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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

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14.10.08 · 15:53 Uhr

Bräunlingen verbietet Solaranlagen im Stadtkern

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 16

Ein trauriges Schauspiel ereignet sich zur Zeit in Bräunlingen im Schwarzwald. Dort hat der Stadtrat die Betreiber privater Solaranlagen im Stadtkern aufgefordert, diese wieder von den Dächern zu entfernen. Die Begründung: Solaranlagen stören das Stadtbild.

Stadtverwaltung und Stadtrat stellen sich damit (leider) ein politisches Armutszeugnis aus. Wer sich angesichts beständig steigender Strompreise und explodierender Heizkosten dazu entschließt, auf seinem Gebäude und mit eigenen finanziellen Mitteln eine thermische oder photovoltaische Solaranlage zu errichten, sollte auf die volle Unterstützung seiner Kommune bauen können - und nicht befürchten müssen, für sein Engagement abgestraft zu werden.

Genau das erleben Solaranlagen-Betreiber aber zur Zeit in Bräunlingen. In (wohl aus gutem Grund) nicht-öffentlichen Sitzungen des BUSS-Ausschusses (Bauen, Umwelt, Sanierung und Stadtwerke) wurde jüngst beschlossen, dass solarthermische Anlagen im Stadtkern das historische Stadtbild stören und von den Betreibern entschädigungslos zurückgebaut werden sollen. Diese wiederum verweisen darauf, dass die Stadtbildverordnung, auf die sich der BUSS-Ausschuss beruft, erst im Jahr 2006 verabschiedet wurde - zu einem Zeitpunkt also, als die meisten der jetzt ins Visier geratenen Anlagen schon längst gebaut worden waren (die älteste stammt noch aus dem Jahr 1994).

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Stadtverwaltung von Bräunlingen versucht, alle Solaranlagen im historischen Stadtkern rückwirkend(!) verbieten zu lassen, d.h. die Betreiber auf der Basis einer Verordnung zum Rückbau zu zwingen, die volle 12 Jahre nach dem Bau der ersten Solaranlage verabschiedet wurde. Die Betroffenen sollen nach meinem Kenntnisstand zudem weder eine Entschädigung für ihre Anlagen erhalten (deren Abbau sie offenbar ebenfalls bezahlen sollen), noch ist die Stadt bereit, ihnen den Teil der Heizkosten zu erstatten, um den ihre Abrechnungen zukünftig steigen dürften.

Sollte diese Maßnahme vor Gericht Bestand haben - wo die Angelegenheit letztendlich entschieden werden dürfte - wäre es dem Stadtrat von Bräunlingen gelungen, ein sicheres Mittel zur Abschreckung privater Solar-Investoren - auch in anderen Städten und Gemeinden - zu schaffen. Wenn an Photovoltaik und Solarthermie interessierten Bürgern das Gefühl vermittelt wird, ihre Stadt oder Gemeinde könnte es sich - auch nach Jahren - noch einmal „anders überlegen" und die teuren Anlagen vor Ablauf der Amortisationszeit wieder herunterreißen lassen, dann erreicht man damit vor allem eines: Verunsicherung.

Die Krönung der Affäre ist natürlich die alberne Begründung für das „Solar-Verbot": der Schutz der historischen Innenstadt. Insbesondere drei Gründe sprechen dafür, dass hier ganz offensichtlich eine reine Schutzbehauptung ins Feld geführt wird, bzw. mit Argumenten für einen Rückbau geworben wird, die sich bei näherer Betrachtung als nichtig erweisen.

Zunächst einmal befindet sich der sichtbare Teil einer solarthermischen Anlage in der Regel auf dem Dach eines Gebäudes. Ein Tourist, der durch die Gassen der Stadt Bräunlingen schlendert, bekommt solche Anlagen daher gar nicht zu sehen, es sei denn, er reckt den Kopf in die Höhe und erhascht einen Blick auf den seitlichen Rand einer Kollektorfläche. Wirklich sehen kann man die Solaranlagen nur in der Draufsicht, d.h. von einem Kirchturm oder von einer Anhöhe in der Umgebung. Nun kenne ich die Topographie in und um Bräunlingen nicht, bezweifle doch aber, dass diese minimale „Störung" des Stadtbildes Grund genug für eine derartige Abstrafung umweltbewusster Einwohner sein kann.

Zweitens stellt sich mir natürlich die Frage, wie „historisch" denn ein Stadtkern gehalten werden sollte. Ich vermute, dass Autos, Busse, Telefonzellen, Hydranten, Straßenlampen, Fahrräder, Skateboards und nervtötend laute Handy-Gespräche auch im historischen Stadtkern von Bräunlingen zu finden sind. Also warum der Aktionismus bei Solaranlagen?

