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28. Februar 2009
Wie Wolfgang Pauli das Neutrino vorschlug
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 7
Das Neutrino, von dem jetzt schon oft die Rede war, wurde 1930 von Wolfgang Pauli vorgeschlagen, der Großes auf dem Gebiet der theoretischen Teilchenphysik erreicht hat. Er hat das Neutrino theoretisch vorhergesagt, 25 Jahre bevor es tatsächlich beobachtet werden konnte. Wie war das möglich?
Autor: Jörg· 28.02.09 · 18:10 Uhr· 7 Kommentare
27. Februar 2009
Raymond Davis Jr. und die Sonnenneutrinos
Kategorie: Naturwissenschaften
Neutrinos gehören zu den faszinierendsten Elementarteilchen. Woher wissen wir von ihnen? Zunächst einmal hat wahrscheinlich jeder schon mal von den drei wichtigen Typen radioaktiver Strahlung gehört: Alpha-, Beta- und Gammastrahlung.
Alphastrahlung besteht aus Heliumkernen (zwei Protonen, zwei Neutronen), die aus einem Kern herausspringen. Gammastrahlung ist elektromagnetische Strahlung, die aus Energieübergängen im Kern entsteht - die Betastrahlung aber besteht aus Elektronen die entstehen wenn ein Neutron im Kern zerfällt. Dabei entsteht ein Proton und ein Elektron, das wegfliegt. 1930 konnte Wolfgang Pauli aber rein theoretisch aus Überlegungen zur Energieerhaltung zeigen, dass ein weiteres Teilchen beteiligt sein muss - das Neutrino.
Autor: Jörg· 27.02.09 · 19:15 Uhr· 0 Kommentare
Video am Freitag - Blasphemie
Kategorie: Kultur·Politik · Kommentare: 8
Diesmal kein Physikvideo, aber etwas Erschreckendes was gerade die Runde macht. Das Video ist ein CNN-Bericht und ein Interview mit dem "Neue Atheisten" Christopher Hitchens zu einer geplanten UNO-Resolution, die Gotteslästerung stark einschränken oder unter Strafe stellen soll. Eine nicht-bindende Resolution gibt es bereits, und jetzt soll sie bindend gemacht werden; und die Formulierung ist quasi die Einladung, beliebige Untaten und Äußerungen unter dem Deckmantel der Religion zu verstecken. Furchtbar!
PS: Die Anti-UN-Rants des Moderators bitte ignorieren...
(via sapere aude)
Autor: Jörg· 27.02.09 · 09:00 Uhr· 8 Kommentare
26. Februar 2009
Evolution zum Mitmachen
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 3
Na das ist doch mal eine schöne Aktion im Darwin-Jahr: Am 12. Februar starteten das Museum für Naturkunde Berlin, der NABU und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die deutsche Version einer europaweiten Aktion die sich Evolution Megalab nennt. Das ist tatsächlich ein schöner Name, denn ganz Europa soll zum "Labor" für eine Forschungsaktion werden, an der jeder teilnehmen kann!
Autor: Jörg· 26.02.09 · 13:00 Uhr· 3 Kommentare
25. Februar 2009
OCO-Mission gescheitert
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 5
Nicht nur ScienceBlogs hat es runtergeholt, nein leider gab es noch schlimmere Abstürze. Erst vor wenigen Tagen habe ich über den bevorstehenden Start des Orbiting Carbon Observatory berichtet, einem Satelliten, der CO2-Senken auf dem Planet messen sollte. Der Start ist mittlerweile vorbei und leider misslungen.
Während der Start ist der Satellit in einer Hartschale eingehüllt, die sich aber nach der Abkopplung nicht geöffnet hat und mitsamt dem Satelliten ins Meer nahe der Antarktis gestürzt ist. Ein harter Schlag für die Klimaforschung. hätte man doch viele Fragen damit lösen können. Und nicht nur das - bis die Ursache für den Fehler gefunden ist, wird auch erst einmal der Start des Satellit Glory auf Eis gelegt, der sich mit Aerosolen beschäftigen sollte.
