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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

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05.11.08 · 19:33 Uhr

Feng Shui in der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 36

"Grundsätzlich gilt: Das Chi soll frei und ungehindert durch die Räume fließen können. Ein beengender Eingangsbereich z.B. blockiert den Energiefluss, das Chi kann gar nicht erst in den Raum gelangen. Persönliche Stagnationen können die Folge für denjenigen sein, der in einem solchen abgeschnittenen Raum leben und arbeiten muss."

Aus der Wikipedia: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie berät als Ressortforschungseinrichtung des Bundes die Bundesregierung in allen Fragen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen.

Besagte Bundesanstalt gibt nun die folgende Broschüre heraus:

wohlbefinden.jpg

Zwischen Seite 29 und 32 finden sich Hinweise zu gesunder Büroorganisation:

Feng Shui bedeutet vielmehr wörtlich übersetzt ›Wind und Wasser‹ und befasst sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Fließens von Energie. Dabei geht es allerdings nicht um Ohm, Volt und Ampere - Energie steht hier nicht für die Elektrizität, die aus der Steckdose kommt. Gemeint ist vielmehr jene universelle Kraft, die die Welt bewegt.
Wem das alles zu unwissenschaftlich oder gar esoterisch vorkommt, der möge an eine mittlerweile auch von der Schulmedizin akzeptierte Heilmethode denken: die Akupunktur. So wie der Akupunkteur durch Nadelstiche an bestimmten Punkten den Energiefluss im Körper anzuregen und zu beeinflussen versucht, bedient sich der Feng Shui-Praktiker ganz ähnlicher Hilfsmittel, z.B. Gegenstände, um das Chi eines Ortes ins Fließen zu bringen.
Ungünstig für das Chi sind auch scharfe Kanten und spitze Gegenstände, die keinesfalls auf schlafende oder arbeitende Menschen zeigen sollten, da sie wie ein Messer den Energiefluss abschneiden und den Menschen schwächen. Auch das Arbeiten unter Dachschrägen und Balken sollte eher gemieden werden, die drückende Wirkung belastet und lähmt die Kreativität und Leistungsfähigkeit, die Arbeit fällt schwerer.
Bevor man sein Arbeitsleben in furchtsamer Anspannung verbringt, sollte man also lieber seinen Schreibtisch verrücken - allerdings nicht dorthin, wo man gegen eine Wand starrt! Die wirkt nämlich ähnlich wie das sprichwörtliche Brett vor dem Kopf - sie reduziert die Perspektive und blockiert das Denken.

feng-shui.jpg

Soviel also ganz offiziell von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - der (nur um es noch einmal zu erwähnen) taktangebenden Forschungseinrichtung des Bundes zum Thema gesundes Arbeiten. Langsam aber sicher ziehen wir mit der Alpenrepublik gleich - Ehrenkreuz für Granderwasser hin oder her...

Nimm dies, Österreich! Was ihr könnt, das können wir schon lange!

Herr Berger, übernehmen Sie...

 

Autor: Christian Reinboth· 36 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (2)

Rätselhafte Empfehlung der BAuA: Feng Shui am Arbeitsplatz · ScienceBlogs · 10.11.08 · 06:40 Uhr

Astrologische Krankheiten oder Eine Statistiklektion · zoon politikon · 10.11.08 · 16:39 Uhr


Kommentare (36)

Kommentar-Direktlink Überall Ecken· 06.11.08 · 02:28 Uhr

"Ungünstig für das Chi sind auch scharfe Kanten..."

=> empfehle dringend eine Umgestaltung dieser Seite: wo man hinschaut, spitze rechte Winkel. Ich würde gern mehr dazu schreiben, doch ich fühle mich gerade kraftlos. Ich kann SO nicht arbeiten!

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 06.11.08 · 12:18 Uhr

Soeben abgeschickt:

----
Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse habe ich als selbständiger Ingenieur in Ihrer Broschüre "Wohlbefinden im Büro" die Empfehlungen und die Kurzeinweisung in das Feng Shui der Arbeitsplatzgestaltung gelesen.

