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11.08.11 · 10:12 Uhr
Schnee in der Wüste und Sterne am Himmel
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 7
Es wird mal wieder Zeit für ein schönes Bild. Die findet man mit großer Regelmäßigkeit in der wöchentlichen Rubrik "Picture of the Week" der Europäischen Südsternwarte (ESO).
Letzte Woche hat der Astronom Yuri Beletsky kurz vor Sonnenaufgang ein wirklich bemerkenswertes Foto gemacht:
Cool! Aber wieso bemerkenswert. Naja - eigentlich ist alles bemerkenswert auf diesem Bild. Die gewaltigen Teleskope des "Very Large Telescope"-Komplexes auf dem Gipfel des chilenischen Cerro Paranal sind in jeder Hinsicht beeindruckend. Jedes der vier großen Teleskope hat einen Spiegel mit einem Durchmesser von 8.2 Meter und es gibt nur einen Spiegel der noch größer ist (der 8.4 Meter Spiegel des Large Binocular Telescope in Arizona) - die anderen großen Teleskope dieser Welt (z.B. die auf Hawaii) haben Spiegel die aus verschiedenen kleineren Segmenten zusammengesetzt sind. Der Himmel ist natürlich immer beeindruckend, besonders wenn man sich in so einer dunklen Gegend befindet wie der chilenischen Wüste. Der Himmel auf dem Bild hat sogar noch zwei kleine Extras zu bieten. Rechts saust gerade ein Meteor durchs ein Bild; eine der vielen Sternschnuppen die wir momentan dank der Perseiden beobachten können. Links ist auch noch ein Strich im Bild zu sehen. Das ist aber keine Sternschnuppe sondern ein Satellit. Wirklich bemerkenswert ist allerdings der Vordergrund. Der schneebedeckte Boden. Ok, auf 2600 Meter Höhe kann es schonmal kalt werden und in den Alpen würde sich keiner wundern, wenn da auch im Sommer noch Schnee liegt. Aber der Cerro Paranal liegt mitten in der Atacama-Wüste! Die wird immerhin als trockenste Wüste der Erde bezeichnet und es gibt tatsächlich so gut wie keinen Niederschlag. Die Wolken werden von den Anden abgehalten, die ganze Wüste liegt in ihrem Regenschatten. Auf der anderen Seite, an der Küste, fließt im Meer der kalte Humboldtstrom und verhindert die Bildung von Wolken. In manchen Gegenden der Wüste ist daher schon seit mehr als hundertausend Jahren kein Wasser geflossen. Wenn dann also mal wirklich Schnee vom Himmel fällt und die Landschaft weiß färbt, dann ist das wirklich etwas Außergewöhnliches!
Autor: Florian Freistetter· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Das Bild ist heute auch wieder mal APOD. Sprichst du dich mit dem Herrn Nemiroff ab? ^^
Wo kriegen die da droben Wasser her ?Muß wahrscheinlich von" weit her geholt" werden.
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit auf Fotos Satelliten und Kometen zu unterscheiden?
PS: Sehr schöner Blog ;-)
@espa: Satelliten sind viel schneller als normale Kometen. Sie machen also auf Fotos immer eine längere Spur. Sternschnuppen sind dagegen zwar auch recht schnell - aber ihre Helligkeit ist nicht so konstant wie die eines Satelliten.
Florian: Du meinst wohl die Winkelgeschwindigkeit. Und da haben Satelliten den Vorteil, dass sie verglichen mit allem anderen was so rumschwirrt recht nahe sind. Sternschnuppen sind noch näher, die sind ja schon im Bereich der bremsenden Atmosphäre, aber da hast ja schon ein Unterscheidungsmerkmal angegeben.
Tieffliegende Flugzeuge haben wohl eine noch höhere Winkelgeschwindigkeit, die erkennt man an den blinkenden Positionslichtern und damit 2 oder 3 parallele kurze einzelne Striche -- aber dort bei den Teleskopen ist hoffentlich Flugverbotszone :-)
Bereich der bremsenden Atmosphäre, aber da hast ja schon ein Unterscheidungsmerkmal angegeben.
thanks for your sharing...