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Joerg Rings lebt in Oakland, Kalifornien, und ist Senior Quantitative Analyst in einem Start-Up, das Thermostate optimiert um Energie zu sparen.
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31.01.11 · 10:30 Uhr

Petition gegen die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Politik  ·  Kommentare: 16

Anatol Stefanowitsch vom Sprachlog hat eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet, die ich sehr unterstütze und auf die ich kurz hinweisen möchte. Die Petition befindet sich in der Zeichnung, und ihr solltet euch überlegen mitzumachen. Grund ist eine abgelaufene Petition und Aktion des Vereins Deutsche Sprache, die eine Aufnahme der deutschen Sprache in das Grundgesetz erreichen will.

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Warum das keine gute Idee ist, stellt Anatol so gut in der Petitionsbegründung dar, oder auch in seinem Blogpost dazu, dass ich nichts hinzufügen möchte. Wer immer noch keine Motivation verspürt, die paar Minuten zu investieren um mitzuzeichnen, der soll sich nur mal den Kommentar-Sumpf bei der Petition ansehen. Da wird klar, wer die Aufnahme von Deutsch ins Grundgesetz möchte. Antworten auf häufige Fragen finden sich hier und hier. Und wer nicht gerne "gegen" etwas stimmt, der halte sich lieber an Anatols Überschrift und sehe es als Bekenntnis zu einer "vielstimmigen Gesellschaft".

Das Ziel der Petition ist, die 5100 Zeichner der VDS-Petition zu toppen. Daher zeichnet mit, verbreitet die Petition, z.B. durch die Facebook-Seite.

 

Autor: Jörg· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (16)

Kommentar-Direktlink Steiner· 31.01.11 · 16:13 Uhr

Ich denke nicht dass kulturelle Vielfalt und Facettenreichtum im Widerspruch zum Eintrag der deutschen Sprache im Grundgesetz stehen. Daher untersütze ich die Gegenpetition nicht.

Author Profile Page Jürgen Schönstein· 31.01.11 · 16:42 Uhr

Die Frage ist doch allein schon, welche deutsche Sprache dann den Verfassungsrang erhalten soll. Das, was wir heute sprechen, wäre vermutlich schon unseren Urgroßeltern als ein Kauderwelsch vorgekommen - Sprache entwickelt sich halt ständig, nimmt neue Wörter auf, erlaubt neue grammatische und ortografische Formen etc. Würde man mit so einem Verfassungs-Schutz plötzlich beginnen, Fremdwörter auszugrenzen? Oder wie sollen sich all jene Deutschen dann fühlen, die der Hochsprache nicht mächtig sind? Und damit meine ich erst mal all jene, die - wie zum Beispiel in meiner fränkischen Heimat - einen Dialekt sprechen, der selbst ein paar Kilometer weiter schon nicht mehr verstanden wird. Was ist mit Platt, mit Kölsch, dem Alemannischen? Wären das keine deutschen Sprachen mehr? Wäre mein Sohn plötzlich kein "richtiger Deutscher" mehr, nur weil er mit einer anderen Sprache groß wird?

Aber wenn all dies nicht beabsichtigt ist - tja, dann braucht man auch keinen Verfassungsrang für das Deutsche. Welchen Nutzen hätte er? Genau: Keinen. Und auch darum ist er überflüssig und abzulehnen.

Kommentar-Direktlink suz· 31.01.11 · 17:51 Uhr

Vielen Dank für die Teilnahme am Verbreitungsauftrag! (Und für die Verlinkung...) Leider scheinen sich unsere Gegner in der Mehrzahl nicht ernsthaft mit unseren Argumenten auseinandersetzten zu wollen. Es passt so ein wenig in das Bild, was ich gerne widerlegt haben wollte. Schade.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 31.01.11 · 18:06 Uhr

@Steiner

Denken Sie.... soso. Und was denken Sie zu den Ausführungen Schönsteins?

@Jörg

schön, dass du das auch hier verlinkst.

Kommentar-Direktlink Schmidts Katze· 31.01.11 · 19:45 Uhr

suz· 31.01.11 · 17:51 Uhr schreibt:

Leider scheinen sich unsere Gegner in der Mehrzahl nicht ernsthaft mit unseren Argumenten auseinandersetzten zu wollen.

Ist mir doch egal.
Wer die Verfassung ändern will, muss Argumente liefern.

Wir können doch das Grundgesetz nicht mit irgendwelchen nutzlosen Artikeln vollmüllen, nur weil die Gegenargumente nicht genug Gehör finden.

Ich hab auch unterzeichnet, weil ein solcher Artikel einfach überflüssig ist.

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 31.01.11 · 20:46 Uhr

Ist mit "Kein Deutsch ins Grundgesetz" wirklich, wie Jürgen S. zu verstehen meint, 'Kein Deutsch' gemeint, oder doch 'Deutsch nicht ins Grundgesetz"?

Ich bin gegen die Petition, und gegen die Gegenpetition. Es ist lachhaft für derartige Petitessen Petitionen anzustrengen.

Kommentar-Direktlink Sephira· 31.01.11 · 22:08 Uhr

Nachdem lesen einiger der Kommentare dort hab ich mich entschieden das eine Mitzeichnung doch sinnvoll ist.

