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Marc Scheloske ist Sozialwissenschaftler und Wissenschaftsjournalist. Nach dem Studium an der LMU München war er an einer Studie zur Risiko- kommunikation für die EU beteiligt. Von 2008-2010 war er verantwortlicher ScienceBlogs-Redakteur. Seit 2011 ist er mit seiner Wissenswerkstatt als Berater für digitale Wissenschafts- kommunikation tätig.
Er twittert als Werkstatt.
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29. Juli 2009
Riskante Selbstmedikation: Tamiflu könnte zur Bildung von Resistenzen führen
Kategorie: Medizin · Kommentare: 16
Die Infektionen mit dem Schweinegrippevirus H1N1 nehmen weiter zu. Aktuell sind mehr als 4.000 Grippefälle in Deutschland bestätigt, das ist (noch) überschaubar. In Großbritannien etwa sind die Krankheitszahlen in den letzten Wochen enorm angestiegen - die Urlaubssaison könnte auch bei uns zu einer rasanten Ausbreitung führen. Und möglicherweise droht Gefahr aus einer bislang kaum beachteten Richtung: ausgerechnet das Grippemedikament "Tamiflu" könnte zur Entstehung von resistenten Viren beitragen.
Bislang ist in Sachen Schweinegrippe sicherlich keine Panik angezeigt. Auch wenn die Fallzahlen kontinuierlich steigen und die Bundesländer nun eine großangelegte Impfaktion beschlossen haben: der Krankheitsverlauf nach einer H1N1-Infektion ist fast immer ziemlich mild. Allerdings sollte man sich eben nicht darauf verlassen, daß dies so bleibt. Grippeviren sind Wandlungskünstler. Deshalb sind die Vorsichtsmaßnahmen der Behörden (wenn etwa Schulen geschlossen werden) auch gerechtfertigt. Probleme könnte man sich allerdings einhandeln, wenn massenhaft das antivirale Medikament Tamiflu (Wirkstoff: Oseltamivir) zur Anwendung kommt...
Autor: Marc Scheloske· 29.07.09 · 14:00 Uhr· 16 Kommentare
28. Juli 2009
Städtische Risikoschwangerschaften? Smog und Intelligenz
Kategorie: Medizin
Smog macht dumm. So könnte man die Ergebnisse einer aktuellen US-Studie zu den Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Intelligenzentwicklung von Kindern zusammenfassen. Die Studie legt nahe, daß bestimmte Parameter der Luftqualität bereits während der letzten Schwangerschaftsmonate entscheidend sind. Sind Stadtkinder also dümmer?
In ihrer Studie fokussierte Frederica P. Perera von der New Yorker Columbia-Universität vor allem auf die Rolle, die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) spielen. In früheren Studien hatte sie bereits festgestellt, daß hohe Belastungen der Atemluft werdender Mütter zu Entwicklungsverzögerungen bei Kleinkindern führt und auch mit geringerem Geburtsgewicht und Kopfumfang bei der Geburt korreliert.
Autor: Marc Scheloske· 28.07.09 · 14:15 Uhr· 0 Kommentare
15. Juli 2009
Mikroskopische Pionierarbeit: Stefan Hell und neue Dimensionen der Lichtmikroskopie
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Wissenschaftler müssen sich ein Bild von der Welt machen. Mit Teleskopen blicken sie in die Ferne des Weltalls, mit Mikroskopen beobachten sie die allerkleinsten Vorgänge des Lebens. Wobei die Grenzen unseres Wissens immer auch durch die technologischen Rahmenbedingungen der (Meß-)Instrumente vorgegeben sind.
Der Göttinger Physiker Stefan Hell hat in den letzten Jahren neue - bislang ungeahnte - Meß- und Beobachtungsmöglichkeiten eröffnet. Und mit der erfolgreichen Entwicklung des Fluoreszenz- bzw. STED-Mikroskops* hat Hell sogar ehernes Lehrbuchwissen obsolet gemacht.
