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20.05.11 · 06:47 Uhr
Offener Brief zum „Chiemgau-Impakt"
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 40
Eines meiner Spezialgebiete bei meiner Arbeit als Astronom sind die Asteroiden und die Frage, ob sie mit der Erde kollidieren können oder nicht. Hier ist natürlich auch der Input der Geologen wichtig denn um eine vernünftige Statistik zu erstellen braucht man ausreichend Daten. Also probiert man herauszufinden, wann und wo auf der Erde in der Vergangenheit schonmal Asteroiden oder Kometen eingeschlagen haben. Diese Krater zu identifizieren ist nicht leicht denn Erosion und diverse andere geo- und meteorologische Prozesse zerstören die Krater schnell wieder bzw. machen sie unkenntlich und schwer zu entdecken. Es ist also nicht verwunderlich, dass es ab und zu Diskussionen darüber gibt, ob eine bestimmte Struktur tatsächlich einen Einschlagskrater darstellt oder nicht. Solche wissenschaftlichen Kontroversen sind völlig normal. Nicht normal dagegen ist dagegen der Streit um den sogenannten "Chiemgau-Impakt". Angeblich soll in der Bronzezeit im bayrischen Chiemgau ein Asteroid eingeschlagen haben. Das würden natürlich sowohl Geologen als auch Astronomen toll finden. Je mehr Krater wir kennen und studieren können, umso besser! Blöd ist an dieser Sache leider nur, dass es keinerlei vernünftige geologische Belege für die Hypothese des Chiemgau-Impakts gibt. Die These wird von einem "Chiemgau Impact Research Teams (CIRT)" vertreten und seit Jahren heftigst verteidigt. Über die eher zweifelhaften Forschungsergebnisse und Publikationsstrategien gab es vor einiger Zeit schon einmal einen Gastbeitrag in meinem Blog. Das CIRT lässt sich aber von mangelnden Belegen nicht beirren und macht weiter PR für den angeblichen Chiemgau-Impakt. Die regionalen Medien und Politiker lassen sich davon gerne beeindrucken; so ein Impakt würde sich ja auch touristisch gut ausnutzen lassen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern die sich intensiv mit den "Belegen" für den Chiemgau-Impakt auseinandergesetzt haben (darunter auch Kapazitäten auf dem Gebiet der Impaktforschung wie Christian Köberl, Professor an der Uni Wien und Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien) hat nun die Nase voll und einen offenen Brief verfasst.
Regionale Tageszeitungen (zuletzt das Traunsteiner Tagblatt vom 01.03.2011) berichteten aktuell darüber, dass der vermeintliche Chiemgau-Impakt (CI), den das Chiemgau Impact Research Team (CIRT) unter der Leitung von Prof. Kord Ernstson seit einigen Jahren in den Raum stellt, nun in der Wissenschaft international anerkannt sei. Dieser Eindruck muss entstanden sein, weil es die Vertreter der internationalen Wissenschaft leid sind, sich den andauernden Scheinargumenten und größtenteils abstrusen Nachweisversuchen des CIRT mit ebensolcher Ausdauer entgegenzusetzen. Zudem haben die Mitglieder des CIRT einen erheblichen öffentlichen und politischen Druck aufgebaut, um ihre Ideen zu vermarkten. Umso mehr ist es uns ein Anliegen, dem Eindruck entgegenzutreten, dass die Theorie des „Chiemgau-Events" auf einer wissenschaftlichen Basis beruhe oder einer wissenschaftlichen Überprüfung standhielte.
