Blog durchsuchen
Profil
Joerg Rings versucht sich gerade in Davis, Kalifornien daran, einen ganzen Baum im Computer verdunsten zu lassen. Physik und Wissenschaft sind faszinierend - weil sie wissen dass man nichts glauben sollte, nur weil man möchte dass es wahr ist.
Kontakt
Letzte Einträge
Kommentare
- Bullet · 06.02.12 · 12:44 Uhr Das war es dann für überlichtschnelle Neutrinos
- Bullet · 31.01.12 · 23:41 Uhr Politische Erpressung von Klimawissenschaftlern geht weiter
- BreitSide · 31.01.12 · 21:37 Uhr Stephen Schneider und die Realität des Klimawandels
- Daniel · 30.01.12 · 00:20 Uhr Das Netz der Wissenschaft
- peer · 21.01.12 · 13:22 Uhr Hans-Peter Uhl: Rechtsausleger
Kategorien
Archiv
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Frühere Beiträge
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
30.05.09 · 17:15 Uhr
Wieviele Photonen hättens denn gerne?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Da soll ja keiner sagen, Physiker seien nicht flexibel. Sie können es sogar allen Recht machen. Gleichzeitig.
In Nature 459 haben der deutsche PostDoc Max Hofheinz und seine Kollegen John Martinis und A. N. Cleland und andere von der University of California in Santa Barbara ein Paper, in dem sie eine Methode präsentieren, eine Falle für einzelne Photonen zu präparieren. Nein, das ist noch zu einfach. Sie haben eine Falle, in der sie mehrere Zustände von Photonen überlagern können. Beispielsweise ist |0> ein Zustand, bei dem 0 Photonen in der Falle sitzen. |5> ist ein Zustand mit genau 5 Photonen. So einen Quantenzustand mit einer festen Anzahl nennt man einen Fock-Zustand. In der Falle aber können die Forscher Zustände erzeugen, die sich ein einer Überlagerung mehrerer Fock-Zustände befinden.
Die Falle ist ein supraleitender Resonator, in dem die Photonen dauerhaft hin- und hergespiegelt werden. An den Resonator gekoppelt ist ein Qubit, das ist ein einfaches Quantensystem, das genau zwei Zustände einnehmen kann, einen Grundzustand |g> und einen angeregten Zustand |e>. Wenn man nun einer bestimmten Methode folgt, kann man aus dem Qubit Anregungen in den Resonator übertragen, und durch ein bestimmtes Protokoll, bei dem man mit den Fock-Zuständen mit hoher Photonenzahl anfängt, kann man eine Superposition von Photonenzuständen erzeugen.
Was heißt das? Wir erinnern uns an das bekannte Gedankenexperiment zur Superposition: Schrödingers Katze, die so lange gleichzeitig tot und lebendig ist, bis man nachsieht. Der Zustand in der Photonenfalle hat gleichzeitig z.B. 0, 3 und 6 Photonen.
Mit einer speziellen Methode kann man dann Verteilungsfunktionen ermitteln, die den Zustand im Resonator wiedergeben und kann diese mit den berechenbaren erwarteten Verteilungen für solch einen überlagerten Zustand vergleichen:

Im oberen sieht man die theoretische Verteilung - im unteren die ermittelte im Experiment - eine tolle Übereinstimmung. Wenn man jetzt dieses System wirklich messen würde, würde die überlagerte Wellenfunktion kollabieren und sich "entscheiden", 0, 3 oder 6 Photonen zu haben.
Hofheinz, M., Wang, H., Ansmann, M., Bialczak, R., Lucero, E., Neeley, M., O'Connell, A., Sank, D., Wenner, J., Martinis, J., & Cleland, A. (2009). Synthesizing arbitrary quantum states in a superconducting resonator Nature, 459 (7246), 546-549 DOI: 10.1038/nature08005
Autor: Jörg· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
Top5
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- The Festival Recognizes Our First "Featured Fan"!The Festival will be here in April and we thought ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 11.02.2012 · 14:22 Uhr
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr




Kommentare (1)
Jörg Rings schrieb (30.05.09 · 17:15 Uhr):
> Wir erinnern uns an das bekannte Gedankenexperiment zur Superposition: Schrödingers Katze, die so lange gleichzeitig tot und lebendig ist, bis man nachsieht.
Wir erinnern uns, dass man Schrödingers Katze nur insofern nachsehen (und ggf. hinterherpfeifen ;) kann, als sie sowohl tot als auch lebendig in einer bestimmten Phasenbeziehung gewesen wäre.
Wäre sie dagegen sowohl tot als auch lebendig in einer bestimmten anderen Phasenbeziehung gewesen, dann wäre die Mieze beim Nachsehen bestimmt weg.