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24.05.11 · 08:55 Uhr
Der Himmel, den wir uns selber bauen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 48
Wie sich Religion in ihrer schlimmsten Form auswirken kann, hat man ja leider erst vor kurzem; anläßlich der Weltuntergangsprophezeiungen des Fundamentalisten Harold Camping gesehen. Dabei gäbe es so viel zielführendere Beschäftigungen als in der Bibel nach dem Wort "Gottes" zu suchen und den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem er die Gläubigen in den Himmel holen will. Es gibt zu diesem Thema ein fantastisches Video. Ich habe es schon einmal vorgestellt und damals geschrieben: "wenn ihr dieses Jahr nur ein einziges Video im Internet anseht, dann lasst es dieses hier sein." Das stimmt immer noch - aber wenn ihr noch ein zweites Video ansehen wollt, dann könnt ihr die Version mit deutschen Untertiteln nehmen:
Dieses Video kann man sich gar nicht oft genug ansehen; es ist wirklich wunderschön! Nachdem ich die Originalversion schon so oft gesehen habe, kann ich mittlerweile schlecht beurteilen, inwiefern die deutsche Version die Stimmung des englischen Textes transportiert.
So oder so bin ich auf jeden Fall begeistert von dem Video und dem, was der Autor darin sagt. Neben dem "(...) mein Geist sah so viel mehr" (über das ich damals schon geschrieben habe) ist mein Lieblingszitat aus dem Video dieses hier:
"Es könnte auch noch ein Paradies geben, aber es wird nicht perfekt sein und wir werden es uns selbst bauen müssen (And there might yet be a heaven but it isn't going to be perfect and we're going to have to build it ourselves)"
Wenn wir die Welt so betrachten, dann sind wir ja schon auf einem recht guten Weg. Ich weiß, viele Leute meinen, alles geht den Bach runter, alles wird immer schlimmer und alles steuert auf den großen Kollaps zu. Aber das sind im Wesentlichen die gleichen Leute die auch auf Weltuntergangsgeschrei von Camping & Co reinfallen. Wenn man die Lage objektiv betrachtet, dann ist es noch nie so vielen Menschen so gut gegangen wie heute. Wir leben länger. Wir sterben nicht mehr an Krankheiten, die vor 100 Jahren noch tödlich waren. Mehr Menschen als je zuvor leben in freien Gesellschaften. Das Leben der Menschen wird immer mehr nicht mehr nur durch reine Arbeit von Sonnenauf- bis untergang bestimmt. Usw. Wir sind schon seit langem dabei, eine bessere Welt aufzubauen. Es wird noch lange weitergehen müssen denn es gibt noch viel zu tun und unser "Paradies" wird nie perfekt sein.
Aber von einer Sache bin ich fest überzeugt: Beten wird uns nicht dorthin bringen! Glaube und Aberglaube werden uns nicht dorthin bringen. Wenn wir eine bessere Welt wollen, dann müssen wir versuchen, sie so gut zu verstehen wie möglich. Je mehr wir wissen, desto mehr Möglichkeiten haben wir!
Autor: Florian Freistetter· 48 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (48)
Ein schöner Artikel, vielen Dank.
Aber Vorsicht mit dem Glauben: "Von einer Sache fest überzeugt sein" ist nichts anderes als "etwas glauben". Und dann liest sich der letzte Satz so: "Aber an eine Sache glaube ich fest: ... Glaube und Aberglaube werden uns nicht dorthin bringen." Wenn mir mal jemand sagen könnte, wie man diesen Wiederspruch auflösen kann.
@Florian
aaaaaha, merkste wat? Fische im Neptun? Wissenschaft und Spiritualität nähern sich an?
(konnt ich mir jetzt nicht verkneifen, sorry)
@Dirk Jot: "Wenn mir mal jemand sagen könnte, wie man diesen Wiederspruch auflösen kann. "
An etwas glauben ist ja per se nichts böses. Aber es reicht halt nicht, um die Welt besser zu machen. Dazu muss man wissen. Und daran glaube ich.