Das CIRT vertritt die Auffassung, dass der Einschlag eines extraterrestrischen Körpers irgendwann in der Zeit von 2200 bis 800 v. Chr. ein Kraterstreufeld mit etwa 100 Kratern im Raum zwischen Altötting und Rosenheim verursacht haben soll. Die von CIRT angeführten Belege konnten von unabhängigen Wissenschaftlern aller betroffenen Fachbereiche bisher in keinem Fall bestätigt werden. In vielen Fällen handelt es sich bei den „Belegen" um reine Behauptungen, die nicht überprüft werden können, unter anderem weil die Lage der Fundorte des Probenmaterials von CIRT nicht genannt werden. Deutsche Fachleute wurden von CIRT zu Beginn des Impakt-Hypes noch mit Probenmaterial bedacht. Nachdem die Fachleute in dem vorgelegten Material keine Impaktspuren identifizieren konnten, ist dies nicht mehr der Fall. Ebenso problematisch ist es, dass CIRT im Internet und selbst auf öffentlich aufgestellten Tafeln in aggressiver und scheinsachlicher Weise gegen Kritiker anschreibt, anstatt den Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit Genüge zu tun und die Materialvorlage für die Behauptungen des CIRT für jedermann zugänglich zu machen. Nachdem in den Medien regelmäßig gemeldet wird, dass der CI nun doch bewiesen und international anerkannt sei, darf gefragt werden, wo die Beweise liegen und wie man sie unter die Lupe nehmen kann. Es scheint so zu sein, dass CIRT gar nicht daran interessiert ist, den angeblichen Chiemgau-Impakt wissenschaftlich zu beweisen. Offenbar reicht es CIRT völlig aus, mit den Versprechungen einer großen Sensation und den regelmäßigen Medienattacken gegen Kritiker die ungeteilte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gewinnen. Ungeachtet der allgemeinen Kritik aus der Impaktforschung unterstellt das CIRT mehr denn je den vermeintlichen Einschlag eines Kometen oder Asteroiden im Chiemgau und bewirbt diesen massiv in der Öffentlichkeit. Man kann jedoch Wissenschaft nicht per demokratischer Volksabstimmung machen. CIRT macht genau das - die Medien nutzend wird die Volksabstimmung durch Medienberichte ersetzt. Dabei erzeugt CIRT in demagogischer Manier eine Gefühlswolke, die einem ganz ungreifbar und wolkig vermittelt, dass da (angeblich) eine Mehrheit hinter der CI-Idee steht.
Bereits 2006 veröffentlichte eine Gruppe von über 20 international führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Impaktforschung unter Führung des Museums für Naturkunde in Berlin eine Erklärung, welche die Theorie eines CI eindeutig zurückwies. Die Forschergruppe erklärte, dass keines der Kriterien zum Nachweis eines Meteoriteneinschlags erfüllt ist. Dem ist bis heute nichts hinzuzufügen. Trotz der fehlenden Beweislage werden die Mitglieder des CIRT nicht müde, ihre Argumente in fragwürdigen Journalen ohne Gutachter-System (Ernstson et al., 2010, Journal of Siberian Federal University. Engineering & Technologies; Rappenglück et al. (2009), Astronomical Society of the Pacific, ebenfalls nicht vorab begutachtet), populärwissenschaftlichen Medien und lokalen Tageszeitungen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Herr Ernstson schrieb 2007 in dem deutschen geowissenschaftlichen Nachrichtenmedium GMit (Nr. 27), dass er den sogenannten Chiemgau-Impakt im international hervorragenden Journal „Science" veröffentlichen würde - diesen Coup ist er uns schuldig geblieben - wie auch irgendeine andere wissenschaftlich begutachtete Publikation. An dieser Stelle sämtliche Ungereimtheiten, Scheinargumente und Fehlinterpretationen, mit denen das CIRT aufwartet, aufzuführen, würde jeden Rahmen sprengen. Die Nachweisbarkeit eines Impaktereignisses ist zudem wesentlich komplexer, als die Mitglieder des CIRT das der Öffentlichkeit darstellen möchten. Sollte CIRT ein tatsächliches Interesse an einer Untersuchung ihrer Befunde haben, sollten sie ihre Gesteinsproben mit angeblichen Schockeffekten anerkannten Impaktforschern zur Untersuchung vorlegen.
