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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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25.07.08 · 06:58 Uhr
Wie Lotto die Armut ausbeutet
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 16
Nicht, dass dies in irgend einer Form wirklich überraschend wäre - man muss sich ja nur anschauen, wer vor Annahmeschluss der Lotto-Buden so in der Schlange steht. Dennoch bin ich an der Pressemitteilung der Carnegie-Mellon-Universität zu einer Studie, die genau dieses Phänomen untersucht, ein wenig länger hängen geblieben, als ich selbst erwartet hätte. (Die Studie selbst, die im Journal of Behavioural Decision Making erschien, ist nur für Zahlungswillige online verfügbar.) Denn zumindest ein Vorurteil, das ich gelegentlich gehört habe, scheint so nicht haltbar: dass die Armen nicht zuletzt deshalb arm sind, weil sie halt nicht mit Geld umgehen können, was sich wiederum im Kauf von Lottoscheinen mit ihren haarsträubenden Gewinnchancen manifestiert.
Erst mal zur Methodik: Unter dem Vorwand, eine Umfrage über die Stadt Pittsburgh durchzuführen, wurden Passagiere an einer Greyhound-Busstation (generell nicht die vermögendste Bevölkerungsgruppe, darf man annehmen) gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, in dem sie auch grobe Angaben zu ihren Einkommensverhältnissen machen mussten. Als Belohnung für die Teilnahme erhielten sie fünf Dollar und die Chance, bis zu fünf Lottoscheine damit zu kaufen. Der Clou war, dass ein Teil der Befragten sich in Jahres-Einkommenskategorien von "unter 100.000 Dollar", "100.000 bis 200.000 Dollar" und so weiter einordnen mussten, der andere Teil in die Kategorien "unter 10.000", "10.000 bis 20.000" etc.
In anderen Worten: Die meisten Probanden der ersten Gruppe mussten sich zwangsläufig ziemlich arm vorkommen, da sie sich in der untersten Einkommensschicht wieder fanden; in der zweiten Gruppe waren die Chancen, sich durch eine Platzierung im Mittelfeld oder gar in einer gehobenen Kategorie relativ wohlhabend zu fühlen, deutlich größer. Resultat: Die "relativ Armen" kauften im Schnitt 1,27 Lottoscheine - fast doppelt so viele wie die "relativ Reichen" (0,67). Leider weiß ich nicht, wie viele Bus-Passagiere tatsächlich an dieser Umfrage teilgenommen haben, schließe aber aus der Tatsache, dass das Papier eine Peer Review durchlaufen hat, dass sie statistischen Anforderungen grundsätzlich genügt haben muss.
In einem zweiten Experiment wurde ein Teil der Befragten daran erinnert, dass Lottochancen für alle Spieler gleich sind, ohne Ansehen von Einkommen oder Bildung; diese Probanden kauften im Schnitt zwar mit 1,31 Lottoscheinen mehr als doppelt so viele Lose wie die nicht "Aufgeklärten", aber das finde ich weitaus weniger überraschend, da diese Info ja praktisch einer Werbung für das Glücksspiel gleich kommt.
Ob es nun eher die "gefühlte Armut", die Leute an den Lottoschalter getrieben hat, oder ob vielmehr umgekehrt der "gefühlte Wohlstand" sie eher vom Kauf abgehalten hat (wie ich vermuten würde), bleibt sich am Ende wohl gleich. Denn unterm Strich sind es halt vor allem die "einkommensschwachen Schichten" - auch wieder so ein orwellistischer Euphemismus - sind, die von dem Wenigen, dass sie haben, viel zu viel für einen Traum vom Glück ausgeben, der sich praktisch sowieso nie erfüllen wird (dazu ein älterer Artikel aus dem US-Magazin "Forbes"). Aber, wie George Lowenstein, Mitverfasser der Studie und Professor für Wirtschaftspsychologie an der CMU, dazu bemerkt: "Staatliche Lotterien sind populäre Einkommensquellen (für den Staat), die wahrscheinlich nicht so schnell verschwinden werden."
