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25.02.10 · 15:00 Uhr
Keine öffentliche Diskussion zum Bibelwettbewerb Mecklenburg-Vorpommern?
Kategorie: Politik · Kommentare: 9
Ich hatte ja mal darüber berichtet, dass das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern einen Bibelwettbewerb veranstaltet, bei dem Schüler u.a. angeregt wurden, sich in Aufsätzen mit der Schöpfung auseinanderzusetzen. Ich ersetz in solchen Fällen immer Kirche durch z.B. Bayer Medical. Und plötzlich ist das ganze superdreister Lobbyismus. Mir bleibt nach wie vor die Spucke weg, dass ein Bildungsminister so etwas unterstützt, aber damit nicht genug. Offenbar will man auch keine öffentliche Diskussion darüber haben.
Der Blogger Skydaddy von atheismus.de hat nämlich in seinem Blog eine Anfrage veröffentlicht, und die auf dem Werbeflyer (PDF) genannte Mitarbeiterin angeschrieben und gefragt, wie das denn sein könne dass eine angeblich weltanschaulich neutrale Behörde so etwas veranstalte.
Der Name der Mitarbeiterin kam in dem Blogbeitrag vor, klar denn er ist ja auch im Werbeflyer frei für jeden Menschen einsehbar. Das hat dem Vorgesetzten, Ulrich Hojczyk, nicht gefallen und er hat kommentiert. Herr Holyczyk hat per Mail bestätigt, dass der Kommentar tatsächlich von ihm stammt. Und gleich noch mit der Rechtsabteilung gedroht.
Da schreibt er also:
gerne ist das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, 19055 Schwerin, Werderstraße 124, über seine Pressestelle bereit, Anfragen jeglicher Art zu beantworten. Es wird allerdings nicht, wie auf o.g. Webseite eine öffentliche Diskussion mit einzelnen Mitarbeitern seiner Behörde über das Internet zulassen. Als Dienstvorgesetzter von [Name der Person entfernt, MK] fordere ich sie auf, diesen Brief mit persönlicher Anrede umgehend aus dem Netz zu entfernen. Ulrich Hojczyk Ministerialrat, Leiter des Referates für die Angelegenheiten der Kirchen und religiösen Gemeinschaften
In den eckigen Klammern hat Herr Hojczyk nochmals den Namen der Mitarbeiterin genannt, das hat Skydaddy herausgenommen. Im Beitrag hat er den Namen auch gelöscht, aber nicht den Brief.
Also ich kann ja verstehen, dass die Mitarbeiterin nicht in so einem kritischen Artikel genannt werden möchte. Da ich andererseits auch nicht wüsste, wieso sie nicht genannt werden sollte, da die Information doch frei zugänglich ist, ist solch ein Tonfall wohl unangemessen. Da hätten Herr Hojczyk oder die Mitarbeiterin ja mal freundlich anfragen können (oh, oder gleich die Fragen beantworten können), aber scheinbar ist da Beamten-Befehlston angebracht. Und dass gleich der Brief gelöscht werden soll, ist natürlich absolut albern.
So nicht, Herr Hojczyk. Vor allem, meinen Sie das ernst? Eine öffentliche Diskussion soll unterbunden werden? Wollen sie mir jetzt das SEK auf den Hals jagen, weil ich das hier ausbreite? Und wenn das nicht so gemeint ist, wie wäre es dann damit, einen anderen Ton anzuschlagen und freundlich anzufragen ob der Name entfernbar sei? Und dann könnten Sie sagen, dass solche Fragen in der Regel von der Pressestelle beantwortet werden und Sie daher dorthin weitergelietet würde. Der Internetausdrucker-Befehlston dagegen ist wenig prickelnd. Das ist ein klarer Fall für den Streisand-Effekt!
Autor: Jörg· 9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (9)
@Jörg:
Er schreibt doch aber gar nicht, dass er irgendeine öffentliche Diskussion unterbinden will, sondern nur, dass er als Dienstvorgesetzter der betreffenden Mitarbeiterin die Festlegung getroffen hat, dass die Anfragen zum Wettbewerb nicht in einem Blog diskutieren soll, sondern dass diese von der Pressestelle beantwortet werden "gerne ist das Ministerium [...] über seine Pressestelle bereit, Anfragen jeglicher Art zu beantworten". Das an sich scheint mir nicht verwerflich zu sein.
Merkwürdig ist lediglich die Aufforderung, den Namen der Mitarbeiterin aus dem Blog zu löschen, immerhin wird die ja als Ansprechpartnerin auf einem Flyer genannt, den das Ministerium selbst in Umlauf gebracht hat. Hierfür dürfte es meines Erachtens nach auch keinerlei rechtliche Grundlage geben.
Ne, da bin ich mir nicht so sicher. Keine öffentliche DIskussion mit Mitarbeitern zulassen, was heißt das. Bei dem Tonfall kann ich mir auch vorstellen, dass er nicht mag wenn so etwas auf öffentlichen Seiten überhaupt steht. Die Presse darf anfragen und die anderen sollen die Fresse halten, so verstehe ich das. Wenn nicht, dann soll er es halt aufklären.
Ich kann jetzt auch keine "Unterbindung der Diskussion" erkennen, wenn er auf den Weg über die Pressestelle hinweist. Dies ist nunmal in allen größeren Behörden/Unternehmen so.