Autor: Marc Scheloske· 15.07.09 · 19:45 Uhr· 2 Kommentare
13. Juli 2009
Desertec, oder: Über die Renaissance der Utopie einer solarthermischen Gesellschaft
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 12
»Die Sonne schickt uns keine Rechnung.« So lautete das mantrahaft vorgetragene Glaubensbekenntnis des Journalisten Franz Alt. Und man darf vermuten, daß Franz Alt in den letzten Wochen die Berichterstattung über das Projekt "Desertec" wohlwollend beobachtet hat; die lange Zeit kaum diskutierte Solarthermie feiert derzeit eine glänzende Renaissance.
Heute haben sich in München zwölf namhafte Industrieunternehmen zur Desertec-Initiative zusammengetan, die binnen weniger Jahre in Nordafrika ein Solarthermie-Projekt realisieren will, das richtungsweisend sein könnte. Was steckt dahinter? Woher kommt die Begeisterung der Unternehmen für dieses Konzept?
Autor: Marc Scheloske· 13.07.09 · 23:00 Uhr· 12 Kommentare
11. Juli 2009
EPO: Fluch für den Radsport, Segen für die Medizin?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 3
Epo wirkt! Das belegt nicht nur der Radsport, wo Epo seit den 90er Jahren zur unerlaubten Ausdauersteigerung eingesetzt wurde. Inzwischen sind die fragwürdigen Radhelden vermutlich auf andere Dopingmittel umgestiegen. Doch während die Popularität von Lance Armstrong* und seinen scheinheiligen Kollegen glücklicherweise schwindet, steht Epo möglicherweise erst am Beginn einer vielversprechenden Karriere.
Die Abkürzung EPO steht ja für das körpereigene Hormon Erythropoetin, das in der Niere gebildet wird. Als so genanntes Glykoprotein-Hormon ist Erythropoetin an zentraler Stelle bei der Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt. Ursprünglich wurde EPO biotechnologisch synthetisiert, um Dialysepatienten (deren Nieren kein oder zu wenig Epo herstellen) zu behandeln.
Autor: Marc Scheloske· 11.07.09 · 00:00 Uhr· 3 Kommentare
08. Juli 2009
Die Lindauer Nobelpreisträgertagung als Ereignis der Wissenschaft
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Wann ist Wissenschaft? So hatte Jörg Friedrich vor einigen Wochen gefragt. Man könnte die Frage auch etwas variieren und fragen: Wann reden wir von Wissenschaft? Oder: Wo findet Wissenschaft statt.
Es ist dabei letztlich immer die spannende Frage, welche "Form" sich ein soziales Ereignis geben muß, damit es als wissenschaftliches Ereignis zweifelsfrei erkannt wird. Dabei gibt es natürlich bestimmte Erkennungs- und Kennzeichen, die uns signalisieren, daß wir gerade einem wissenschaftlichen Gegenstand gegenüberstehen.
Wie erkennen wir eigentlich, daß es sich um ein wissenschaftliches Ereignis handelt?
Wenn wir uns in einem großen Saal mit abfallenden Sitzreihen befinden, so sollte es uns nicht überraschen, wenn das Licht erlöscht und ein Film an die Leinwand projiziert wird. Sollte stattdessen ein einzelner Mann oder eine Frau erscheinen und einen mit allerlei Fachterminologie aufgepeppten Vortrag beginnen, so sind wir nicht im Kino, sondern vermutlich im Hörsaal einer Universität gelandet.
Die Unterschiede zwischen diesen beiden "Darbietungen" sind gar nicht so groß. Doch erkennen wir zweifelsfrei, in welchem Fall es sich um Wissenschaft handelt. Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit, ein wirklich bemerkenswertes wissenschaftliches Ereignis aus der Nähe zu beobachten. Denn bei der 59. Tagung der Nobelpreisträger in Lindau ging es ganz ohne Zweifel um Wissenschaft. Aber: woher weiß ich das so genau?
Autor: Marc Scheloske· 08.07.09 · 13:45 Uhr· 2 Kommentare
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