Allerdings - einen Satelliten für CO2-Messungen gibt es doch im All - den japanischen IBUKI/GOSAT, der seit dem 23. Januar in einer Höhe von 660km kreist. Allerdings war dieser als Ergänzung zu OCO gedacht und sollte vor allem nach Quellen von CO2 suchen. Er verfügt leider über eine deutlich geringere Auflösung und misst weniger Punkte aus.
Bei der NASA untersucht jetzt eine Komission die Absturzursachen.
Weitere Informationen:
[1] NASA - Launch Mishap Ends OCO Mission
[2] MeteoGroup - Japanischer Satellit „Ibuki" auf Klimamission
Autor: Jörg· 25.02.09 · 14:15 Uhr· 5 Kommentare
23. Februar 2009
Religiöse Gewaltdrohungen mitten in Europa!
Kategorie: Kultur·Politik · Kommentare: 26
Ja war denn hier schon Aufklärung? Drüber beim Frischen Wind berichtet Christian Reinboth dramatische Nachrichten aus der Schweiz: In Luzern, wo auch eine Atheisten-Bus-Aktion ähnlich der im UK stattfinden sollte, wird wohl nichts draus. Im UK wurden mit großem Erfolg auf Bussen Botschaften wie "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott" platziert - also sehr höflich und doch ein deutlicher Denkanstoss und der Aufschrei "HALLO! Hier sind wir! Wir sind viele und wir glauben nicht an Gott! Und wir sind gute Menschen!".
Leider gab es in Luzern, wo eine ähnliche Aktion geplant ist, Drohungen gegen die Verkehrsbetriebe, es wurde wohl gedroht die Busse anzuzünden und eine Strafanzeige wegen der Drohungen liegt der Polizei vor. Jetzt sagen die Verkehrsbetriebe, sie wollten die Aktion nicht unterstützen.
Ja wo sind wir denn? Wird jetzt wie im Mittelalter die Meinungsfreiheit und vor allem das mündige, selbsttätige Denken wieder hinter einer dehnbaren und streckbaren Mauer der religiösen Befindlichkeiten versteckt? Jeder darf glauben was er will, aber die Grenze muss beim Privaten gezogen werden. Religion darf keine öffentliche Funktion haben in dem Sinne, dass Sie die Freiheit eines anderen einschränkt oder irgendeine öffentliche Entscheidung aus der Existenz eines Gottes begründet wird. Es muss vorbei sein mit dem Märchen, dass Moral und Nächstenliebe notwendig sind, weil irgendeine Phantasiegestalt es will. Wir sind gute Menschen, weil wir alle nur Menschen sind und nur ein Leben haben und alle freundlich zusammenleben möchten. Diese Botschaft muss jetzt raus!
Auch in Deutschland soll so eine Aktion steigen, und sapere aude hat schonmal zur Abstimmung über die Sprüche aufgerufen. Bis jetzt führt "Du glaubst nicht an Gott? Du bist nicht allein!", das finde ich auch noch besser als "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott." Letzteren Spruch würde ich nur bevorzugen, wenn ein wesentlich stärkeres Wort als wahrscheinlich gefunden wird.
Also, stimmt erst einmal mit ab, und wenn es dann dran geht die Kampagne zu realisieren, macht den Geldbeutel auf! Christian hat schon Punkte genannt, wie man die Schweizer Aktion unterstützen kann.
Autor: Jörg· 23.02.09 · 17:15 Uhr· 26 Kommentare
22. Februar 2009
Rudolf Schenker und der Feingeist
Kategorie: Kultur · Kommentare: 15
Rudolf Schenker, Gitarrist der Scorpions ist im aktuellen Rock Hard interviewed worden. Übrigens, die Scorpions waren in den 70ern mal die beste Liveband im Heavy-Bereich, also nicht nur über das totgenudelte "Winds of Change" definieren. Abgesehen davon fällt Rudolf Schenker aber eh über sehr wirre Antworten auf, die meist drei verschiedene Anekdoten zu einem unverständlichen Brei mischen.
