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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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30.01.08 · 08:23 Uhr

Der Adam (oder die Eva) der Blauäugigen

Kategorie: Naturwissenschaften

Irgend wie erinnert mich das an die 90-er-Jahre-Diskussion um die Urmutter "Eva" der Out-of-Africa-Theorie menschlicher Entwicklung, aber Professor Hans Elberg von der Universität Kopenhagen ist überzeugt, dass alle blauäugigen – nur im physiologischen, nicht übertragenen Sinn – von einem einzigen Vorfahren,  (ob männlich oder weiblich, wird nicht gesagt) abstammen, der/die vor sechs- bis zehntausend Jahren lebte. Eine einmalige Mutation des "OCA2"-Gens – das mit der Produktion von Melanin, also dem Pigment, das Augen, Haut und Haare braun färbt - habe die Menschheit fortan mit dieser bei Modellagenturen und in Hollywood so begehrten Augenfarbe beglückt.


Wie bei der "Eva"-Theorie, die eine gemeinsame Urahnin aller Menschen vor etwa 140.000 im heutigen Zentralafrika "entdeckt" haben wollte,  wurde als Zeitmesser die so genannte mitochondrische DNA gewählt, die in der Eizelle und daher über die mütterliche Linie von Generation zu Generation ungemischt weiter gegeben wird. Mutationen, die über die Zeitläufte hinweg mit einer gewissen (und relaiv konstanten) Frequenz auftreten, dienen dabei als Taktgeber dieser biochemischen Uhr.

Biologen und andere Fachleute mögen mir meine Ignoranz verzeihen, aber wenn ich mich aus meiner Schulzeit noch recht an die Mendelschen Regeln erinnere, werden blaue Augen rezessiv vererbt. Will heißen: Die Anlage muss schon von Papa und Mama beigesteuert werden, damit sie zur Ausprägung kommt. Das bedeutet aber, dass es auch mindestens zwei Mutanten – einen Mann und eine Frau, ist doch klar – gegeben haben müsste. Aber wenn's für zwei Mutanten reichte, warum dann nicht für vier, acht, dreihundert, tausend ...

 

Autor: Jürgen Schönstein· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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