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Marc Scheloske ist Sozialwissenschaftler und Wissenschaftsjournalist. Nach dem Studium an der LMU München war er an einer Studie zur Risiko- kommunikation für die EU beteiligt. Von 2008-2010 war er verantwortlicher ScienceBlogs-Redakteur. Seit 2011 ist er mit seiner Wissenswerkstatt als Berater für digitale Wissenschafts- kommunikation tätig.
Er twittert als Werkstatt.


Archiv Oktober 2009

26. Oktober 2009

Interphone-Studie: Mehr Tumore durch Handys?

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 27

Handy.jpgErhöht die Handynutzung das Risiko an einem Hirntumor zu erkranken? Das ist im Kern die Forschungsfrage der sogenannten Interphone-Studie, die im Jahr 2000 gestartet ist. Inzwischen ist die Studie in allen Ländern abgeschlossen. Doch die Publikation der Ergebnisse lässt auf sich warten. Nun scheinen erste Befunde durchgesickert zu sein. Glaubt man der aktuellen Berichterstattung des "Daily Telegraph", so dürften die Resultate für viel Gesprächsstoff sorgen.

Die Forschung zu den Effekten von Mobilfunkstrahlung auf Mensch und Umwelt hat u.a. mit zwei großen Problemen zu kämpfen: zunächst machen fast immer zu geringe Fallzahlen die Ergebnisse fragwürdig. Wenn es um (glücklicherweise) verhältnismäßig seltene Erkrankungen wie etwa Tumorerkankungen im Kopfbereich geht, dann sind ein paar hundert Probanden einfach zu wenig. Zweitens ist häufig der Untersuchungszeitraum viel zu kurz.

Diese beiden Schwächen hat die Interphone-Studie nicht. Im Jahr 2000 begann man unter Regie des Internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation in Lyon (IARC) mit einer epidemiologischen Fallkontrollstudie in insgesamt 13 Ländern. Innerhalb der Studie (die von der EU finanziert wird) wurden die Daten von Hirntumorpatienten (hauptsächlich Gliome, Meningiome und Akustikusneurinome) erhoben und mit den Daten von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Dieses Material wurde mit den Informationen über die Handynutzung der einzelnen Personen gekoppelt und nun untersucht.

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Autor: Marc Scheloske· 26.10.09 · 18:30 Uhr· 27 Kommentare

21. Oktober 2009

Risiko Nanotechnologie: Der Anfang vom Ende?

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 8

Risiko_Nanotechnik.jpgWie riskant ist Nanotechnik tatsächlich? Wurde das Risikopotential der winzig kleinen Teilchen in Lebensmitteln, Kleidung und dutzenden weiteren Produkten unterschätzt? Es ist durchaus möglich, daß der heutige Tag eine Trendwende in der Karriere der Nanotechnologie markiert. Denn heute sorgt eine aktuelle Überblicksstudie des Umweltbundesamts für Schlagzeilen. Dessen Experten weisen auf ungeklärte Risiken der Nanotechnologie hin und empfehlen schließlich sogar Nanoprodukte zu vermeiden.

Wer sich mit dem Risikopotential von Nanomaterialien beschäftigt, der kann über die Einschätzung der UBA-Experten kaum überrascht sein. Schließlich werden in Fachkreisen seit vielen Jahren mögliche gesundheitliche und ökologische Gefahrenpotentiale im Zusammenhang mit dem industriellen Einsatz von nanoskaligen Teilchen diskutiert. Überraschend ist vielmehr, daß die Nanotechnologie bis heute ein ausgesprochen positives Image genießt. Doch das könnte sich nun - nach solchen Berichten wie in der SZ - allmählich ändern.

Schließlich ist die aktuelle Studie in ihrer Schlußfolgerung durchaus klar formuliert; im Bericht ("Nanotechnik für Mensch und Umwelt") heißt es:

"Das Umweltbundesamt empfiehlt weiterhin, die Verwendung von Produkten, die Nanomaterialien enthalten oder frei setzen können, im Sinne eines vorsorgenden Umweltschutzes so lange zu vermeiden, als ihre Wirkungen in der Umwelt und auf die menschliche Gesundheit noch weitgehend unbekannt sind."

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Autor: Marc Scheloske· 21.10.09 · 15:15 Uhr· 8 Kommentare

16. Oktober 2009

Schulsport macht schlau: Die Korrelation von Körpergewicht und Schulleistung

Kategorie: Kultur·Medizin  ·  Kommentare: 6

Dickere Kinder sind schlechtere Schüler. Das ist eines der interessanten Ergebnisse einer aktuellen Studie. Allerdings wartet die Untersuchung auch mit einer hoffnungsvollen Botschaft auf: wenn Grundschüler gezielt in ein kontinuierliches Sportprogramm eingebunden werden, dann purzeln die Pfunde und die Noten werden besser.
Kindersport.jpg
Das ist - leicht verkürzt - das Fazit einer Längsschnittstudie, die Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag des Vereins "Klasse in Sport" durchgeführt haben. Und die Bekanntgabe der (vorläufigen) Ergebnisse fällt in eine Zeit, in der viel darüber diskutiert wird, wie das Idealgewicht der Fetisch unserer Zeit wurde und wer davon profitiert.

Das Idealgewicht oder: Der Tanz um den goldenen Body-Mass-Index

Fest steht: noch nie zuvor wurde der Frage nach den Ernährungsgewohnheiten und dem Körpergewicht so viel Platz eingeräumt. Und fest steht auch, daß übergewichtige Menschen pauschal als undiszipliniert und Belastung für das Gesundheitssystem angesehen werden. Wer den BMI-Wert von 25 übertrifft, gilt vielen Gesundheitspolitikern schon als Problemfall.

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Autor: Marc Scheloske· 16.10.09 · 18:00 Uhr· 6 Kommentare

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