...
Florian, danke, danke und nochmals danke für den Link zum Video. Gleich mal den JDownloader angeschmissen :-)
Vll. lässt sich auch nun der getrieben Aufwand zur Kommunikations zwischen dem Papst und den ESA Astronauten verstehen...
@Dirk Jot:
Irgendwelche Grundannahmen muss man treffen. An die kann man nur "glauben".
Zum Beispiel eben, das echtes Wissen eben nur durch wissenschaftliche Methode aufgebaut werden kann. Durch ein Sammeln und interpretieren von nachvollziehbaren Beweisen, welche eine These stützen, oder eben widerlegen. So gut wie das halt dadurch geht.
Sehr gut kommt das hier rüber:
http://www.youtube.com/watch?v=g9x_oa--KAc
@Magio: "Vll. lässt sich auch nun der getrieben Aufwand zur Kommunikations zwischen dem Papst und den ESA Astronauten verstehen... "
Was hat der Papst damit zu tun? Der verkörpert ganz genau das, was die Welt daran hindert, fortzuschreiten und besser zu werden. Warum gerade so ein Typ mit der Raumstation reden muss, verstehen wohl auch nur die PR-Leute des Vatikan und der ESA.
Danke!
Ist eines meiner Lieblingsvideos und ich bin begeistert, dass es jetzt eine Version mit deutschen Untertiteln gibt!
Wissen: ja. Aber es reicht auch schon dafür aktiv zu arbeiten, dass die Welt besser wird, anstatt sich blind auf einen Gott zu verlassen, der schon irgendwie alles richten wird.
Da fällt mir der österreichische Witz ein:
Bischof Kurt Krenn ist in Treibsand gefallen. Er betet zu Gott, dass er ihm helfen möge. Er betet wie wild. Auf einmal kommt die Feuerwehr und will ihn rausholen. Er lehnt ab, denn Gott wird ihm schon helfen. Die Feuerwehr zieht ab, kurz darauf kommt die Polzei und will ihn rausholen. Wieder lehnt er ab, denn sein Glaube ist unerschütterlich: Gott hilft ihm. Polzei geht und es kommen Passanten die ihn rausziehen wollen. Erneut leht er ab, denn Gott hilft ihm schon.
Es kommt, wie es kommen muss, Bischof Krenn versinkt und stirbt. Im Himmel geht er dann ganz entrüstet zu Gott und fragt ihn warum er ihm nicht geholfen hat. Da antwortet Gott: "Was willst du eigentlich? Ich hab dir die Feuerwehr, die Polzei und hilfreiche Passanten geschickt! Wenn du zu blöd bist, ..."
Hallo Florian,
etwas Offtopic, aber schau dir mal Universe Sandbox an.
http://universesandbox.com/
Muss eine Spielwiese sein für dich als Himmelsmechaniker.
Grüße
Matthias
Schöner Beitrag Florian. Das alles nur "immer weiter den Bach runtergeht" ist nur ein typischer Ausdruck deutscher Jammer-Mentalität. Im Jammern sind wir Weltmeister. Objektiv wird tatsächlich vieles (natürlich nicht alles) immer besser.
Ist eure Wissenschaft ein Glaube der Religion ersetzen kann / soll ?
Man könnte und sollte ergänzen: ... und immer weniger Menschen sind (aber-) gläubig, wenigstens bei uns im Westen.
Die Kirchen haben noch (viel zu) großen Einfluss; wir (Wissenschaftler, Aufklärer, ...) haben aber keinen Grund, uns entmutigen zu lassen: Es geht aufwärts, da stimme ich dir sehr gerne zu!
"Science saved my soul" ist auch eins von meinen Lieblingsvideos, dass ich auch immer wieder gerne Freunden zeige, seit ich es (hier übrigens) gefunden habe.
