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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
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16.07.09 · 19:23 Uhr
RTL entlarvt Helmut Schmidt als Urheber des "Klimaschwindels"
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 24
Heute ist mir ein RTL-Bericht zum Thema "Klimaschwindel" in die Hände gefallen, den man einfach gesehen haben muss um zu glauben, dass sowas tatsächlich gesendet wurde. Unglaubliche Verschwörungstheorien mit Professor Gerlich und Birgit Schrowange.
Ein echtes Highlight findet sich gleich im ersten Teil (ab Minute 3):
"Die deutsche Politik ist noch nicht einmal in der Lage die Krankenkassenbeiträge zu begrenzen. Gleichzeitig sagt man aber, man könne die Welttemperatur begrenzen. Das ist natürlich völlig absurd."
...und das sagt nicht etwa der RTL-Kommentator, sondern einer der befragten Experten - der Autor Dirk Maxeiner. Der Vergleich von Krankenkassenbeiträgen und Temperatur liegt zwar nicht wirklich nahe, aber naja...
Im dritten Teil (ab Minute 9) kommt es sogar noch besser:
"So war das ja übrigens entstanden diese Treibhausdiskussion: Das hatte Helmut Schmidt (!) gesagt - als Argument für die Kernkraftwerke - er will nicht dass die Enkel ersticken. Und dann hat man festgestellt, dass man CO2 verzehnfachen kann und dann erstickt man trotzdem noch nicht. Und da musste man sich ausdenken, dass das irgendwie mit der Temperatur schlecht sei."
...sagt der der Brauschweiger Professor Gerlich. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Um Helmut Schmidt einen Grund für den Bau weiterer Kernkraftwerke zu liefern, hat man sich in den 70er Jahren den Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2 einfach ausgedacht. Deutsche Geschichte - präsentiert von RTL.
Und sozusagen als Sahnehäubchen nochmal Maxeiner in Teil 4 (ab Minute 2.5):
"Klimamodelle sind noch nicht einmal in der Lage, die Wolkenbildung nachzustellen oder zu simulieren. Jeder weiß, wenn eine Wolke vor die Sonne tritt im Sommer wenn man im Freibad ist dann wird es sofort kühler. So etwas kann noch nicht einmal simuliert werden, daran sieht man wie stark vereinfacht doch diese Klimamodelle sind".
Eine ganz wunderbare Verquickung von Wetter und Klima, die man im Grunde gar nicht mehr kommentieren kann. Ebenfalls mit dabei ist Wolfgang Thüne, dessen dramatischer Appell an unsere Bundeskanzlerin zum Thema Klima sich bei Georg ansehen lässt. Auch einiges an Videomaterial aus dem berüchtigten Film "The Great Global Warming Swindle" wird im RTL-Bericht (in übersetzter Form) zweitverwertet - sozusagen "GGWS Reloaded".
Teil 1:
Teil 2:
Teil 3:
Teil 4:
Teil 5:
Mal sehen.... sind alle wichtigen Zutaten vorhanden?
- "Es geht nur um die Forschungsgelder" - check
- "Ein wärmeres Klima wäre gut für uns alle" - check
- Durcheinanderwerfen von Wetter und Klima - check
- "Der Klimawandel ist eigentlich eine Religion" - check
- Wilde Verschwörungstheorien (Helmut Schmidt) - check
- "CO2 hat auf das Klima so gut wie keinen Einfluss" - check
- "Andersdenkende Wissenschaftler werden verfolgt" - check
- Hintergrundmusik aus Mission Impossible und Kill Bill - check
- "Die mittelalterliche Warmzeit widerlegt den Klimawandel" - check
- Verhältnis Meteorologen : Klimatologen liegt etwa bei 10:1 - check
- "Die Klimahysterie ist ein Riesengeschäft für Umweltschützer" - check
- Niemand, der die Mainstream-Meinung vertritt, kommt auch nur zu Wort - check
- "Weil sich das Klima schon immer geändert hat, ist der Mensch unschuldig" - check
- "Weil in den 70ern vor einer Eiszeit gewart wurde, ist Klimaforschung Mist" - check
Alles dabei? Na wunderbar - dann steht dem Facepalm ja nichts mehr im Wege...