Kommentar-Direktlink suz· 01.02.11 · 10:42 Uhr

@Schmidts Katze: Sie haben mich komplett missverstanden. Ich bin natürlich gegen die Aufnahme - ist auch in meinem Blog zu lesen, das habe ich auch sehr öffentlich unterstrichen (wer möchte, kann mich ja gegen die Stänker in den Kommentaren verteidigen helfen :) ). Und natürlich liefern wir jede Menge Argumente, die gegen die Aufnahme sprechen, die aber von den Befürwortern ("unseren Gegnern") nicht anerkannt werden. Das war gemeint.

(Und natürlich müssen die Aufnehmenwoller die Argumente liefern.)

Kommentar-Direktlink JV· 01.02.11 · 12:00 Uhr

Ich hab auch unterzeichnet, weil ein solcher Artikel einfach überflüssig ist.

In meinen Augen ist das auch das einzig sinnvolle Argument. Warum muss symbolischer Kleinkram unbedingt ins GG? Auswirkungen hätte es keine.
Die anderen Argumente der Gegner von wegen "wir schotten uns gegen unsere internationalen Freunde ab" halte ich für genauso überzogen wie "wir verlieren unsere kulturelle Identität" der Befürworter.

Kommentar-Direktlink Jabroni· 01.02.11 · 17:47 Uhr

Wenn ich das richtig verstehe, hat dieses Vorhaben keinerlei Konsequenzen. Aus den Diskussionsseiten ergibt sich nur, dass es um Symbolpolitik geht.
Aber was wollen die Befürworter nun vermitteln? Dass in Deutschland Deutsch gesprochen wird? Dass es in D praktisch ist, Deutsch zu können? Dass Deutsche keine Fremdsprache lernen müssen?

Die Fragen klingen ironisch. Aber ich verstehe tatsächlich nicht, was man damit erreichen will. Oder versuchen da einige Bürger, ihrer Xenophobie etwas mehr Ausdruck und politischen Glanz zu verleihen?

Wie ich sehe, kommt es auch ganz blöd an, wenn man als Ausländer die Gegenpetition unterzeichnet - obwohl man mit der Sprache offensichtlich keine Schwierigkeiten hat.

Kommentar-Direktlink Steiner· 02.02.11 · 18:03 Uhr

@Thomas J
Die verstehe ich und ich bin der letzte der Dialekte verschwinden sehen will, nur da die dialekte deutsche Dialekte sind, seh ich da kein großes Problem drin. Ich denke einfach, eine Verfassung in einem Land sollte alles wichtige festhalten, Fahne, Hymne, Insignien, Sprache. Sollte man damit Auswüchse des Anglizismus bekämpfen (ich denke da nur an so bescheuerte Ideen wie "JobCenter"), sehe ich dem ganzen Positiv gegenüber. Es wird wohl keine Sprachpolizei gegründet werden und jeder muss Angst haben auf der Straße wegen "nicht deutsch sprechens" eingekerkert zu werden. Man kann ja auch die Trikolore aus dem Fenster hängen, wenn man möchte ohne dass man dafür belangt wird, weil dieses Land eine andere Flagge hat.
Letztendlich wäre es auch kein Beinbruch wenn die Petition erfolg hat, etwas dagegen habe ich aber nicht.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 02.02.11 · 18:23 Uhr

@Steiner

Sprache wandelt sich (fliessend), Flagen und Nationalhymnen nicht.
Insofern ist das leider nicht vergleichbar.

Betreffend Anglizismen diskutieren Sie doch am besten bei Herrn Stefanowitsch weiter.

Kommentar-Direktlink Hel· 08.02.11 · 18:38 Uhr

@Jörg

Ich habe auch mitgezeichnet.

Just 4 fun verlinke ich hier nochmal Anatols Folgeblogpost auf http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2011-02-05/deutschlernen-leicht-gemacht

Sehr unterhaltsam, man lernt viel über Neukölln und erfährt, dass "Gender-Knauß" dem VDS angehört und sich im Gegensatz zu den "Anti-Deutsch-Aktivisten" für total entspannt hält *ggg*

Kommentar-Direktlink Thomas J· 08.02.11 · 21:27 Uhr

@Hel

GenderKnauss wär eigenltich was für die Kulturblogs, nicht? Good old Webbaer hätte sicher seine helle Freude an ihm.

Kommentar-Direktlink Hel· 09.02.11 · 06:06 Uhr

@ThomasJ

Stimmt, da könnte er nochmal so richtig die Gendersau rauslassen... Doch damit ist ja jetzt Schluss: Er darf bzw muss ja demnächst als Pressesprecher eines Bundesministeriums auch im Fernsehen etwas sagen, aaaber sein Chef ist eine Fraahaaauuu, nämlich Annette Schavan *g* Ob sie wohl Pressesprecher auch mit so harter Hand führt wie Schäuble?

Author Profile Page Jörg· 09.02.11 · 11:11 Uhr

GenderKnauss wär eigenltich was für die Kulturblogs, nicht?

Bwahaha, made my day!
Eine ordentliche Prise Heteronormativität, Kulturell-Echtes-Mann-Gehabe, Binärsexualität, Opfermentalität und als Bonus Sprachstagnationskreuzrittertum würde da genau noch reinpassen!

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