Das Original ist von dem YouTube-User philhellenes, der auch noch so einige andere tolle Videos gemacht hat (siehe den entsprechenden Kanal auf YouTube.
Ein ebenfalls sehr gutes ist mMn dieses hier:
http://www.youtube.com/watch?v=VdRCPjXn1DY&feature=related
Gruß
Flo (keiner der hier schon bekannten^^)
@Nairolf
Ist das jetzt erst gemeint?
Wissenschaft ist KEIN Glaube!
Wissenschaft(Naturwissenschaft) versucht die Welt zu beschreiben.
Entweder die Erde ist eine Scheibe oder sie ist es nicht.
Und das kann man eben Wissenschaftlich ermitteln.
Was ich da glaube ist völlig egal, bzw. macht die Erde auch nicht flacher. ;)
Eure Wissenschaft? Wie schaut denn deine aus? ;)
OMC140
Wenn wir bei youtubevideos sind, kann ich auch den Kanal von Evid3nc3 empfehlen:
http://www.youtube.com/user/Evid3nc3?blend=1&ob=5
Ein ehemaliger Christ der in einer Videoserie seine "Dekonversion" (ist das eigentlich das richtige Wort auf deutsch?) beschreibt. Ist sehr interessant!
Ich zitier jetzt einfach mal Steven Weinberg:
"I think enormous harm is done by religion – not just in the name of religion, but actually by religion."
@ Nairwolf: "Ist eure Wissenschaft..."
Da beginnt schon Dein Denkfehler: Es ist genauso Deine (!) Wissenschaft! Warum? Nun, gehe ich davon aus, Du bist Mitte 30, dann wärst Du ohne den wissenschaftlichen Fortschritt wahrscheinlich schon tot. Mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Geburt gestorben oder im frühen Kindesalter, oder an einer heute harmlosen Schnittverletzung oder einem Bruch.
Aber halt! Nein, Du hast natürlich recht: Der Computer, an dem Du Deinen wohlüberlegten Kommentar geschrieben hast, wurde von Gott persönlich gebaut und Jesus erzeugt den Strom ...
War es Richard Dawkins, der sinngemäß sagte, wir seien "barely evolved apes" mit der Atombombe in den Händen?
In Dürrenmatts "Die Physiker" steht irgendwie, man muss nicht Elektrizität verstehen, um einen Lichtschalter zu betätigen, und nicht Physiker, um die Atombombe zu zünden.
Ich will damit sagen: Leute wie Nairwolf sind nicht nur irgendwie gläubige und harmlose Spinner, sie sind verantwortungslos.
@Dirk Jot:
Ein Wort wie "Glaube" kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Welche Bedeutung ein Mensch benutzt, wenn er versucht einen möglichen Sinn aus Gelesenem oder Gehörtem zu machen hängt viel von seiner Sozialisierung, Bildung, etc ab.
Z.B.:
1. "Ich glaube es wird gleich regnen" = Ich gehe davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es in naher zukunft regnen wird recht hoch ist.
2. "Ich glaube, irgendetwas stimmt nicht zwischen uns" = Ich habe das intuitive Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, aber ich kann es nicht konkreter benennen.
3. "Ich glaube, das Unfallauto war gelb" = Ich denke, dass Unfallauto war gelb. (bin mir aber nicht ganz sicher)
4. Ich glaube an das fliegende Spaghettimonster und daß es alles erschaffen hat. Ramen. = Ich bin dogmatisch davon überzeugt, dass die Existenz des FSM und sein Schöpfungsmythos die WAHRHEIT ist und fühle Irritation und Ärger, wenn jemand mein Dogma "angreift".
So gesehen, gibt es akeinen Widerspruch, wo du einen zu sehen meinst. Gleiches Wort, unterschiedliche Bedeutungen.
Und "von etwas fest überzeugt zu sein, kann bedeuten, dass man es dogmatisch für WAHRHEIT hält oder dass man etwas eine hohe Plausibilität zubilligt....