Nachdem ich nun alles unangenehm spitze Schreibgerät von meinem Schreibtisch verbannt (ich schreibe jetzt mit Rosenquarzkugeln) und meine eckigen Scheuklappen gegen einen runden Tunnelblick getauscht habe, fühle ich mich tatsächlich schon viel sicherer - Vielen Dank dafür.

Jetzt ist mir eine großartige Idee gekommen: Ich werde künftig zu Beginn aller Besprechungen erstmal die Tageshoroskope der Teilnehmer vorlesen!
Die darin enthaltenen Warnungen und Hinweise könnten sich ja durchaus positiv auf die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auswirken und so die Unfallhäufigkeit senken helfen - aus der Perspektive des Arbeitsschutzes also eine sehr sinnvolle Maßnahme. Und warum sollten sich Astrologie und Arbeitsschutz nicht die Hand reichen…?

Ich hoffe sehr, daß dieser Vorschlag von Ihnen aufgegriffen und bei einer Überarbeitung der o.g. Broschüre einfließen wird. Ehrlich gesagt rechne ich fest damit, schließlich werden Sie nichts unversucht lassen, um Schaden von den Werktätigen abzuwenden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Ihr

Wolfgang Flamme
----

Kommentar-Direktlink Ludmila· 06.11.08 · 12:18 Uhr

Ist Euch aufgefallen, dass die so genannte "Alternativmedizin" als Türöffner für diesen Unfug verwenden? Nach dem Motto: Wenn Ihr schon an den einen Hokuspokus glaubt, warum nicht auch an diesen Hokuspokus?

Das ist genau einer der Gründe, warum ich gegen "Alternativmedizin" bin. Eine der Nebenwirkungen ist es, Tür und Tor für Irrsinn zu öffnen und kritisches Denken herabzuwürdigen.

Kommentar-Direktlink ali· 06.11.08 · 12:47 Uhr

allerdings nicht dorthin, wo man gegen eine Wand starrt! Die wirkt nämlich ähnlich wie das sprichwörtliche Brett vor dem Kopf - sie reduziert die Perspektive und blockiert das Denken

In der Annahme, dass die Verfasser ihre eigenen Regeln befolgten, wäre somit das Gegenteil bewiesen. Oder handelt es sich um eine Bedingung die zwar notwendig aber nicht ausreichend ist?

Vielleicht finde ich mal Zeit ähnlichen Unfug in der Schweiz zu suchen. Nur so zum Ausgleich und für die Völkerverständigung.

Kommentar-Direktlink florian· 06.11.08 · 12:54 Uhr

@ali: Die Schweiz hat der Welt immerhin Erich von Däniken geschenkt ;) Das reicht locker als Ausgleich ;)

Kommentar-Direktlink Marcus· 06.11.08 · 13:16 Uhr

Toller Fund. Wir haben auch mal Post geschickt an die Damen und Herren :-)
Grüße von nebenan.

Kommentar-Direktlink ali· 06.11.08 · 14:41 Uhr

@florian
Du, jetzt aber nicht frech werden und angesehene Schweizer Persönlichkeiten lächerlich machen, gell! ;-)

Kommentar-Direktlink Ulrich· 06.11.08 · 14:44 Uhr

@ Christian:
Herr Berger übernimmt - und verweist darauf, dass die Sache nicht ganz neu ist, und dass seine deutschen Kollegen hier schon ganze Arbeit geleistet haben:

Zuerst kam (natürlich) die GWUP:
http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=442
Dann übernahm die Süddeutsche:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/847/162398/
Und schließlich gab's Hiebe von Telepolis:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27501/1.html

Fazit: Bei euch oben gibt's wenigstens Kritik, bei uns hätten die von der BAuA schon einen Orden gekriegt...

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 06.11.08 · 17:09 Uhr

Habe prompt Antwort erhalten (Vorgangsnummer: 312138). Offensichtlich eine vorbereitete Antwort. Interesse?

Zusammengestrichen und tendenziös formuliert läuft die Rechtfertigung darauf hinaus, daß wir Bürger die Experten der BAuA schon seit langem mit Anfragen zum Thema Tsching-Bum nerven, weshalb man das Thema da aufgriff. Abgerundete Ecken sind ja immer gut. Und wegen Sensibilisierung und so müsse man die Leute eben da abholen, wo sie stehen ... (auf Blöd).