Wobei ich mich frage, ob "Skydaddy" wirklich eine Antwort auf seinen Brief haben will. Zumeist wird ja ziemlich schnell klar, warum die Kritik an dem Wettbewerb unsinnig ist. Weil wenn es das Fach gibt, warum soll darin nicht auch ein Wettbewerb durchgeführt werden, ähnlich wie ein Physik-Wettbewerb usw.
Ich empfinde die Aussage von Ulrich Hojczyk schon so, daß er keine öffentliche Diskussion außerhalb der Anfragen / Antworten über die Pressestelle wünscht.
Jörg, ey, Du bist ja voll der Revoluzzer ;-) ... den Ministerialratsfuzzi einfach so ignorieren.
Ich wundere mich jedenfalls.
Seiner Mitarbeiterin gegenüber ist der herr MInisterialrat ja durchaus weisungsbefugt im Rahmen seiner Vorgesetztentätigkeit.
ist er jedoch auch Skydaddys Vorgesetzter und somit ihm gegenüber weisungsbefugt?
mit welcher rechtlichen Grundlage also kann er ihm eine solche Weisung erteilen?
Das entspricht wohl der Rechtslage.
Selbstverständlich ist das eine nicht wünschenswerte Einschränkung der Meinungsfreiheit. Auch der Sachverhalt "Bibelwettbewerb von Landesministerium zum Thema Bibel" ist unerfreulich und dient möglicherweise nur der Wählerbindung.
Aber auch das ist rechtlich nicht oder kaum zu beanstanden.
An dieser Stelle sei erinnert, wie sich der werte Blogautor über den Diebstahl der CRU-Emails aufgeregt hat und bei diesem Thema, dem Thema "Klimaschutz", die dbzgl. Einschränkung der Freiheit der Meinungsäusserung dringlich gefordert hat.
Entweder, oder.
Konsistenz erhöht die Glaubwürdigkeit.
Beste Grüße!
Webbaer
@Webbaer/offtopic:
Du weißt, was Konsistenz ist? Rechtspfleger bei der Polizei? Ganze Sätze bilden? Unterschied zwischen zwei "Marias" erkennen? Ich bezweifle das.
Dein definitiv überflüssiges Gestammel und Deine ständigen Sticheleien gegenüber allem und jedem stört den Kommentarfluss enorm. Du hast noch nie einen Punkt gemacht. Ich bin mittlerweile zur Überzeugung gekommen, dass Du nicht einfach ein verbitterter zukurzgekommener alter Vorgestriger bist, sondern professionelle Hilfe benötigst. Hier können wir sie Dir nicht geben, also die große Bitte an Dich: such sie Dir in Deinem Umfeld, bevor dort noch etwas Schlimmes passiert.
Ich sehe hier keinen Diebstahl von E-mails.
Kann mir mal jemand helfen?
Kann man christlichen Glauben, die Bibel als kulturhistorisches sowie religiöses Werk und (christliche) Gemeinde (anstatt Kirche) mit einer Firma wie Bayer vergleichen???
Das scheint mir - wissenschaftlich gesehen - doch etwas abwegig und fundametlos zu sein...
Wer Frust auf Staat oder/und Kirche hat, soll ihn auch so benennen. o.k.
Damit kann man doch leben. Und man muss ja auch nicht glauben...(obwohl, was glauben wir doch alles...ja, auch dass das Auto anspringt, die Bahn gut ankommt, die Frau treu ist, der Mann einen liebt....usw.)
Es ist ein Wettbewerb. Und er motiviert Kinder und Jugendliche, sich mit einem Thema auseinander zu setzten. Das ist erst einmal gut.
Und: Alles findet im Rahmen der rechtsstaatlichen Ordnungen statt.
Wenn ich den Kommentar lese, so besteht er leider auch aus Halbwahrheiten und gezielten Fehlinformationen.
Das Thema ist nicht Schöpfung!!! Jaaaa - Schöpfung ist ein rotes Tuch für manche Menschen. Für mich genauso zu hinterfragen wie die Entstehung aus dem Nichts. Wo doch die Grundlagen der Wissenschaft ganz klar sind. Wo nix is da is nix. 0 is 0. Immer.
Thema ist:Voll das Leben. Jo - Leben, mit all seinen Schön- und Schlechtwetterseiten.
Und dann gibt es 4 Themenbereiche und dazu jeweils Stichworte. U.a. Schöpfung.
Aber das gehört nun einmal dazu, wenn man sich mit dem Thema Leben auseinandersetzt. Alle Alternativen und Sichtweisen mal bedenken, anschauen, diskutieren, verwerfen, anzweifeln...Das sollte man von einem (guten) Wissenschaftler erwarten dürfen. Und das gilt auch für all die (wissenschaftlichen) Annahmen, die einem so beigebracht wurden und die man übernimmt.
Soviel zum Thema.
Wenn man gegen etwas Front macht - warum auch immer - dann sollte man es ordentlich machen. Ansonsten kann es leicht passieren, dass man es dann nicht anders macht als die, gegen die man grad "Front" macht.
Dazu gehört halt, dass man seine eigene Position immer auch wieder reflektiert
(Aber dass muss man halt können - und wollen).
Ich kann mich jedanfalls des Eindrucks nicht erwehren, das es bei dem Artikel nicht um Fakten und Klarheit geht, sondern um Meinungsmache oder Frustbewältigung.