Sorry, musste mal wieder den Stammtroll rausschmeissen.
Zu pathetisch, das tut der Sache keinen Dienst.
Es gibt ein paar Fakten zur Milchstrasse, zum Universum. Das Gefühl dazu beim Betrachten des Sternenhimmels muss jede und jeder selber entwickeln.
Sonst könnten wir uns ja einmal in der Woche in einem grossen Haus treffen und jemand redet von der Schönheit der Sterne und die anderen lauschen verzückt - bitte nicht!
@Patrik Eschle: "Zu pathetisch, das tut der Sache keinen Dienst."
Geschmäcker sind verschieden.
"Sonst könnten wir uns ja einmal in der Woche in einem grossen Haus treffen und jemand redet von der Schönheit der Sterne und die anderen lauschen verzückt - bitte nicht! "
Ich weiß schon, wie diese Anspielung gemeint ist. Allerdings machst du damit im Prinzio den gleichen Mist den der Autor des Videos auch der Kirche vorwirft: die Gefühle die einen Angesichts der Großartigkeit und Schönheit der Welt als "religiös" zu deklarieren. Das der Vorwurf hier von der humanistischen Seite kommt macht die Sache auch nicht besser. Ich hätte absolut nichts dagegen wenn jede Woche jemand vor begeisterten Publikum über die Schönheit der Sterne und des Universums redet. Was daran irgendwie verwerflich sein soll, erschliesst sich mir nicht im geringsten.
@ Dietmar
Ich fürchte dass Du den Ausdruck verantwortungslos im ähnlichen Sinn verwendest wie früher die Bezeichnung "Wehrkraftzersetzung" verwendet wurde.
Mir auch nicht, und da sind wir in guter Gesellschaft: R. Dawkins beschließt sein Buch "Der entzauberte Regenbogen" mit dem Satz:
"Ein Newton und ein (John) Keates, die einander zuhören, könnten die Sterne singen hören".
Genau das ist es. Die Welt, die uns die Wissenschaft zeigt, ist so groß, dass man von ihr schwärmen kann. Was für lächerliche kleine Dämonen dagegen beschworen werden!
Jetzt habe ich auch mal Lust pathetisch zu sein... wenigstens für diesen Moment :)
Jetzt stellt euch vor es gäbe einen Gott (besonders für Gläubige interessant). Und nach dem Tode steht vor ihm ein Wissenschaftler und ein tief gläubiger Mensch über die Gott richten will. Er schaut dann zu dem Gläubigen... "Ne... du kommst hier nicht rein" dann dreht er sich um zu dem Wissenschaftler und sagt "Du schon". Darauf hin protestiert der tief gläubige, jammert rum und versteht den Himmel nicht mehr... "Gott was habe ich dir angetan... wieso darf der Atheist hier rein und ich als ein tief Gläubiger nicht ???" Gott antwortet "Ja weisst Du... Du hast meine Schöpfung nie zu schätzen gewusst... du hast blind geglaubt was in einem Buch steht welches ich nicht in Auftrag gegeben habe... der Wissenschaftler der neben dir gerade steht hat meine Schöpfung bewundert... er beschäftigte sich damit versuchte es auch zu verstehen. Er liebte es, er war davon überwältigt und versuchte auch andere davon zu begeistern... Du Gläubiger hast dich einen Dreck darum geschert und hast alle davon gewarnt sich damit zu tief zu beschäftigen... damit hast du mich beleidigt"
*tztz ;)
Ich kann jetzt nur von mir reden und nicht für irgendjemand anderen und ich hoffe dass ich Patrick richtig verstanden habe.
Ich denke ich weiß was Patrick meint. Bei mir war es eine Nacht iim Juli in der ich draussen im Gras lag, weitab von jeglicher Lichtverschmutzung. Über mir der Löwe und plötzlich war ich mitten drinn in den Sternen. Ich konnte die Distanzen regelrecht 'fühlen'. Das Gefühl mitten unter ihnen zu schweben war unbeschreiblich.