Vielleicht finden sich hier ja genug Leute, die neugierig sind, welche Empfehlungen die BAuA hinsichtlich Horoskopverlesungen (oder zu Heiledelsteinen im Mineralwasserspender ...) trifft, dann findet auch das Einzug in die nächste Broschüre.

Kommentar-Direktlink Marcus· 06.11.08 · 17:12 Uhr

hab dieselbe Antwort bekommen. Naja, wir haben ja auch dasselbe gewollt. Stell es gleich ein.

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 06.11.08 · 17:46 Uhr

Hier die Antwort des BauA:

---
[Vorgang: 312138] Wohlbefinden im Büro


Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Flamme,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung bezüglich der Broschüre "Wohlbefinden im
Büro" an die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Folgende Informationen können wir Ihnen dazu mitteilen:
Für die Aufnahme des Thema Feng Shui in die Broschüre gibt es mehrere
Gründe.
Wie es der Titel der Broschüre sagt, geht es um Wohlbefinden im Büro und
nicht nur um harte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse. Es handelt sich
also um ein Produkt, das sich populärwissenschaftlich an breitere
Schichten der Bevölkerung richtet und nicht gezielt an Fachleute.

Darüber hinaus ist die Broschüre ein Produkt mehrerer Partner. Dazu
gehören INQA-Büro, Plants for People, das Europäische Netzwerk
Betriebliche Gesundheitsförderung, der Büro-, Sitz- und Objektmöbel sowie
der Bundesverband Bürowirtschaft. Die mittlerweile 5. Auflage zeigt, dass
das doch ein großes Interesse an den Informationen in der Broschüre
bestehen.

Als die Broschüre vor etwa 5 Jahren konzipiert wurde, stand wurde Feng
Shui verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert - dies ist zum Teil auch
heute noch so. Unsere Experten beschäftigten sich häufig mit Anfragen zu
diesem Thema. Mit dem kurzen Kapitel zu Feng Shui wollten die Autoren über
das Phänomen Feng Shui informieren, damit Personen oder Betriebe zumindest
einen Einblick in die Ansätze bzw. Gedankenwelt dieser chinesischen
"Philosophie" bekommen.

Damit sollte dieser Ansatz weder durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin empfohlen, noch seine wissenschaftliche Anerkennung
erhalten. Wenn Sie den Text genau durchlesen, werden Sie feststellen, dass
in keiner Zeile eine konkrete Empfehlung ausgesprochen wird.

Trotzdem erweisen sich viele der vorgeschlagenen Maßnahmen auch aus der
Sicht des Arbeitsschutzes als sinnvoll. Nur unter dieser Prämisse spricht
nichts gegen die Anwendung von Feng Shui. Wichtiger sind jedoch die 90
Prozent der Broschüre, die sich mit wichtigen Informationen rund um die
Büroarbeit beschäftigen. Auch hier könnte unter streng wissenschaftlicher
Sicht die eine oder andere Unschärfe entdeckt werden.

Wichtigstes Ziel der Broschüre bleibt es jedoch, dass sich im Büro
Beschäftige und die betrieblichen Verantwortlichen Gedanken über die
Gestaltung ihres Arbeitsplatzes machen. Hier wird der Arbeits- und
Gesundheitsschutz häufig auf sein Vorschriften- und Regelwerk reduziert.
Der Schlenker in die etwas "abseitigen" Bereiche der
Arbeitsplatzgestaltung richtet sich auch an den Teil der
Erwerbsbevölkerung, der wissenschaftlichen Erklärungen eher skeptisch
gegenüber steht. Wenn diese schwer erreichbaren Personengruppen
Verbesserungen ihren Arbeitsplätzen vornehmen, ist einiges erreicht.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben und
verbleiben

mit freundlichen Grüßen
Ihr Informationszentrum


Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
- Informationszentrum -
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Telefon: +49 231 9071-2071
Fax: +49 231 9071-2070
E-Mail: info-zentrum@baua.bund.de
---

Kommentar-Direktlink Christian· 06.11.08 · 17:55 Uhr

"Der Schlenker in die etwas "abseitigen" Bereiche der Arbeitsplatzgestaltung richtet sich auch an den Teil der Erwerbsbevölkerung, der wissenschaftlichen Erklärungen eher skeptisch gegenüber steht. Wenn diese schwer erreichbaren Personengruppen
Verbesserungen ihren Arbeitsplätzen vornehmen, ist einiges erreicht."

