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Joerg Rings versucht sich gerade in Davis, Kalifornien daran, einen ganzen Baum im Computer verdunsten zu lassen. Physik und Wissenschaft sind faszinierend - weil sie wissen dass man nichts glauben sollte, nur weil man möchte dass es wahr ist.
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13.02.10 · 21:00 Uhr
(Amerikanische) Homöopathen ohne Grenzen fallen in Haiti ein
Kategorie: Medizin · Kommentare: 19
Über die Homöopathen ohne Grenzen aus Deutschland hatten wir es ja leider bereits öfters hier. Wie die berühmten Ärzte ohne Grenzen gehen sie in arme Länder und versorgen dort vor Ort die Bevölkerung - leider aber, da sie ja Homöopathen sind - mit nachweisbar unwirksamen Stoffen. Das ist ein trauriges Beispiel dafür, dass der Placebo-Effekt eben doch Schaden anrichtet: Unverschuldet arme Menschen werden mit unwirksamen Stoffen scheinbehandelt, wertvolle Ressourcen an Geld, Personal und Platz wird wirksamen Behandlungen abgegraben und vor Ort wird Pflegepersonal mit Organons versorgt und in homöopathischer Illusion ausgebildet.
Es gibt auch ein nordamerikanisches Pendant - die Homeopaths without Borders North America. Und leider tragen die ihren Zauber jetzt in das völlig zerstörte Haiti - stolz stellen sie ihre Ziele vor:
- Kontakt herstellen mit medizinischem Personal in Haiti oder der Dominikanischen Republik, das den HWB bekannt ist
- Den Bedarf aus den Beschreibungen dieses Personals ermitteln
- Ein oder mehrere Waisenhäuser auswählen
- Eine Gruppe Helfer sei bereits unterwegs
- Spenden erhalten für Vorräte und um die Helfer zu unterstützen
- Der Welt mitteilen dass die HWB in Haiti sind
Auf ihrer Seite verkünden sie stolz, bereits über 1000 Klinikpatienten behandelt zu haben. Und es sind 400 Kilogramm "equipment, remedies and medical supplies" transportiert worden. Ich hoffe inständig, dass dort auch wirklich Medizin dabei ist und nicht nur Globuli.
Es ist davon auszugehen, dass die Menge an Material und Helfern, die man nach Haiti bringen kann, begrenzt ist. Mich schüttelt es einfach nur bei dem Gedanken, wie unsere aufgeklärte Welt zulassen kann, dass Teile dieser Ressourcen verschwendet werden, um Waisenkinder (!) mit Wasser und Zuckerkugeln zu behandeln. Oder Bibeln. Oder Scientology.
Autor: Jörg· 19 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (19)
Dabei ist ein Hauptprodukt von Haitis' Landwirtschaft doch bereits Rohrzucker. ;(
Und Wasser wird man dort doch auch brauchen können. Die beigefügten (Schad-)stoffe sind ja ausreichend verdünnt. :-/
Bis jetzt war ja Scientology (unbedarft und ohne richtige Ausrüstung noch dazu) der Gipfel. Aber ich frag mich, ob da nicht noch was schlimmeres kommen wird. Granderapparate und Wünschelruten für die Wasserversorgung?
Hoffentlich werden die von den anderen Hilfsorganisationen rausgemobbt, nicht auszudenken was mit dem Geld an echter Hilfe möglich wäre.
Nachdem dort ja eine erhebliche Seuchengefahr besteht haben die diesen Notfall Kit sicher auch mit
http://www.karinya.com/dancu2.htm
Manche Dinge sind einfach nur noch traurig und m.E. eine reine Verhöhnung der Opfer dort.
Mein Blutdruck steigt schon wieder ob soviel toller "Menschlichkeit" derer, aus unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft die denen, die wirklich Hilfe brauchen, ihre "Nicht-Helfende-Hand" reichen wollen und welche die Opfer in ihrer Not selbstverständlich gerne ergreifen werden.
So instrumentalisiert man die armen Kinder dort auch noch für die eigenen Zwecke.
[...]
[...]Ich ebenso.
Naja, solange dort nicht noch Physiker auftauchen die behaupten, dass sie durch eine Predigt über die "Newtonsche Lehre" den Erdbebenopfern helfen würden, ist es noch nicht ganz so schlimm. :)
Ich denke dass es recht einfach ist, aus der Ferne vor dem PC zu sitzen und Menschen zu kritisieren die auf Haiti mitarbeiten.
Ob Ärzte, Scientologen oder Homöopathen, ich denke jeder der dort auf Haiti ist hat bereits auf irgend eine Art Menschenleben gerettet. Seit dies dass er Lebensmittel verteilte, eine Operation durchführte oder auch nur mithalf ein benötigtes Zelt aufzubauen oder einen Stein zu entfernen.
Schaut euch einfach mal dieses Video an: http://www.youtube.com/watch?v=ap5ANJ42bso
Zudem ist die Tirade gegen die Homöopathie eher mit der Verteidigung des Konzepts "die Erde ist eine Scheibe und alle die was anderes sagen sind Lügner" zu vergleichen als dass es irgendwie ernst genommen werden könnte.
Hier werden 2 Metaanalysen vorgestellt, welche die Wirksamkeit der Homöopathie durchaus belegen: http://www.markusflueck.ch/homoeopathie/studienzurhomoeopathie/homeopathie5.html
@Dirk Leinher: Ihr Aussagen sprechen sehr dafür, dass Sie nicht die geringste Ahnung haben wie Wissenschaft funktioniert oder wie Homöopathie nicht funktioniert, ansonsten kann ich mir ein solches gerüttelt Maß an Realitätsverweigerung nicht erklären. Aber wer eine Scientology-Infoseite führt, dem muss sowieso jemand so gewaltig ins Gehirn geschissen haben dass der Donnerschlag bis hierher zu hören war...