Bleibt die Frage (die auch in der Studie gestellt wird): Wäre es also moralisch richtiger, staatliche Lotterien, die ja letztlich eher einer Sondersteuer für Armut gleich kommen, ganz abzuschaffen? Oder gibt es Modelle, wie man diese Lotterien "sozialverträglicher" gestalten kann, ohne dabei die Ärmsten am meisten auszubeuten?
Autor: Jürgen Schönstein· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (16)
Hm. Ist der Kauf eines Lottoscheins eigentlich in den Hartz IV-Sätzen berücksichtigt?
> Die Studie selbst, die im Journal of Behavioural Decision Making erschien,
> ist nur für Zahlungswillige online verfügbar.
... oder für Suchwillige!
http://www.andrew.cmu.edu/user/ech/papers/Subjective_Relative_Income.pdf
Mein Statistikprofessor hat uns im Grundstudium mal die grundlegende Weisheit vermittelt, dass es sich bei der Lotterie eigentlich um nichts anderes handelt als um eine Strafsteuer für Menschen, die nicht rechnen können. Insofern sind sie nicht eine Sondersteuer für Armut sondern eher eine Sondersteuer für Leichtgläubigkeit und fehlende Mathematikkenntnisse. Da inhaltliche Zusammenhänge hier nicht auszuschließen sind und Lotterien aus meiner Sicht ohnehin einen großen Nepp darstellen, würde ich es sehr begrüßen, wenn unser Staat sich aus diesem Business endlich einmal zurückziehen würde - aufgrund der hohen Einnahmen ist damit wohl allerdings kaum zu rechnen:
http://www.sueddeutsche.de/,tt5m1/wirtschaft/artikel/21/185438/
@Christian:
Das mit dem "Nicht-Rechnen-Können" hatte ich bisher auch geglaubt, und genau deshalb war ich an dieser Studie hängen geblieben. Denn durch den Erhebungsmodus wurde ja dieser Faktor weitgehend eliminiert und lediglich die "gefühlte Armut" als Variable betrachtet. Ich denke nicht, dass alle Lottospieler einfach nur leichtgläubig und schlechte Rechner sind: Viele fühlen sich in einer ökonomisch so schwachen Position, dass selbst die statistisch gegen Null gehende Chance, Reich zu werden, als die EINZIGE Chance empfunden wird. Und die Werbung, die für diese Lottospiele – egal, in welchen Land der Erde, vermute ich – gemacht wird, zielt ja auch genau darauf ab. In ausbeuterischer Weise, wie ich finde.
Das Design der Studie impliziert aber auch, dass man die gefühlte Zugehörigkeit einer Person zu einer eher wohlhabenden oder eher armen Bevölkerungsschicht mit einer einzigen Frage beeinflussen kann, was prinzipiell zumindest zu hinterfragen wäre.
Die Tatsache, dass auf eine sogenannte "convenience sample" zurückgegriffen wurde (eben auf die Gruppe von Leuten, die gerade an dem Tag an dieser Bussstation angetroffen werden konnten) anstatt auf eine mathematische Zufallsauswahl zeigt zudem deutlich, dass die Ergebnisse nicht als repräsentativ für das Verhalten der Allgemeinbevölkerung angesehen werden können und daher lediglich als Indikator für die von den Autoren unterstellen Zusammenhänge betrachtet werden sollten.
Beim kursorischen Überfliegen des Papers fiel mir zudem auf, dass scheinbar nirgendwo ausgesagt wird, welcher Anteil an angesprochenen Personen sich dem Experiment verweigert hat, d.h. die Ausschöpfungsquote ist nicht zu finden (oder aber ich übersehe sie irgendwo).