Was man mit DER Begründung theoretisch alles rechtfertigen könnte...

Kommentar-Direktlink florian· 06.11.08 · 18:50 Uhr

@Christian "Was man mit DER Begründung theoretisch alles rechtfertigen könnte..."

Da hast du allerdings recht. Vielleicht ne Broschüre "Der Führer befiehlt: Räum dein Büro auf!" für die Nazis, die sich von Bundesanstalten normalerweise nichts sagen lassen wollen? Mit der Begründung der BAUA lässt sich tatsächlich jeglicher Schwachsinn begründen...

Kommentar-Direktlink florian· 06.11.08 · 21:50 Uhr

@Christian "Nimm dies, Österreich! Was ihr könnt, das können wir schon lange!"

Österreich ist (leider) auch hier schon weit voraus. Bei uns kann man Feng Shui sogar an ner Uni studieren.

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 06.11.08 · 22:11 Uhr

florian: "Österreich ist (leider) auch hier schon weit voraus. Bei uns kann man Feng Shui sogar an ner Uni studieren."

Whoever wins, we loose.

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 06.11.08 · 22:26 Uhr

.. ach du je ... ", daß" ... "we loose". Isch schpresch scho webbisch.

Kommentar-Direktlink ali· 06.11.08 · 22:51 Uhr

@florian
LOL. Man ist versucht einen Wettbewerb zu starten: Dümmste Anwendung für diese Rechtfertigung.

@Wolfgang Flamme
Keine Sorge. Es gibt sogar Anglophone die dieses extra 'o' nicht immer auf Anhieb richtig setzen (wohl alles losers oder loose cannons). Die Message [sic!] ist unzweideutig: Im Gegensatz zum Skisport gewinnt die Schweiz :-)

Kommentar-Direktlink Long Wang· 08.11.08 · 00:11 Uhr

Also ich finde es ehrlich gesagt etwas enttäuschend, dass die BAuA in dem Anschreiben an Herrn Flamme zurückgerudert ist und ihre Broschüre quasi selbst in Frage gestellt hat. Sicher lässt sich Feng Shui nicht ohne Weiteres mit wissenschaftlichen Messmethoden beikommen (im Sinne von: hier ist der Energiefluss um 3 Grad positiver als dort drüben), jedoch bin ich überzeugt davon, dass für jeden, der es ausprobiert und daran glaubt, zumindest ein Placebo-Effekt feststellbar ist. Ich verstehe die kritische Einstellung hier nicht so ganz... Was in der Medizin wirkungsvoll im Einsatz ist, wird, wenn es um ein viel weniger sensibles Thema wie Inneneinrichtung geht, als Hokuspokus abgetan... Ich glaube hier wird stark verkannt, wie wir Menschen ticken.

Kommentar-Direktlink Marcus· 08.11.08 · 07:05 Uhr

wie ticken wir denn?

Kommentar-Direktlink Kai Möller· 08.11.08 · 21:53 Uhr

@ Long Wang
Verstehe ich das richtig?
Sie verlinken auf eine Feng Shui Seite und glauben selber, dass das alles nur Placebo ist?
Feng Shui, weil wir Menschen so ticken, dass wir einfach an IRGEND ETWAS glauben wollen oder wie?
Iss ja entwaffnend ehrlich.

Kommentar-Direktlink UFOMartin· 09.11.08 · 15:22 Uhr

Also auf 3 von 40 (!) Seiten der Broschüre wird am Ende kurz auf die Auffassungen des Feng Shui eingegangen. Dabei wird es keinesfalls als wissenschaftliches Gesetz sondern eher als ein umfassender Ansatz zur Verbesserung des Wohlbefindens dargelegt. Daran sehe ich beim besten Willen nichts verwerfliches. Die Bundesanstalt jetzt dagegen in die Nähe der Ufoglaubenden und Parapsychologen so rücken eher schon.