Der Hammer ist dann aber die drittletzte Frage:
Denkst du, dass du schon mal gelebt hast?
Ja, auf jeden Fall. Geist ist feinstoffliche Materie, alles ist Schwingung. Alles, was man sich extrem klar vornimmt, passiert irgendwann. Die meisten Menschen sind dabei aber zu sprunghaft; sie nehmen sich ständig was Neues vor, ohne ihr Ziel zu erreichen. Geist geht niemals vorloren, deshalb kommt er in verschiedenen Körpern immer wieder zurück.
Alles klar, Rudolf. Bitte, geh wieder Gitarre spielen...
Autor: Jörg· 22.02.09 · 17:10 Uhr· 15 Kommentare
Das Orbiting Carbon Observatory - auf der Suche nach CO2
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt
Am 24. Februar 2009 wird von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien eine Taurus XL Rakete starten und den Satelliten Orbiting Carbon Observatory (OCO) auf eine Umlaufbahn bringen. Das Observatorium wird vom Weltall aus die Quellen und Senken für CO2 auspüren und beobachten.
Autor: Jörg· 22.02.09 · 01:00 Uhr· 0 Kommentare
20. Februar 2009
Video am Freitag - Das Universum und Alles
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Letzte Woche hat das Video am Freitag 1:13 Minuten geboten, heute sind es 1:13 Stunden! Ein so langes YouTube-Video? Tja, wenn es Videos von Vorträgen bei Google sind geht das.
Dort bot Sean Carroll (der bei Cosmic Variance) einen Überblick über alles, was wir vom Universum wissen, angefangen von den Bausteinen der Materie und Felder, bis hin zu den großen Rätseln wie Dunkler Materie und Dunkler Energie, und den Ansätzen die Rätsel zu lösen. Und das ganze auch noch in wunderbar erklärenden Konzepten!
Autor: Jörg· 20.02.09 · 12:20 Uhr· 1 Kommentar
19. Februar 2009
Vernor Vinge: Rainbows End - Die nahende Zukunft
Kategorie: Kultur·Themenwoche
Selten habe ich so schnell die Bestellung für einen SciFi-Roman ausgefüllt wie bei Vernor Vinge - Rainbows End.
Autor: Jörg· 19.02.09 · 21:40 Uhr· 0 Kommentare
18. Februar 2009
Fermilab vs. CERN?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
"Halt, wir sind auch noch da!" riefen die Wissenschaftler vom Fermilab bei Chicago (im Bild sieht man das Hauptgebäude, hab ich letztes Jahr selbst photographiert). Irgendwo haben sie ja auch recht - immerhin schaut die ganze Welt auf CERN und LHC, und wieviele davon wissen wo im Moment der größte Beschleuniger der Welt läuft und das sehr erfolgreich?
Es ist der Tevatron im Fermilab, der weiterhin fleißig kollidiert und Daten sammelt - und jetzt haben die Wissenschaftler vom Tevatron Abschätzungen präsentiert, wie wahrscheinlich es ist dass das Higgs-Boson, das fehlende Teilchen für das Standardmodell, nicht am LHC sondern bereits in Batavaia, Illionois gefunden wird. (Kurioserweise liegt übrigens nicht nur CERN bei Genf, auch nahe beim Fermilab gibt es ein Geneva und sogar einen Lake Geneva!)