So hat bei mir die Leidenschaft zur Astronomie angefangen. Das erste mal den Andromedanebel mit freiem Auge zu finden, den Orionnebel das erste mal im Fernrohr zu haben, Ringnebel in der Leier. Das sind Augenblicke, die kann dir keiner beschreiben, das musst jeder mit sich selbst ausmachen. Und das hat nichts mit Religion zu tun. Eher mit der Abentuerlust und Neugier, die auch die Seefahrer gehabt haben müssen, als sie aufs Meer rausgeschaut haben. Was wartet da draussen auf uns?
"Verwerflich" ist sicherlich das falsche Wort. Aber es ist nicht dasselbe wie der eigene Augenschein.
@nihil jie
Schöne Geschichte. Leider wird auch sie nicht die fanatisch Gläubigen zum Umdenken bewegen können.
Hi,
vielleicht ein wenig off-topic, aber in Bezug auf Youtube und Wissenschaft: hier ein nettes Video in der Richtung: "Engineering Paradise" das Begeisterung für die Tätigkeiten von Ingenieuren bzw. Wissenschaftleren vermitteln soll.
http://www.youtube.com/watch?v=Y0DxmthvkKU
Jay
P.S. First Post, aber ich lese hier schon länger gerne mit, guter Blog.
Schöner Artikel, tolles Video. Aber eigentlich leben wir doch schon im Paradies, nur die wenigsten erkennen dies. Wenn wir uns die anderen Planeten des Sonnensystems mal so anschauen und mit der Erde vergleichen... Wenn ich nun andere zur Beobachtung einlade und ihnen davon berichte welche Gedanken mir beim Blick an den Himmel und durchs Teleskop kommen oder was ich in dem Moment empfinde, das soll verwerflich sein und etwas mit Religion zu tun haben? Das kann ich nicht nachvollziehen.
@Kallewirsch
War ja eigentlich auch nicht meine Absicht, aber ich vertrete gerne mal so testweise kontroverse Positionen ;) Und die Geschichte habe ich an einen Witz angelehnt den mir mein Onkel erzählt hat der selbst katholischer Priester ist. In dem Witz ging es um einen Priester und einem Taxifahrer, die gemeinsam vor Petrus und den Toren des Himmels stehen. Da sagt Petrus zur dem Taxifahrer "Du darfst hier rein" und zu dem Priester "Du nicht". Dann kommt da Gezeter seitens des Priesters. Darauf Petrus "Ja siehst du Priester... das ist nämlich so... als du gepredigt hast haben alle geschlafen, und als er gefahren ist haben alle gebetet" ;)
Also ich habe es mir eben noch mal 2 mal angeschaut. Ein mal nur englisch zugehört... was aber mit meinen eher schlechten Sprachkenntnissen etwas schwierig war, und ein mal noch explizit den deutschen Text gelesen. Ich finde es nicht unbedingt pathetisch... bisschen vielleicht aber das ist in Ordnung. Viel Poesie steckt drin... und die Wahl der Worte gefällt mir auch sehr.
Hmmmm.... danke für das schöne Video ... hab immer noch Gänsehaut, und mir kamen ein bisschen die Tränen, wo ich es gesehen hab. :-)
schönes vid.... da habe ich doch direkt auch mal ne frage: wieviele von den ~6000 "sternen" die wir mit bloßem auge am himmel sehen können, sind denn überhaupt einzelne sterne und wie viele sind eigentlich kugelsternhaufen/galaxien/oä?