Diese halte ich aber aus zwei Gründen hier für ganz besonders wichtig:
1) Gerade bei der Frage nach dem Einkommen ist in der Regel mit einer hohen Verweigerungsrate zu rechnen, d.h. die Frage nach dem lieben Geld beantwortet eigentlich niemals jeder Proband, wobei von Zusammenhängen zwischen der Höhe des Einkommens und der Wahrscheinlichkeit einer Antwortverweigerung durchaus ausgegangen werden muss. Es wäre daher enorm wichtig zu wissen, wieviel % der angesprochenen Fahrgäste sich der Befragung verweigert haben, aus welchen Gründen dies geschah (falls bekannt) und ob aus Sicht der Autoren davon ausgegangen werden kann, dass das Ergebnis der Studie bei einer "Zwangsbefragung" (100% Ausschöpfungsquote) dasselbe gewesen wäre.
2) Da das Incentive (die Möglichkeit, als Dankeschön für die Teilnahme an der Befragung Lotterietickets zu erwerben) mutmaßlicherweise den Probanden bereits vor Teilnahmebeginn bekannt war, könnte man zudem vermuten, dass gerade überzeugte "Lotto-Gegner" (z.B. aus religiösen Gründen, was es in den USA ja geben dürfte) zu einer Nichtteilnahme tendieren, während Spielernaturen sich durch das Incentive in besonderer Art und Weise angesprochen fühlen könnten. Dass auch hierdurch möglicherweise die Ergebnisse beeinflusst werden, sollte man zumindest nicht ausschließen.
Aus statistischer Sicht sehe ich in der Beweisführung der Autoren also durchaus noch offene Fragen. Der Aussage, dass die Lotto-Werbung in ausbeuterischer Art und Weise davon profitiert, dass Menschen vorgegaukelt wird, es handle sich um ihre einzige Chance im Leben (und dass die sehr niedrige Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn dabei konsequent unterschlagen wird) - dieser Aussage stimme ich uneingeschränkt zu. Leider ist der Staat (auch und gerade der deutsche) neben dem Lotto häufig noch an viel mehr Glücksspielen beteiligt (z.B. Spielbanken, Oddset), bei denen sich grundsätzliche Moralfragen stellen...
Ohne die Studie zu vehement verteidigen zu wollen (ich bin ja auch nur eher zufällig darüber gestolpert), möchte ich doch einigen Kritikpunkten etwas entgegen halten:
- Zum Einen sind Amerikaner in aller Regel weitaus auskunftsfreudiger, was ihr Einkommen angeht (ganz anders als die Deutschen);
- zum Zweiten ist die zu erwartenden Einkommensstruktur der Passagiere in Greyhound-Busstationen eher homogen, und zwar homogen niedrig. Ich will damit sagen, dass das Risiko, einen Millionär übersehen zu haben, hier sehr gering ist. Natürlich gibt es auch Buslinien wie den Hampton Jitney, der Wall-Street-Leute und sonstige Business-Leute zu ihren Wochenendhäusern auf Long Island, dem New Yorker Gegenstück zu Sylt, bringt. Aber im Großen und Ganzen sind Überlandbusse ein Transportmittel für Leute mit wenig Geld (und werden auch als solche vermarktet).
- Das Honorar von fünf Dollar war zwar vor dem Ausfüllen des Fragebogens bekannt; die Option, alles oder einen Teil davon gegen Ein-Dollar-Rubbellose einzutauschen, wurde jedoch erst nach dem Ausfüllen des Fragebogens präsentiert. Auch ein Lottogegner hätte sich die paar Dollar also unbedenklich verdienen können – vor allem, weil der Fragebogen selbst keinen tieferen Bezug zum Lotto hatte (der war, abgesehen von der finanziellen Auskunft, im Prinzip reine Tarnung).
