Blog durchsuchen
Profil

Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

krawummklein.PNG

2012klein.jpg


« vorheriger Beitrag  · nächster Beitrag »

15.02.11 · 12:11 Uhr

Wer besoffen Auto fährt zeigt keine Zivilcourage!

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 127

Vor fast einem Jahr ist die evangelische Bischöfin Margot Käßmann schwer alkoholisiert (1.5 Promille) mit dem Auto gefahren und wurde von der Polizei angehalten. Daraufhin hat sie die entsprechenden Strafen erhalten und ist von ihrem Amt in der Kirche zurückgetreten. Was daran besonders ist? Erstens einmal die Lobeshymnen die daraufhin von Politikern diverser Parteien für sie angestimmt wurden. Und zweitens die Tatsache, dass ihr nun deswegen ein Preis verliehen wird (Nachtrag: der Text hinter diesem Link wurde mittlerweile geändert. Nun wird dort erklärt, dass Käßmann den Preis ablehnt).

Ja, es ist tatsächlich absurd. Die Kulturstiftung Pro Europa verleiht Käßmann den "Europäischen Kulturpreis für Zivilcourage".

Gehts noch?? Ich kann nur wiederholen, was ich damals schon geschrieben habe: Alkolenker verdienen keinen Respekt! Frau Käßmann kann froh sein, dass sie Glück hatte und keinen Menschen umgebracht hat! Das sie zurückgetreten ist, ist die logische Folge ihrer Alkofahrt. Und nichts, was Respekt verdient oder gar einen Preis für "Zivilcourage"! Ich zitiere mich mal selbst:

"Das ist eine ganz simple und leicht zu befolgende Regel. Wenn man was trinken möchte, dann fährt man danach nicht mehr mit dem Auto. Und wenn man mit dem Auto fährt, dann hat man gefälligst keinen Alkohol zu trinken! Diese Regelung einzuhalten sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wer sich betrunken hinters Steuer setzt, nimmt dabei in Kauf, dass dadurch andere Menschen schwer verletzt oder getötet werden! Wer das tut, verdient keinen Resepekt, ist kein Vorbild und zeigt auch keine Verantwortung!"

Ich habe keine Ahnung wer auf die absolut bescheuerte Idee gekommen ist, dieses Verhalten auch noch mit einem Preis zu belohnen. Immerhin ist die Kulturstiftung Pro Europa ja nicht irgendwer:

"Alljährlich verleiht die Stiftung für herausragende Leistungen, Initiativen und Kulturwerke die Europäischen Kulturpreise. Traditionell stehen die Europäischen Kulturpreisverleihungen unter dem Patronat der Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und des Europäischen Parlaments. Auch andere europäische und internationale Institutionen übernehmen von Fall zu Fall die Schirmherrschaft."

Ich frage mich echt, wovon die Menschen hier so geblendet sind (ists wirklich nur wieder mal die Religion)? Eine Frau ist völlig besoffen Auto gefahren. Hatte dabei Glück niemanden umzubringen. Und weil sie einen Job ausübt, in dem sie beansprucht eine moralische Autorität zu sein und sich das nicht mit so einem Verhalten vereinbaren lässt, ist sie zurückgetreten. Für sowas hat man keinen Preis verdient. Was kommt als nächstes?

twitterblogzentrale.jpg

twitterwicht.jpg

Wenn Frau Käßmann tatsächlich Zivilcourage zeigen will, dann soll sie diesen Preis ablehnen!

(Nachtrag 19:00): Sie hat den Preis tatsächlich abgelehnt! Und weil das anscheinend von einigen falsch verstanden wurde, sollte ich noch klarstellen: Es ist/war mir völlig egal, mit welcher Begründung der Preis verliehen wurde. Um was es mir geht, fasst die Überschrift dieses Artikels zusammen: Wer besoffen Auto fährt, zeigt keine Zivilcourage. Wer besoffen Auto fährt, nimmt den Tod anderer Menschen in Kauf. Das hat keinen Preis verdient; unabhängig von etwaigen sonstigen Leistungen.


Flattr this

 

Autor: Florian Freistetter· 127 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · · · · ·

Kommentare (127)

Kommentar-Direktlink Dr. Azrael Tod· 15.02.11 · 12:15 Uhr

HEAR HEAR!

Kommentar-Direktlink Sideboard· 15.02.11 · 12:16 Uhr

Wenn Frau Käßmann tatsächlich Zivilcourage zeigen will, dann soll sie diesen Preis ablehnen!
Das war gerade mein erster Gedanke. Wobei das wohl noch mehr Hype schaffen würde. :-/ Bin mal gespannt, was sie macht.

Kommentar-Direktlink cwennrich· 15.02.11 · 12:20 Uhr

Zugegeben, ich hätte den Rücktritt nicht als unbedingt erforderlich angesehen. Daß die gute Frau dann zurückgetreten ist, von mir aus. Aber dafür nen Preis bekommen? Das versteh ich beim besten Willen nicht..

Kommentar-Direktlink Mithos· 15.02.11 · 12:22 Uhr

und wenn Käßmann damals nicht besoffen mit dem Auto, sondern mit einem Panzer über eine rote Ampel gefahren wäre, dann hätte es für den Friedensnobelpreis gereicht.