@typ: Bis auf Merkus, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, und Mond sind alle Objekte die man am Nachthimmel sieht, Sterne innerhalb unsere Galaxie. Wer ganz viel Glück und gute Augen hat, kann eventuell den verwaschenen Fleck der Andromedagalaxie sehen - das kann man aber sicher nicht mit Sternen verwechseln. Auf der Südhalbkugel gibts noch die beiden magellanschen Wolken (ebenfalls Galaxien) und natürlich überall die Milchstrasse. Aber alles was wie ein Stern am Himmel aussieht, ist im Normalfall auch ein Stern.
@Florian
Übrigens, weil du einmal gefragt hast, wer dieses super Video gemacht hat. Er war das:
http://www.youtube.com/watch?v=xBljfVy3gLA&feature=related
Aber das weißt du bestimmt schon...
Volle Zustimmung!
Was ist denn Beten? Beten ist der Glaube, durch Nichtstun etwas ändern zukönnen.
@florian freistetter
besten dank!
@ Hatlopicker: "@ Dietmar
Ich fürchte dass Du den Ausdruck verantwortungslos im ähnlichen Sinn verwendest wie früher die Bezeichnung "Wehrkraftzersetzung" verwendet wurde."
Das halte ich für einen sehr dummen und ausgesprochen plumpen Provokationsversuch und damit für eine sachliche Auseinandersetzung nicht geeignet. Ich wäre sehr leicht in der Lage, Dir auch gerne anschaulich zu erklären, wie ich den Begriff der Verantwortungslosigkeit verwende, weil Du das aufgrund der bereits gegebenen Erklärung noch nicht zu verstehen in der Lage warst, aber ich habe den deutlichen Eindruck, dass es Dir nicht darum geht, meinen Standpunkt nachzuvollziehen.
Oder kurz gesagt: Ich habe an Trollfütterungen kein großes Vergnügen.
Es gibt ja tolle Berichte von Sichtungen mit freiem Auge, die so ungefähr bis 7,5m gehen, da gehören dann schon Objekte wie M 81 und M 82, also zwei Galaxien dazu. Ich habe das auch unter Super-Bedingungen noch nie geschafft. Aber dafür gibt es am Südhimmel durchaus noch zwei Objekte, die fürs freie Auge leichte Beute sind: die Kugelsternhaufen 47 Tuc und Omega Centauri.
Nur so.
WTF?!?! "Dieses Video enthält Content von Sony ATV Publishing. Es darf auf bestimmten Websites nicht wiedergegeben werden." Und dann soll ich's bei yt ansehen. Was? Warum? (Geht das nur mir so? Ist das womöglich ISP-Abhängig?)
Auf "bestimmten Websites", z.B. auf sciblogs? Wer doch eher bei fundamentalreligiösen Vereinen? Halloooooo? Mannmannmann, Contentmafiazensurar********** Naja, das Video ist jedenfalls feiner Spaß. Der Ausschnitt unten rechts bei 12:47 ist übrigens aus "Network", großartiger Film über die Religion des 20sten Jahrhunders: TV.
"War es Richard Dawkins, der sinngemäß sagte, wir seien "barely evolved apes" mit der Atombombe in den Händen?"
Gerade fiel es mir ein: Es war Carl Sagan, die "barely evolved apes" stammen aber wohl von Christopher Hitchens.
@ Florian: "An etwas glauben ist ja per se nichts böses. Aber es reicht halt nicht, um die Welt besser zu machen. Dazu muss man wissen. Und daran glaube ich." Einverstanden, auf nichts anderes wollte ich hinweisen.
@Gerhard: "Ein Wort wie "Glaube" kann unterschiedliche Bedeutungen haben": Aha, ja, danke. Und hier habe ich "ich bin davon überzeugt" eben als "glauben" übersetzt, und zwar nicht im Sinne von "ich glaube, es wird bald regnen", sondern "mir fehlt die empirische Grundlage, deshalb mache ich das zu meiner Überzeugung".
