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08.11.11 · 18:00 Uhr

WTF Forensik - Autoerotischer Tod

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 28

Warnung: in dieser Reihe wird es immer wieder zu Begegnungen mit und Blicke in die tiefsten menschlichen Abgründe kommen und obgleich ich mich stets bemühen werde, nicht ins Sensationalistische abzugleiten, mag bisweilen die unausgeschmückte Realität bereits mehr sein, als manche(r) erträgt.

ResearchBlogging.org

Diesmal: eine australisch-schwedische populationsbasierte Studie zur Inzidenz des autoerotischen Todes.

Wikipedia definiert:

„Ein autoerotischer Unfall ist ein Vorgang, bei dem sich ein Mensch bei der Masturbation oder einer anderen autoerotischen Betätigung unabsichtlich eine erhebliche Verletzung zufügt. Im Falle einer tödlichen Verletzung verwendet man den Begriff autoerotischer Selbsttötungsunfall."

Autoerotische Unfälle, bei denen der Tod sehr häufig durch die absichtlich zur Luststeigerung herbeigeführte, dann aber außer Kontrolle geratene Asphyxie eintritt, gehören zu den ungewöhnlichen, oftmals befremdlichen und eben seltenen Begebenheiten, mit deren Folgen man in der forensischen Routine zu tun bekommen kann. Neben dem Tod durch Asphyxie wurde seltener auch eine tödliche Sepsis nach Fremdkörpereinführung, eine zum Tode führende Hyperthermie durch zu viele und/oder zu stark isolierende Bekleidungsschichten oder Tod durch Ertrinken oder Thoraxkompression berichtet.

Trotz der Seltenheit dieses Phänomens wird man als Forensiker überproportional häufig danach gefragt. Offenbar fasziniert viele die diesem Phänomen nach allgemeiner Auffassung wohl zugrunde liegende Mischung aus paraphiler sexueller Orientierung, den bisweilen bizarren und peinlichen Auffindesituationen (häufig sind die Opfer sehr merkwürdig bekleidet) und der vermeintlichen sexuellen Not, in der sich die verstorbene Person befunden haben müsse, um zu solch extremen Methoden für die Selbstbefriedigung zu greifen.

Die Daten der hier besprochenen Arbeit sind schnell zusammengefasst: um eine Vorstellung von nationalen Inzidenzen des autoerotischen Todes zu erhalten, für die nur veraltete Daten mit hoher Varianz vorlagen, sollte in dieser Studie die Häufigkeit autoerotischer Todesfälle für relativ verschiedene Länder ermittelt und verglichen werden. Die Studie bezieht ausschließlich autoerotische Unfälle mit tödlicher zur sexuellen Stimulation eingesetzten Asphyxie ein: Dabei wurden alle Fälle in Schweden und Australien, die in einem Zeitraum von 7 Jahren (2001-2007) aufgetreten waren, betrachtet. Die Quelle der Daten war jeweils eine landesspezifische Datenbank (NCIS für Australien und SNFD für Schweden).

Ergebnisse
tab autoerot.jpg

Diese Daten belegen, daß Tod durch autoerotischen Unfall nur sehr selten in der schwedischen und australischen Population vorkommt. Wie schon bei anderen Studien bestätigte sich auch hier die deutliche Überrepräsentation der Männer unter den Opfern.

Die in dieser Arbeit ermittelten Raten von 0,14 bzw. 0,3 pro Jahr und 1 Mio. Einwohner liegen im Bereich zuvor berichteter Zahlen von z.B. 0,49 in Hannover/Deutschland, 2-4 in den USA und 1-2 in Skandinavien bzw. 0,1 in Schweden (Studie von 1993) und < 0,1 in Italien. Laut Literaturdaten treten die meisten Fälle treten im Alter von 15 bis 25 Jahren auf. Dieser Wert bestätigt sich in der vorliegenden Studie für die schwedische Bevölkerung, wohingegen in der australischen Bevölkerung die meisten Fälle im Alter zwischen 30 und 39 Jahren auftraten.
Man kann daraus entnehmen, daß für die Diskussion der Inzidenz des autoerotischen Todes am besten lokale Populationsdaten zugrunde gelegt werden sollten.

Das häufigste Szenario des autoerotischen Todes beinhaltet einen jungen Mann, der hängend an einem zurückgezogenen Ort gefunden wird, häufig mit Damenwäsche bekleidet ist und pornographisches Material in Griffweite hat. Es gibt eine Überlappung mit Bondage- und sadomasochistischen Aktivitäten. Die Opfer leiden generell meist nicht an einer erkennbaren Erkrankung der Psyche, es kommen aber Fälle von Depressionen vor, in welchen es schwierig sein kann, akzidentelles von suizidalem Versterben zu unterscheiden.

