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"Was ist schön?" In diesem Blog machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort auf diese Frage, die so alt ist wie die Menschheit.

Welche Schönheitsideale prägten die Antike? Wie verändern sich die Vorstellungen von dem, was als schön gilt? Gibt es Konstanten, die unser ästhetisches Urteil bestimmen? Und wie erklärt die moderne Wissenschaft, weshalb es so menschlich ist, nach Schönheit zu streben?

Am Ende werden wir vermutlich nicht eine, sondern viele Antworten haben...

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22.09.10 · 09:28 Uhr

Schön und nützlich: Tausendschönchen

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 13

Wenn der Frühling kommt, endlich alles wieder grün wird und zu blühen beginnt, bedeckt das Tausendschönchen viele Wiesen wie ein Teppich. Doch die kleine Blume ist nicht nur schön, sondern auch nützlich.

„Schönheit ist die kleine Schwester der Gesundheit" sagt ein chinesisches Sprichwort. Warum also nicht einmal ein kleiner Ausflug in die Botanik? Dort lassen sich Schönheit und Gesundheit nämlich sehr gut miteinander verbinden. Denn viele Pflanzen sind nicht nur schön, sondern besitzen auch gesundheitsfördernde bzw. heilende Eigenschaften.

Ein für diesen Blog besonders gut geeigneter Vertreter schien mir das Tausendschönchen, wahrscheinlich besser unter dem Namen Gänseblümchen (lat.: Bellis perennis) bekannt. Die kleine Pflanze verbindet nicht nur Schönheit und Gesundheit, sie trägt das „SCHÖN" sogar in ihrem Namen. Der Gattungsname Bellis leitet sich vom lateinischen Wort bellus = schön ab und perennis steht für die Ausdauer, die das zarte Gewächs beim Blühen zeigt. Zwischen März und August steht das Gänseblümchen in voller Blüte, ist aber auch noch bis weit in den Herbst hinein auf den Wiesen zu finden.

Die kleine, weiße bis zartrosa blühende Blume verwandelt Wiesen in einen Tupfenteppich und landet gern bei kleinen Mädchen als geflochtener Kranz auf den Locken. Doch die zarte Pflanze ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern besitzt angeblich auch einige heilende Eigenschaften. 

Von Akne bis Muskelschmerzen

Die zu den Korbblütlern gehörende Pflanze ist von März bis September quasi überall in Europa anzutreffen und circa zehn bis 15 Zentimeter hoch.

Verwendet werden können sowohl die Blätter als auch die Blüten. In der Homöopathie wird das Gänseblümchen typischerweise bei Gelenk- und Muskelschmerzen aber auch Hautprobleme, wie Akne oder Ekzeme sowie Erkrankungen der Atemwegserkrankungen angewendet. Und auch bei Prellungen oder Verstauchungen kommt das Gänseblümchen hier zum Einsatz.


Auch für die Schönheitspflege erweist sich das Gänseblümchen angeblich als sehr nützlich; ein Sud aus den Blüten eignet sich beispielsweise gut als Gesichtswasser soll sich gut als Gesichtswasser bei fettiger Haut eignen.


Und hier das Rezept: Eine Handvoll Blüten knapp mit Wasser übergießen, aufkochen, abkühlen lassen, absieben; 100 ml Sud mit 40 ml Ethanol, auch als Weingeist oder Spiritus bezeichnet (aus der Apotheke) mischen; Wattebausch tränken und Haut damit reinigen.

Nachträgliche Anmerkung: Die Wirksamkeit der Homöopathie ist allerdings sehr umstritten; sie gilt noch immer nicht als belegt. Die Homöopathie ist somit auch kein anerkanntes wissenschaftliches Verfahren.


Blumiger Geschmack

Und: Tausendschönchen sind auch Tausendsassas! Sie eignen sich nicht nur zur Linderung diverser Zipperlein oder zum Flechten von Blumenkränzen; ihre Knospen kann man auch als "falsche Kapern" einlegen und ihre Blüten vertreiben die Langeweile auf jedem Salatteller. Sie sind nicht nur ein Hingucker auf dem tristen Grünzeug, sondern schmecken auch lecker. Nussig bis leicht scharf wird ihr Geschmack beschrieben.


