Blog durchsuchen
Profil
Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
Aktuelle Projekte
- AUBELE
- AL-MESS
- POF-LAB
- EE-GENO
- TECLA WZW
- TECLA NEMO
- Breitbandregion
- St. Andreasberg StarPark
Social Networking
Unterstützenswertes
Letzte Einträge
- Astronomie: "LED-Beleuchtung ist eine riesengroße Chance"8 Kommentare· 04.02.12
- Helft mit, Open Access auf die Zukunftsagenda der Bundesregierung zu bringen!29 Kommentare· 01.02.12
- Martin Kaufhold: Die großen Reden der Weltgeschichte9 Kommentare· 30.01.12
- Kongressausstelleridentifikationskartensammlung11 Kommentare· 28.01.12
- "Es ist nicht einzusehen..."3 Kommentare· 23.01.12
Kommentare
- Kesselflicker · 10.02.12 · 17:04 Uhr Etappensieg für Gentechnik-Gegner in Sachsen-Anhalt - Forschung geht außer Landes
- Dr. Webbaer · 10.02.12 · 11:21 Uhr Astronomie: "LED-Beleuchtung ist eine riesengroße Chance"
- Christian Reinboth · 08.02.12 · 16:00 Uhr Helft mit, Open Access auf die Zukunftsagenda der Bundesregierung zu bringen!
- Manfredo · 01.02.12 · 12:17 Uhr Kongressausstelleridentifikationskartensammlung
- mono8no8aware · 01.02.12 · 08:30 Uhr Einsteins 4 in Mathe - ein Bildungsmythos
Blogroll
Lichtsmog-Blogs: Umwelt-Blogs: Wissenschaftsblogs:Kategorien
Archiv
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Frühere Beiträge
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
30.01.08 · 21:01 Uhr
Wer entscheidet über Wahlcomputer?
Kategorie: Politik·Technik · Kommentare: 2
Zum Thema Wahlcomputer, welches ja in den Comments und in meiner Mailbox einigen Staub aufgewirbelt hat, habe ich noch einen Nachschlag, bevor ich mich wieder dem eigentlichen Kernthema dieses Blogs zuwende. Aus einer Zuschrift zum letzten Post war die Aussage zu entnehmen, dass die potenzielle Gefahr einer Wahlmanipulation doch eigentlich Politiker aus allen Lagern aufschrecken sollte. Warum, so wurde ich gefragt, wird die Problematik dann im politischen Lager nicht stärker thematisiert?
In der Tat gibt es im Falle einer Wahlmanipulation oder einer technisch bedingten "Wahlpanne" mehr Verlierer als nur die Demokratie, da ja mindestens eine Partei schlechter abschneiden muss, als dies vom Souverän, dem Wähler, beabsichtigt war. Warum ist der Einsatz solcher Systeme dann nicht umstrittener?
Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es wohl nicht. Meines Erachtens nach liegt aber zumindest eine der Hauptursachen in der mangelnden Technik- und Medienkompetenz der politischen Entscheidungsträger begründet. Zur Verdeutlichung dieser These lege ich dem interessierten Leser den folgenden, kurzen Filmausschnitt ans Herz, der dem Programm des ARD-Morgenmagazins entnommen ist:
Für die stets fröhlichen ARD-Morgenmoderatoren ein zum Schmunzeln animierender Beitrag, zeigt er doch, dass Politiker auch nur Menschen sind. So oder so ähnlich werden die Fernsehmacher das wohl gesehen haben. Mir ist auf jeden Fall das Lachen im Hals stecken geblieben, als mir in den Sinn kam, dass es sich bei den Interviewten genau um die Damen und Herren handelt, die nicht nur über den Einsatz von Wahlcomputern, sondern auch über die Vorratsdatenspeicherung, die Online-Durchsuchung oder die Zensur von Webseiten entscheiden müssen.
Natürlich ist mir auch klar, dass es sich bei einem "Kinderreporter-Clip" nicht um eine repräsentative Befragung handelt, und dass jeder Politiker zudem über einen Mitarbeiterstab verfügt, der Sachrecherchen und bestimmte technische Arbeiten übernimmt. Aber es mutet 2008 (bzw. 2007) doch seltsam an, wenn die führenden politischen Entscheidungsträger dieses Landes munter ausplaudern, erst "ein- oder zweimal" im Internet gewesen zu sein, nicht wissen "wie man eine Homepage bedient" oder den Begriff "Browser" augenscheinlich zum ersten Mal im Leben hören.
Wie die aktuellen Internetstrukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen zeigen, nutzen inzwischen fast zwei Drittel aller Deutschen regelmäßig das Internet, welches damit eindeutig zu einem flächendeckend etablierten Massenkommunikationsmittel avanciert ist. Ein Entscheidungsträger, der über keinerlei Internetkompetenz verfügt, kann sich in eine Diskussion um Online-Gesetzgebung oder eben um den Einsatz von Wahlcomputern meiner Meinung nach nicht glaubwürdig einbringen.
Man stelle sich einen Politiker vor, der in den 80er Jahren erzählt hätte, dass er erst "ein- oder zweimal" ein Telefon benutzt hätte, nicht wüsste was ein "Freizeichen" wäre und überdies Mitarbeiter hätte, die solche Geräte für ihn bedienten. Wenn der gleiche Politiker dann die Entscheidungskompetenz für Themen wie den Ausbau des Telefonnetzes oder die Telefonüberwachung für sich reklamiert hätte, hätte vermutlich niemand mehr gelacht. Wieso finden wir uns heute achselzuckend damit ab?