Hier kann man sich den Graph dazu ansehen. Abhängig von der tatsächlichen Masse des Higgs, die man ja noch nicht kennt, liegt die Wahrscheinlichkeit es am Fermilab zu finden, sogar fast bei 100%! Das würde aber eine Masse von 170 GeV voraussetzen, bei 135 GeV sind es unter 30%. Der Grund dafür ist, dass eine andere Higgs-Masse andere Zerfallskanäle bedeuten würde. Das Higgs wird man nur über die Teilchen finden, in das es zerfällt, und da sind LHC und Tevatron eben für die Detektion unterschiedlicher Zerfallsarten unterschiedlich gut geeignet.
Als Fazit sagen die Forscher sogar, nach den Verzögerungen am LHC liegt die Chance jetzt 50:50. BBC macht da dann wieder das Rennen um das Gott-Teilchen draus. Zwei grausame Begriffe in einer Überschrift...
(via Cosmic Variance)
Autor: Jörg· 18.02.09 · 07:07 Uhr· 2 Kommentare
17. Februar 2009
Sonnenflares, kosmische Strahlung und Mikrowellenhintergrund
Kategorie: Naturwissenschaften
Ich dachte, es sei vielleicht einmal ganz nützlich, in einem Post die verschiedenen Arten von Strahlung aufzuführen, die einem in Diskussionen um das Universum so begegnen können. Ich möchte mich auf die drei wichtigsten Typen konzentrieren, die man eventuell verwechseln könnte: Solare kosmische Strahlung, galaktische bzw. extragalaktische kosmische Strahlen und den Mikrowellenhintergrund.
Autor: Jörg· 17.02.09 · 17:35 Uhr· 0 Kommentare
15. Februar 2009
DUSEL gehabt: Neutrino-Wissenschaft tief unter der Erde
Kategorie: Naturwissenschaften
Sieht man sich einmal bei Google Maps die Position der Homestake-Mine in South Dakota in den USA an, stellt man fest: Da ist nicht viel. Unter den wenigen Gründen aber, warum man doch dort arbeiten könnte, treffen gleich zwei auf diesen Ort zu.
Autor: Jörg· 15.02.09 · 13:30 Uhr· 0 Kommentare
14. Februar 2009
Erfolgsgeschichten der Physik
Kategorie: Naturwissenschaften·Technik · Kommentare: 1
Die Grundlagenforschung hat ein Problem, und das wird immer immanenter: Wenn man auf kurzfristigen Profit aus ist, wird man nicht sehen, dass eine Investition in grundlegende Dinge unglaublichen Profit abwerfen kann, aber nur mit Zeit. Ich kann den Mund immer noch nicht zubekommen vor Staunen darüber, dass im letzten Jahr Alcatel-Lucent den Rückzug aus der Grundlagenforschung in den Bell Laboratories bekannt gegeben haben. Zu Gunsten von Forschung die schnell Profit abwirft. Und was machen die in 10 Jahren?
Und meine Güte - die Bell Laboratories, da übertreibt man nicht wenn man sagt: Da wurde die Form der heutigen Welt mitbestimmt. Nur eine kleine Liste der wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen: der Laser, der Transistor, C (die Programmiersprache), Radioastronomie, UNIX. Und so etwas machen die zu für schnellen Profit!! Da gehen mir doch die Ausrufezeichen durch!!
Den Entscheidungsträgern bei Alcatel-Lucent hätte es wohl auch nichts mehr gebracht, aber für alle anderen hat das American Institute of Physics eine schöne Seite Success, die (leider nur als PDF), die Erfolgsgeschichte von sechs Bereichen der Physik auf jeweils 2 Seiten erzählt.
Das ganze ist natürlich Werbung für die amerikanische Wissenschaftsförderung, aber - hey - es sind schon tolle Sachen rausgekommen im 20ten Jahrhundert.
Da ist der Bereich Umweltschutz - angefangen von der ersten Beobachtung des Photoeffekts 1839, über die Untersuchung und Rettung der Ozonschicht, moderne Wettervorhersage bis hin zur modernen Bewegung hin zu Energiesparen und alternativen Energien. Aber eines wird klar im Vergleich zu den anderen Geschichten - hier haben wir viel verschlafen, vor allem bei der Nutzung alternativer Energien.