Kommentar-Direktlink UFOMartin· 09.11.08 · 15:28 Uhr

Aber sicher kann man über den Beitrag schmunzeln ;).

Kommentar-Direktlink Marcus· 09.11.08 · 18:45 Uhr

okay, hat etwas gedauert, BAuA hatte ziemlich schnell geantwortet, wir sind nur jetzt erst zum posten gekommen.

http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/11/post-von-der-baua-feng-shui-ach-so.php

Kommentar-Direktlink Wolfgang Flamme· 09.11.08 · 21:02 Uhr

Also für mich stellt sich das genauso dar wie von mir angedeutet. Zuerst geben wir esoterische Einrichtungsempfehlungen auf 3 Seiten, schad' ja nix. Dann kommen die Horoskopverlesungen dazu, wegen Gleichberechtigung und weil's ja gilt, möglichst vielen ein arbeitsmedizinisches Vorsorgebewußtsein zu verpassen. Heiledelsteine im Wasserspender sind wenigstens zwei Seiten wert, immerhin fühlen sich manche Leute dadurch besser. Weil's nichts schaden kann, dürfen auch gerne Spiralfedern aus Kupfer freizügig über die Büroräume verteilt werden, manche beruhigt das ja, wenn was zur Abwehr von Erdstrahlen unternommen wird. Trinkwasser energetisch aufzuladen belebt möglicherweise auch so manchen Angestellten, was spricht denn aus arbeitsmedizinischer Sicht gegen die Installation einer solchen Anlage? Der Betriebsarzt darf bei kleineren Verletzungen oder Befindlichkeitsstörungen durchaus auch mal Globuli verteilen oder Migränegeister durch Handauflegen verscheuchen. Vielleicht sollte der Ortspfarrer das Unternehmen und seine Angestellten in seinen regelmäßigen Segen einschließen? Kann man alles unbedenklich empfehlen, ja, es wird womöglich sogar nützen. Man verabschiedet sich so zwar systematisch von der Idee der Aufklärung aber die Leute haben darauf ja eh keinen Bock.

Kommentar-Direktlink Ronny· 10.11.08 · 09:21 Uhr

Ich finds nur immer schade, dass psychologisch eindeutig zuordenbare Effekte immer ein esoterisches Gesülz benötigen. Warum ?

Warum wird das nicht so beschrieben :
EIn Blick aufs Büro aus der psychologischen Sicht.

1) Schreibtisch aufräumen sonst bildet sich Staub und der Allergiker freut sich. Weiters hilft es oft dem Wohlbefinden wenn man gleich was findet und nicht stundelang sucht :)
2) Zwei Personen gegenüber suggerieren einen Aggresionszustand der Stress erzeugt. Dies ist vor allem hart wenn sich die Personen nicht mögen.
3) Büros sollten rechteckig sein, ist vor allem einfacher zum Einrichten :), warum sich das sogenannte Chi dort 'besser verhält' ist mir unklar.
4) Runde und ovale Tische suggerieren, dass sich alle Menschen gleichwertig fühlen und keiner das Kommando hat oder unterlegen ist.
5) Bei eckigen Tischen kommt es darauf an, wo man sitzt, rechts-links erzeugt Zugehörigkeitsgefühl, das ist vermutlich gemeint mit logischen Denken. Ich akzeptiere den anderen voll.
6) Pflanzen sind nett anzusehen, erzeugen Sauerstoff und Feuchtigkeit. Das verbessert das Raumklima.

So. Alle Punkte mit psychologischen Effekten erklärt. Also WOZU FENG SHUI ? Die alten Chinesen haben diese Zusammenhänge vor tausenden Jahren erkannt und sind zu dem Trugschluss gekommen, dass hier eine mystische Energie am Werk ist. Wir sollten es eigentlich schon besser wissen mittlerweile. Deshalb, Fakten entnehmen, verbessern und fragwürdige nicht nachweisbare Energien kübeln.

Kommentar-Direktlink Long Wang· 10.11.08 · 11:19 Uhr

@Marcus
@Kai Möller
Ja - wir Menschen ticken so, dass wir einfach an IRGEND ETWAS glauben wollen!

Der Glaube an etwas und damit womöglich verbundende Leidenschaft ist einer der größten Antriebe von uns Menschen. Um das zu erfahren, braucht man kein Psychologe sein.

