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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
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27.04.08 · 17:23 Uhr
Video: Ein Film, so groß wie das Universum
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Im seinem toll gemachten Blog "Frank Wettert" berichtet der Meterologe und radioSAW-Wettermann Frank Abel von seiner täglichen Arbeit und klärt über allerlei Wetterphänomene auf. Sein neuester Post fällt dagegen etwas aus der Reihe - ein 5-Minuten-Video, größer als das gesamte Universum.
Eine Aussage, die man etwas relativieren muss, denn natürlich ist die Behauptung objektiv betrachtet nicht ganz korrekt. Faszinierend und wunderschön ist der Film dennoch. Zu sehen ist ein computergenerierter Zoom in eine Mandelbrot-Menge. Der Clou: Das finale Frame dieses Videos zeigt die 315te Zoomstufe - und wäre dieses letzte Bild so groß wie der Monitor, würde eine komplette Darstellung der Mandelbrot-Menge vom Anfang in gleicher Größenordnung 2 hoch 316 Monitore in Anspruch nehmen. Dies wiederum entspräche 2 hoch 176 mal der Größe unseres bekannten Universums! (behauptet zumindest der Videokünstler, dem ich als Nicht-Astronom einfach mal vertraue....)
Erstellt wurde das Video übrigens mit dem Programm Fractal Extreme von Cygnus Software, die sogar eine 15-tägige Testversion anbieten. Bei Mandelbrot-Mengen der Mandelbrot-Menge handelt es sich um ein Fraktal, d.h. ein Objekt, das einen hohen Grad an Selbstähnlichkeit aufweist, bei dem also Ausschnitte visuell an das Gesamtobjekt erinnern oder sogar mit diesem identisch sind (beispielsweise bei Bildern, die sich aus kleineren Kopien ihrer selbst zusammensetzen). Mandelbrot-Mengen sind Die Mandelbrot-Menge ist der Mathematik bereits seit der (vorletzten) Jahrhundertwende bekannt, wurde aber erst richtig "populär", nachdem der französische Mathematiker (und momentaner Yale-Professor) Benoît Mandelbrot in den 80ern eine Software vorstellte, mit der sich Fraktale am Computer generieren, grafisch darstellen und analysieren ließen.
Autor: Christian Reinboth· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
Schöner Beitrag, aber eine mißverständliche Formulierung möchte ich doch geraderücken: es gibt keine Mandelbrot-Mengen (im Plural), sondern nur eine (die im Video gezeigte).
Ich hatte auf http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/03/was-sind-juliamengen.php
mal über Julia-Mengen geschrieben, und die Mandelbrot-Menge ist dann definiert als die Menge derjenigen komplexen Zahlen c, für die die Gefangenmenge von z2+c den Nullpunkt enthält.
Bemerkenswert natürlich die enorme Komplexität trotz der eher einfachen Definition. Durch die Selbstähnlichkeit erhält man freilich auch bei immer größerem Zoomen immer wieder ähnliche Bilder. Durch Zoomen an etwas versteckteren Stellen kann man aber noch viele andere interessanten Strukturen sehen, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Mandelbrot-Menge#Bildergalerie_einer_Zoomfahrt
@Thilo: Stimmt natürlich - wie peinlich. Ich habe das im Beitrag mal eben schnell korrigiert....
Guten Tag, Christian,
vielen Dank für diesen Beitrag und die damit verbundene internationale Aufmerksamkeit, außerdem für die zusätzlichen Informationen. Übrigens ist das Video ein Abfallprodukt meiner Wetter24 News zum Tod von Edward N. Lorenz:
http://www.wetter24.de/de/home/wetter/wetter_news/news_archiv/archive/2008/april/ch/f78527a5ae/article/edward_lorenz_tot.html
Fraktale gehören für mich zu der Zeit meiner Oberstufe, wo wir meinen AT (286-Prozessor) nächtelang haben rechnen lassen. Darum muss ich Thilo Recht geben; Es gibt noch viel interessantere Filme.
Wie auch immer: Ich überlege, einige meiner Artikel auch auf Englisch anzubieten. Hältst Du das für sinnvoll, Christian?
Gruß und schönes, langes Wochenende,
Frank.
@Frank Abel: Freut mich, wenn der Artikel etwas Aufmerksamkeit generieren konnte. Gute Wetterblogs (auch internationale) gibt es ja einige, aber das G.E.I.L.-Konzept (hoffentlich überlebt der Kommentar jetzt den Spam-Filter) halte ich für interessant und vor allem wichtig genug, dass man es auch in Englisch anbieten könnte / sollte. Ich habe mich jedenfalls schon oft darüber geärgert, wenn wieder mal jedes Hochwasser und jedes Unwetter in den Medien sofort als Indiz für die globale Erwärmung gewertet wird, auch wenn ein objektiver Zusammenhang erst mal gar nicht zu erkennen ist. Für einen richtigen Fachmann, der die entsprechenden Fehler aus den Medienberichten picken und aufklären würde, gäbe es sicher einiges zu tun (nicht zu vergessen den Spaßfaktor...)