 13:29 Uhr

"Total harmlos" ist eine Frage der Interpretation. Der Spot selbst (der durch einen zweiten, kürzeren ergänzt wurde, in dem Tebow noch einmal solo zu sehen war) war in dem Sinn "harmlos", als er lediglich für die Website von "Focus on Family" warb, ohne deren Zweck und Aufgabe weiter zu erklären. Aber erstens war, dank des vorangegangenen Medienzirkus, auch so klar genug, worum's ging (das Wort Abtreibung musste also gar nicht mehr gesagt werden, und trotzdem wusste wohl jeder, dass es darum ging) - und zweitens ist es natürlich ein Doppelstandard, wenn man die Form des Spots von seiner Intention trennt. Um es an einem drastischeren Beispiel zu verdeutlichen: Wenn jemand einen Spot schalten würde, der für eine Kinderporno-Webseite wirbt, würde dies auch niht dadurch harmloser, dass im Spot selbst keine Kinderpornos gezeigt werden ...

Kommentar-Direktlink Gluecypher· 08.02.10 · 17:52 Uhr

Congrats Saints, gewonnen hat das klar bessere Team. Jetzt gibbet wohl keine neue Redensart in den US ;)

Kommentar-Direktlink Jonas· 08.02.10 · 21:04 Uhr

Jetzt wird Tebow schon mit Kinderpornos zusammengewürfelt. Was kommt als nächstes?

Author Profile Page Jürgen Schönstein· 08.02.10 · 21:53 Uhr

@Jonas
Niemand würfelt Tebow mit irgend etwas zusammen. Es ging in dem Vergleich - der sich gegen den Sender CBS richtet - nur darum, dass man sich bei einem Werbespot nicht darauf zurückziehen darf, dass der Zweck des Spots nicht explizit genant wird, wenn die Intention durch den Hinweis auf eine eindeutige Website zum Ausdruck kommt.

Kommentar-Direktlink Jonas· 09.02.10 · 16:34 Uhr

Der Vergleich ist unzutreffend und peinlich. Kinderpornographie ist verboten, die Meinung von "Focus on Family" nicht. Warum packen Sie da so eine große Keule aus?

Author Profile Page Jürgen Schönstein· 09.02.10 · 17:03 Uhr

@Jonas

Warum packen Sie da so eine große Keule aus?

Es ist keine Keule, sondern ein Hammer ... Nochmal: Es geht hier nicht um Kritik an "Focus on Family", sondern an den Doppelstandards von CBS, das z.B. einen Werbspot für einen homosexuellen Partner-Vermittlungsservice abgelehnt hatte. Im Kern war das Argument, dass in dem "Focus on Family"-Spot ja "nur" für deren Website geworben wurde, während der Partnerservice direkter seine Dienste illustrierte. Und nur deswegen habe ich mal das Extrembeispiel gewählt - denn genau das würde ja als Konsequenz aus der CBS-Argumentation folgern.

Author Profile Page Thilo Kuessner· 09.02.10 · 19:10 Uhr

Soo weit hergeholt ist der Vergleich nun auch wieder nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/James_Dobson#Von_Dobson_vertretene_Ansichten

Kommentar-Direktlink Redfox· 12.02.10 · 05:16 Uhr

"Total harmlos" ist eine Frage der Interpretation.
Da hast du natürlich recht, "Total harmlos" war die falsche Wortwahl. Ich war nur mit der durch Georg's Artikel aufgebauten Erwartung an das Video gegangen das es sich um einen Hetzfilm gegen Abtreibung und Ärzte handeln würde. Am Ende wars aber nur langweiliges wir-sind-eine-glückliche-Familie Blah-Blah. Das ändert natürlich nichts daran das 'Fokus on Family' erzreaktionäre christliche Fanatiker sind die schwangeren Frauen die Entscheidungsgewalt über ihren eigenen Körper nehmen wollen.

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