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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

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21.01.11 · 09:23 Uhr

35.000 tote Fische...

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 3

...trieben im August 1997 in der Harzer Holtemme. Ein Vorfall, an den man angesichts der derzeitigen Debatte um das "noch nie zuvor dagewesene" Massensterben von Vögeln und Fischen vielleicht mal wieder erinnern kann.

"Mysteriöse" Massentiersterben beschäftigen ja derzeit weltweit die Medien: 83.000 tote Fische im Arkansas River, 40.000 tote Fische in Hampton, 10.000 tote Fische am Jersey Shore... Dass Fisch- und Vogelsterben keine Vorboten der Apokalypse sind, hatte Florian schon hier erläutert - und für das Vogesterben hat sich ja mittlerweile auch eine plausible Ursache gefunden. Auch für das Massensterben von Fischen gibt es eine ganze Reihe von möglichen Auslösern wie etwa Kaltwasserstress oder Eutrophie - eigentlich mal ein gutes Thema für einen ResearchBlogging-Post, zu dem mir aber derzeit leider die Zeit fehlt...

Unabhängig davon hat mich die ganze Diskussion um massenhafte Fisch- und Vogelsterben an einen Vorfall erinnert, der sich vor 13 Jahren hier in Wernigerode zugetragen hat: Im August 1997 trieben plötzlich 35.000 tote Fische - hauptsächlich Bachforellen, Elritzen und Groppen - in einem nur etwa 10 Kilometer langen Flussabschnitt der Holtemme. Im Archiv des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins habe ich dazu noch einen Bericht des MDR über das durch eine Ammoniak-Havarie ausgelöste Massensterben gefunden:

Fischsterben01.jpg

Fischsterben02.jpg

Fischsterben03.jpg

Fischsterben04.jpg

Auch damals ist die Welt übrigens nicht untergegangen - obwohl es für dieses wie auch für jedes andere Jahr natürlich entsprechende Vorhersagen gab. Es vergingen allerdings noch mehrere Jahre, bis sich die Fischbestände im Gewässer wieder einigermaßen erholt hatten.

Wenn ich in den nächsten Monaten (hoffentlich) die Zeit dazu finde, werde ich mich in die Vereinsarchive vertiefen und sehen, ob ich die Havarie mit ihren ökologischen wie auch juristischen (wie bemisst man den Geldwert eines Fisches?) Folgen mal im Detail für den "Frischen Wind" aufarbeiten kann...

 

Autor: Christian Reinboth· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)

Was passiert eigentlich bei einem Wildfisch-Symposium? · Frischer Wind · 05.09.11 · 14:05 Uhr


Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink Alexander· 21.01.11 · 12:27 Uhr

Äußerst mysteriös, dass das mysteriöse Fisch- und Vogelsterben auf einmal nicht mehr mysteriös sein soll...

Kommentar-Direktlink BreitSide· 22.01.11 · 22:06 Uhr

Mystisch? Mistich? Müsstich mal nachschaun, ob Myster Iös nicht dahinter steckt...

Wär das nicht ein Fall für Galli Leo Misterei oder so?

Im Ernst, warum schlagen auf einmal bei so Sachen immer so viele Knallköppe auf, die sich damals einen Dreck um die Massensterben gekümmert hatten?

Tiere, die leben, sterben auch einmal. Und wenn sie im Schwarm leben, können sie auch im Schwarm sterben, wenn die Bedingungen entsprechend sind. Gerade, wenn einer offensichtlich große Mengen NH3 ins Wasser lässt.

Vor 30 oder 40 Jahren, als Kläranlagen noch nicht so in Mode waren, kam sowas noch häufiger vor.

Kommentar-Direktlink Immobilienmakler Wiesbaden· 24.01.11 · 14:07 Uhr

Seh ich genauso, das Massensterben gibt es schon seit Ewigkeiten immer mal wieder.
Nichts aufsehenerregendes.

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