Ein komplett sonniger Erfolg dagegen war der Laser - der erste wurde 1958 für 30000$ gebaut, heute ist es ein Markt von 23 Milliarden Dollar - so viel zum Nutzen der Grundlagenforschung.
Sehr schön auch die Seiten zum Nutzen der Astrophysik - auch wenn Wissensdurst eigentlich keine Rechtfertigung durch Nebenprodukte braucht - die gibt es trotzdem! Oder möchte jemand heute auf seine Digitalkamera verzichten?
Die weiteren Bereiche sind nicht weniger spannend - GPS, Bildgebung in der Medizin und der Grund warum wir alle hier sind - der Computer. Aber schaut es euch an - und seht auch wie viel davon aus den Bell Laboratories stammt.
Autor: Jörg· 14.02.09 · 22:25 Uhr· 1 Kommentar
13. Februar 2009
Video am Freitag - Sucht euch doch ein anderes Universum!
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Richard Feynman hat einen Vorschlag für alle, denen die Quantenelektrodynamik zu kompliziert ist: Sucht euch doch ein anderes Universum, in dem die Regeln leichter sind.
Autor: Jörg· 13.02.09 · 22:00 Uhr· 5 Kommentare
Physik am Ballon
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Es gibt Typen von Experimenten, die kann man nicht so gut vom Erdboden aus durchführen, denn die Atmosphäre stört. Da kann man einen Satelliten entwickeln, aber da ist natürlich sehr teuer. Ein Kilogramm Nutzlast ins All bringen kostet ca. 20000 US-Dollar.
Autor: Jörg· 13.02.09 · 21:45 Uhr· 2 Kommentare
12. Februar 2009
In den Raum gestellt: Gibt es Schwarze Löcher?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 23
Ich schulde Andreas Müller von Einsteins Kosmos noch eine Antowrt auf eine hoffentlich nicht rhetorische Frage in der Diskussion der offenen Probleme der Physik letzte Woche.
Autor: Jörg· 12.02.09 · 12:10 Uhr· 23 Kommentare
Zauneidechsen wappnen sich gegen Feuerameisen
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 3
Heute ist Darwintag, und wir feiern ein wenig den 200ten Geburtstag eines der bedeutendsten und prägendsten Wissenschaftler aller Zeiten. Gerade heute, wo die Aufklärung scheinbar wieder zu lange vorbei ist und Angriffe aus der religiös verscheuklappten Ecke an der Tagesordnung sind, ist es umso wichtiger sich die Evolutionstheorie, die er auf den Weg gebracht hat, als einen Sieg der Neugier und des Verstandes über den dumpfen Glauben an eine "Schöpfung" zu feiern.
Autor: Jörg· 12.02.09 · 00:01 Uhr· 3 Kommentare
10. Februar 2009
Erster Petaflop-Rechner Europas
Kategorie: Technik · Kommentare: 4
Das Forschungszentrum Jülich wird den ersten Petaflop-Rechner Europas bekommen.
Heute wurde mitgeteilt, dass der Auftrag an IBM ergangen ist. Wie der bisher schnellste Rechner in Jülich, JUGENE, wird der neue Rechner auf der BlueGene/P-Technologie basieren, aber mehr als 5mal schneller sein und die magische Grenze von 1 Petaflop/s (1 Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde) erreichen. Dazu wird er mit 294912 Prozessoren ausgestattet sein, die jeweils vergleichsweise geringe 7,5 Watt Leistung aufnehmen. Insgesamt wird er 144 Terabyte RAM haben.
In der Top 500-Liste der Supercomputer werden bereits zwei Rechner in den USA geführt, die die Petaflop-Grenze überschreiten. JUGENE liegt mit 180 Teraflops/s auf Platz 11, ist aber immer noch der schnellste Rechner Europas.
