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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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11.06.08 · 08:15 Uhr
Eine Energie spendende Windmaschine
Kategorie: Technik·Umwelt · Kommentare: 3
Stromerzeugung durch künstliche Tornados? Ich muss zugeben, meine erste Reaktion auf diese Idee war, dass da wohl jemand zu lange in der Sonne gelegen haben muss. Aber das US-Magazin Popular Science ist von dieser Idee des kanadischen Ingenieurs Louis Michaud so überzeugt, dass es mit einer Umsetzung in die energiewirtschaftliche Praxis noch innerhalb der nächsten fünf Jahre rechnet.
Dass Tornados eine höllische Energie speichern können, zeigen die immer wieder gleichen Bilder der Verwüstung, die diese wild gewordenen Windhosen anrichten können (neuerdings, wie ich höre, auch immer öfter in Deutschland). Doch die Idee, erst einen küstlichen Tornado zu erzeugen und ihn dann zur Stromgewinnung zu melken, schien allem zu Widersprechen, was ich über Thermodynamik wusste (was, zugegeben, nach wissenschaftlichen Maßstäben nicht übermäßig viel ist). Irgendwo muss der Sturmwirbel ja erst mal seine Energie hernehmen ...
Nachdem ich dann die Materialien angeschaut habe, die Michaud über seine "Atmospheric Vortex Engine" ins Web gestellt hat, ist meine Skepsis schon ein wenig geschrumpft. Denn dieser Tornado - genauer gesagt, ein künstlicher, stationärer Luftwirbel mit ca . 45 Metern Durchmesser - würde erst mal mit einem Starter-Aufwand von 2000 Megawatt "angeworfen" (aha!); um ihn zu erhalten, soll aber dann schon die Abwärme von Industriebetrieben, geothermische Energie oder von der Sonne aufgeheiztes Meer- oder Abwasser genügen. Die Leistung dieses Wirbel-Windkraftwerks soll bei etwa 200 Megawatt liegen; das ist etwas weniger als ein Drittel dessen, was ein gewöhnliches Kohlekraftwerk leistet.
Die Generatoren werden von der Luft angetrieben, die der Unterdruck an der Basis des Wirbels einsaugt; das Prinzip ist dem des "Solar Chimney" (Aufwindkraftwerk) vergleichbar - mit dem Unterschied, dass dem Luftwirbel keine baustatischen, die Leistung stark einschränkenden Höhengrenzen gesetzt sind.
Autor: Jürgen Schönstein· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (3)
Hallo Herr Schönstein, gut, dass ich Sie hier gefunden habe. Ähnlich wie Sie stehe ich
dieser "neu" entdeckten Technologie zweifelnd gegenüber. Dennoch finde ich das
Ganze äusserst spannend; denn das wäre das non plus ultra zur autarken Stromver-
sorgung im Wohnbaubereich!, um endlich aus der Abhängigkeit der EVU herauszukom-
men. Ganz abgesehen von der Umweltschonung, da man praktisch ohne CO2- Ausstoss
Energie nutzen könnte. Hier in Deutschland gibt es ebenfalls Forschungen auf diesem
Gebiet. Angedacht sind 5 KW- Anlagen für die autarke Energieversorgung von Ein- und
Zweifamilienhäusern. Angeblich sollen diese Maschinen bereits marktreif sein; aber ich vermisse ihre Präsenz. In der Weiterführung wird an einem Implosionsmotor ge-
forscht, der auf der gleichen Basis arbeiten soll, jedoch wesentlich höhere Erträge bringen soll. Gern übersende ich Ihnen einen Link mit einem Info- Video, wenn Sie
mögen. Dann müsste ich allerdings Ihre email- Adresse dazu haben. Viele Grüsse aus
"wild east" und schönes Wochenende, KlausManderscheid
Hallo Herr Schönstein, gut, dass ich Sie hier gefunden habe. Ähnlich wie Sie stehe ich
dieser "neu" entdeckten Technologie zweifelnd gegenüber. Dennoch finde ich das
Ganze äusserst spannend; denn das wäre das non plus ultra zur autarken Stromver-
sorgung im Wohnbaubereich!, um endlich aus der Abhängigkeit der EVU herauszukom-
men. Ganz abgesehen von der Umweltschonung, da man praktisch ohne CO2- Ausstoss
Energie nutzen könnte. Hier in Deutschland gibt es ebenfalls Forschungen auf diesem
Gebiet. Angedacht sind 5 KW- Anlagen für die autarke Energieversorgung von Ein- und
Zweifamilienhäusern. Angeblich sollen diese Maschinen bereits marktreif sein; aber ich vermisse ihre Präsenz. In der Weiterführung wird an einem Implosionsmotor ge-
forscht, der auf der gleichen Basis arbeiten soll, jedoch wesentlich höhere Erträge bringen soll. Gern übersende ich Ihnen einen Link mit einem Info- Video, wenn Sie
mögen. Dann müsste ich allerdings Ihre email- Adresse dazu haben. Viele Grüsse aus
"wild east" und schönes Wochenende, KlausManderscheid
Hallo Herr Schönstein, schön Sie hier gefunden zu haben. Anfangs stand ich ebenso dieser Technologie zweifelnd gegenüber. Doch ich weiss, dass hier auch geforscht wird und ich habe ein Info- Video dazu von Dr. M. Haug, der mit Ing. Schatz zusammen
arbeitet. Die Maschine soll marktreif sein, ist aber leider noch nicht am Markt. Soweit ich weiss, wird sie derzeit vom TÜV geprüft, um die Zulassung zu erhalten. Das wäre
doch das "Non Plus Ultra" in Richtung autarker Energieversorgung und Abschied von
der Abhängigkeit zu den sog. EVU- Multis.Wenn Sie den link für das Infovideo haben
möchten, senden Sie mir bitte Ihre email- Adresse. Viele Grüsse und ein "happy week-
end", Klaus Manderscheid