Es geht doch im Kern um die Frage: Ist staatliches Lotto fair? Und wenn man sieht, dass einerseits nur die wirtschaftlich Schwachen ausgebeutet werden und andererseits stets neue Methoden erfunden werden, ihnen das Geld mit noch aberwitzigeren Minichancen aus der Tasche zu ziehen, dann halte ich die Aussage der Studie schon für relevant. Wenn man beweisen könnte, dass der Staat gezielt Alkohol und Zigaretten an Niedrigverdiener verkauft, um dadurch seine Steuereinnahmen zu maximieren, gäbe es ja auch einen moralisch berechtigten Aufschrei. Mit Samples von insgesamt 162 Probanden steht diese Studie statistisch sicher auf wackeligen Beinen. Aber der Trend ist doch deutlich.
Dass Lotto eine Art "Dummensteuer" darstellt, kann ich so nicht stehenlassen. Wenn man das Lottospielen nur als eine Art Vermögensanlage betrachtet, dann ist diese Einschätzung zwar richtig. Aber Lotto stellt für viele Leute auch einfach Unterhaltung dar. Problematisch wird das erst wenn Leute signifikante Mengen ihres Einkommens dafür ausgeben.
Man kann Lotto auch rational begründen. Wenn ich gerne einmal reich sein würde, dann ist meine Chance dafür als Bezieher eines niedrigen Einkommens bei normalen Geldanlagen gleich 0. Bei Lotto verliere ich zwar in aller Regel das eingesetzte Geld, aber meine Chance auf Reichtum ist größer als 0 (wenn auch nicht viel größer).
Ich persönlich spiele kein Lotto, könnte mir das aber schon mal ab und an vorstellen... aber nur mit kleinen Beträgen.
Die Aussage von Lotterien als "Strafsteuer für Dumme/Arme" mag die statistischen Erkenntnisse sehr pointiert (oder eher: sarkastisch) zusammenfassen. Wenn es so wäre, ist es dennoch eine der wenigen mir bekannten Steuern, über deren Höhe man eigenständig und freiwillig bestimmen kann. Die weiterführende Diskussion - sollte man dies moralisch zulassen? - mündet dann schnell in unterschiedlichen Menschenbildern und der abgeleiteten Rolle des Staates.
@Markus
Die "Freiwilligkeit" ist hier durchaus relativ. Zum Einen spielt die zum Teil recht massive Werbung, die (zumindest in New York) die Gewinnchancen nicht ganz eindeutig vermittelt, eine große Rolle: Wenn beispielsweise die Chance mit "eine in Neun" angegeben wird, dann gilt dies ja nur für die niedrigste Gewinnklasse (z.B. ein Freilos). Dass die Chancen für den Hauptgewinn in der gleichen Tageslotterie (i.d.F. wären das etwa 50.000 Dollar in New York) bei 1:575.757 liegen, verrät die Werbung nicht. Ein gewisses Maß an Irreführung ist da schon im Spiel. Und das mag man bei privaten Unternehmen irgendwie ja hinnehmen wollen – wenn der Staat, der nun mal eine größere Sorgfaltspflicht gegenüber dem Bürger hat, solche Spiele spielt, wird das schon fraglicher.
Mit Dummheit hat das meiner Meinung nach gar nichts zu tun. Denn es sind ja keine Berechnungen, die die Leute zur Lottoannahme treiben, sondern Hoffnungen. Wenn ich dumm bin, weiß ich nur, daß meine Chancen beim Lottospielen sehr schlecht stehen. Ich weiß aber nicht, wie schlecht genau. Wenn ich klug bin, kann ich meine Chancen ganz genau ausrechnen. Aber der Bauch fühlt eine Chance von 1:1000.000 wohl kaum anders als eine Chance von 1:1000.000.000.000.000. Wenn sich ein Dummer auch um 9 Stellen verrechnet, das Bauchgefühl wird ihm genauso sagen, deine Chancen stehen schlecht. Die Intuition rechnet nicht mit Kommastellen. Die kategorisiert in sehr gut bis sehr schlecht.