Och wie süß, Esoteriker versuchen sich mit Wissenschaft zu legitimieren und picken dafür grad was ihr Weltbild bestätigt. Ein dickeres Ei, als die 12 Jahre alte Linde-Studie von 97 zu zitieren, kann man sich nicht legen. Linde 1999 hat nämlich die eigene Analyse mit schärferen Qualitätskriterien wiederholt - und siehe da - kein Effekt mehr. Und was ist mit den neueren Metastudien die auf Qualitätsstudien wie Chang 2005 oder die Cochrane Studie? Die werden natürlich fein verschwiegen weil sie keinen Effekt zeigen. Das ist intellektueller Betrug vom Feinsten.
Die Homöopathie verdankt ihre Bekanntheit zum Teil auch gerade dem Einsatz bei Seuchen. Die Homöopathischen Ärzte hatte bei Seuchen viel höhere Erfolgsraten als ihre schulmedizinischen Kollegen. Das ist schlicht und einfach Tatsache. Ich weiss auch nicht was das mit Esoterik zu tun hat. Ausserdem was ist so schlecht daran wenn irgendwer wo helfen will, wo Hilfe gebraucht wird.
Ich würde hier eher sagen: Man merkt die Absicht des Artikels und ist verstimmt. Mit Aufrichtigkeit hat das wenig zu tun.
@bert ringel: Echt, ist das eine Tatsache? Na dann fällt es Ihnen sicher leicht, die dazugehörigen Studien zu benennen.
Jaja, zu einer Zeit als die "Schulmedizien" ihre Kranken mangels besseres Wissens mit Quecksilbertinkturen und Aderlässen traktierte. Mag schon sein, dass man mit einer Null-Therapie damals besser fuhr. Damals! Ich bilde mir ein, hier seien wir inzwischen ein Stückchen weiter.
Helfen wollen und tatsächlich helfen ist übrigens zweierlei. Die alten Quecksilberverabreicher "wollten" schließlich auch nur helfen.
Sie sind hier unerwünscht
@ jörg rings
Da ich da noch nicht gelebt habe, falle ich als Augenzeuge aus. Es gibt jedoch viele Quellen, die darüber berichten. Die sind so eindeutig und zahlreich, dass Manipulationen wie sie bei so manchen "wissenschaftlichen" Arzneistudien vorkommen, sehr unwahrscheinlich sind.
Wenn sie wollen stelle ich ihnen eine Liste über die Berichte zusammen. Sie brauchen sie dann nur mehr zu lesen und erstaunt sein.
Grillenzirpen, der Wind rauscht in den Blättern ...
Ohje, das sind unsere jungen Wissenschaftler? Ich würde sagen, die ewig gestrigen Materialisten, die sich am alten Weltbild Newtons festhalten.
Ohne große Recherchen und ohne Ahnung kluge Reden schwingen. Oder nur mit Emotionen argumentieren, aber nichts dahinter. Naja, ihr seid ja noch jung und hoffentlich lernfähig.
das einzige was intelligent wäre, ist zusammenzuarbeiten und von einander zu lernen, sich nicht mit hilfe von reißerischen berichten zu mobben. es gibt dinge von denen unsere schulweisheit nicht zu träumen wagt, das sollten die physiker doch langsam begriffen haben und mit mehr bescheidenheit ihre arbeit tun. und forschen herr rings ist doch so zeitintensiv, nutzen sie ihre wertvolle zeit doch um größeren wahrheiten nahezukommen statt aufpeitschende reden zu schwingen und anders denkende auszustoßen.
@Anne
Kennen Sie die Epidemiologie und die Pathologie der Cholera?
Wohl eher nicht, sonst würden Sie die Leier von der konstruktiven Zusammenarbeit nicht anstimmen.
Nichts - außer hohen Hygienestandards, einer Versorgungen mit sauberen Trinkwasser und nicht infizierten Lebensmitteln sowie im Erkrankungsfall eine rationale medizinische Versorgung ggf. mit Einsatz von Antibiotika - hilft gegen die Infektion.
Welchen Beitrag soll die Homöopathie hier leisten?
Hahnemanns angebliche Erfolge bei der Behandlungen der Cholera beruhen darauf, den Patienten nicht noch zusätzlich mit untauglichen Therapien zu belasten, keinesfalls aber auf homöopathischen Arzneien. Sämtliche darauf hinauslaufende Behauptungen sind Propaganda-Lügen.
@klaus:
lolDie Homöopathen scheinen ja wirklich außerordentliche Erfolge zu haben - aber es gibt sicher auch hier jemanden der erklären kann, warum trotz des doch so effektiven, sinnvollen und wissenschaftlichen Einsatzes von Homöopathie die Lage in Haiti noch immer so aussieht:
http://www.spiegel.de/video/video-1102350.html
Nebenbei fiel mir auf, daß die Seite markusfleck.ch gar nicht mehr existent ist - hat Herr Fleck eventuell eine Überdosis Homöopathie erwischt?
wäre es nicht so widerwärtig würde ich sogar lachen können.
es ist ja eine sache wenn sich westler die im schierem wohlstand leben sich auf der sinnsuche jeden quark andrehen lassen.
aber menschen die am boden liegen -das tun die haitianer ja nicht erst seit dem erdbeben- in alufolie gewickelte hundehaufen als schokoriegel verkaufen; da kann ich nicht mal mehr das wort zynisch für benutzen.
manchmal wünsche ich mir ne saftige ohrfeige für solche menschen.nur damit sie nicht mehr sprechen.