Neben vielen anderen Modellen wurde auf JUGENE z.B. eine sehr erfolgreiche und viel beachtete Gitter-QCD-Berechnung durchgeführt, die als erste die richtige Protonenmasse bestimmen konnte, und über die ich in meinem alten Blog berichtet habe.
Bin ja nur mal gespannt, wie der neue Rechner dann getauft wird...
Autor: Jörg· 10.02.09 · 16:45 Uhr· 4 Kommentare
09. Februar 2009
Bor - auf dem Weg zum Phasendiagramm
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Bor ist ein interessantes Element. Es wurde 1808 von Gay-Lussac und Thenard zum ersten Mal hergestellt, aber jetzt, mehr als 200 Jahre später, kennt man immer noch nicht sein Phasendiagramm, also den Zustand abhängig von Temperatur und Druck. In der Festkörperphysik, wie der Name schon sagt, untersucht man dabei vor allem die Kristallstruktur.
Autor: Jörg· 09.02.09 · 19:40 Uhr· 6 Kommentare
08. Februar 2009
Blutgruppen-Esoterik in Japan
Kategorie: Kultur·Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 17
Über die seltsamen Ausprägungen der Astrologie und die pseudowissenschaftlichen Einbildungen, dass die Bewegung von Himmelskörper und das Sternzeichen Leben und Charakter beeinflussen, hat Florian im Astrodicticum ja schon viel berichtet und es ist in epischer Länge ergebnisfrei diskutiert worden.
Jetzt habe ich im Skeptic's Guide to the Universe Podcast #185 über ein japanisches Gegenstück gehört. Der Hit scheinen dort gerade Charakterisierungen von Menschen aufgrund ihrer Blutgruppe. Ausgelöst wurde die neueste Welle dieser Bewegung durch gleich 4 Bücher (A, B, AB und 0) die insgesamt über 5 Millionen verkauft wurden; mit zugehöriger Handysoftware. (Nachzulesen und anzusehen z.B. in diesem völlig unkritischen Blogeintrag).
Nun mag ja auf den ersten Blick die Idee, dass die Blutgruppe den Charakter bestimmt, etwas plausibler sein als Planetenbewegungen, aber natürlich ist es völlige unbegründete Pseudowissenschaft.
Und es muss ziemlich wilde Blüten treiben: Einstellungen aufgrund der Blutgruppe (kennen wir vom Sternzeichen), getrennte Kindergartengruppen je nach Blutgruppe, Blutgruppen-Diäten, Kompatibilitätstests bei Partnervermittlung. Schlimmer noch: Politiker diskutieren ihre Blutgruppen auf ihrer Homepage und vergleichen sich mit ihrem Konkurrenten. Und man stelle es sich doch mal vor: das Softball-Team das Gold in Beijing gewonnen hat, hatte unterschiedliche Trainingspläne je nach Blutgruppe.
Die Skeptiker vom SGU warnen, dass sie nicht genau wissen, ob diese Berichte vielleicht übertrieben sind. Aber nach dem, was wir schon hier bei SB alles erlebt haben, wundert uns das noch? Ich hab Blutgruppe 0-, ziemlich selten, und vor allem kann ich zwar allen spenden, aber selbst nur von anderen bekommen. Was sagt das über meinen Charakter?
Autor: Jörg· 08.02.09 · 21:00 Uhr· 17 Kommentare
Das Blog-Teleskop #19
Kategorie: Naturwissenschaften
Na so etwas aber auch, da wollte ich doch mit dem ersten Sonnenstrahl aus dem Bett hüpfen, und da ist es schon wieder so spät geworden...aber was kann ich auch dafür, steht doch plötzlich dieses Riesenungetüm von Blog-Teleskop vor meinem Fenster und hält die Sonne ab. Wie haben die von Supernova das bloß hierher bekommen, die waren doch eigentlich beschäftigt damit, ihre Sendung auf YouTube bereit zu stellen.