Zuschauerfragen zum Programminhalt nimmt RTL hier entgegen. Die Erstausstrahlung des Berichts soll irgendwann im letzten Jahr gewesen sein...
Autor: Christian Reinboth· 24 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (24)
Wolkenbildung hat tatsächlich einen Einfluss auf das Klima (sic!). Wird von niemanden bestritten (nur die Höhe natürlich). Eigentlich war aber M. Thatcher Triebfeder des Klimaschutzes. Als die Kohlearbeiter in den 80er streikten, musste sie die unpopuläre Kernkraft pushen. Folge war u.a. die Gründung des IPCC.
@Namenlos: Bestreitet ja auch keiner - aber deshalb zu behaupten, ein Klimamodell wäre wertlos, wenn es nicht die Bewegung einzelner(!) Wolken vorhersagen kann, ist einfach nur albern. Zwischen Klima und Wetter sollte man schon unterscheiden...
Genial. Paranoia at its best.
@namenlos
Thatcher hat mit der Entwicklung der Klimapolitik soviel zu tun wie mit der Modeentwicklung in den 80ern.
Thatcher hat während ihrer dritte Amtszeit (nach 1987) unerwartet viel Zeit auf Umweltthemen verbracht. Sie war notamment am Protokoll von Montreal beteiligt. In Sachen Energie ging es viel mehr um Erdgas aus der Nordsee als Atomkraft. Die haben nur einen AKW in Betrieb genommen, den bei Sizewell. Sie war als einzelne britische Premierminister Wissenschafterin (Chemie)...
Ich bin so froh, dass ich schon vor Jahren den Fernseher abgeschafft habe. Die Kabel-BW wollte das gar nicht glauben. Da kam extra einer vorbei um die Dose zu verplomben ;-)
Fernsehen ist totaler Müll (außer Simpsons und Futurama und die gibt's auf DVD)
Ich habe die ersten sieben Minuten angesehen und mußte jetzt mit zitternder Hand abschalten. Unglaublich. Riskiert man mit sowas nicht die Sendelizenz? Gruselig. Und klar, daß Maxeiner und Co. hier ne tolle Bühne haben und sich als Ketzer gegen die böse Klimawandelverschwörung aufspielen. Unglaublich... Bravo, RTL!
Ähm, hier muss ich Maxeiner aber mal in Schutz nehmen. Mag sein, dass die in den Bericht eingefügten Interview-Ausschnitte ziemlich lächerlich wirken, aber sein Buch Hurra, wir retten die Welt ist eigentlich ziemlich gut, weil es eben nicht beharrlich von einem Klimaschwindel oder einer Lüge spricht (wie es durchaus andere tun). Vielleicht lieber mal mit dem Buch und dem größeren Kontext seiner Ansichten beschäftigen, bevor man über zusammenhanglose Zitate herfällt.
@Marc: Das habe ich mich auch gefragt, aber offenbar ist die Sendelizenz nicht an sowas wie journalistisch akkurate oder auch nur sinnvolle Berichterstattung gebunden - natürlich ein gefundenes Fressen für alle Verschwörungstheoretiker. Empfehle übrigens noch mindestens die Durchsicht des dritten Teils mit Prof. Gerlich und Helmut Schmidt - wenn auch nur um die Hände nochmal richtig ins Zittern zu bringen...
@Thearcadier: Offen gesprochen habe ich von Maxeiners Büchern noch nie eins gelesen und kann seine Qualität als Autor daher in keinster Weise beurteilen - durchaus möglich, dass er gute Bücher schreibt. Die hier kritisierten Zitate stammen ja aber nicht aus seinen Büchern, sondern werden von ihm direkt in die laufende Kamera gesprochen...
Die Wolkenbildung wird wohl überhaupt nicht in Klimamodelle integriert. Das ist das Problem.
@Namenlos
Ich arbeite mein ganzes wissenschaftliches Leben mit den Wolkenmodellen in den Klimamodellen. Was soll ich sagen? Du liegst falsch, aber das wird dich nicht davon abhalten zu glauben, es besser zu wissen.
http://cfmip.metoffice.com/DS.html
Zu den Klimamodellen gabs gerade einen guten Beitrag auf "A Few Things Ill Considered" mit ein paar tollen Animationen: What does Climate Model output look like?