Anlass zur Besorgnis gibt der Umstand, dass die lokale Politik den CI als Vermarktungschance gewittert hat und damit der tatsächliche Ursprung des Tüttensees (und weiterer als Einschlagskrater fehlinterpretierte Seen in Oberbayern) offenbar unwichtig ist. Vom Standpunkt des Tourismusmanagers aus ist ein Impaktkraterfeld sicherlich leichter zu vermarkten, als eiszeitlich geschaffene Geländevertiefungen. Letzteres ist jedoch die Realität, was das Bayerische Landesamt für Umwelt, Abteilung Geologie (LfU), kürzlich mitels absoluter Datierungen zweifelsfrei nachgewiesen hat. Ablagerungen im Tüttensee haben demnach ein absolutes Alter, das der letzten Eiszeit in Süddeutschland entspricht und nicht dem wesentlich jüngeren Alter des behaupteten CI. Erwartungsgemäß sind auch diese harten Fakten vom CIRT nicht anerkannt worden. Auf der Homepage des CIRT werden die bekannten abstrusen Gegenerklärungen formuliert und die Kollegen des LfU wie gewohnt verhöhnt. Der Eifer des CIRT würde keinen großen Schaden anrichten, das Engagement „pro Chiemgau-Event" der Politik dagegen ist gefährlich. Die Öffentlichkeit, die sich auf das Urteil ihrer Volksvertreter verlassen muss, wird getäuscht. Steuergelder werden für ein Projekt verschwendet, das bestenfalls auf Fehlinterpretationen beruht und über kurz oder lang entlarvt werden wird.
Der Nachweis neuer Meteoritenkrater auf der Erde ist der Gemeinde der Impaktforscher äußerst willkommen, da jede neue Impaktstruktur gleichzeitig neue Einblicke in das irdische Einschlagsgeschehen gibt. Beispielsweise wurde im Jahre 2008 ein bislang unbekannter Einschlagskrater in der Steinwüste Jordaniens entdeckt, der in Größe und Form dem Steinheimer Becken in Süddeutschland ähnlich ist. Bei dieser Struktur wurden die geforderten Kriterien für den Nachweis eines Impakts durch ein jordanisch-deutsches Forscherteam erbracht und 2009 wurde in Jordanien eine internationale Tagung organisiert, bei der sich die versammelten Wissenschaftler aus allen fünf Kontinenten vor Ort überzeugen konnten; diese Struktur ist seither international als Impaktkrater anerkannt. Es gibt also keinen Grund, den CI nicht als solchen anzuerkennen, außer dem, dass es keinen einzigen Beweis oder auch nur schlüssige Argumente dafür gibt.
Unterzeichner:
PD Dr. Elmar Buchner, Institut für Planetologie, Universität Stuttgart, ab 01.07.2011 Leiter des Rieskrater-Museums Nördlingen
Dr. Ulrich Blaess, Institut für Geowissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Robert Darga, Leiter des Naturkundemuseums Siegsdorf
Prof. Dr. Karl Thomas Fehr, Department für Geo- & Umweltwissenschaften, Sektion Mineralogie, Petrologie & Geochemie, LMU München
PD Dr. Stefan Götz, Institut für Geowissenschaften, Universität Heidelberg und Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dr. Kurt Heißig, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, München
Dr. Rupert Hochleitner, Hauptkonservator, Stellvertretender Direktor Mineralogische Staatssammlung München
PD Dr. Lutz Hecht, Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut an der Humboldt-Universität Berlin
Dr. Robert Huber, Marum, Zentrum für marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
Prof. Dr. Christian Köberl, Head of the Department of Lithospheric Research University of Vienna and Director General, Natural History Museum Vienna
Prof. Dr. Wolf-Uwe Reimold, Museum für Naturkunde - Leiter des Leibniz-Instituts an der Humboldt-Universität Berlin
Dr. Martin Rundkvist, Department of History and Archaeology, University of Chester
Dr. Martin Schmieder, Institut für Planetologie, Universität Stuttgart
Prof. em. Dieter Stöffler, Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut an der Humboldt-Universität Berlin
Prof. Dr. Mario Trieloff, Institut für Geowissenschaften, Universität Heidelberg
Dr. Kai Wünnemann, Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut an der Humboldt-Universität Berlin
Autor: Florian Freistetter· 40 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (40)
Falls der Troll auftaucht, der sich als Robert Huber (mit Nickname "huberrop") ausgibt, einfach ignorieren! Ich bin erst am Abend wieder online - spätestens dann fliegen all diese Kommentare wieder raus.
Hallo Florian,
muss zugeben, bis vor kurzem habe ich auch geglaubt, dass es ein Impaktkrater ist/war. Klingt aber auch allzu verlockend, ein Impaktkrater, besser als "nur" die Eiszeit als Verursacher zu nennen.
Also kurz gesagt, es gab nie einen Impakt oder?
Danke fuer die Aufklaerung. Das war mir neu.
