Blog durchsuchen
Profil
Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
Letzte Einträge
- In Darwins eigener Handschrift0 Kommentare· 11.02.12
- Das Mammut in Sibirien, oder: wie gut, dass es Fragezeichen gibt10 Kommentare· 10.02.12
- Wissenschaftler und ihr Interesse am Geld26 Kommentare· 09.02.12
- Der See aus der Vergangenheit2 Kommentare· 09.02.12
- Gibt es zu wenig islamische Terroristen?21 Kommentare· 08.02.12
Kommentare
- Alice · 12.02.12 · 02:53 Uhr Wissenschaftler und ihr Interesse am Geld
- Dr. Webbaer · 11.02.12 · 23:53 Uhr Gibt es zu wenig islamische Terroristen?
- Markus Termin · 11.02.12 · 23:00 Uhr Die große Treppenverschwörung
- echt? · 11.02.12 · 18:20 Uhr Der Hochschul-Esoterik "vehement, laut und vernehmlich Einhalt gebieten"
- Jan · 11.02.12 · 02:25 Uhr Das Mammut in Sibirien, oder: wie gut, dass es Fragezeichen gibt
Kategorien
Archiv
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- Oktober 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
Blog-Index
- 3vor10
- Alles was fliegt
- Alles was lebt
- Amerikanische Begegnungen
- And the water seems inviting
- Andererseits
- Arte-Fakten
- Astrodicticum Simplex
- Bastelblog
- Beauty full Science
- blooDNAcid
- Chemisch gesehen
- Columbus Gastblog
- Darwinjahr
- Das Labortagebuch
- Deutsches Museum
- Diax's Rake
- Die andere Bildung
- Durchschaut
- E-Mobility
- Echolot
- Ein bisschen dunkel
- ErklärFix
- evolvimus
- For Women in Science
- Frischer Wind
- Geo? Logisch!
- Geograffitico
- Gesundheits-Check
- Hier wohnen Drachen
- Hinterm Mond gleich links
- Historikertag
- Iconic Turn Gastblog
- Ihre Forschungsfrage
- Kommunikation der Zukunft
- Komplett Komplex
- Kritisch gedacht
- Kritische Masse
- Kulisse
- Kunst-en-Blog
- Lob der Krankheit
- Mahlzeit
- Mathlog
- Medlog
- Mutterwitz
- naklar
- Nanojugend
- Neurons
- Neuropädagogik
- Nobel Faces
- Nobelpreisträgertreffen
- Panorama
- persona grata
- Plazeboalarm
- Primaklima
- Schule macht Zukunft
- Science meets Society
- ScienceBlogs Podcast - Wissenschaft zum Mitnehmen
- SciencePicture
- Spielblog
- Stromtierchen
- Testblog
- Testnnf
- Testumgebung
- Tiefes Leben
- TwOpinion
- VDE MedTech
- Von Bits und Bytes
- weatherlog
- WeiterGen
- Wissen schafft Kommunikation
- Wissenschaft und Wiedervereinigung
- Wissenschaftsfeuilleton
- Zahlenbilder
- Zeittaucher
- zoon politikon
- Zukunftstechnologien
- [sic]
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
26.01.10 · 19:48 Uhr
Wenn Daten und (Wissenschafts-)Mythen kollidieren
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Am Dienstag brauche im immer etwas länger, die New York Times zu lesen - der Science-Teil vedient halt immer ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Obwohl ich auch nicht immer alles lese - die Buchrezension von Dr. Abigail Zuger hätte ich vermutlich übersehen, wenn sich mein Blick nicht zufällig an folgender Passage verfangen hätte:
science should represent truth, not wishful thinking. When good data fly in the face of beloved theory, the theory has to go.Ein in der Tat (be-)merkenswertes Zitat.