Autor: Jörg· 08.02.09 · 12:45 Uhr· 0 Kommentare
06. Februar 2009
Video am Freitag: Kreative Drittmittelbeschaffung
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Man hat es nicht leicht in der Wissenschaft. Anträge schreiben, Drittmittel eintreiben, irgendwie muss man den Betrieb am Laufen halten.
Bei Nature ist es diese Woche auf dem Titelblatt. Es wird immer schwieriger, an Geld für die Forschung zu kommen.
In Aachen werden da jetzt andere Wege beschritten:
(via physikBlog)
Autor: Jörg· 06.02.09 · 13:27 Uhr· 3 Kommentare
05. Februar 2009
Offene Probleme der Physik
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 21
Dmitry Podolsky hat für sein Blog NEQNET eine Top-10-Liste offener Probleme in der Physik verfasst. Die Liste ist ausführlich und sehr lesenswert, aber wenn jemand nicht alles oder nicht auf englisch lesen möchte, hier eine kleine Zusammenfassung von mir:
Autor: Jörg· 05.02.09 · 12:10 Uhr· 21 Kommentare
04. Februar 2009
Viel Geblubber - Magnetische Mikrobläschen
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
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Man sollte es zuerst nicht glauben, aber die Erforschung von Bläschen in Flüssigkeiten hat tatsächlich einige Anwendungen. Jeder kennt das Ultraschallbad, in dem Oberflächen gereinigt werden. Aber es gibt auch medizinische Anwendungen, z.B. nutzt man gezielt Bläschen zur Detektion von Krebs, weil sie ein stärkeres Ultraschallsignal erzeugen. Neue Anwendungen benutzen sie auch zum Transport von Medikamenten.
Mikrobläschen (wir sprechen von etwa 0,1 mm Durchmesser) haben also durchaus Anwendungen. Wichtig wäre es, die Bläschen stabiler und steuerbarer zu machen. Eine Idee dazu ist, ihnen einen kleinen Panzer aus metallischen Nanopartikeln zu verpassen.
Autor: Jörg· 04.02.09 · 18:00 Uhr· 5 Kommentare
03. Februar 2009
Etablierte Klimaforscher sehen menschgemachte Klimaerwärmung
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 128
Eine ganz besonders beliebte Argumentationsweise der selbsternannten Klimaskeptiker ist ja das Argument durch Autorität. Das sind aber zumeist handerlesene Zitate ausgewählter Persönlichkeiten, auch gerne versehen mit Titel- und Bedeutungsannotationen. Warum die abweichenden oder abweichend aussehenden Zitate mehr zählen sollen als die viel häufigeren Meinungen der etablierten Klimaforscher, konnte mir keiner erklären. Auch nicht, warum Zitate die meist pure Meinungen wiedergeben, bedeutsamer sind als wissenschaftliche Veröffentlichungen.
Nun, sei es wie es will, da steckte jetzt die Behauptung drin dass etablierte Klimaforscher viel häufiger auf der Seite stehen, die für Handeln in Reaktion auf menschgemachte Klimaerwärmung sind.
Autor: Jörg· 03.02.09 · 17:40 Uhr· 128 Kommentare
02. Februar 2009
Klein, rot, fällt zu schnell
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 7
Zum Beginn erst einmal etwas Leichteres. Klein, rot, fällt zu schnell, wer kann das sein? Klar, jeder ahnt es bereits: Super Mario.
Wie komme ich darauf? Hier ist ein lustiges und doch lehrreiches Beispiel, wie man Unterhaltung und Physik verbindet. Dort wird nämlich errechnet, wie groß die Gravitation in den Super Mario-Spielen ist.