Tourismuswerbung scheint das bevorzugtes Motiv
fuer solche "Wissenschaft" zu sein, siehe
Ufolandungen, Kornkreise.
Aaahhh. DAS klingt doch schon wesentlich besser:
In der mittlerweile geschlossenen Kommentarsektion des ersten Chiemgau-Artikels hatte gestern jemand den Offenen Brief gepostet und offenbar ein paar .... öhm ... Verschönerungen vorgenommen. Da hieß es "... eindeutig bewies." Dummerweise ging der Text weiter mit "Die Pamphletgruppe erklärte, dass keines der Kriterien zum Nachweis eines Meteoriteneinschlags erfüllt ist. Dem ist bis heute nichts hinzuzufügen."Tja ... sinndrehendes Textfälschen will auch gelernt sein.
Unglaublich, dass es das CIRT und ihre abstrusen Behauptungen immer noch gibt... Ich hatte gehofft, dieser irrsinnige Hype sei dann irgendwann vorbei. Gute Sache, der offene Brief. Vielleicht hilft das den Medien, künftig zu entscheiden, welchen "Experten" sie glauben schenken sollen.
Impaktkrater und Tourismus - da tun sich ja ganz neue Geldquellen auf. Dass ich darauf noch nicht gekommen bin! Ich erkläre hiermit feierlich den Titisee zum Impaktkratersee - meine höchstwissenschaftliche Arbeit dazu werde ich im angesehenen "Mongolian Journal of the Free Univeritys Gagististanian" veröffentlichen. Titisee klingt nicht nur wie Tüttensee, sondern hat noch diesen anzüglichen verkaufsfördernden Namen. Dann mach ich da ein Kiosk auf und verkaufe den Impakttouristen Kaffee, Kirschtorte und meine allgemeinverständliche Schrift: "Der große Bumms im Schwarzwald - Der Titisee und seine kosmische Botschaft".
Dann werde ich reich wie Gunter Sachs, bekomme Alzheimer, schieße mir in den Kopf und lasse mich dafür vom ewigen Kardinal Meisner verhöhnen http://diesseits.de/gedanken-zur-geistig-humanistischen-orientierung
(Aber das ist ein ganz anderes Thema)
An der Theorie muss wohl etwas dran sein, wenn sie die Herren Professoren und Doktoren zu offenen Briefen motiviert. Wem nützt die Ablehnung der Theorie vom Chiemgau-Einschlag? Was haben die Unterzeichner des offenen Briefes zu verbergen? Und wieso gilt die vehemente Verteidigung der eigenen Thesen - Voraussetzung für den Erwerb eines Doktorgrades und damit der Eintrittskarte in die Kreise der Wissenschaft - auf einmal als unanständig, wenn es der andere tut?
ich habe mich damit bisher noch gar nicht befasst. grundsätzlich neige ich auch nicht dazu, einer solchen liste von unterzeichnern zu widersprechen. ich bfürchte jedoch, dass die angeführten argumente weniger schwer wiegen als solche bilder: http://www.chiemgau-impakt.de/streuellipse.html
Vielleicht müsste man sich mal dazu herablassen der breiten Masse zu erklären, warum die Krater nicht von einem Einschlag stammen können.
Für mich erschließt sich eine Seite wie chiemgauimpakt.de wesentlich leicher als akademisches Gefasel über Beweisführung....
Wer ist denn in diesem Chiemgau Impact Research Teams (CIRT) so alles vertreten? Daß Heimatforscher und Vorgeschichtler sich gerne dafür begeistern lassen, verstehe ich ja, ihnen fehlt auch Ausbildung und Ausrüstung, das zu überprüfen - aber zwei Geologen/Geophysiker sollten doch genug Ahnung haben, um zu wissen, welche Indizien vorhanden sein müssen und daß Geländeformen oder historische Überlieferungen nicht ausreichen.
Erklären sie denn irgendwie, wie das Problem zu umgehen ist, daß die Ablagerungen im See älter sind als der postulierte Impakt? Oder wird das ignoriert?
Wobei dieser Einzelnachweis natürlich nicht einen möglichen Impakt widerlegt, nur eben nicht als Ursache für diesen einen See zulässt.
...bin aus dem Chiemgau,
nach allem was ich gelesen habe ist´s reine Werbung für das Dorf Grabenstätt. Den Leuten und der Gemeinde Grabenstätt ist es vollkommen egal, ob die Sache stimmt!
