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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
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27.10.10 · 18:33 Uhr
Eine Frau mit Handy - im Jahr 1928?
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 18
Im Internet macht mal wieder eine spaßige Theorie die Runde: Zeigen Archivaufnahmen von einer Charlie Chaplin-Premiere aus dem Jahr 1928 eine Frau, die in ein Mobiltelefon spricht? Und handelt es sich dabei womöglich um eine Zeitreisende?
Kuriose Theorien sind ja normalerweise nicht so mein Ding, aber diese fand ich einfach zu charmant, um sie der SB-Leserschaft vorzuenthalten: Auf einer DVD-Kollektion, die dem filmischen Lebenswerk Charlie Chaplins gewidmet ist, finden sich auch unkommentierte Archivaufnahmen der Premiere seines Films "The Circus" im Jahre 1928. George Clarke, einem britischen Filmemacher und bekennendem Chaplin-Fan, ist darin die vielleicht fünfsekündige Aufnahme einer älteren Dame aufgefallen, die die Straße vor dem Theater entlangläuft und dabei in ein kleines Gerät zu sprechen scheint (das allerdings nicht klar erkennbar ist). Die Hand- und Fingerhaltung sowie die Lippenbewegungen entsprechen ziemlich genau dem Bild, das wir wohl mehr oder weniger alle abgeben, wenn wir mit dem Handy in der Hand unterwegs sind. Und das sorgt natürlich für wilde Spekulationen...
Das Offensichtliche zuerst: Natürlich ist es kein Handy, denn 1928 = kein Netz. Wenn wir mal die Zeitreisetheorie als unwahrscheinlichste aller möglichen Erklärungen ganz hinten anstellen, was käme noch in Frage? Vielleicht ein kleines Hörrohr? (ist ja aber niemand in der Nähe) Oder ein Stück Stoff? (Ohrenschmerzen) Ein cleverer Publicity-Stunt von George Clarke? (das wäre mal wirklich durchschlagendes virales Marketing...) Oder leidet die Frau vielleicht unter einer schizophrenen Psychose - schließlich denkt nicht jeder, der auf der Straße mit sich selbst spricht, dass er das tatsächlich tut...
Es darf wild spekuliert werden. Vielleicht hat ja ein SBler die zündende Idee...
Autor: Christian Reinboth· 18 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (18)
...
Was ich bemerkenswerter finde, ist das Samsung Fernsehgerät. Die Firma Samsung wurde erst 10 Jahre später gegründet und hat erst noch später Fernsehgeräte hergestellt. Wie konnten die also damals schon Fernsehgeräte filmen.
Die Alternativhypothese dass jemand das von einem Fernsehgerät abgefilmt hat erscheint unwahrscheinlich. DVDs sind digital, es ist ein leichtes direkt die Daten davon zu verwenden.
Die Dame war beim Zahnarzt und hat nach der Behandlung einen Kühlakku bekommen um die Schmerzen zu betäuben. Ein weiteres (psychologisches) Mittel gegen die Schmerzen ist das beherzte Fluchen, wahrscheinlich über den Zahnarzt...
@Casandro: Auf youTube gibt es auch Fassungen des Videos ohne Samsung-Logo - die von mir verlinkte Version hat also offenbar tatsächlich jemand von einem Fernseher abgefilmt:
http://www.youtube.com/watch?v=EJ0VR0ktmRo
Tja, was sieht man auf dieser historischen Aufnahme? Man sieht eine ältere Dame, die sich etwas an die Backe drückt, der Handhaltung nach mit einiger Kraft. Letztliche Klarheit wird man nicht finden können, aber ich fühle mich etwas an z.B. Illustrationen von Wilhelm Busch wie diese hier erinnert:
http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/02/buschzahn1-400x274.jpg
Bei einer Frau in fortgeschrittenem Alter und in 1928, in einer Zeit, in der die Zahnmedizin, -hygiene und -prophylaxe auch noch nicht so weit vorangeschritten war, könnte es sich durchaus schlicht und einfach um jemanden Handeln, der sich einen kühlenden Lappen oder sonst etwas auf die Backe drückt, um den Schmerz zu lindern.
vielleicht ein iPod Touch, das wlan und skype kann :)
Ah, ecidoryp war schneller :)
Gedankliches Notiz für meine künftigen Zeitreisen:
1. Lass das Ding stecken, wenn du im Blickfeld 'ner Kamera läufst.
2. Terry Pratchett hatte recht, man sieht nur das, was man sehen will. Die Leute aus der Zukunft werden das eh nicht glauben.
(Time-)Invader Tr.
Apollo war noch früher mit seinem Handy. Und hier gibts noch ein paar Zeitreisende mit Handy, die die Kamera nicht bemerkt haben...
@Alexander
Och, nun ist vorbei mit den Spekulationen. Einfach reinretouchiert?
Aber Apollos Rätsel bleibt. Ich vermute er hat das iPhone Merkur geklaut.
@Alexander, Ali: Wie kann man da nur gleich Betrug wittern...? Gut, auszuschließen ist es natürlich nicht, ich hoffe doch aber, dass wenigstens einer der Journalisten, die die Story inzwischen auch entdeckt haben, die Authentizität der Aufnahmen überprüfen wird. Die Zahnschmerzen halte ich bis dahin erst mal für wahrscheinlicher...
Selbst wenn sie ein Handy gehabt haben sollte, wie kann sie denn telefonieren ohne Handynetz?;)
http://hearing.siemens.com/sg/10-about-us/01-our-history/milestones.jsp?year=1924
Oh. Das steht ja auch schon im Text sry :D
Tipp des Tages von einem Slashdotter
Dort wurde das Video mit Interview vorgestellt http://idle.slashdot.org/story/10/10/28/1545230/1928-Time-Traveler-Caught-On-Film
http://hearing.siemens.com/sg/10-about-us/01-our-history/milestones.jsp?year=1924
Tragbarer PHONOPHOR: special telephone receiver for the hearing-impaired, invented by Werner von Siemens
KEIN HANDY ALLES NUR GESCHWÄTZ DIE SEITE ZEIGT DAS ES EIN TRAGBARER MICROFON VERSTÄRKER WAR.
Schade war zu langsam. Aber das war auch sofort mein Gedanke: Die Dame hat Zahnschmerzen, drückt etwas Kühlendes auf die Wange und jammert und schimpft dabei vor sich hin.
Wenn in der Zukunft Zeitreisen möglich sein sollten, müssten wir dann nicht ständig Leute aus der Zukunft in unserer Vergangenheit sehen???
Wenn jemand in der Zukunfts nicht möchte, dass man in seiner Vergangenheit von seinen Zeitreisen erfährt, könnte er ja jede Entdeckung in der Vergangenheit ungeschehen machen...