Noch einige allgemeine Anmerkungen:
Diese Praktiken werden häufig heimlich und jahrelang ausgeübt, ohne daß es zu Zwischenfällen kommt. Es sind also selten die unerfahrenen Anwender, die so zu Tode kommen, weil diese, sich ihrer Unerfahrenheit bewußt, zu Beginn meist sehr vorsichtig agieren. Die Opfer sind daher eher die in solchen Praktiken Erfahrenen, die mit der Erfahrung und der "Gewöhnung" übermütig werden und genau diesen Menschen ist daher deutlich zur Vorsicht zu raten und sie sind vor Leichtsinn und Übermut zu warnen!

Erstaunlich sind oftmals auch Erfindungsreichtum und Zeitaufwand, mit denen komplizierte und ausgeklügelte Maschinen oder Vorrichtungen erdacht und konstruiert werden, um ohne fremde Hilfe/Überwachung ein autoerotisches Tunnelspiel erleben zu können. Dabei wird z.B. durch Fesselung und Atemeinschränkung eine Situation herbeigeführt, aus der man selbst nicht mehr entkommen kann, bis, nach einer vorher festgelegten Zeit, die Maschine/Vorrichtung das Entkommen ermöglicht (z.B. durch Abwerfen oder Zugänglichmachen eines zuvor nicht in Reichweite befindlichen Schlüssels).
Wenn dann die Maschine versagt oder das Zeitintervall versehentlich/aus Übermut zu groß gewählt wurde, geht das ganze schief und der Autoerotiker erstickt, weil er sich nicht mehr oder bevor er sich befreien kann.

Die Rechtsmediziner zusammen mit den Kriminalisten müssen dann klären, ob ein Verschulden oder Mitwirken Dritter ausgeschlossen werden kann. In der forensischen Genetik bekommen wir mit diesen Fällen zu tun, wenn der Leichnam des autoerotisch Verunfallten wegen langer Liegezeit bereits jenseits der visuellen Identifizierbarkeit verwest ist und eine DNA-Analyse seine Identität klären muss, oder wenn am Fundort verdächtige Spuren sichergestellt wurden, die für eine Rekonstruktion des Geschehens analysiert werden müssen.

____________
Literatur

Byard RW, & Winskog C (2011). Autoerotic Death: Incidence and Age of Victims-A Population-based Study. Journal of forensic sciences PMID: 21827479

Es gibt übrigens inzwischen ein Nicht-Fachbuch, eine Art Anthologie der Sexunfälle, das auch Kapitel zu Asphyxie und autoerotischem Tod enthält:
"Ich habe mich versehentlich auf den Staubsauger gesetzt: Aberwitzige Sexunfälle"
L. Kühle und D. Dreßlein; ISBN 3868821716

 

Autor: Cornelius Courts· 28 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (28)

Kommentar-Direktlink rolak· 08.11.11 · 18:31 Uhr

Kenne ich bisher nur aus Erzählung, Literatur und Film...

In der Hoffnung auf hochinteressante Kommentare ;-)

Kommentar-Direktlink BreitSide· 09.11.11 · 00:00 Uhr

Wau, interessanter Link. Interessante Fachwörter. Und das ist ja offensichtlich ernst gemeint.

Bottom und Top, hört sich bei mir wie Quark an...

Kommentar-Direktlink Sascha Vongehr· 09.11.11 · 05:16 Uhr

"BDSM-philosophisch bieten Tunnelspiele ein gewisses Problem: da während des Tunnelspiels auch Dinge gegen die Einwilligung des Bottoms passieren können, greift hier der Begriff des Einvernehmlichkeit nicht. Aus dem Grunde wurde der Begriff Metakonsens eingeführt"

WOW - ich bin nicht einfach zu beindrucken, aber Du hast mir Heute den Link des Monats gebracht.