Die hoffen schlicht und einfach auf den Zustrom irgendwelcher Weltuntergangsphantasten und esoterischen Kelten-Spinnern. Leute, von denen ins Chiemgau durch eine relativ lange und kontinuierliche Esoterikgeschichte sowieso vielzuviel kommen.
Der Chiemgau ist eines der wunderschönsten Flecken in Deutschland, braucht diese Stories gar nicht! Im Grunde wird´s Zeit daß sich die Chiemgauer einmal wehren, ständig von solchen Esos heimgesucht zu werden! Irgendwann denkt doch ganz Deutschland, alle Chiemgauer hätten einen Sprung in der Schüssel!
Cranks sind schlimmer als Astrologen und fast so schlimm wie Sektenführer.
Dass die Geologie Cranks hat, ist irgendwie ulkig. Ich habe die Physik und die Evolutionstheorie immer für die Tummelfelder gehalten.
Aber wenn sich mit einer Crankmeinung in einem sterbenslangweiligen Themenfeld wie der Geologie (lyncht mich doch, ich finds nunmal nicht so irre spannend) Geld machen lässt, dann halt auch da.
ähm ... Seil hätt ich. :D
Hm, ich kannte das CI bisher nur aus der dazugehörigen TerraX-Folge. Es ist schade, dass die Redaktion auf so einen Unsinn hereingefallen ist. An und für sich schätze ich TerraX und die diversen Serienableger.:(
*dankend-verneig*
@DEMWZ: 1. Wenn es denn eine Ellipse wäre, warum eine Streu-Ellipse? Genausogut kann man dadrin eine Gletscherzunge sehen.
2. Die Ellipsenbögen liegen zu weit von den angeblichen Kratern entfernt, als dass sie durch diese dargestellt werden könnten.
@Konspirator: Neinnein! Die alles entscheidende Frage ist, was willst DU mit Deinem Kommentar erreichen? Du bist sicher beteiligt in Weltverschwörungen! Das erkenne ich sofort an Deinem Nick, jaha!
Roland·
20.05.11 · 13:34 Uhr
So wie ich das verstanden haben, werden da Thesen nicht verteidigt, sondern einfach alle Einwände ignoriert. Eine wissenschaftliche Diskussion basiert nicht auf "bäh ich hab aber recht und mich interessiert nicht, daß ich keine Beweise zeigen kann". Und warum sollen Leute, die das in einem offenen Brief klären, auf einmal etwas zu verbergen haben? Logisch folgende Frage: Was hast DU denn zu verbergen, nachdem du dich hier öffentlich äußerst?Ups… Zitat und Gegenfrage beziehen sich natürlich auf "konspirator" und seine irre Argumentation, da müsse was dran sein, wenn Wissenschaftler sich dagegen äußern.
Roland·
20.05.11 · 13:40 Uhr
Ich finde die Anregung mit dem Lynchen - also man sollte den Vorschlag vielleicht dochmal in Erwägung ziehen… Vielleicht in einen Vulkan werfen?@DEMWZ:
Wieso?Wie man bei den Impakt-Rasslern lesen kann (hier, Punkt 10) gibt es die Ansage, die man in deinem Link sehr schön überprüfen kann:
Denn die Streuellipsen in dem von dir geposteten Link sind in der Tat sehr klein verglichen mit der hypothetischen Streuellipse des angeblichen Impakts im Chiemgau. (Das CIRT sagt dazu übrigens nur etwas verklausuliert: "es haben sich bei Aussagen schon Leute geirrt." - Ach waaaas. Das ist die Crank-Qualität der Behauptung: "Galilei wurde ausgelacht und hatte recht. Ich werde auch ausgelacht - also muß ich auch recht haben!")
Ich schrieb dazu in meinem Laien-Verständnis im ersten Beitrag:
(Ja, ich gestehe: ich hab erst vor relativ kurzer Zeit gelernt, daß das Ding "Atmosphäre" heißt.)
@Bullet: Die Ellipse muss schmaler sein, um ein Streufeld darzustellen? Das entkräftet dann meinen 2. Punkt.
@Konspirator: "Was haben die Unterzeichner des offenen Briefes zu verbergen?"
