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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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25.01.08 · 15:39 Uhr

Akademische "Kohle"-Gruben

Kategorie: Politik

 34,6 Milliarden Dollar sind eine ganze Menge Geld – diese Summe entspricht dem kombinierten Bruttosozialprodukt (der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen) der EU-Staaten Estland und Lettland des Jahres 2007. Oder dem addierten Vermögen der beiden reichsten Deutschen, Karl und Theodor Albrecht (Aldi). Oder auch dem Stiftungskapital der Harvard-Universität, die dadurch mit Abstand die reichste Uni Amerikas ist. Allein im vergangenen Jahr hat Harvard sein Kapital um sechs Milliarden Dollar aufstocken können – und liegt damit voll im Trend, wie die Zeitung USA Today berichtet.

Die Zahl der US-Universitäten, die über mindestens eine Milliarde Dollar Stiftungskapital verfügen können, ist im vergangenen Jahr um 14 auf insgesamt 76 geklettert (vor fünf Jahren waren es gerade mal die Hälfte). Die Top 10 werfen, zusammen gerechnet, 144 Milliarden Dollar in die Waagschale. Die fünf reichsten Unis sind:
1. Harvard: 34,6 Mrd. $
2. Yale: 22,5 Mrd. $
3. Stanford: 17,1 Mrd. $
4. Princeton: 15,8 Mrd. $
5. University of Texas: 15,6 Mrd.

Der Haken ist nur, dass ausgerechnet die reichsten Unis am liebsten auf ihrem Geld sitzen: Sie geben nur magere 4,4 Prozent ihres Stiftungskapitals aus (0,2 Punkte unter dem Durchschnitt) - das ist gerade mal ein Viertel der Renditen, die sie aus dieser "Kohlegrube" erwirtschaften. Und darum wolenl sie der demokratische Senator Max Baucus und sein republikanischer Kollege Charles "Chuck" Grassley nun zwingen, mindestens fünf Prozent auszuschütten, bevorzugt für Stipendien.


 

Autor: Jürgen Schönstein· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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