Kommentar-Direktlink Anne· 09.11.11 · 10:40 Uhr

Prominentes Beispiel: David Carradine

Kommentar-Direktlink Silly Human· 09.11.11 · 10:54 Uhr

Ich kaufe ein "o" für den Titel. ;)

Kommentar-Direktlink Cornelius Courts· 09.11.11 · 11:27 Uhr

@Silly:
uuuuuund wir haben einen Gewinner!!!
(danke! ist korrigiert! ;-)

Kommentar-Direktlink Cornelius Courts· 09.11.11 · 11:29 Uhr

@Anne: ja, und sehr wahrscheinlich auch Michael Hutchence

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 09.11.11 · 14:04 Uhr

War für mich einer der krassesten Momente im Medizinstudium, als ich in einer Vorlesung von diesem Phänomen erfuhr. Später wurden wir allerdings auch gewarnt, scheinbar harmlose Auffindesituationen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es wurde uns ein Fall berichtet, wo eine Mutter den Notruf gewählt hatte, weil ihr 23jähriger Sohn, der in einer Einliegerwohnung bei ihr im Haus lebte, ohne zu atmen auf seinem Bett liege. Beim Eintreffen fanden die Rettungskräfte eine nackte Leiche mit Strangulationsmalen am Hals vor. Sofort wurde die Kripo alarmiert und das ganze übliche Procedere lief ab. Da kein Eindringen einer anderen Person nachgewiesen werden konnte, geriet für kurze Zeit sogar die Mutter des Opfer ins Visier der Ermittler. Bis sie dann berichtete, ihren Sohn in einer Selbststrangulations-Konstruktion und mit pornographischen Heften vor sich liegend vorgefunden zu haben. Weil sie sich zu sehr schämte, hatte sie alles weggeräumt, bevor der Rettungswagen eingetroffen war.

Kommentar-Direktlink Farin· 09.11.11 · 15:45 Uhr

wow, gehöre wie rolak zu denen die das bisher nur aus Krimiserien kannte - als realer Fall war mir nur der "Morbus Kobold " bekannt, und diese *räusper* Krankheit endete ja glücklicherweise bei keinem der Fälle tödlich. Hier mal der Link für die, die es nicht kennen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Penisverletzungen_bei_Masturbation_mit_Staubsaugern

(Achtung,die angehangene Dissertation enthält sehr explizite Bilder)


Haben die Autoren der Studie eigentlich neben der sehr geringen Haüfigkeit sich auch eigentlich mal Gedanken gemacht wie man solche, schlussendlich ja sehr tragischen, Todesfälle vermeiden kann ?

Kommentar-Direktlink Cornelius Courts· 09.11.11 · 16:25 Uhr

@Farin: "Haben die Autoren der Studie [...] sich auch eigentlich mal Gedanken gemacht wie man solche [...] Todesfälle vermeiden kann ?"

Nein, die Vermeidung bzw. Vermeidbarkeit solcher Unfälle wurde in der Arbeit nicht diskutiert. Vermutlich, weil so etwas auch müßig ist. Sich auf eine solche Weise sexuell zu stimulieren, ist ja keine behandelbare Krankheit, erst recht keine behandlungspflichtige, und man kann den Leuten, die ja ein entsprechendes (teils starkes) Bedürfnis danach haben, auch nicht einfach sagen: "Macht es nicht, es ist gefährlich!" (wenn das wirken würde, gäbe es auch keine Raucher).

Das einzige, was man imho tun kann (und ich auch getan habe), ist, davor zu warnen, zu übermütig zu werden: nur, weil man solche Praktiken vielleicht schon jahrelang ausübt, heißt das nicht, daß sie nicht gefährlich bleiben und tödlich enden können, wenn auch nur eine Kleinigkeit schief geht, insbesondere, wenn selbst gebaute Vorrichtungen darin einbezogen werden. Es ist also ein nicht selten tödlicher Trugschluss, anzunehmen, daß die Gefahr mit der Erfahrung sinkt!!
Und wem das eigene Schicksal egal ist, mag vielleicht seine Hinterbliebenen berücksichtigen: für diese ist, wie noch'n Flo schon angedeutet hat, die Konfrontation mit dem Tod ihres Angehörigen in einem solchen, meist als extrem peinlich empfundenen Zusammenhang oft sehr schwer traumatisierend...

Kommentar-Direktlink s.s.t.· 09.11.11 · 17:53 Uhr

@Farin

Es gab sogar schon mal einen (indirekten) Todesfall mit einem Koboldstaubsauger, der wie folgt rekonstruiert wurde:

Ein Mann legte den Staubsauger auf den Tisch und führte seinen Penis in das Saugrohr ein. Der Propeller fügte seinem Penis erhebliche Verletzungen zu. Er stoppte die Blutung und reinigte Boden, Waschbecken etc., aber nicht das Staubsaugerinnere, vom Blut. Danach erhängte er sich.

Kommentar-Direktlink Chris· 09.11.11 · 18:09 Uhr

Vorwerk Kobold, deutsche Wertarbeit damit säubern sie auch Dinge für die er nicht konstruiert wurde...