Was SOLLEN sie denn zu verbergen haben? Das Problem um das es hier geht hat nichts mit irgendwelchen Privilegien oder Doktortiteln zu tun. Sondern mit einer Gruppe von Leuten die eine gewisse These aufgestellt hat und dafür 1) keinerlei brauchbare Belege bringen kann und 2) jegliche Kritik und alle Gegenargumente komplett ignoriert.
@Dietmar: nicht unbedingt "schmaler" ... sie sollte nur nicht eine (ich gebe zu: für mich nicht kalkulierbare) Grenzgröße überschreiten. Denn ein einzelner Körper, der mit kosmischer Geschwindigkeit in die Erdat*mosphäre eintritt, kann nicht beliebig große Streuellipsen schlagen. Da gibt es nämlich mehrere limitierende Faktoren:
- Dicke der Lufthülle - je flacher, desto kleiner die Spreizung
- Geschwindigkeit des Projektils ... - je schneller, desto weniger Zeit zum aufplustern
und in gewissem Maße
- der Minimalwinkel, unter dem ein Projektil überhaupt noch die Lufthülle durchschlägt (kommt der Brocken zu flach an, schnipst er wieder weg wie ein Stein auf Wasser) - je flacher, desto ausgedehnter.
Wenn also die größten bekannten Schrotschußlöcher bestenfalls "einige Kilometer" lang und breit sind (was ja vom CIRT nicht bestritten wird!), dann muß man sich fragen, welcher Mechanismus zu einer Vergrößerung der Ellipsenfläche auf das Hundertfache imstande ist. Und mir fällt da nur ein bereits als auseinandergetriebener Haufen Geröll ankommender zerstörter Asteroid ein. Aber auch diese These suchte ich in der CIRT-Argumentation vergebens.
Hier hatte ich schon einmal einen Kommentar dazu geschrieben und auf einfache Bombenkrater hingewiesen. Aber die Idee eines "Impakts" ist gar nicht mal so schlecht. Wer hilft mir, einen "Unterfranken-Impakt" in´s Leben zu rufen? Voraussetzungen: Wille zum Dummverkaufen von Touristen und notorische Ignoranz gegenüber lästigen Fakten...
http://www.chiemgau-impakt.de/images/streu/image012.jpg
Wenn das ein Beweis sein soll, dann gabs beim Ölhafen bei Wien auch einen Einschlag... oder doch nur die Spuren der Bombadierungen aus dem 2. Weltkrieg.
@Wolfgang K: wie soll der "Unterfranken-Impakt" dann genannt werden?
Erwin-Pelzig-fällt-sich-Deich?
Dirk-Nowitzki-Dunking-Impact?
Jaja, man muss Gott für alles danken, auch für einen Unterfranken...
Ist das nicht das Völkchen, das zum Danken extra Stellen hat, die Dankschdellen?
@Breitside
Keine Ahnung, ich bin auch nur "a Zugeraster" (für alle Nichtfanken: "dazugezogener"). Aber neben Blindgänger-Warnschilder mit Impaktkratern gibt´s hier keine weiteren aufregenden Sehenswürdigkeiten....Der offene Brief wurde im Vorfeld natürlich einem Germanisten zur Überarbeitung vorgelegt, damit die Antwort der Doktoren und Professoren möglichst scharf 'rüberkommt.
Hallo,
ich war die Woche mal am Tüttensee, hab diesen ganzen Chiemgau-Impact-Lehrpfad durchfotografiert. (5 Tafeln und eine Schamanenwerbung - der hat sich gleich mit dazugehängt)
Florian Freistetter, falls Sie/Du interesse hast, schick ich das per mail (brauch nur die passende Mailadresse).
Mich würde ein Statement von Profis dazu interessieren.
LG.
@tester: Ja, das interessiert mich: florian AT astrodicticum-simplex PUNKT de
Es ist zu überdenken, ob es überhaupt Meteoritenkrater gibt. Auch die Krater auf dem Mond sind allesamt vulkanischen Ursprungs, das haben die Forscher beweisen können. Da keiner die Meteoriten gesehen hat, muss also auch die Kraterbildung hinterfragt werden. Finde Euren Blog super, weil man da endlich die Wahrheit erfährt.