Man hat doch irgendwo kürzlich herausgefunden, daß Menschen nach dem Kauf eines Lotoscheines in einem gewissen Glücksgefühl leben, eine Vorfreude. Auch, wenn die Chancen noch so schlecht sind. Und da sehe ich den Kanckpunkt: Lotto als Kick. Geld und Glück korreliert. Hartz IVer leben zu oft im dumpfen Alltagstrott, ohne Kick. Wo sollen die sich den auch herholen. Von der Mittwochsziehung zur Samstagsziehung und dann wieder zur Mittwochsziehung. Da brauche ich nur 2 Scheine und habe jede Woche das kleine Hochgefühl der Vorfreude.
Daher meine ich, nicht wegen der Bildung, sondern wegen der fehlenden Kicks finden Lotto-Unterschichteneinkäufe statt. Und dann wäre ein Lottoverbot ja ne schlimme Sache, dann nähme man den Ärmsten die letzte Hochstimmung.
>"Und dann wäre ein Lottoverbot ja ne schlimme Sache, dann nähme man den Ärmsten
>die letzte Hochstimmung."
Sicher. Etwa so wie in der Kurzgeschichte "Das Trockendock" von Stefan Anders (ist die eigentlich heute immer noch ein Standarttext in Deutsch-Lesebüchern, wie zu meiner Zeit?), in der es ja auch darum geht, dass die wohl gemeinte Idee, durch den Bau eines Trockendocks die gefährliche Arbeit des "Freischlagens" beim Stapellauf überflüssig zu machen, bei den derart "Erlösten" – Strafgefangenen, die sich durch diesen lebensgefährlichen Einsatz eine Begnadigung verdienen konnten – gar nicht gut ankommt; der Erfinder des Trockendocks wird von einem Gefangenen aus Rache erschlagen. Bleibt für mich trotzdem immer noch die Frage: Sind staatliche Ressourcen nicht besser darauf zu verwenden, Armut und Ausweglosigkeit zu verhindern, als den Armen/Ausweglosen noch zusätzlich das Geld aus der Tasche zu ziehen – für ein im Prinzip eher irrationales "High"?
Hallo Herr Schönstein,
zu ihren Blogbeitrag ist überigens vor Kurzem auch eine deutsche Studie von Jens Beckert aus dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung erschienen. Dabei geht es auch um die ungerechte Umverteilung der Abgaben. Denn wer Lotto spielt finanziert Angebote wie Breitensport, Museen usw. mit - nutzt diese Angebote jedoch selten. Weitere Infos dazu finden Sie unter:
http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2008/pressemitteilung20080714/index.html
Ich denke Lotto ist auch gerade ein Halt für sozialschwächere Teile unserer Gesellschaft und lässt sie zumindest im Glauben, dass sie möglicherweise plötzlich reich und damit ihre geselltschaftliche Situation verbessern könnten. Von daher sollte man es nicht als eine "Sondersteuer" betrachten, sondern als eine fiktive, wöchentliche "Beruhigungstablette" der unteren Schichten.
Meiner Meinung nach setzt Hartz IV ganz klar eine Grenze: Wer da angekommen ist, hat nicht einmal mehr das Geld für den Lottoschein und den damit verbundenen Traum von einer besseren Zukunft. Es sind wohl eher die Bezieher von geringeren bis mittleren Einkommen, die Lotto spielen. Interessanterweise scheint es da kaum einen Unterschied zu machen, ob man bei Online-Anbietern wie https://www.tipp24.com spielt oder seinen Schein persönlich abgibt. Einige ganz interessante Statistiken zu diesem Thema ("Wer spielt Lotto und warum?) findet man auch hier:
http://de.statistica.org/statistik/diagramm/studie/12595/umfrage/häufigkeit-von-lotto-oder-toto-spielen/-115k
Letztlich muss jeder selbst entscheiden, für welche Vergnügungen er sein Geld ausgibt. Lotto ist auch nicht schlimmer als Bier. Vor den Auswirkungen von Dummheit ist nun mal kein umfassender Schutz möglich.
lotto macht süchtig auf jeden fall, der Staat nutzt das aus!