Schlussendlich hätte sich der BUSS-Ausschuss vor einem derart hanebüchenen Beschluss meines Erachtens auf jeden Fall erst einmal Besucher der Stadt zur Problematik befragen müssen. Ich vermute stark, dass dabei herausgekommen wäre, dass die Mehrheit der Urlauber eine Solaranlage keineswegs als eine Störung des Stadtbildes oder überhaupt als Störung empfindet. Und warum auch? Ich jedenfalls freue mich immer, wenn ich irgendwo Kollektoren oder Solarzellen auf einem Dach entdecke. Glänzende Dächer sagen in der Regel einiges über das Umweltbewusstsein und das Initiativdenken der Bürgerinnen und Bürger eines Ortes aus und sind daher eher Symbol des Fortschritts als Stein des Anstoßes.

Genügend Gründe also, um eine derartig anachronistische Verordnung schnell wieder zu verwerfen, anstatt sie mit allen Mitteln durchzusetzen. Leider passiert in Bräunlingen momentan genau das Gegenteil. Schuld daran ist sicher keine Einzelperson, sondern eine Gruppe aus Stadträten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die sich aus unerfindlichen Gründen dazu berufen fühlen, diese Kampagne gegen Solarenergie-Nutzer zu betreiben.

Aus reiner Neugier habe ich mir auf der impressumstechnisch verbesserungsfähigen Webseite der Stadt einmal die Mitgliederliste des BUSS-Ausschusses angesehen: Fünf CDU-Abgeordnete, zwei freie Abgeordnete und jeweils ein Abgeordneter von SPD und FDP.

Ärgerlich, dass ein so CDU-lastiger Ausschuss einen derartig lächerlichen Kleinkrieg mit den eigenen Bürgern führt (vor allem für mich als Mitglied). Dabei wurde erst vor einigen Tagen auf dem Dresdener Perspektiv-Kongress der CDU erneut festgestellt, dass der technische Vorsprung in den Bereichen Solarenergie und Windkraft zu den größten Pfunden gehört, mit denen der Standort Deutschland wuchern kann. Zwar ist mir nicht bekannt, wer im BUSS letztendlich für den Rückbau gestimmt hat, aber die Mehrheitsverhältnisse sowie die Tatsache, dass auch der Bräunlinger Bürgermeister zur CDU gehört, lassen mich vermuten, dass zumindest Teile der Bräunlinger Christdemokraten hinter dem Beschluss stehen.

Das ist unverständlich und falsch. Ich hoffe, dass im BUSS-Ausschuss, im OB-Büro oder in der Stadtverwaltung in den nächsten Wochen doch noch die Vernunft Einzug hält und die Bräunlinger Bürger nicht weiter für ihr Engagement bestraft werden. Juristisch mag dies zwar möglich sein (Stadtbild, Schwarzbauten...), ökologisch wie ökonomisch ist es jedoch blanker Unfug. Sollte der Rückbau erzwungen werden, wird damit ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, der private Solar-Interessenten deutlich abschrecken könnte.



Vielen Dank an Andy vom EnergyNet-Blog und Erhard Renz vom Ralos-Blog für die beiden Hinweise auf dieses wichtige Thema.

 

Autor: Christian Reinboth· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)

NIMBY-Argument des Monats: Go West! · Frischer Wind · 29.04.11 · 07:31 Uhr


Kommentare (16)

Kommentar-Direktlink Erhard· 14.10.08 · 16:43 Uhr

Also einmal lass ich das mit dem Ra t los Blog durchgehen :-)

Kommentar-Direktlink Shin· 14.10.08 · 16:57 Uhr

Ein absurdes Beispiel für die Willkür der Herrschenden und ein absolut unzulässiger Eingriff in die Eigentumsrechte der Bürger. Wenn ich betroffen wäre und die Mittel hätte, würde ich notfalls bis zur höchsten Instanz ziehen, so etwas ist einfach unglaublich. Aber das ganze hat eventuell auch sein gutes: vielleicht kommt es hier ja mal zu der ungewöhnlichen Situation, dass Liberale und Grüne an einem Strang ziehen, um gegen ein gemeinsames Problem vorzugehen, statt sich wie sonst gegenseitig Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Author Profile Page Christian Reinboth· 14.10.08 · 17:00 Uhr

@Erhard: Nicht nötig - ist schon geändert. Mea culpa - und noch einmal vielen Dank für den Bericht über die Bräunlingen-Affäre, ohne den ich nie auf diesen Vorgang aufmerksam geworden wäre :-)

Kommentar-Direktlink Michael· 14.10.08 · 19:26 Uhr

Wenn wunderts? Das nennt man POLITIK!

