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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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08.02.09 · 16:07 Uhr
Ein lukrativer Griff ins Klo
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 4
Die Redensart "aus Sch... Gold machen" soll ja eigentlich etwas umschreiben, das unerquicklich und zumeist auch unergiebig ist. Doch die Betreiber der Kläranlage in Nagano, Japan, extrahieren laut einem Bericht in China Daily angeblich 1890 Gramm Gold aus jeder Tonne verbrannten Klärschlamms - ein Vielfaches dessen, was man in kommerziellen Goldminen pro Tonne Abraum gewinnen kann (der Bericht zitiert die japanische Hishikari-Mine, die etwa 20 bis 40 Gramm pro Tonne Erz liefert). Quelle des Goldes im Abwasser sind offenbar umliegende metallverarbeitende Betriebe. Für die Bezirksverwaltung als Betreiber der Kläranlage ist dieser "Griff ins Klo" jedenfalls ein lohnendes Business: Sie erwartet aus der Goldabscheidung einen Netto-Profit von umgerechnet etwa 126.000 Euro.
Wer mehr darüber erfahren will, welche Mühen und Gesundheitsrisiken Menschen auch heute noch auf sich nehmen, um ans Gold zu kommen, und welche Gefahren für Mensch und Umwelt dies zur Folge hat, kann es in dieser Story in National Geographic nachlesen.
Autor: Jürgen Schönstein· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Trackbacks (2)
Unerwartete Goldminen in Japan · ScienceBlogs · 09.02.09 · 06:40 Uhr
Goldgrube Klärschlamm · geoberg.de-Blog · 10.02.09 · 05:33 Uhr
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Kommentare (4)
wow, 2 promille goldgehalt ist wirklich beeindruckend. kommt aber wohl auch nur zustande weil es durch die verbrenung des klärschlamms ja bereits weiter konzentriert ist.
die redewendung "griff ins klo" als umschreibung von etwas das unerquicklich und unergiebig ist, ist mir auch geläufig, aber "aus sch*** gold machen" bedeutet und bezieht sich auf doch etwas völlig anderes, nämlich aus etwas scheinbar geringwertigem und auch so angesehenem trotzdem erhebliche wertschöpfung zu generieren. beispiel: dieter bohlen ;-) oder liege ich da falsch?
@b-age
Gute Frage. Vielleicht ist das ja etwas Dieter-Bohlen-Spezifisches? In den meisten anderen Fällen dürfte diese Transmutation eher erfolglos und frustrierend sein ...
Ach so, jetzt kapier ich, Dieter Bohlen ist der einzig erfolgreiche Alchimist.
Ich habe das Thema aufgegriffen: http://www.geoberg.de/blog/lagerstaettengeologie/goldgrube-klaerschlamm#more-519
Es ist schon beachtlich, wieviel Gold bei denen im Klärschlamm steckt. Knapp 2 kg Gold pro Tonne Ausgangsmaterial - davon träumen viele Lagerstättengeologen!