Ich finde es in der heutigen Gesellschaft als unklug, "Erfahrungswissenschaften" - zu denen ich an dieser Stelle auch Feng Shui zählen möchte, in die Ecke des Hokuspokus zu stellen.

Es mag schon sein, dass es für viele Feng-Shui-Phänomene rationale oder komplizierte wissenschaftliche Erklärungen gibt. Aber, wie Wolfgang Flamme richtig schreibt, auf diese Art der Aufklärung "haben die Leute ja eh keinen Bock".

Aus diesem Grund und auch, weil viele Menschen in der heutigen Zeit ein Spiritualitätsdefizit haben, ist Feng Shui ein schönes Label, um komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge auf einfache Handlungsanweisungen für die Leute zu reduzieren. Und warum auch nicht? Wenn es dabei hilft, dass sie sich besser fühlen?

Nur weil nicht jeder die Zeit, Muße oder Intelligenz dazu hat, sich auf einer wissenschaftlichen Basis mit bestimmten Phänomenen zu beschäftigen, ist er noch lange kein schlechterer Mensch!

Viele Grüße aus Berlin
Long Wang

Kommentar-Direktlink Ulrich· 10.11.08 · 17:47 Uhr

@ Long Wang:

Aus diesem Grund und auch, weil viele Menschen in der heutigen Zeit ein Spiritualitätsdefizit haben, ist Feng Shui ein schönes Label, um komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge auf einfache Handlungsanweisungen für die Leute zu reduzieren. Und warum auch nicht? Wenn es dabei hilft, dass sie sich besser fühlen?

Eine bestechende Logik! Und so vielseitig adaptierbar. Z.B.:

Aus diesem Grund und auch, weil viele Menschen in der heutigen Zeit ein Demokratiedefizit haben, ist Faschismus ein schönes Label, um komplexe sozialpolitische Zusammenhänge auf einfache Handlungsanweisungen für die Leute zu reduzieren. Und warum auch nicht? Wenn es dabei hilft, dass sie sich besser fühlen?

Kommentar-Direktlink Ronny· 13.11.08 · 14:54 Uhr

@Ulrich
Kommentar @LongWang: AUAUAU, das trifft direkt, aber hier mal eine tiefe Verbeugung vor ihrer rhetorischen Kunst ....

Feng Shui ist ja vergleichweise harmlos, aber ihr Kommentar nimmt schreckliche Wahrheiten an wenn ich mir da die neuesten 'Maßnahmen gegen den Terror' in Deutschland ansehe wo jetzt Ärzte, Journalisten und Anwälte ohne ihr Wissen überwacht werden dürfen, bzw. unter Androhung von Strafen genötigt werden können, Informanten zu verraten.
Das schlimmste für mich ist aber die Tatsache dass Geistliche explizit AUSGENOMMEN sind !! Warum beim Zeus ? Das ist Wahnsinn ! Der Journalist der etwas aufdeckt muss aussagen, aber der ...... (bitte irgendeinen geistlichen eintragen), der vielleicht selbst u.U. dahintersteckt (kam schon vor) kann schweigen ?

Kommentar-Direktlink Lorenz Meyer· 07.12.08 · 17:15 Uhr

Auch wir sind entsetzt über die Berücksichtgung von Feng Shui in einer mit öffentlichen Mittel bezahlten Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.!

So ist doch schon lange klar, dass es mit Sheng Fui eine wesentlich bessere Alternative gibt, die noch dazu älter als das überkommene Feng Shui ist und mit vielfachen wissenschaftlich gesicherten Wirknachweisen aufwarten kann.

http://www.sheng-fui.de/technik-und-wissenschaft/studien-zur-wirksamkeit-von-sheng-fui/

Wir haben daher die Bundesanstalt angeschrieben und um Aufnahme in die nächste Auflage der Fibel gebeten. Sollte dies nicht erfolgen, werden wir nötigenfalls die Gerichte bemühen, um zu unserem Recht zu gelangen.

Gerne halten wir Sie in dieser misslichen Angelegenheit auf dem Laufenden.

