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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.

Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.

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16.10.08 · 14:00 Uhr

"Institute müssen die Forscherinnen unterstützen!" Maria Furtwängler im Interview

Kategorie: Kultur

MariaFurtwängler200.jpgBekannt ist Maria Furtwängler vor allem für ihre schauspielerische Leistung - als niedersächsische Tatort-Kommisarin Charlotte Lindholm etwa oder ganz aktuell in der Filmbiographie "Räuber Kneissl". Vor ihrer Karriere vor der Kamera arbeitete Dr. Maria Furtwängler als Ärztin in München - und kennt daher die Situation junger Forscherinnen in Deutschland.

ScienceBlogs: "Was müsste sich Ihrer Meinung nach in Deutschland ändern, um die Situation von Wissenschaftlerinnen mit Kindern zu verbessern?"

Maria Furtwängler: "Was fehlt, sind bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten - etwa KiTas, die direkt an Institute angegliedert sind. Und gerade im wissenschaftlichen Bereich mangelt es oft an Offenheit gegenüber Familien: Eine Vereinbarkeit von Kindern und Forschung kann es aber nur geben, wenn die Vorgesetzten dies auch unterstützen, das heißt, wenn Mütter zum Beispiel die Möglichkeit erhalten, auch ein paar Stunden in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten oder KiTa-Plätze vom Arbeitgeber mitfinanziert werden."

SB: "In der Diskussion um die akademische Chancengleichheit wird immer wieder der Ruf nach einer Quote für Professorinnen laut. Ist die Quote der einzige Weg, um eine Gleichstellung zu erreichen?

M.F.: "Die Quote sehe ich mit gemischten Gefühlen. Natürlich soll man begabte Forscherinnen unterstützen und versuchen, Berufungsverfahren für beide Geschlechter fair zu gestalten - aber eine Quote zu „erzwingen" sollte meiner Meinung nach nur der letzte Ausweg im Hinblick auf die Chancengleichheit an Hochschulen sein."

SB: "Hatten Sie, als Sie sich für ihr Medizinstudium entschieden, (weibliche) Vorbilder?"

M.F.: "In meinem direkten Umfeld nicht, aber mir fällt spontan Marie Curie als Vorbild für alle Frauen in der Wissenschaft ein. Und das nicht nur, weil sie gleich zwei Mal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sondern weil sie es geschafft hat, parallel dazu zwei Töchter großzuziehen. Eine der beiden wurde ebenfalls Wissenschaftlerin und hat später auch einen Nobelpreis bekommen."

Bild: Paul Schirnhofer für SUPERillu.

 

Autor: Jessica Riccò· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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