@Günther: "Was ist denn Beten? Beten ist der Glaube, durch Nichtstun etwas ändern zukönnen." Nicht dass ich ein Beter wäre, aber es gibt, scheint mir, auch eine Art "Umwegaktivität des Betens": Menschen, die beten, glauben an etwas, zu dem sie beten können. Sie haben von "etwas" häufig einen moralischen Kompass bezogen, an dem sie sich orientieren können. Die Richtigkeit des Kompasses kann man natürlich in Zweifel ziehen, aber ein Betender wird versuchen, sich an diesem Kompass, an dessen moralische Richtigkeit er glaubt (von der er, eben, überzeugt ist), zu orientieren und entsprechend zu handeln. Somit kann Beten bedeuten: Ich verlasse mich blind darauf, dass "etwas" es schon richtet (siehe den Bischof Krenn weiter oben), es kann aber natürlich auch bedeuten: Ich beziehe die Selbstvergewisserung, dass mein moralischer Kompass stimmt, aus dem Beten, damit ich selbst etwas tun und die Welt inm Sinne meines Kompasses ändern kann.
Und woher beziehen wir Nicht-Beter dann den Kompass, "die Welt besser zu machen"? Aus der wissenschaftlichen Beschreibung der Welt (dann ist's eh egal, ob dieses Universum nun in in ein paar Mrd. Jahren zusammenfällt oder ob wir das in unserem Teil schon vorher schaffen)? Aus der Erkenntnis, dass es evolutionär vorteilhaft ist, sich in einer bestimmten Form zu verhalten (das wäre nun nicht vernünftig, sondern einfach unserer Genetik geschuldet)? So, dass wir uns wohlfühlen (was dann mit Vernunft nur noch am Rande zu tun hat)? Nach unserer Sozialisiation(die vermutlich häufig religiös begründet war, weil unsere Eltern, Erzieher, Lehrer ihren Kompass ja auch iorgendwoher bekommen haben müssen)?
Was also ist "besser" (Ist es: Mehr über, von uns wegen unserer genetischen Disposition als "wunderschön" empfundene, Sterne zu wissen? Oder andere Menschen vom Verhungern zu retten?)? Und woher wissen wir das? Auch wir vermeintlich Nichtgläubige glauben natürlich an etwas, nämlich z.B. an unseren moralischen Kompass. Vieles dessen, was und woran wir glauben, können wir ebenso wenig begründen wie ein Betender, der an das "Geheimnis des Glaubens" glaubt.
Und das, finde ich, ist ein Widerspruch: Einerseits den Glauben (des Betenden) abzulehnen, andererseits aber den eigenen Glauben akzeptieren zu müssen, ohne begründen zu können, warum er richtig ist. Oder?
Der Artikel gefällt mir gut.
Noch eine Anmerkung zu:
"Dabei gäbe es so viel zielführendere Beschäftigungen als in der Bibel nach dem Wort "Gottes" zu suchen und den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem er die Gläubigen in den Himmel holen will. "
In der Bibel nach dem Wort Gottes zu suchen, halte ich für sinnvoll. Das Lesen in der Bibel hat mir sehr geholfen, von einem zynischen Weltbild zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es wirklich sinnvoll ist, die Ärmel hochzukremplen und an einer Welt mitzubauen, in der die Menschen ein menschenwürdigeres Leben führen können - scheint mir heutzutage noch schwieriger zu erreichen, als je zuvor. Da gibt es noch viel zu tun.
Was ich in der Bibel jedoch - glücklicherweise - nicht gefunden habe, ist ein festgelegter Zeitpunkt, zu dem "Gott die Gläubigen in den Himmel holen will".
Was mir immer wieder auffällt ist, dass in Aussagen, die über die Bibel gemacht werden, populäres Denken über die Bibel zu einem grausigen Mischmasch gemixt wird. Ich empfehle, sich hier einmal mit Aussagen von Bibelwissenschaftlern zu beschäftigen, die in der Regel sehr nüchtern, gegenwartszugewandt und vernünftig sind.