Mit energetischen Grüßen und einem herzlichen Chi heil

Lorenz Meyer
(Sheng Fui Germany)

Kommentar-Direktlink Fantabauch· 09.12.08 · 11:33 Uhr

@ Ronny
genau das ging mir gerade durch den Kopf - denn einige der dort genannten Tipps befolge ich ja auch aber warum sowas immer im zusammenhang mit feng shi stehen muss wird mir nicht klar - einfach albern.

Das ist genau das was mich stört eben so hör ich total oft ,dass Treue,Ehrlichkeit,einfach ein tugendhaftes Verhalten "christlich" genannt wird - und das ist manchmal ganz normal in der Schule -.-

Das ist echt beängstigend, dass die Menschen dazu neigen bestimmte Tatsache immer mit irgendetwas religiösem oder so in Verbindung zu bringen - schrecklich!

Kommentar-Direktlink Fantabauch· 09.12.08 · 11:47 Uhr

Und was Terror Gesetze angeht bei denen Geistliche ausgenommen sind - soviel zur säkularisierung löl.es muss doch endlich mal Schluss sein damit Religion diesen Stellenwert zuzugestehen.
Ich finde Religion gehört ins privat Leben und muss ebenso wenig wie aber auch respektiert werden wie jemand der Golf spielt oder gerne Ska hört.
Als Atheist möchte man sich zeitweise echt nen Brett vor den Kopf hauen - als wär man noch im Mittelalter.
In meinen letzten Schuljahren wurde ich auch nicht so krass mit Religion konfrontiert wie momentan - und zwar mit einer Haltung Leuten gegenüber die nicht an diese bestimme Religion glauben oder an Nichts glauben, dass einem das Lachen so langsam vergeht - um welche Religion es sich handelt tut ja jetzt nichts zur Sache.
Diese Gruppendynamik ist echt krass zu beobachten und es macht mir ehrlich gesagt so langsam Angst.

Kommentar-Direktlink sil· 09.12.08 · 11:52 Uhr

Zitat Lorenz Meyer:
"Wir haben daher die Bundesanstalt angeschrieben und um Aufnahme in die nächste Auflage der Fibel gebeten. Sollte dies nicht erfolgen, werden wir nötigenfalls die Gerichte bemühen, um zu unserem Recht zu gelangen."

Das macht mal bitte wirklich!
Vielleicht wird eine neue Religion daraus:


Open Letter To Kansas School Board
I am writing you with much concern after having read of your hearing to decide whether the alternative theory of Intelligent Design should be taught along with the theory of Evolution. I think we can all agree that it is important for students to hear multiple viewpoints so they can choose for themselves the theory that makes the most sense to them. I am concerned, however, that students will only hear one theory of Intelligent Design.

Kommentar-Direktlink Lorenz Meyer· 25.12.08 · 22:41 Uhr

Wie hoffentlich alle hier wissen, ist das von uns in Deutschland exklusiv promotete Sheng Fui wesentlich älter und wirkungsvoller als Feng Shui!

Wir haben ja bereits in einem früheren Kommentar angedeutet, dass wir uns die einseitige Darstellung einer Bundebehörde, welche wesentliche Empfehlungen unserer fernöstlichen Lehre unterschlägt, nicht gefallen lassen und haben jetzt den entsprechenden Brief an die Behörde und Arbeitsminister Scholz aufgesetzt:

http://www.sheng-fui.de/wp-content/uploads/2008/12/sheng-fui-vs-bundesanstalt.pdf

Wir würden uns freuen, wenn sich viele ScienceBlogs-Leser unseren Forderungen anschließen würden.

Mit energetischen Grüßen und einem herzlichen Chi heil

Lorenz Meyer
(Sheng Fui Germany)

Kommentar-Direktlink Lorenz Meyer· 13.06.09 · 22:01 Uhr

Liebe Frischer-Wind-Leser,

weil ich bereits einige E-Mails bekommen habe mit der Frage, ob die Bundesanstalt unser per Einschreiben/Rückschein versandtes Schreiben http://www.sheng-fui.de/wp-content/uploads/2008/12/sheng-fui-vs-bundesanstalt.pdf bereits beantwortet hat, möchte ich hier für alle mitteilen:

Nein! Die Bundesanstalt ignoriert unsere Anfrage seit nunmehr einem halben Jahr! Falls jemand im Blog Tipps für uns hat, wie in diesem Fall von himmelschreiendem Unrecht weiter zu verfahren ist oder falls ein Jurist mitliest, würde ich mich über einen Hinweis freuen.