Das neue Buch "The Trauma Myth" von Harvard University) hat zwei parallele Leitfäden: zum einen schildert es Susan Clancys Forschung über die Folgen von sexuellem Missbrauch an Kindern, aber zum zweiten beschreibt es auch, wie sie mit ihrer Arbeit - ein Forschungsprojekt während ihres Aufbaustudiums Mitte der 90-er Jahre , das zu dem Resultat kam, dass die Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch nicht etwa gleich im Kindesalter beginnt, sondern erst mit einer langen Verzögerung eintritt, wenn sie so weit heran gewachsen sind, um die Vorgänge voll zu begreifen - in einen Gegensatz zu etablierten wissenschaftlichen und auch gesellschaftspolitischen Auffassungen geriet. Sie habe sich trotz der Warnungen, das "dominante theoretische Rahmenwerk" nicht herauszufordern, nicht über die Resultate ihrer eigenen Forschungsarbeit hinwegsetzen wollen. Mit entsprechenden Konzequenzen: Sie sei "zum Paria in Laien- und Akademikerkreisen" geworden, schreibt die Rezensentin (selbst Ärztin an einem New Yorker Krankenhaus und gelegentliche freie MItarbeiterin der New York Times) über Susan Clancys Erfahrungen.
Ich habe das Buch selbst nicht gelesen, und selbst wenn, wäre es natürlich nur eine Seite der Medaille. Ich selbst sympathisiere ja gerne mit den Underdogs, die sich mit dem "Establishment" (egal auf welchem Gebiet) anlegen - aber das heißt ja nicht, dass jeder, der anerkannten wissenschaftlichen Auffassungen widerspricht, gleich moralische Überlegenheit genießen kann. Aber andererseits erinnere ich mich aus meinem eigenen Studium nur all zu oft an einen grenz- und manchmal auch vollwertigen Dogmatismus, vor allem bei Professoren, die stur an ihren alten Theorien festhielten, selbst wenn neuere Forschung zumindest eine Modifikation ihrer Modelle etc. erfordert hätte. Womit ich bei der Frage bin, die mich seither beschäftigt: Dass Wissenschaft nicht still steht und sich stetig weiter entwickelt, ist sicherlich mehr als nur ein akademisches Credo; aber kann man das gleiche auch von den Forschern, den Wissenschaftlern selbst sagen - vor allem, wenn sie es endlich ins "Establishment" geschafft haben?
Autor: Jürgen Schönstein· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
Top5
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- The Festival Recognizes Our First "Featured Fan"!The Festival will be here in April and we thought ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 11.02.2012 · 14:22 Uhr
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr

Kommentare (8)
Sind Sie ein Wissenschaftsleugner?
Jürgen Schönstein·
27.01.10 · 14:56 Uhr
Nein, bin ich nie gewesen, und habe auch nicht vor, es zu werden. Was bringt Sie denn auf den Verdacht?Das Schöne ist doch, dass sich die Zukunft immer durchsetzen wird.
p.S. ein schönes Beispiel für eine solche Situation ist Hermann Staudinger gegen Hans Kuhn im Streit um die Konformation von Polymeren. Ich sollte mal darüber bloggen
Och, ich frage ja nur. Wenn Sie die Muße haben, sich ein wenig hier einzulesen, verstehen Sie vielleicht, was ich meine.
Nö, verstehe noch immer noch nicht. Dies hier ist ein Blog, und kein Ratespiel, also bitte ich Sie, klar zu sagen, worauf sie rauswollen - so schwer kann's ja nicht sein.
Dann kann ich ja noch hoffen. ;-)
@Sven Türpe
Aber nur, wenn Sie auch weitergelesen haben:
Mir ist auch nicht ganz klar, was Dagmar Behrendt meint. Dogmatismus, starres Festhalten an vielleicht überholten Theorien ist nun mal das Bild, das bei einem Unbedarften von der Wissenschaft ankommt. Ich würde aber sagen, dass liegt sicher nicht an den Wissenschaftlern, sondern wie Sie schon mit Ihrem Beispiel andeuteten an deren Vermittlung, schon in der Schule. Dort wird nun mal starr manchmal schon veraltetes Wissen gelehrt, anstatt es mit aktuellen Entwicklungen aus der Forschung anzureichern. Das ist zumindest meine Erinnerung an die Schule, im Studium war es damit schon besser. Aber auch dazu muss man engagierte Professoren haben.