Kommentar-Direktlink Markus· 17.10.08 · 15:05 Uhr

Das ist echt übel. Interessant wäre ja auch noch wie alt die sind, welche so einen Schwachsinn beschliessen.

Ich bin überzeugt, dass Solaranlgen eine positive Message ausstrahlen und nur Hinterwäldler diese noch nicht verstanden haben. Gerade Touristenorte können von solchen "grünen" Installationen profitieren und damit Imagepflege betreiben.

Kommentar-Direktlink Chris· 17.10.08 · 22:22 Uhr

Möglicherweise sitzen die verantwortlichen Politiker "nebenbei" im Vorstand oder Aufsichtsrat eines Energieunternehmens, dass lieber weiter auf konventionelle Energie setzt. Oder der blinde Aktionismus gegen die Solaranlagen entspringt einfach ihrer Unwissenheit und Rückständigkeit. Dabei wurde Deutschland gerade erst in einer Studie zur Energiepolitik der einzelnen Länder von der Internationalen Energieagentur (IEA) lobend hervorgehoben. Gut , dass die von Bräunlingen im Schwarzwald noch nie was gehört haben :)

Kommentar-Direktlink Peter Voit· 01.11.08 · 20:46 Uhr

Solaranlagen auf Hausdächern sind bestimmt sehr nützlich. So nützlich wie die Betonklötze in vielen französischen Skiorten. Nur hat man mittlerweile auch da dazugelernt und weiß, daß nicht vom "Brot" allein bzw. vom Skifahren allein oder der Solarenergie der Mensch lebt. Der Verfasser des Artikels mag diese Anlagen als "Zeichen des Fortschritts" ansehen. Doch damit wird er nicht jedem imponieren. Was Clemens Brentano jedenfalls über die "Philister" schrieb, ist von beißendem Spott: Sie "gratulieren einander, in einer Zeit geboren zu sein, worin so vortreffliche Leute wie sie leben."

Kommentar-Direktlink Joerg· 02.11.08 · 11:01 Uhr

@Peter Voit: Na da haben sie aber ein tolles Strohmann-Argument aufgebaut. Weil also in farnzösischen Skiorten nur mit Hotels alleine nicht genug Umsatz gemacht wird ist Solarenergie schlecht? Sorry, aber das ist einfach nur stockdämlich. Und den Rest ihres kleinen Aufsatzes, da müssen sie schon erläutern wie das damit zusammenhängt.
Wenn sie aber gerne in Bildern kommunizieren: Passen sie auf, nicht dass sie von ihrem hohen Ross stürzen, der Fall ist so tief da haben sie noch Zeit zu denken. Und das wäre dann wirklich eine unangenehme Erfahrung für Sie.

Kommentar-Direktlink Voit· 02.11.08 · 18:53 Uhr

Zu Joerg: Um "Umsatz" geht es mir überhaupt nicht, im Gegenteil! Der Umsatz ist auf der Seite der Energie-Unternehmen. Aber lassen wir die französischen Skiorte weg und nehmen das, was näher liegt: etwa einen Mantel für den Winter. Reicht es Ihnen aus, wenn er nur die Kälte abhält? Oder soll er auch zu Ihnen passen? Weder ich noch der Stadtrat von Bräunlingen hält Solarenergie für schlecht. Der Stadtrat will die Anlagen nur nicht im Stadtkern, weil sie das Stadtbild stören. Laut Bericht einer Zeitung erklärte ein Bundestagsabgeordneter (CSU) triumphierend: "In zehn, 20 Jahren wird kein Haus mehr mit normalen Dachziegeln eingedeckt." Auch da zeigt sich mir der "Philister", dem alles Abweichende zuwider ist: Allen Männern in Afghanistan eine Krawatte und noch mehr! Und wehe, sie wollen das nicht!
Der "Philister" ist es, der verächlich oder mitleidig herabschaut auf jene, die von "gestern" sind oder von "vorgestern". Er begreift nicht, daß es welche gibt, die anderem folgen als den "Zeichen des Fortschritts".