Mit energetischen Grüßen und einem herzlichen Chi heil

Lorenz Meyer
(Sheng Fui - Erfülltes Leben dank fernöstlicher Leere)

Kommentar-Direktlink Dr.Kantchew· 21.08.11 · 12:08 Uhr

Die Arbeitsmedizin ist überwiegend in der Vorsorge tätig.
In Dresden entsteht jetzt ein Zentrum zur Gesunderhaltung der Arbeitnehmer mit den Bereichen Arbeitsmedizin, ALlgemeinmedizin, Sanitätsschule für Ersthelferkurse, Physiotherapie und Psychologie.

Zum einen werden Lehrlinge und Einzustellende medizinisch auf die Tauglichkeit zur geplanten Arbeit hin untersucht.

Des Weiteren werden die Arbeitnehmer, in Abhängigkeit von dem von der Arbeit ausgehenden Gefärdungen, in regelmäßigen Abstenden untersucht.

Sollten sich gesundheitliche Gefärdungen ergeben, erfolgt eine Beratung zur Vermeidung weiterer gesundheitlicher Probleme und Möglichkeiten zur Genesung werden besprochen.

Wir betreuen begonnen von Kleinunternehmen bis hin zu Großbetrieben arbeitsmedizinisch nach den berufsgenossenschaftlichen Richtlinien.

Wir sind Ihr Ansprechpartner für alle Ihre Fragen und Probleme des Arbeitseinsatz aus medizinischer Sicht.


Arztpraxis Dr.Kantchew
Budapesterstr. 69
01069 Dresden
+49 - 351 - 4719038
www.vitamedicum.de

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 26.08.11 · 06:46 Uhr

populärwissenschaftlich an breitere Schichten der Bevölkerung richtet und nicht gezielt an Fachleute.
Was für ein rhetorischer Tiefschlag! "Populärwissenschaftlich" wird hier nicht benutzt, um die verständliche Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu bezeichnen, sondern der pseudowissenschaftliche Opportunismus gegenüber Okkultismus und angeschlossenen Abzockunternehmen und Beratern, die sich auf dieser Welle (das Sternbild des Wassermann läßt grüßen) eine goldene Nase (das rosa Einhorn grüßt ebenso) verdienen wollen.

Das ist an Schäbigkeit kaum zu überbieten.

Früher hat man dem Führer ergeben bei der Judenverfolgung mitgemacht, und heute - welch Fortschritt - macht man bei harmloser Volksverdummung mit Esoterik mit - jedenfalls macht man mit, und bezieht nicht Stellung. Guten Tag, ich heiße Schmitt, und ich mache alles mit.

Demnächst gehen dann Arbeitslose ins Arbeitsamt, und pendeln sich ihre Berater aus "Nein, Sie kommen leider nicht in Frage - mit Ihrem Qi stimmt was nicht - mein Pendel sagt's!". "Nein, ich habe meine Wünschelrute dabei - Ihr Büro ist voll schlechtem Karma - da kann ich mich unmöglich beraten lassen". "Erst möchte ich das Horoskop meines Arbeitsberaters erfahren, denn mit Fischen, Waagen und Jungfrauen harmoniere ich überhaupt nicht, und überhaupt sagen die Sterne, ich solle mich die nächsten 4 Jahre lieber nicht bewerben".

So muß man auf deren Schwachsinn reagieren - anders wirkts nicht. Bis zum Verfassungsgericht muß man sich hochpendeln, und darauf bestehen, mit richtiger Aura verwaltet zu werden - Menschenrecht auf Schwingung und Energie und Charma!

Man muss es ihnen so in den Hals zurückstopfen, dass sie es selbst wieder ausbrechen, man muss es immer und immer wieder hineinstopfen, mit Enthusiasmus und Leidenschaft, man muss den Verhältnissen ihre eigene Melodie vorsingen, und sie dadurch zum Tanzen bringen, um einen alten Moselaner frei zu zitieren.

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