Kein Witz, und die Vorgehensweise ist tatsächlich wissenschaftlich:
- Für verschiedene Super Mario-Spiele vom NES bis zur Wii wurden Videosequenzen aufgezeichnet, die einen fallenden Mario zeigen
- Aus einer Bild-für-Bild-Analyse der Videosequenz wurde die Fallgeschwindigkeit geschätzt
- Aus einer Schätzung der Fallhöhe und Annahmen über die Größe unseres Lieblingsklempners (schwache 1,52 m - ist halt der kleine dicke Mario) kann man dann die Stärke der Gravitationskraft bestimmen
Ausgedrückt wird die Fallbeschleunigung in g. 1 g entspricht damit der Beschleunigung auf der Erde (also 9.81 m/s²). Die Analyse zeigte, dass Mario ein außerordentlich widerstandsfähiger Kerl ist: Er muss Beschleunigungen bis zu 11 g aushalten, bei jedem Sprung! Das würde jeden von uns plätten - zum Vergleich, bei bemannten Raketenstarts treten bis zu 3,5 g auf.
Ebenfalls festzustellen ist, dass die Belastung zu den neueren Titeln hin abnimmt - Bei Super Mario Bros 2 auf dem NES waren es 11 g, bei Wii-Titeln nur noch 4-5 g (was immer noch unmenschlich ist).
Und keine Datenanalyse ohne einen schönen Fit - die Studenten von Glenn Ebert, die die Analyse durchgeführt hatten, konnten zeigen, dass die Gravitation exponentiell mit der Leistungsfähigkeit der Konsole abnimmt.
(via Physics and Physicists)
Autor: Jörg· 02.02.09 · 19:00 Uhr· 7 Kommentare
01. Februar 2009
Wer recht denn da?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 16
Willkommen in meinem neuen Blog!
Ich schreibe ein wissenschaftliches Blog, nicht weil Physik mein Beruf ist, sondern auch mein Hobby. Für mich will ich stetig interessante neue Erkenntnisse entdecken und auch verstehen. Wenn ich darüber schreiben kann, bin ich gezwungen mich näher damit zu befassen. Es ist toll zu entdecken, was man nicht mehr glauben muss weil man zeigen kann dass es wahr ist. Wenn ich etwas von dieser Begeisterung vermitteln kann, umso besser.
"Glaube nichts, nur weil du möchtest dass es wahr ist" ist das Motto dieses Blogs. Das steckt auch im Namen - Diax's Rake stammt aus meinem Lieblingsbuch des letzten Jahres - "Anathem" von Neal Stephenson. Darin erzählt Stephenson von einer Welt in einem Paralleluniversum, die unserer sehr ähnlich ist, aber doch entscheidende Unterschiede aufweist. Auch dort gibt es Kult und Klosterleben - aber nicht zur Verehrung eines Gottes sondern für das, was wir als Wissenschaft kennen. Stephenson spielt mit Begriffen, und es gibt viele Wörter die eng an unsere Sprache angelehnt sind. So werden die berühmtesten Wissenschaftler dort später als "Savant" verehrt - was "Gelehrter" bedeutet. Savant wird aber zu "Saunt" verkürzt, was natürlich bewusst nah an unserem "Saint" für Heilige liegt. Nun, einer dieser Heiligen/Gelehrten war Diax, und es gibt eine schöne Übertragung der Geschichte von Jesus und dem Tempel. In unseren Geschichten hat Jesus die Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben - in der Anathem-Welt vertreibt Diax die Hellseher aus der Universität - mit einem Rechen. Und daraus entwickelt sich also das geflügelte Wort - "Never believe a thing simply because you want it to be true". In der Anathem-Welt bekannt als Diax's Rake - Diaxs Rechen.
Ich will versuchen eine Mischung aus harter Wissenschaft, historischer Entwicklung der Physik und unterhaltsamen Themen zu finden, Hauptsache es gelingt mir ansatzweise zu vermitteln wo die Faszination der Physik liegt - wie wir kleinen unbedeutenden Kreaturen mächtiges Wissen finden von der kleinsten bis zur größten Skala, vom Quark bis zum ganzen Universum.
Autor: Jörg· 01.02.09 · 20:00 Uhr· 16 Kommentare
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