@diplomskeptiker:
Äh, welche Forscher sollen das gewesen sein? Wo haben sie diese Ergebnisse veröffentlicht? Aua. Und wenn keiner einen Mord gesehen hat, dann ist es auch unmöglich herauszufinden, was die Tatwaffe war - oder was?@Diplomskeptiker: "Auch die Krater auf dem Mond sind allesamt vulkanischen Ursprungs, das haben die Forscher beweisen können. Da keiner die Meteoriten gesehen hat, muss also auch die Kraterbildung hinterfragt werden."
Ich hab schon lustigere Witze gehört...
völliger blödsinn. die krater haben die 7 zwerge gegraben. DAS haben forscher astrein bewiesen.
Die Sache ist doch eigentlich simpel.
Wenn es sich um Impaktkrater handelt, müsste es dort haufenweise Iridium geben. Das detonierte Objekt soll ja angeblich etwa 1 km groß gewesen sein. Dann gibt es jede Menge davon. Und zwar überall dort, wo die kleinen Brocken eingeschlagen sind. Wenn man den Nachweis von Iridium bringen kann, ist es passiert. Wenn nicht, dann nicht.
Da niemand den Nachweis erbringen kann, ist es ein Medienhype von Leuten, die sich dadurch Aufmerksamkeit und eine neue Einnahmequelle erhofften.
Übrigens gab es ganz ähnliche Diskussionen zum Tunguska- Impact. Das ein solches 50m- Objekt bei der Explosionskraft einer Wasserstoffbombe völlig verdampfen könnte, war vielen suspekt (Warum eigentlich?). Da war doch die Theorie einer Methangasexplosion plausibler. Oder gar ein schwarzes Loch (Welcher Idiot kommt auf sowas? Klingt aber gut). Bis irgendwann wieder die abgestürzte Untertasse als einzige logische Erklärung in Frage kam.
....neuer Artikel zum Thema Chiemgau-Impact:
Wird der Tüttensee jetzt zum Schamanen-Zentrum?
http://chiemgauimpaktkompakt.wordpress.com/2011/08/07/wird-der-tuttensee-jetzt-ein-schamanenzentrum/
Wer die Dokos aus dem öffentlich-rechtlichen kennt, weiß was gemeint ist;-)
...nochmal ein neuer Artikel:
Thema Kraftplätze - Chiemgau Impact - Schamanen - Grabenstätt
diesmal von mir;-)
http://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2011/08/08/wie-erkenne-ich-einen-kraftort-und-tuttensee/
der Chiemgau-Impact
Steinfunde ausserhalb des Kraterfeldes legen einen zweiten viel größeren Impakt nahe!
(...oder auch gar keinen?)
http://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2011/09/29/der-grassau-impact/
Hallo
Ich komme aus dem möglicherweise betroffenem Gebiet und mir ist dazu aufgefallen dass es in meiner Gegend sehr viele komische Senken (teilweise von der landwirtschaft bereinigt) gibt , sowie beim Teichumbau kamen sehr viele kleine oberflächennahe Kohlenähnliche Holzstücke zutage ,weiters ist das gesamte Erdreich für mich nicht nachvollziehbar durchmischt und ich weis von einem großen verschütteten alten Baum in einem anderen Teich welcher mit einem großen Bagger nicht zu bewegen war und irgendwie verschüttet worden sein muss. Laut meinem 1+1 Hausverstand müssten sich doch solche komischen Vorkommnisse ja irgendwie Datieren lassen und auch noch irgend welche Auslöserspuren (eine besondere chemische Verbindung wie anscheinend im Honig unserer Gegend oder Brandspuren oder Baumringdatierungen der Grabenstätter Mooreichen )finden lassen!
Grus aus Österreich
"Laut meinem 1+1 Hausverstand müssten sich doch solche komischen Vorkommnisse ja irgendwie Datieren lassen und auch noch irgend welche Auslöserspuren (eine besondere chemische Verbindung wie anscheinend im Honig unserer Gegend oder Brandspuren oder Baumringdatierungen der Grabenstätter Mooreichen )finden lassen!"
Richtig. Wenn ich alles soweit verstanden habe, ist es ja nun so, dass es solche Spuren nicht gibt und ein solches kosmisches Ereignis eben nicht stattfand.
Die von Dir beobachteten Phänomene müssen, soweit da etwas dran ist, eine andere Ursache haben.