Kommentar-Direktlink Voit· 02.11.08 · 18:53 Uhr

Zu Joerg: Um "Umsatz" geht es mir überhaupt nicht, im Gegenteil! Der Umsatz ist auf der Seite der Energie-Unternehmen. Aber lassen wir die französischen Skiorte weg und nehmen das, was näher liegt: etwa einen Mantel für den Winter. Reicht es Ihnen aus, wenn er nur die Kälte abhält? Oder soll er auch zu Ihnen passen? Weder ich noch der Stadtrat von Bräunlingen hält Solarenergie für schlecht. Der Stadtrat will die Anlagen nur nicht im Stadtkern, weil sie das Stadtbild stören. Laut Bericht einer Zeitung erklärte ein Bundestagsabgeordneter (CSU) triumphierend: "In zehn, 20 Jahren wird kein Haus mehr mit normalen Dachziegeln eingedeckt." Auch da zeigt sich mir der "Philister", dem alles Abweichende zuwider ist: Allen Männern in Afghanistan eine Krawatte und noch mehr! Und wehe, sie wollen das nicht!
Der "Philister" ist es, der verächlich oder mitleidig herabschaut auf jene, die von "gestern" sind oder von "vorgestern". Er begreift nicht, daß es welche gibt, die anderem folgen als den "Zeichen des Fortschritts".

Kommentar-Direktlink Voit· 02.11.08 · 18:53 Uhr

Zu Joerg: Um "Umsatz" geht es mir überhaupt nicht, im Gegenteil! Der Umsatz ist auf der Seite der Energie-Unternehmen. Aber lassen wir die französischen Skiorte weg und nehmen das, was näher liegt: etwa einen Mantel für den Winter. Reicht es Ihnen aus, wenn er nur die Kälte abhält? Oder soll er auch zu Ihnen passen? Weder ich noch der Stadtrat von Bräunlingen hält Solarenergie für schlecht. Der Stadtrat will die Anlagen nur nicht im Stadtkern, weil sie das Stadtbild stören. Laut Bericht einer Zeitung erklärte ein Bundestagsabgeordneter (CSU) triumphierend: "In zehn, 20 Jahren wird kein Haus mehr mit normalen Dachziegeln eingedeckt." Auch da zeigt sich mir der "Philister", dem alles Abweichende zuwider ist: Allen Männern in Afghanistan eine Krawatte und noch mehr! Und wehe, sie wollen das nicht!
Der "Philister" ist es, der verächlich oder mitleidig herabschaut auf jene, die von "gestern" sind oder von "vorgestern". Er begreift nicht, daß es welche gibt, die anderem folgen als den "Zeichen des Fortschritts".

Kommentar-Direktlink Joerg· 02.11.08 · 21:44 Uhr

Und wenn sie es neunmal posten und goldene Schrift verwenden, bleibt ihr hohles Geschwätz hohles Geschwätz...

Kommentar-Direktlink Christian· 03.11.08 · 10:41 Uhr

@Voit: Ich verstehe wirklich nicht, was Sie uns sagen wollen... Weil es in Frankreich Skihotels gibt, die sich nicht rentieren, ist auch Solarenergie unrentabel? Weil Krawatten nicht zur afghanischen Kultur passen, passen Solaranlagen auch nicht nach Bräunlingen?

Was den Mantel angeht - ist es wirklich ebenso wichtig, dass er zu Ihnen passt wie die Tatsache, dass er die Kälte abhält? Was wäre, wenn Sie gerade in der Kälte erfrieren würden? Wie würden Sie sich dann entscheiden?

Genau vor diesem Problem stehen wir gerade. Die aktuelle Energiepolitik lässt sich nicht mehr lange aufrechterhalten, führt uns immer tiefer in die Abhängigkeit von undemokratischen Drittstaaten und sorgt für globale Umweltprobleme. Vor diesem Hintergrund ist ein weiterer Ausbau der regenerativen Energietechnik vollkommen unerlässlich. Wer angesichts dessen sagt: "Gerne, aber nicht dort wo ich die Anlagen sehen muss", der hat sich noch nicht klar gemacht, wie schwerwiegend die Probleme sind, denen wir zur Zeit gegenüber stehen.

Darüber hinaus muss eines doch klar sein: Die Bürger, die Zeit und Geld in den Bau von Solaranlagen investiert haben, nun nachträglich zu bestrafen, ist so ziemlich die schlechtestmögliche Vorgehensweise. Wollen wir denn kein zivilgesellschaftliches Engagement mehr? Wurden überhaupt irgendwann einmal Touristen dazu befragt, ob sie den Ort wirklich wegen (nicht sichtbarer) Solaranlagen meiden würden?

