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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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26.04.11 · 11:20 Uhr

Ein grüner Blitz vom Mond

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 19

Wenn die Sonne untergeht, gibt es einen grünen Blitz. Das klingt mysteriös. Aber dieses Phänomen gibt es nicht nur bei "Fluch der Karibik" oder bei Jules Verne. Es ist tatsächlich real und kann beobachtet werden.

Wenn die Sonne nach Sonnenuntergang hinter dem Horizont verschwindet (oder kurz vor dem Aufgang dort gerade erscheint) kann man - vorausgesetzt die Bedingungen sind gut - wirklich ein kurzes grünes Leuchten wahrnehmen. Die exakte physikalische Erklärung ist ein wenig knifflig. Ein wichtiger Faktor dabei ist die wellenlängenabhängige Brechung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre. Die Sonne schickt uns ja weißes Licht das aus einer Mischung aller Farben besteht. So wie in einem Prisma werden diese Farben unterschiedlich stark gebrochen. Blau stärker als grün; grün stärker als gelb/rot. Nahe am Horizont ist die Brechung am stärksten und wenn das letzte Stückchen Sonne gerade untergeht, dann können wir diese unterschiedlichen Farben sehen. Der gelbe/rote Rand der Sonne geht zuerst unter. Danach kommt der grüne und der blaue Teil der Sonne. Das blaue Licht wird in der Atmosphäre der allerdings sehr stark gestreut so daß nur der grüne Teil übrig bleibt. Hier in diesem Bild der untergehenden Sonne in San Francisco kann man sehr schön sehen, wie der obere Rand der Sonne grün erscheint; der untere dagegen gelb/rot.

Green_rim_of_the_setting_sun.jpg

Bild: Mila Zinkova, CC-BY-SA 3.0)

Die Lichtbrechung ist allerdings nur ein Aspekt beim Zustandekommen des grünen Blitzes. Auch Luftspiegelungen spielen eine wichtige Rolle. Am bekanntesten sind sie in ihrer Form der "Fata Morgana". Unterschiedlich warme Luftschichten erzeugen mehrer Bilder eines Objekts die dann nicht mehr dort zu sehen sind, wo man sie normalerweise erwarten würde. Im Sommer kann man oft sehen wie sich auf einer heissen Strasse mit aufgeheizter Luftschicht unter der kühleren Luft darüber Spiegelungen bilden. So etwas kann natürlich auch bei der Sonne passieren; man sieht dann mehrere deformierte Bilder der Sonne übereinander.

GreenFlash.jpg

Bild: Mila Zinkova, CC-BY-SA 3.0)

Solche Luftspiegelungen verstärken den grünen Blitz und machen ihn sichtbar. Aber die Sonne ist in der Hinsicht nichts spezielles. Das ganze funktioniert bei jeder Lichtquelle die sich außerhalb der Erdatmosphäre befindet. Nur ist der grüne Blitz dort wesentlich schwieriger zu beobachten weil die meisten dieser Lichtquellen (z.B. Planeten) sehr klein sind. Gerhard Hüdepoh, ein Techniker bei der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile und Fotograf hat es nun geschafft, einen solchen grünen Blitz des Mondes zu fotografieren:

moonflash.jpg

Bild: ESO/G.Hüdepohl (atacamaphoto.com)

Sehr cool! Ich selbst hab ja sowas noch nie gesehen. Aber ich bin ja auch leider selten am Meer oder in der Wüste oder sonst in einer Gegend in der man diese grünen Blitze leicht sehen kann. Wer mehr wissen will oder selbst auf die Jagd nach einem grünen Blitz gehen möchte, dem kann ich diese Seite von Andrew Young empfehlen auf der äußerst detailliert alle Informationen dazu zusammengefasst werden. Dass man sich allerdings in Liebesangelegenheiten nie mehr irren wird, wenn man einmal einen grünen Blitz gesehen hat, stimmt nicht - das hat sich Jules Verne in seinem oben erwähnte Roman "Le Rayon Vert" nur ausgedacht...


