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Anke Bebber ist Dipl. Geologin. Sie studierte bis 2005 in Leipzig und diplomierte zum Thema Selachier. Paläontologie war seit sie denken kann ihre Faszination. Mittlerweile ist sie Mutter dreier Kinder, lebt, bloggt und arbeitet in Jena.
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19.05.11 · 14:45 Uhr
Warum Schlangen fast Drachen sind.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 12
In der Grube Messel wurde mal wieder ein spektakulärer Fund gemacht. Oder eher: Ein spektakulärer Fund der Grube Messel wurde untersucht und brachte sehr interessante Zusammenhänge zutage. ODER: Ein wa(h)ranisch-serpentologisch-faszinierendes Ergebnis lieferte die Untersuchung eines Messelfundes.
Genug der Wortspielereien, lassen wir die Fakten sprechen.
47 Mio Jahre - so alt ist die Eidechse, die in der Grube Messel für eine evolutionstechnisch interessante Schlussfolgerung sorgte. Das Fossil der Art Cryptolacerta hassiaca steht als "Brückentier" zwischen Echten Eidechsen (Lacertidae) und Wurmschleichen (Amphisbaenia). Bisher ging man davon aus, dass die runde Kopfform der Wurmschleichen als Wegbereiter der Schlangen galt, bei denen sich dann "nur noch" die Beine zurückbildeten.
Die neuen Ergebnisse öffnen aber die Türen für weitere Möglichkeiten. So hat sich die Körperform von Schlangen und Wurmschleichen offenbar konvergent entwickelt, denn letztere und Eidechsen haben in Gattungen wie Cryptolacerta einen gemeinsamen Vorfahren.
Die Schlangen entwickelten sich nicht aus den Lacertiden, sondern haben mit den Waranen gemeinsame Abstammungslinien.
Es ist schon spannend, was die Forschung heute dank CT und anderen Hightechmethoden herausfinden kann.
Wer mehr dazu lesen möchte, kann sich hier mal schlau machen.

Autor: Anke Bebber· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (12)
Schön mal wieder was aus der ehemaligen Mülldeponie zu hören ;)
Habe dort mal bei einer Exkursion selber Schieffer spalten dürfen und auch gleich ein kleines Fischchen gefunden, durfte es aber leider nicht behalten
Wo geht denn da jetzt das CT ein?
Dass Schlangen, Warane und Mosasaurier evolutionär zusammengehören, ist aber ja schon länger eine gängige Theorie...
Ulkig, hab mich grad gestern durch die Wikipedia gewühlt und bin beim Thema Warane hängen geblieben und war fasziniert von der vermuteten Verwandschaft von Schlangen Waranen und Mosasauriern. Zufälle gibts...
@Martin
Ja, die Theorie ist nicht wirklich neu. Aber ein weiteres, drängendes Indiz darf doch schonmal eine Nachricht wert sein, denke ich?
Das Fossil wurde per CT untersucht, deswegen erwähnte ich es.
@Anke
klar darf es das - die Formulierung schien mir nur zu implizieren, dass man das erst durch diesen Fund weiß...
Ich hatte ein Deja-Vu, als ich den Blogeintrag gelesen habe. Ich hab heute das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe von Nature überflogen, und hier isser, der Link auf die Originalquelle (leider nur gegen Bezahlung).
Ja, die Mülldeponie... wurde die Grube nicht erst Ende der 80er für die Wissenschaft gerettet?
A propos Wortspiele: bei "Wurmschleichen" dachte ich an die fünfte Gangart bei der Bundeswehr. Wobei "Blindschleichen" noch eins schwieriger wäre...
@ Anke
Hallo,
ist das nicht schon mehr als ein Indiz? Dieser Fund wird als missing link bezeichnet ( http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-13446-2011-05-19.html ), außerdem gibt es auch stützende genetische Untersuchungen. Mal davon abgesehen, dass es faszinierend ist, was solche Untersuchungen verraten.
@Theres
Korinthenkack: Jede Art ist in ihrer jeweiligen Art und Ausbildung ein "missing link". Das soll bitte nur eine Anmerkung sein.
Mich persöhnlich stört einfach "missing link" in Hinblick auf ID u.ä. Egal wie viele Links eine Entwicklung aufzeigen, wird dennoch nach dem "missing link" zwischen 'STU' und 'XYZ' geplärrt.
Ansonsten: Eine schöne Entdeckung!
@s.s.t.
Right. Ich habe den Begriff auch nicht veröffentlicht, trotzdem wüßte ich gern, ob das nicht ein sehr starker Beleg ist - genetische Untersuchungen und körperliche am Fossil belegen das Gleiche. Wie nennt man das korrekt, wissenschaftlich?
Hallo.
"Missing link" ist für mich ein no-go, da diese Formulierung bedeutet, Art B entwickelte sich in direkter Linie aus Art A. Und das ist schlichtweg Blödsinn. Es handelt sich bei "Weiterentwicklung" immer um Gabelungen, niemals um lineare Linien. Man kann Gruppen zu Familien oder Ordnungen vereinen, aber auch diese großen Vereinigungen stehen an Gabelungen und nicht an Linien.
Von daher ging ich bewusst nicht auf die "missing link" Geschichte ein.
Guten Abend, Anke. Okay, es ist auch ein Modewort geworden, wie es scheint, oder Unwort wegen ID? Darauf wollte ich sowieso nicht hinaus, mich über Unfug zu streiten liegt mir ebenfalls fern, nur darauf, wie stark der Beleg ist, wie belastbar. Jedenfalls vielen Dank für die schnelle Antwort.