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Joerg Rings versucht sich gerade in Davis, Kalifornien daran, einen ganzen Baum im Computer verdunsten zu lassen. Physik und Wissenschaft sind faszinierend - weil sie wissen dass man nichts glauben sollte, nur weil man möchte dass es wahr ist.
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14.04.10 · 21:25 Uhr

Warum Wissenschaft cool ist

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 24

"How Science became cool" fragt der Guardian u.a. Brian Cox, Martin Rees und Dara O'Briain. Und meine erste Reaktion war: Wissenschaft ist jetzt cool? Ernsthaft? Aber für mich ist sie das wirklich, und ich weiß auch warum.

Wir sind nur kleine, kurzlebige Wesen auf einem felsigen, nassen Stäubchen, das irgendwo in einer wenig bemerkenswerten Ecke des Universums kreist. Wir sind aufgebaut aus unfassbar vielen Elektronen, up- und down-Quarks, die sich gruppieren und eine Tasche emergenter Phänomene hervorbringen, Atome, Moleküle, komplizierter Moleküle und Gruppen von Molekülen die sich darum streiten können wer sich besser kopieren kann und wer dazu das schönste Vehikel baut. Und die Vehikel entwickeln emergente Phänomene wie das Bewusstsein, wie ein Gefühl von sich selbst und ihnen geht das Herz auf, wenn sie lieben und wenn sie staunen. Wir sind in jeder Hinsicht unbedeutend, wir wissen nicht besonders viel und haben sehr beschränkte Macht. Wir sind nur ein Haufen elektrochemischer Signale, aber schaut wie gut sich das anfühlt.
Und doch, so unbedeutend wir sind, und so wenig wie wir wissen, wie erstaunlich weit geht unser Wissen! Wir schauen durch das Universum, wir lesen in Sternen, wir reisen in der Zeit, wir bauen unsere eigenen Bauplan aus purer Energie nach und können uns aus ganzem Herzen freuen, wenn wir erklären können dass Freude nur ein elektrochemischer Signalhaufen ist, der dank der Modellierebenen unseres Hirnes zu einem Gefühl zusammengebaut wird.
Und warum ist es gerade heute so toll Wissenschaftler zu sein? Weil die wissenschaftliche Arbeit immer offener ist, und hoffentlich jetzt gerade im Moment durch unsere Hände zu etwas noch Offenerem und Menschlicherem werden kann. Bei aller Freude, die die pur durch Neugier und Hunger nach Versagen getriebenen Versuche, mit dem LHC noch tiefer in die Materie zu sehen, finde ich eines das aller bemerkenswerteste daran: Etwas das fast nie betont wird, nämlich dass der LHC eine gewaltige internationale Kollaboration ist, und zwar Menschen. Die Wissenschaft gibt einem wenigstens manchmal dieses wunderbare Gefühl, dass hier Menschen arbeiten, nicht in erster Linie Deutsche oder Russen oder Amerikaner; in erster Linie Menschen. Vielleicht ist die Zeit deswegen so gut jetzt, weil endlich in der Zusammenarbeit und in der Kommunikation eine Basis existiert, die den Mensch und seine Neugier nach vorne stellt; und nicht die Überlegenheit einer Nation demonstrieren soll. Die Welt ist nicht gut, die Welt ist nicht sehr menschlich, aber wenn irgendwo die Funken sprühen, dann oft bei Wissenschaftlern.

 

Autor: Jörg· 24 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · · · · · · · · · ·

Trackbacks (1)

Ich könnte es nicht besser ausdrücken… · Skeptic as hell - Die Welt im Blick... · 17.04.10 · 15:09 Uhr


Kommentare (24)

Kommentar-Direktlink Carl· 14.04.10 · 21:51 Uhr

Einfach wunderschön.

Kommentar-Direktlink Dr. Glukose· 14.04.10 · 23:12 Uhr

Perfekt ausgedrückt!

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.04.10 · 00:01 Uhr

Amen.

Kommentar-Direktlink pogobi· 15.04.10 · 01:14 Uhr

"Wir sind in jeder Hinsicht unbedeutend, wir wissen nicht besonders viel und haben sehr beschränkte Macht. Wir sind nur ein Haufen elektrochemischer Signale, aber schaut wie gut sich das anfühlt. "

Exakt.

Kommentar-Direktlink Anhaltiner· 15.04.10 · 01:16 Uhr

Drei Buchstaben die die Welt ein wenig besser machen: WWW, ISS, LHC...

Ich weiss nicht ob man das so sagen kann:
Völkerverständigung zum Schnäppchenpreis!

Kommentar-Direktlink Sören· 15.04.10 · 01:19 Uhr

Hoppla. Was hat Dich denn da gepackt? Wunderschön beschrieben (und sogar nicht wissenschaftlich nüchtern).

Kommentar-Direktlink Andrea N.D.· 15.04.10 · 08:05 Uhr

Richtig philosophisch :-). Ein wunderbares Plädoyer.

Kommentar-Direktlink Jürgen Bolt· 15.04.10 · 08:40 Uhr

Bravo!