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Autor: Florian Freistetter· 19 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (19)

Kommentar-Direktlink Marek· 26.04.11 · 11:41 Uhr

Da sieht man sie wieder die verbohrte Einstellung der sogenannten "Wissenschaftler". Es handelt sich bei diesem grünen Blitz um ein kurzes "Sichtbarwerden" unserer marsianischen Nachbarn, deren ständige Aufklärer genau vor der Sonne schweben um nicht von uns entdeckt zu werden. Aufgrund der speziellen chakrischen Energieverschiebung bei Millionen von Menschen zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs versagt ihr Lichtbrechungsschild für wenige Sekunden und gibt uns den Blick auf sie frei.
Ich geh jetzt mal weiter meine Chakren massieren ;-)

Kommentar-Direktlink Bettina· 26.04.11 · 11:48 Uhr

Danke für diesen Bericht. Ich kannte dieses Phänomen noch gar nicht.

Kommentar-Direktlink cydonia· 26.04.11 · 11:58 Uhr

Apropos....wieso dachte man eigentlich, dass Marsmenschen grün seien?
Ansonsten danke für die gute Beschreibung des Phänomens. Ich kann mich übrigens erinnern, dass in meinem Kinderzimmer je nach Sonnenstand ein extrem heller grünblauer Schimmer zwischen den Rolladenleisten erschien....hatte es vergessen, denke aber gerade darüber nach, ob es was mit dem beschriebenen Phänomen zu tun haben könnte.

Kommentar-Direktlink green lantern· 26.04.11 · 12:17 Uhr

Ich habe den grünen Blitz selbst schon gesehen. Es war vor ein paar Jahren an Bord des deutschen Forschungssschiffes "FS Sonne", SW-Pazifik, etwa östlich vor Neuseeland. Ein herrlicher Sonnentag ging zu Ende, das Meer war ganz ruhig (Windstille, das ist wichtig) und die tiefrot-orange Sonne (nein, nicht das Schiff) verschwand langsam hinter dem Horizont. Zum Schluss war nur noch ein ganz dünner Streifen zu sehen, der dann auch verschwand. Nach etwa 2-3 Sekunden leuchtete dann kurz und punktförmig der grüne Blitz auf, ich denke, kürzer als eine Sekunde. Es war als ob man eine grüne Leuchtidiode kurz anschaltet. Vor dem Hintergrund des tiefblauen Himmels einfach genial, ein perfekter Moment.

Erst am Tag zuvor hatte der Steuermann mir davon erzählt, ich kannte das Phänomen bis dato auch nicht.

Kommentar-Direktlink Ex-Esoteriker· 26.04.11 · 12:32 Uhr

Ich habe von dem Phänomen oft gehört/gelesen, aber bisher noch nie so richtig verstanden. Aber wie immer, ein sehr schöner und vor allem leicht verständlicher Artikel, Danke Florian.

@ Marek

Es handelt sich bei diesem grünen Blitz um ein kurzes "Sichtbarwerden" unserer marsianischen Nachbarn, deren ständige Aufklärer genau vor der Sonne schweben um nicht von uns entdeckt zu werden

Jetzt hast du´s geschafft, DIE zu veraten, SIE werden eines Nachts zu dir kommen, um dich dafür für immer verschwinden zu lassen. :-)

Kommentar-Direktlink isa· 26.04.11 · 12:48 Uhr

cool! ich werde mal versuchen, den grünen blitz zu beobachten. muss mich allerdings beeilen, schon bald geht die sonne hier nicht mehr unter. und im winter ist es einfach definitiv zu kalt, darauf zu warten...
obwohl, für die aurora borealis muss ich auch draussen stehen und mir den hintern abfrieren...

Kommentar-Direktlink Alderamin· 26.04.11 · 16:02 Uhr

Hab' den grünen Blitz (so kurz isser gar nicht) vor Jahren mal bei Sonnenuntergang in Holland am Meer gesehen. Und: man konnte ihn verlängern, indem man dann gleichzeitig rückwärts die Treppe am Deich hochging, das verzögerte den Untergang noch um ein paar Sekunden!

Kommentar-Direktlink Ford· 26.04.11 · 16:07 Uhr

Das erinnert mich an "The Nature of Light and Colour in the Open Air". Gutes Buch, dass sich mit diesen alltäglichen Phänomenen befasst (Farbe des Himmels, Reflektionen, besonderes Schattenmuster von Blattwerk etc.)