Quellen:

  • Bäumler, S.: Heilpflanzenpraxis heute: Porträts, Rezepturen, Anwendung. Elsevier, München 2007
  • Füllbrandt, R.: Der Kräutersprecher: Nutze die Kraft der Natur. Books on Demand, 2009
  • Kötter, E.: Das große GU-Praxishandbuch Kräuter. Gräfe & Unzer, München 2009
  • Greiner, K. & Weber, A.: 300 Fragen zu Kräutern. Gräfe & Unzer, München 2008

 

Autor: Liane Vorwerk-Gundermann· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · ·

Kommentare (13)

Kommentar-Direktlink Sim· 22.09.10 · 10:55 Uhr

Ich hab mir schonmal Gänseblümchen aufs Brot gelegt. Stand halt in der Micky Maus, dass man das essen kann. Nun, das hat mich jetzt nicht so umgehauen damals^^

Author Profile Page Liane Vorwerk-Gundermann· 22.09.10 · 10:59 Uhr

@Sim

Klar, so etwas ist natürlich immer Geschmackssache.
Mein Lieblingssalat wird es auch nicht;-)

Kommentar-Direktlink gukdmal· 22.09.10 · 11:24 Uhr

Ich dachte das ist hier ein Scienceblog...

> Und hier das Rezept: Eine Handvoll Blüten knapp mit Wasser übergießen, aufkochen,
> abkühlen lassen, absieben; 100 ml Sud mit 40 ml Weingeist (aus der Apotheke) mischen;
> Wattebausch tränken und Haut damit reinigen.

Weshalb wird das Ethanol (warum "Weingeist"?) NACH der Extraktion zugefügt?

> Typische Anwendungsgebiete sind beispielsweise Gelenk- und Muskelschmerzen
> aber auch Hautprobleme, wie Akne oder Ekzeme sowie Erkrankungen der
> Atemwegserkrankungen. Und auch bei Prellungen oder Verstauchungen kommt das
> Gänseblümchen zum Einsatz.

Bevor jetztdie armen Blümchen dran glauben müssen - da gibt's sicher auch Belege für die Wirksamkeit?

Author Profile Page Liane Vorwerk-Gundermann· 22.09.10 · 20:15 Uhr

@gukdmal
Ethanol klingt natürlich "wissenschaftlicher" - Weingeist oder Spiritus sind aber im Grunde das Gleiche. Hab die Änderung aber in den Text eingefügt.

Ethanol ist auch Bestandteil der normal käuflichen Gesichtswässer; es verflüchtigt sich schnell und ist wasserlöslich. Zudem wirkt es fettlösend, durchblutungsfördernd, adstringierend und desinfizierend und besitzt konservierende Eigenschaften. Weshalb es in diesem "Rezept" nun nach der Extraktion eingefügt wird, kann ich leider nicht sagen - bin noch auf der Suche.

Das Gänseblümchen gehört zu den homöopathischen Mitteln. Dort wird es auch für die im Text genannten Beschwerden eingesetzt. Über die Wirksamkeit der Homöopathie herrscht jedoch immer noch Uneinigkeit. Ihre Wirksamkeit konnte nach wie vor (nach meiner bisherigen Recherche) noch nicht durch Studien belegt werden und sie gilt auch nicht als annerkanntes wissenschaftliches Verfahren. Spezielle Studien zur Wirksamkeit des Bellis perennis kann ich daher im Moment leider nicht bieten. Sollte sich noch etwas finden, werden sie natürlich ergänzt. Aber dass es wirkt, habe ich ja auch nicht behauptet;-))

Kommentar-Direktlink gukmal· 22.09.10 · 20:32 Uhr

Ich würde mich mal ein wenig bei den anderen Bloggern hier umsehen - dies ist ein Science Blog, d.h. wenn man eine Behauptung aufstellt, sollte man sie schon belegen können. Im Bereich Gesundheit am besten mit sog. Doppelblindstudien (wird für Gänseblümchen zugegebenermaßen schwierig).
Klingt jetzt etwas unhöflich, soll es aber gar nicht sein, doch wenn an anderer Stelle von den "Eso-Wissenschaftlern" (zu Recht) Beweise gefordert werden, sollten sich auch die Blogschreiber daran halten.