Angesichts steigender Energiepreise und zunehmender Umweltprobleme ist es nichts anderes als grober Unfug, diejenigen zur Kasse zu bitten, die sich den Problemen stellen. Ein schönes Stadtbild hier in Deutschland kann und darf uns nicht wichtiger sein, als Ernteausfälle in Indien und Überschwemmungen in Bangladesch. Nun können Sie korrekterweise einwenden, dass die paar Anlagen das Problem gewiss nicht lösen. Das ist zwar richtig - sie tragen aber - wenn auch minimal - zu dessen Lösung bei. Das ist mehr, als man vom Bräunlinger Stadtrat behaupten kann...

Kommentar-Direktlink cyberchris· 21.01.10 · 17:29 Uhr

schaut euch doch mal die bilderbergs an die sich 1 mal im jahr treffen...da wird doch schon für jahre im vorraus geplant!!!da kommen die 100-150 mächtigsten menschen weltweit und treffen sich hinter abgeriegelten räumen...beschützt von interpol.mossat und dem fbi...und dann sagt man uns kleinem bürger wir sollen wählen gehen harhar wofür ist doch das meiste schon längst abgesegnet!!!gruß chris

Kommentar-Direktlink Solars· 01.08.10 · 17:20 Uhr

Schade - Solaranlagen 7 Module sind eigentlich sehr gut zur außengestaltung geignet - braucht nur etwas Fantasie.

Kommentar-Direktlink Max Mustermann· 19.10.11 · 12:47 Uhr

Muss das berechtigte Anliegen, regenerative Ener -
gien zu nutzen, im Widerspruch zur Erhaltung historischer
Stadtbilder stehen? Kann man nicht auf
intelligente Weise beiden Belangen Rechnung tragen?
In Bräunlingen hat diese Frage besonderes
Gewicht: Einerseits verfolgt die Gemein de konsequent
das Ziel, den Anteil regenerativer Energien
an der Energieerzeugung zu steigern und hat im
Jahr 2005 mit einem „Mix“ aus Wasserkraft, Biogas
und Photovoltaik bereits beachtliche 25% erreicht.
Andererseits zählt die historische Altstadt von
Bräunlingen zu den etwa 30 mittelalterlichen Stadtkernen
im Regierungsbezirk Freiburg, an deren
Erhaltung ein besonderes öffentliches Interesse
besteht. Die hier vorherrschenden Ackerbürgerhäuser,
traufständig zur Straße, vereinen Wohnund
Wirtschaftsteil unter einem mächtigen, steil
geneigten Satteldach. Die geschlossenen Dachfl ä -
chen, meist traditionell mit Biberschwanzziegeln
gedeckt, prägen nachhaltig das Stadtbild. In den
für Bräunlingen charakteristischen breiten, platzartigen
Straßenräumen (s. Abb.) treten nicht nur
die Hausfassaden, sondern ebenso die Dachflächen
wirksam in Erscheinung. Auch die rückwärtigen,
straßenabgewandten Dachflächen sind zum großen
Teil gut einsehbar. Dies gilt vor allem für die
äußeren Häuserreihen, die entlang der mittelalterlichen
Stadtmauer errichtet wurden und die
den räumlichen Abschluss der Altstadt bilden. Solaranlagen
auf solchen exponierten Dachflächen
würden ohne Zweifel zu einer erheblichen Beeinträchtigung
des erhaltenswerten Stadtbildes führen.
So ist es nur konsequent, dass der Gemeinderat
in der neu überarbeiteten Stadtbildsatzung (Örtliche
Bauvorschriften gem. §74 LBO) das Anbringen
von Solaranlagen auf den Dächern der Altstadthäuser
ausschloss. Er ließ aber die Bürger, denen
die Erzeugung von Solarstrom ein Anliegen
ist, nicht ohne Alternative: Im Rahmen der Kampagne
„SolarLokal“ werden städtische Dachflächen
außerhalb der Altstadt zu günstigen Konditionen
an Private verpachtet, die hier Solaranlagen installieren
können. So erhalten auch die Bewohner
der Altstadt, die aus Gründen des Denkmalschutzes
und der Stadtbildsatzung keine Möglichkeit
haben, Solaranlagen auf dem eigenen Haus zu
errichten, eine gute Gelegenheit, den benötigten
Strom – wenn auch an anderer Stelle – umweltfreundlich
selbst zu erzeugen und damit in den
Genuss der staatlichen Förderung von Solartechnik
zu kommen.

Dr. Erik Roth
Regierungspräsidium Freiburg
Referat 25 – Denkmalpflege

(Eine Einführung in die Problematik gibt der
Aufsatz „Solaranlagen in Gesamtanlagen“ von
Felici tas Buch im Heft 3/2004 unseres Nach rich -
ten blat tes „Denkmalpflege in Baden-Württemberg“.
S.169–174)

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