Kommentar-Direktlink Daniel Fischer· 26.04.11 · 16:46 Uhr

Für einen intensiven Green Flash ist in der Tat eine spezielle Art von Luft"spiegelung" (der deutsche Begriff ist irreführend, da wird nichts gespiegelt, nur gebrochen) erforderlich, um den grünen Strahl zum Beobachter hin zu fokussieren - und das Ganze kündigt sich praktischerweise immer schon lange vorher durch eine sehr spezielle Verformung des Sonnenbildes an, die etruskischer Vasen-Effekt genannt wird. Am Ende dieses Bildberichts von 2009 wird das (mit allerlei Links) erklärt; seither hat es noch mehrmals geklappt: Vasen-Effekt und Green Flash sind praktisch zu 100% gekoppelt.

Kommentar-Direktlink Bernd· 26.04.11 · 19:14 Uhr

»So wie in einem Prisma werden diese Farben unterschiedlich stark gebrochen.[...]grün stärker als rot und rot stärker als gelb«
Ist das so richtig? Gelb liegt doch im Lichtspektrum zwischen rot und grün-

Author Profile Page Florian Freistetter· 26.04.11 · 19:25 Uhr

@Bernd: Ja, das war natürlich ein Fehler! Danke für den Hinweis.

Kommentar-Direktlink Latita· 26.04.11 · 21:14 Uhr

Wir konnten den Effekt letzterdings auf andere Weise beobachten :)
und zwar wird durch die Scheiben am Balkon des Öfteren ein Regenbogen auf die Wand geworfen, der bei Sonnenuntergang langsam zu schwinden beginnt.
Man konnte genau sehen, welche Farben zuerst in den Schatten verschoben wurden: nämlich erst das Rote und dann hin zum Grünen. Jetzt mit der Erklärung deines Artikels, ergibt das alles tieferen Sinn. Cool, vielen Dank :)

Kommentar-Direktlink Unwissend· 26.04.11 · 21:51 Uhr

Werd ich mal jetzt drauf achten
ist mir vorher nicht aufgefallen....

Kommentar-Direktlink Herbert Raab· 28.04.11 · 19:22 Uhr

Hallo Florian,

ich hatte das Glück, bei der letzten Mondfinsternis am 21. Dezember 2010 den Grünen Blitz beim Untergang des teilweise verfinsterten Mondes aufnehmen zu können. Hier gibt's das Bild:

http://home.eduhi.at/member/nature/met/atmoest/bilder2010/20101221raab-grueblitz2.jpg

Grüße, Herbert

Kommentar-Direktlink Herbert Raab· 28.04.11 · 19:23 Uhr

Nachtrag: Hier mit mehr Mond :)

http://home.eduhi.at/member/nature/met/atmoest/bilder2010/20101221raab-grueblitz1.jpg

Kommentar-Direktlink Unwissend· 28.04.11 · 19:26 Uhr

@ Herbert Raab

Schöne Bilder

Kommentar-Direktlink Andy Langzettel· 29.04.11 · 17:02 Uhr

Sehr interessant. Die grünen Blize habe ich bisher nur von der Sonne gekannt. Das man dies auch beim Monuntergang beobachten kann ist sehr erstaunlich! Mfg http://www.teleskopdatenbank.de

Kommentar-Direktlink harry· 01.05.11 · 22:43 Uhr

ich kannte das Phänomen bislang nur aus dem Eric-Rohmer-Film "das grüne Leuchten" - wusste gar nicht, dass es tatsächlich existiert :)

Kommentar-Direktlink Bjoern· 04.05.11 · 21:21 Uhr

Drüben auf Bad Astronomy hat Phil Plait gerade (mal wieder) ein "time lapse"-Video verlinkt, in dem man unter anderem auch den grünen Blitz beim Sonnenuntergang sieht (bei etwa 0:26):

http://blogs.discovermagazine.com/badastronomy/2011/05/04/incredibly-impossibly-beautiful-time-lapse-video/
oder direkt: http://vimeo.com/23205323

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