Was die HP angeht - ist unwirksam, wurde hier schon x-mal durchgekaut. Widerspricht zudem allen Naturgesetzen.

Die Wirkung des "Gesichtswassers", sofern überhaupt vorhanden, dürfte wohl im wesentlichen auf das Ethanol zurückzuführen sein.

Kommentar-Direktlink Skepsis· 23.09.10 · 11:31 Uhr

"Die Wirksamkeit der Homöopathie ist allerdings sehr umstritten. Sie gilt noch immer nicht als belegt und die Homöopathie somit kein anerkanntes wissenschaftliches Verfahren."

Ich würde das so formulieren: Die Homöopathie ist noch umstritten, da es immer noch Anhänger dieser 'Lehre' gibt, die die wissenschaftliche Widerlegung ihrer Wirksamkeit (im Sinne von: statistisch signifikanter als ein Placebo) nicht verstanden haben bzw. diese nicht akzeptieren wollen.

Gruß

Author Profile Page Marc Scheloske· 23.09.10 · 11:41 Uhr

@Skepsis und gukmal:

Jetzt mal keine Aufregung. Es ist hier in unserem Kreis doch unbestritten, dass es sich bei der Homöopathie um Hokuspokus handelt. Ich gebe Dir, Skepsis, absolut recht. Zumindest wenn wir über die physiologische Wirksamkeit homöopathischer Kügelchen und Tropfen sprechen.

Ansonsten dreht sich der Beitrag oben ja nicht um Empfehlungen für bestimmte (Gesichts-)Wässerchen und Tinkturen. Es ist eine kurze Notiz zur (wenn man so will) Kulturgeschichte des Gänseblümchens aka. Tausendschönchens. Und dazu gehört die Feststellung, dass man die Blümchen in den Salat rühren kann genauso, wie die Anmerkung, dass es traditionell auch als Bestandteil von Gesichtswasser genutzt wird. Mit Homöopathie hat das ja wirklich auch nichts zu tun. Der Gänseblümchen-Alkohol-Sud ist wirklich meilenweit von homöopathischem Budenzauber entfernt.

Kommentar-Direktlink Skepsis· 23.09.10 · 12:13 Uhr

@Marc Schelose

Ist ja OK: Meine Kommentar bezog sich explizit auf die angegebenen 2 Sätze und nicht auf den Rest.

Gruß

Kommentar-Direktlink Geoman· 23.09.10 · 21:36 Uhr

Der liebe Gott mögen diesen wissenschaftlichen Kleingeistern, Erbenszählern und ehren- oder auch hauptamtlich beschwichtigenden Tempelwächtern verzeihen!

Kommentar-Direktlink gukdmal· 24.09.10 · 08:49 Uhr

Alles klar.

Kommentar-Direktlink Geoman· 24.09.10 · 10:22 Uhr

@ Liane Vorwerk-Gunderman


Als ich die Überschrift des Beitrags las, dachte ich spontan an das Tausendgüldenkraut, das ja auch schön und nützlich ist oder sein soll. Darüber werden Sie doch sicherlich auch noch schreiben, oder?

Author Profile Page Liane Vorwerk-Gundermann· 24.09.10 · 10:49 Uhr

@Geoman
Bisher steht das Tausendgüldenkraut nicht auf meiner Themenliste;-)
Dem Tausendschönchen (Gänseblümchen) habe ich hier eine kleine Abhandlung gewidmet, weil es einfach aufgrund seines Namens so SCHÖN zu dem (Schönheits) Blog passt.
Also in diesem Fall ein ganz simpler Grund ohne tiefgründige Hintergedanken;-)

Kommentar-Direktlink Geoman· 24.09.10 · 11:28 Uhr

Außer dass es wunderhübsche rosafarbene Blüten hat, habe ich jetzt leider keinen besonderen Bezug zum Thema Schönheit finden können: Und seine anderen Namen wie Himmelblümlein, Muttergottes- oder Gottesgnadenkraut sind ja hier eher verfänglich.

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