Manchmal kann man sich über erwachsene Menschen nur wundern.

Kommentar-Direktlink Farin· 09.11.11 · 20:45 Uhr

@ s.s.t.:

War mir nicht bekannt - Meine Quelle war eben der Wiki Artikel und die Dissertation. Hast du zufällig eine Quelle dafür?

@Cornelius Courts

Also ich wollte auf keinen Fall implizieren das das Verhalten/ die Vorlieben dieser Menschen krankhaft sind - falls mein erster Kommentar so klingt: Das war keine Absicht.

Meine Frage war tatsächlich, wie man Menschen mit solchen Vorlieben die eben in der "normalen" (eigentlich wollte ich das Wort nicht nutzen ) Bandbreite der menschlichen Sexualität liegen, klarmachen kann, dass man es nicht übertreiben sollte. Schlieslich gibt es ja auch einen Unterschied, zwischen Weinkennern und Alkoholikern. (Mir ist leider kein anderer Vergleich eingefallen)

Ich glaube eine Warnung und Verweis auf "cautionary tales" sind schon das vernünftigste, aber es hätte ja sein können das die Autoren noch andere Vorschläge hatten.

Author Profile Page ali· 09.11.11 · 21:18 Uhr

Warum wurde dieser xkcd noch nicht verlinkt? On-topic und Star Wars Referenz. Ihr werdet nachlässig.

Kommentar-Direktlink rolak· 09.11.11 · 21:48 Uhr

Den habe ich nicht erinnert, ali. Vielleicht auch deswegen verpaßt weil ich Dez09 zu sehr mit mir beschäftigt war :p

Kommentar-Direktlink JPeelen· 09.11.11 · 21:50 Uhr

Als Mann kann ich unmittelbar nachvollziehen, dass für Männer kein Zusammenhang zwischen Sex und einer menschlichen Beziehung besteht und Männer deshalb als Opfer von "sexuellen Unfällen" technischer Natur die große Mehrheit stellen.
Aber was macht für Männer die Faszination der Verkleidung als Frau aus? Auch hier besteht doch anscheinend ein völliges Missverhältnis zur Zahl der Frauen, die sich als Mann verkleiden. Das ist mir rätselhaft.

Kommentar-Direktlink Bullet· 10.11.11 · 08:55 Uhr

Erstaunlich sind oftmals auch Erfindungsreichtum und Zeitaufwand, mit denen komplizierte und ausgeklügelte Maschinen oder Vorrichtungen erdacht und konstruiert werden, um ohne fremde Hilfe/Überwachung ein autoerotisches Tunnelspiel erleben zu können.
Ich halte das für ein Symptom zu starker Schamgrenzen. Wenns um Tunnelspiele geht, sollte "Risiko" nicht mit "Lebensgefahr" synonym sein. Jeder Reckturner hat seine Sicherheitsstellungsleute, denen er ebenso vertrauen muß wie sich selbst. Aber man kommt eben systembedingt nur einmal im Leben in die im Artikel angesprochene Situation, in der es - im Nachhinein betrachtet - schlauer gewesen wäre, einen stillen Überwacher gehabt zu haben.

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 10.11.11 · 08:58 Uhr

@Farin

Gerichtsmedizin (Festschrift für Wilhelm Holczabek), Hrsg. Georg Bauer, 1988, 687 S.

S. 135: "KOBOLD-Verletzung" von St. Müller-Kölbl, Th. Steinbach und W. Eisenmenger

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 10.11.11 · 13:05 Uhr

Hmm, ich habe hier (respektive beim Nachschlagen bestimmter Begriffe bei Wikipedia) in den letzten 2 Tagen mehr über BDSM gelernt, als in den letzten 20 Jahren zuvor (und das, obwohl ich mal mit einem BDSMler befreundet war und auch eine Domina flüchtig kenne). Muss aber sagen: eigentlich will ich das alles gar nicht wissen...

Sorry, aber das Ganze ist absolut nichts für mich. Eine Einschränkung meiner körperlichen Bewegungsfreiheit ist für mich so ziemlich das Schlimmste, was man mir antun kann.

Kommentar-Direktlink YeRainbow· 10.11.11 · 17:08 Uhr

aus meiner Fachrichtung wird das durchaus als Störung gesehen, nur eben (normalerweise) ohne Leidensdruck, ohne Störungseinsicht und - wenns nicht entgleist - relativ harmlos.... relativ halt.


jau, da ist der Tip von Amy Farah Fowler in der 4. STaffel Big Bang Theory doch vergleichsweise sinnvoll.
Du hast keine elektrische zahnbürste? Du solltest wohl besser eine haben...