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.04.10 · 08:52 Uhr

1,1 Milliarden Menschen leben in absoluter Armut. 840 Millionen Menschen sind unterernährt. 3 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Aids. Jede 48. Geburt in den Entwicklungsländern führt zum Tod der Mutter. 77 Millionen Menschen können aus Armut nicht zur Schule gehen. Mehr als 1 Milliarde Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut.

http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/start/warum.html

Kommentar-Direktlink miesepeter3· 15.04.10 · 09:08 Uhr

@Jörg Rings

Wenn man das liest, hat man den Eindruck, Sie mögen Ihren Beruf. Das freut mich für Sie, das können leider nicht alle von sich sagen. Ich wünsche Ihnen, dass das möglichst lange so bleibt.

Author Profile Page Jörg· 15.04.10 · 09:09 Uhr

@Hannes Bongard: Und so können wir hier, in den reichen Ländern, nur unser Bestes geben Bildung zu vermitteln und internationale Zusammenarbeit zu propagieren. Im übrigen sind Sie herzlich aufgefordert, hier nicht nur Links und kopierte Texte abzuladen. Nomen und Verb, Nomen und Verb, eigene Sätze bauen geht ganz einfach wenn man klein anfängt. Setzt aber eigene Gedanken voraus.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 15.04.10 · 09:10 Uhr

@Jörg

willst du nicht Pfarrer werden? :))

Author Profile Page Jörg· 15.04.10 · 09:11 Uhr

@miesepeter3: Ich mag das was dabei herauskommt. Die Bedingungen für den Beruf sind leider nicht besonders gut, und werden nicht besser.

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.04.10 · 09:13 Uhr

Mein Gedanke beim Lesen des Artikels: Selbstbeweihräucherung.

Author Profile Page Jörg· 15.04.10 · 09:25 Uhr

@Hannes Bongard: Bitte nicht zu viele Dinge auf einmal versuchen; Sätze mit SInn kommen später, erst einmal müssen wir die grundlegende Grammatik zusammenkriegen. Denn in
"Mein Gedanke beim Lesen des Artikels: Selbstbeweihräucherung."

war leider noch kein Verb. Versuchen Sie es doch einfacher, nur Substantiv und Verb, denn das Verb ist der wichtigste Teil des Satzes. So wäre es möglich gewesen:

"Ich habe gedacht."

Wenn Sie das hinkriegten, wäre das schon ein Fortschritt - in mehrerer Hinsicht.

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.04.10 · 09:56 Uhr

Ohne Kommentar.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.04.10 · 10:07 Uhr

Schöner Text! Wissenschaft ist tatsächlich äußerst cool!

(Und übrigens der einzige Weg, die Probleme die der Zitate-Bot gepostet hat zu lösen)

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.04.10 · 10:10 Uhr

Solange, bis Sie lernen, ganze Sätze zu bilden lösche ich das mal raus.

Kommentar-Direktlink miesepeter3· 15.04.10 · 10:58 Uhr

@Jörg Rings

"Die Bedingungen für den Beruf sind leider nicht besonders gut, und werden nicht besser."

Ach, wo anders ist auch nícht nur Zuckerschlecken.

Kommentar-Direktlink Hannes Bongard· 15.04.10 · 14:15 Uhr

Die Bezeichnung „Zitate-Bot“ zielt auf die Verunmenschlichung anderer Diskussionsteilnehmer ab.

Kommentar-Direktlink schlappohr· 15.04.10 · 15:55 Uhr

Die Bezeichnung "Selbstbeweihräucherung" zielt im Kontext dieses Blogs auf die Herabwürdigung einer Berufsgruppe ab.

Kommentar-Direktlink Jazzpirate· 15.04.10 · 19:47 Uhr

Bei der Gelegenheit muss ich mal wieder Brian Cox zitieren:
"Imagine this: The earth is 150 million kilometres away from the sun. So actually, the sun keeps radiating energy out across a giant sphere with a radius of a 150 million km surrounding our star.
How much energy does that make? It's 400 million million million million watts.
That is a million times the power consumption of the united states every year, radiated in one second.
And we worked that out by using some water, a thermometer, tin and an umbrella.

And THAT'S why I love physics!"

Kommentar-Direktlink BreitSide· 15.04.10 · 19:55 Uhr

Jetzt weiß ich endlich, was Bongarden ist. Hatte es erfolglos geecosiat (mit so einem Namen wird man nicht groß, gugl klingt einfach flüssiger und erinnert an den leckern Hupf gleichen Namens). Schon putzig, wer hier alles aufschlägt.

Sind Wissenschaftler nicht gefühls- und humorlose Zahlenschinder, Naturzerreißer, Wahrheitenzerstörer? Hab ich mich doch geirrt?

Ironiemodus aus...

Kommentar-Direktlink Hattori Hansen· 16.04.10 · 10:43 Uhr

@ erster Kommentar von Bongard

Ich nehme an Ihr Fragment soll darauf hinauslaufen, dass soviel Geld für soviel nutzlose Forschung hinausgeworfen wird. (Da sie ihrer Profession entsprechend keine konkreten Aussagen treffen, was sie noch in keinem Kommentar taten, mögen Sie diese Interpretation natürlich bestreiten.)
Setzen Sie ihre Zahlen in Relation zur gesamten Weltbevölkerung und betrachten sie deren Entwicklung über die letzten 10000 Jahre. a) Wann war die relative Armut/Sterblichkeit je geringer als heute und b) Was ist eigentlich Ihr Beitrag für eine bessere Welt außer das Zitieren von Quellen und Lesen von Kaffeesud?

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