Wenn in der Öffentlichkeit über den Inhalt der Bibel geredet wird - so habe ich den Eindruck - dann häufig in unkritischen Vorstellungen, die noch in meiner Jugendzeit üblich waren (und die in manchen Sekten und bei Fundamentalisten noch gang und gäbe sind.)
Seither hat sich bei der seriösen Bibelauslegung Vieles weiterentwickelt.
Ich bin kein Papstfan, möchte aber noch anmerken, dass die vatikanische Sternwarte regelmäßig naturwissenschaftliche Symposien veranstaltet.
@W.Knies: ". Ich bin kein Papstfan, möchte aber noch anmerken, dass die vatikanische Sternwarte regelmäßig naturwissenschaftliche Symposien veranstaltet. "
Das ist richtig - aber es macht die Geschichten in der Bibel trotzdem nicht zum Wort "Gottes". Es ist schön für sie, dass sie der Bibel so viel positives abgewinnen konnten. Ich habe sie auch gelesen - aber dort wo sie nicht langweilig, hetzerisch oder grauenhaft war, konnte ich ihr nicht viel abgewinnen. Um zu verstehen, dass es erstrebenswert ist dafür zu sorgen das Menschen ein menschenwürdiges Leben leben können brauche ich keine Befehle von einem "Gott".
Sehr geehrter Herr Freistetter,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich freue mich über den Dialog.
Für mich ist die Bibel weder ein Geschichtsbuch noch das diktierte Wort Gottes.
Ich halte sie für ein Buch, in dem stark verdichtetete Lebenserfahrungen von Menschen gesammelt wurden, die an einen Gott glauben, der sich für sie interessiert und die ihr Leben zu diesem Gott in Beziehung gesetzt haben. Die Texte in der Bibel sind durch einfaches Durchlesen nur schwer zu verstehen. Eine gute Hilfe dazu ist es, den damaligen gesellschaftlichen, politischen und historischen Hintergrund anzuschauen (aufgrund archäologischer Erkenntnisse), in dem die Texte entstanden sind und aus welchem Kontext heraus sie für damalige Menschen in der jeweiligen Situation wichtig waren.
Langweilig? Das Revolutionäre am Neuen Testament ist doch, dass hier Herrschaftsvorstellungen umgekehrt werden (z. B. Markus 10,42+43), dass nicht Mächtige sondern ganz "normale" Menschen sowie Ausgegrenzte, Minderheiten, Frauen, Kinder und Kranke in den Mittelpunkt gestellt werden. Und - können wir sagen, dass sich da viel geändert hat? Schauen Sie sich um! Schon in biblischen Zeiten war's nicht anders wie heute. Da werden keine idealen Verhältnisse dargestellt, sondern da wird abgebildet, wozu Menschen fähig sind - in allen Schattierungen.
Was herrschsüchtige Männer an der Kirchenspitze und machtgierige Herrscher sowie korrupte Menschen aus der Idee einer neuen Gerechtigkeit, eines wohlwollenden Miteinanders, gemacht haben und für welche furchtbaren Ausschreitungen die Bibel im Laufe der Jahrtausende herangezogen wurde (und wird), ist haarsträubend.
Na ja - Menschen, die Macht missbrauchen, finden immer eine Legitimation dafür (was halt gerade gut ankommt). Siehe Afghanistan und Irak. Siehe globale Konzernpolitik. Siehe Umgang mit Arbeitnehmern weltweit. Siehe Umgang der reichen Länder mit den früher so genannten "Dritte-Welt-Ländern", siehe Umweltpolitik usw. Sie kennen die Argumente, die in den Medien gebetsmühlenartig wiederholt werden.
Danke für dieses Video, ich kann nur sagen danke.
Nicht nur das es meine absolute Lieblingsnummer enthält (Surface of the sun, von John Murphy) es zeigt mir auch, dass ich nach langen überlegen wirklich auf der Hauptuni Wien anfangen werde Astronomie zu studieren.