Natürlich, so wird jetzt mancher argumentieren, liegt die endgültige Entscheidungskompetenz ja gar nicht bei der Politik, sondern vielmehr bei der Justiz. Denn sowohl wegen der Vorratsdatenspeicherung als auch wegen der Wahlcomputer laufen ja bereits diverse Verfahren, so dass eine vorschnell auf politischer Ebene getroffene Entscheidung nachträglich auf juristischer Ebene wieder revidiert werden kann.
Wer sich einmal damit auseinandersetzen möchte, wie es um das Technikkompetenz unserer Juristen teilweise bestellt ist, dem sei der LawBlog des auf Internet-Recht spezialisierten Rechtsanwalts Udo Vetter empfohlen. Dort finden sich teils äußerst bizarr anmutende Geschichten aus der wilden Welt der Online-Rechtsprechung.
Beispiel gefällig? Nehmen wir an, ein Scherzbold würde Ihre E-Mail-Adresse in das Online-Bestellformular eines eher fragwürdigen Versandhändlers eintragen. In Ihrer Mailbox geht daraufhin eine Zahlungsaufforderung ein, die Sie aber ignorieren bzw. für Spam halten, da Sie ja keine Bestellung durchgeführt haben. Der Versandhändler erstattet daraufhin Anzeige gegen den Inhaber der E-Mail-Adresse - und für einen Richter ist allein die Tatsache, dass Ihre E-Mail-Adresse (die höchstwahrscheinlich längst auf irgendeiner Webseite zu finden ist und daher jedem Surfer in die Hände fallen kann) in das Formularfeld eingegeben wurde Grund genug, ein Verfahren wegen Computerbetrugs gegen Sie einzuleiten und eine Hausdurchsuchung sowie die Konfiszierung Ihres Rechners anzuordnen. So etwas kann nicht passieren? Doch. So geschehen bei M.B. aus V.
Das Schlimmste an diesem Szenario? Nichts geschieht aus niederen Beweggründen, keiner der Beteiligten will ernsthaft die Demokratie beschädigen und jeder kann ehrlich von sich behaupten, nur nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Die Demokratie, die durch das Grundgesetz so hervorragend gegen innere Feinde geschützt ist, wird durch ehrliche Fehler überzeugter Demokraten dauerhaft beschädigt.
Natürlich gibt es sowohl Politiker als auch Juristen mit höchster Technik- und Internetkompetenz. Und ganz sicher gibt es auch in den Beraterstäben in Berlin und anderswo kompetente Experten zu jeder Thematik. Aber die Technik- und Medienkompetenz in der Fläche - die fehlt leider. Man kann sicher nicht verlangen, dass ein Politiker oder ein Jurist ein Experte auf jedem Sachgebiet sein muss. Aber ich wünsche mir, dass eine Bundesjustizministerin, die jeden Webseiten-Aufruf auf Vorrat speichern lässt, weiß was ein Browser ist. Ich wünsche mir, dass ein Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, der mit seinen Entscheidungen die Weichen für die Internet-Wirtschaft der Zukunft stellt, schon mehr Webseiten gesehen hat, als nur die Online-Ausgabe seiner Lieblingszeitung.
Illusorische Wünsche? Vielleicht.
Autor: Christian Reinboth· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
- Ein gigantischer Schatten am HorizontAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr
- An uncomfortable questionWork called last night It happens Basically I had two ...Respectful Insolence· 10.02.2012 · 08:00 Uhr















Kommentare (2)
Lieber Christian, heute steht die "Antwort" zu Deiner Header-Frage in den Heise-Nachrichten: http://www.heise.de/newsticker/meldung/103125/from/rss09
Demnach hat der "Wähler" entschieden. In den Nachrichten hatte ich noch gehört, dass in den USA zumindest z.Zt. für die Präsidentschaftsvorwahlen Computerwahlen ausgeschlossen hat, da die Gefahr der "Manipulation" bestehe. Allerdings kann ich im Moment diese Aussage nicht verifizieren??
@Monika: Im Prinzip richtig: "Der Wähler" zeigt mit der Verweigerungshaltung den Unwillen, sich an der intransparenten und unnötig komplizierten "Computerwahl" zu beteiligen. Ich möchte allerdings bezweifeln, dass sich die schlechte Wahlbeteiligung auf die Wahrscheinlichkeit eines fortgesetzten Einsatzes der Systeme irgenwie auswirkt. Denn zeigt nicht die von Wahl zu Wahl sinkende Beteiligung ohnehin den Unmut des Wählers über die politische Landschaft an sich? Das Phänomen der Wahlmüdigkeit ist in diesem Land schon seit über einer Dekade verstärkt zu beobachten und hat bislang kaum zu Konsequenzen geführt. Wie wahrscheinlich ist es also, dass da ein weiterer Rückgang der Wahlbeteiligung um noch mal 5% eine landesweite Abkehr von den Computerwahlen veranlasst?
Was die USA betrifft, so ist mir diese Meldung nicht zu Ohren gekommen. Meines Wissens nach werden auch in den aktuell laufenden Vorwahlen Computer eingesetzt, wobei es in Iowa vor einigen Wochen auch zu den fast schon zu erwartenden Pannen gekommen sein soll. Ich rechne zur Zeit leider damit, dass bei den Präsidentschaftswahlen im November mindestens die Hälfte der amerikanischen Wähler per Bildschirm abstimmt - dies ist aber momentan nur eine persönliche Vermutung.