@ Christian
Hm, glaubst Du ernsthaft, dass man ihn mal eben für zwei Sätze vor eine Kamera gezerrt hat? Nicht wirklich. Das war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ganzes Interview, aus dem man dann diese Passagen ausgeschnitten hat.
Und ja, das oben genannte Buch ist durchaus empfehlenswert.
@Thearcadier:
Nein, das glaube ich auch nicht. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man seine Aussagen so zusammengeschnitten hat, dass etwas ganz anderes dabei herauskam, als er eigentlich ausdrücken wollte? Mal ganz abgesehen davon, dass das Beispiel mit der Wolke im Freibad nun wirklich nur in dem Fall akzeptabel gewesen wäre, wenn der nächste (weggeschnittene?) Satz gelautet hätte: "Aber das war jetzt eigentlich ein ganz schlechtes Beispiel..." Vom Vergleich des Beitragssatzes mit der globalen Temperatur mal ganz abgesehen...
Das Buch kommt trotzdem mal auf meine Leseliste, vielleicht taugt es ja wirklich was.
Also dieses Krankenkassenbeispiel taucht auch im Buch auf, wirkt aber im Kontext weit weniger bescheuert.
Das zweite mag tatsächlich verunglückt sein.
Hm... Ich bin absoluter Laie und habe auch kein Fernsehen und war eigentlich immer der Meinung, dass das alles übertrieben wird, bis ich intensiver Georgs Blog las. Jetzt bin ich wieder verunsichert.
Generell möchte ich aber auf einen Punkt hinweisen, der auch speziell für die USA gilt: Es sollte (muss) für das Verhalten völlig irrelevant sein, ob sich Forscher nun über globale Erwärmung streiten oder nicht, ob der CO2-Ausstoß nun verantwortlich für die Erwärmung ist oder nicht. Schädlich für den Menschen ist er so oder so und ich habe mein Verhalten daran anzupassen, dass ich möglichst wenig davon verursache. Das bin ich den jetzigen und zukünftigen Lebewesen auf der Erde schuldig. Wenn Menschen dazu gebracht werden können, umweltbewusster zu leben, wenn sie glauben, sie seien für die globale Erwärmung mit ihren Folgen verantwortlich, unabhängig davon ob das jetzt stimmt oder nicht - auch gut.
Shin·
18.07.09 · 18:00 Uhr
Diesen Satz halte ich angesichts solcher, keineswegs Einzelfälle darstellender Äußergungen, für gar nicht mal soweit abseits von der Wahrheit: Das gleiche Argument hört man häufig von Religions-Apologeten als Argument für den Glauben, unabhängig von seiner Richtigkeit.Hm, wieso ist CO2-Ausstoß gefährlich für den Menschen? Die Tage wieder in den Nachrichten gehört, dass CO2 schädlich sei. Warum? Die Pflanzen brauchen das Zeug zum Leben. Daraus produzieren sie O2 oder Sauerstoff. Und ohne Sauerstoff wären wir wirklich schlecht dran...
@ Letzter Kommentar:
*facepalm* !
@Thearcadier:
Ich gehe mal davon aus, dass die Frage mit ziemlicher Sicherheit nicht wirklich ernst gemeint gewesen ist. Falls doch, empfehle ich als Einstieg die Lektüre des passenden Wikipedia-Artikels:
http://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erw%C3%A4rmung
Ähm, zugegeben, der Kommentar macht nicht soviel Sinn. Habe ich aber auch gerad erst gemerkt. Die Grundaussage sollte lauten, dass ich es ziemlich bedenklich finde, wenn CO2 immer generell verteufelt wird. Das ist Unsinn. Dass die Menge vielleicht bedenklich sein könnte, ist etwas anderes.
Ich spar mir die Worte und schicke nur drei links:
http://icecap.us/images/uploads/CRUMSUCO2June.jpg
http://icecap.us/images/uploads/SSPI8yr.jpg
http://www.rahmstorf.eu/co2pins/
Ich spar mir die Worte und schicke nur drei links:
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Helmut Schmidt die Sache anzuhängen ist ja wirklich lächerlich!
Die OPEC hat damals den Westen erpresst, daher wollte die Sozialliberale Koalition Atomkraftwerke.