Kommentar-Direktlink Antikraut· 10.11.11 · 17:37 Uhr

@JPeelen:
"Aber was macht für Männer die Faszination der Verkleidung als Frau aus? Auch hier besteht doch anscheinend ein völliges Missverhältnis zur Zahl der Frauen, die sich als Mann verkleiden. Das ist mir rätselhaft."

Na ja, "verkleiden" ist ein relativer Begriff, und ob sich die Männer als Frauen verkleiden oder doch eher im Alltag "als Männer verkleiden", dazu müsste man in ihre Köpfe gucken. Aber auch wurscht. Mir scheint, dass es genug Frauen gibt, die eher "männlich" durchs Leben gehen, mehr als umgekehrt. Die fallen aber nicht so auf. "Schuld" hat je nach Perspektive der Feminismus oder der Umstand, dass er nur einen Teilerfolg erzielt hat - man ist als Frau "emanzipierter" in dem Sinne, dass man weniger an Geschlechterrollen gebunden ist als früher, aber Frauen bleiben das andere Geschlecht, und deswegen fallen Männer in Frauenrollen eher auf.

Kommentar-Direktlink s.s.t.· 10.11.11 · 18:30 Uhr

@ JPeelen

Aber was macht für Männer die Faszination der Verkleidung als Frau aus? Auch hier besteht doch anscheinend ein völliges Missverhältnis zur Zahl der Frauen, die sich als Mann verkleiden. Das ist mir rätselhaft.

Hängt sicherlich auch mit SM zusammen. Denn aus Mann = Dom und Frau = Sub folgt zwingend für ihn: Mann = Frau = Sub. Google mal 'Sissy' (oder analog 'Adult Baby'); in beiden Fällen ist der SM-Bezug recht häufig (auch wenn die Motive eine große Bandbreite haben).

Umgekehrt treten dom. Frauen nicht selten mehr oder weniger männlich (aka streng) gekleidet in Erscheinung. Allerdings dürfte die Zahl von mehr oder weniger ausschließlich dom. Frauen geringer sein, als die der mehr oder weniger ausschließlich sub. Männer. (Bei den Bedarfs-Wunscherfüllerinnen stehen andere Interessen im Vordergrund, als bei den so wirklich veranlagten.

Möglicherweise fällt auch einfach ein Mann viel mehr auf, wenn er sich auf eine 'niedrigere Stufe' (= Frau oder vergleichbar) begibt als eine Frau, die 'ihr Testosteron ins Spiel bringt' und damit ehr Bewunderung erntet. Ein Sub.-Verhalten von Frauen hat auch die Tendenz als natürlich, süß und niedlich angesehen zu werden, bei gestandenen Mannsbildern ist das nicht natürlich, sondern natürlich pervers.

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Weiterhin OT, aber irgendwie passend: Gemeinsamer Tod beim GV: Der Akt fand im Auto statt und aus irgendeinem Grund rollte das Fahrzeug in die Weser... (oder einem anderen Gewässer dieser Gegend um Bremen).

Kommentar-Direktlink Odysseus· 10.11.11 · 22:33 Uhr

Wenn Ali schon den xkcd verlinkt hat (du warst nur schneller als ich!), muss ich zumindest noch auf den passenden Saturday Morning Breakfast Cereal verweisen.

Kommentar-Direktlink Odysseus· 11.11.11 · 00:01 Uhr

Hat der Bot den Link gefressen? Noch ein Versuch: http://smbc-comics.com/index.php?db=comics&id=1798#comic

Kommentar-Direktlink rolak· 11.11.11 · 05:38 Uhr

Merkwürdig, Odysseus, in der aboMail war die url noch drin...

Kommentar-Direktlink rolak· 03.12.11 · 14:05 Uhr

Ein amäsantes Beispiel aus der weitläufigen Welt der Trivial-Epen habe ich soeben ge­fun­den: In 'Crossing Jordan' 1.3 ist einer der Nebenfälle aus der hier besprochenen Sonder­klasse, bei dem der Docht einen zu guten Draht zur Spannung hatte.
Besonders schön die ehefrauliche Pointierung...

Kommentar-Direktlink rolak· 06.04.12 · 17:28 Uhr

Da hinten wird erklärt, warum gewisse Berufsgruppen besonders gefährdet sind :-)

Kommentar-Direktlink Cornelius Courts· 06.04.12 · 21:09 Uhr

:-D :-D

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