Kommentar-Direktlink Bullet· 15.02.11 · 12:30 Uhr

@Sideboard: agree

Kommentar-Direktlink Susanne· 15.02.11 · 12:31 Uhr

Dass sie zurückgetreten ist, war schon eine Ausnahme (es gibt ja auch Minister, die im Straßenverkehr durch Rasen oder Alk Leute getötet oder verletzt haben, die sind dann noch jahrelang im Amt wegen ihrere Teflonbeschichtung). Aber ein Preis für eine eigentlich selbstverständliche Amtsaufgabe nach einer Straftat????????? Hmmmmmmm

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 12:37 Uhr

@Susanne: "Dass sie zurückgetreten ist, war schon eine Ausnahme (es gibt ja auch Minister, die im Straßenverkehr durch Rasen oder Alk Leute getötet oder verletzt haben, die sind dann noch jahrelang im Amt wegen ihrere Teflonbeschichtung)"

Schon klar. Aber "Die anderen sind noch viel Schlimmer" ist auch nicht wirklich eine Begründung um jemanden als Vorbild/preiswürdig hinzustellen.

Kommentar-Direktlink AlteWeser· 15.02.11 · 12:39 Uhr

Wer besoffen Auto fährt, der gehört bestraft. Aber wer bestimmt eigentlich den Personenkreis, der zur Strafe auch noch seinen Beruf aufgeben muss? Warum verdient Käßmann eine andere Strafe als ich, denn ich bräuchte meinen Beruf deshalb nicht aufgeben?

Das sie für ihr Handeln einen Preis verliehen bekommt, empfinde ich allerdings auch als unpassend.

Kommentar-Direktlink Sören· 15.02.11 · 12:52 Uhr

@AlteWeser:

Weil Frau Käßmann eine moralische Instanz war. Das war alles. Sie hat keine tollen Technologien entwickelt und niemandem den Hintern abgewischt.

Und mit dieser Rolle verträgt sich so ein Ausrutscher gar nicht.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 15.02.11 · 12:52 Uhr

Das Schlimme an der ganzen Geschichte ist ja, dass der Alkoholwert von 1,5 Promille ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf ist, dass Frau Kässmann schon an Alkohol gewöhnt sein muss.

Ich habe vor Jahren mal (am Ende meines Studiums) an einem Experiment in einem Fahrsimulator teilgenommen. Bereits mit 0,8 Promille (dem damaligen Grenzwert) konnte ich kaum ein paar hundert Meter geradeausfahren, geschweige denn auf plötzliche Ereignisse vor mir reagieren. Kurz hinter der 1 Promille Marke war es dann schliesslich ganz vorbei - das Zusammenspiel zwischen Lenken, Schalten, Blinken, Gasgeben und Bremsen geriet völlig durcheinander.

Wer mit 1,5 Promille noch gewisse Strecken zurücklegt, ohne in jedes 3. parkende Auto zu krachen (um mal die harmloseren möglichen Unfälle zu bemühen), muss zweifelsfrei an regelmässigen Alkoholkonsum gewöhnt sein.

Aus dieser Logik heraus fordere ich die Verleihung des Preises an alle Alkoholiker in Deutschland, die irgendwann einmal von der Polizei am Steuer erwischt wurden und daraus auch nur irgendeine persönliche Konsequenz gezogen haben - und sei sie noch so selbstverständlich gewesen.

Kommentar-Direktlink evidentist· 15.02.11 · 12:54 Uhr

Das zeugt von ethisch debilem Denken bei dieser Kulturstiftung. Ich kann die Argumentation, die zu diesem Ergebnis geführt hat, gar nicht recht nachvollziehen. Bislang verstand ich auch das Wort "Zivilcourage" völlig anders: nämlich als Einschreiten gegen Missstände oder ein Unrecht, das andere zu verantworten haben, obwohl das mit hohem persönlichen Risiko verbunden ist; nicht als Scheiße bauen und sich anschließend wieder normal und angemessen verhalten, ohne jedes persönliche Risiko. Diese Preisverleihung ist eine Beleidigung für Menschen wie Dominik Brunner und all die anderen Helden des Alltags, die hier semantisch in den Schmutz geworfen werden.

Kommentar-Direktlink Rainer· 15.02.11 · 12:56 Uhr

Moin,

ich bin vielleicht nicht ganz so hart in meinem Urteil bzgl. der Alkfahrt selbst (auch wenn du inhaltlich absolut recht hast). Ob sie deshalb aber zurücktritt oder nicht oder irgendwo zwei Sack Reis umfallen, ist ihre Sache oder die ihrer Organisation und mir persönlich vollkommen wumpe.

Aber den Rücktritt nun auch noch preislich zu glorifizieren halte ich ebenfalls für vollkommen absurd.

Kommentar-Direktlink Peter· 15.02.11 · 12:57 Uhr

@AlteWeser: Sie hat nicht ihren Beruf als evangelische Pfarrerin aufgeben müssen, sie ist von einem Amt zurückgetreten, welches eine hohe Reputation erfordert. Das ist was anderes.

Kommentar-Direktlink MartinS· 15.02.11 · 13:08 Uhr

Den Preis ablehnen? - Auf jeden Fall!
Hat sie besondere Zivilcourage gezeigt? - Nein!
Hat sie etwas Außergewöhnliches getan? - Ja!
Sie hat ihren Fehler zugegeben und die Konsequenzen gezogen - ohne lange zu lamentieren. Das ist in unserer Zeit - traurigerweise - schon eine besondere Leistung! @Susanne hat völlig Recht mit Ihrem Hinweis auf Minister, die trotz Tötungsdelikten noch im Amt sind; Bischöfe, die an ihrem Stuhl kleben und und und...

@Florian
So sehr ich auch Dein Fan bin, aber die Tendenz in Deinem Artikel finde ich nicht fair! Sie hat sich schließlich weder zur Wahl gestellt noch um den Preis gebeten und bisher habe ich noch keine Stellungnahme von ihr dazu finden können. (Ich würde ihr aber durchaus zutrauen, dass sie die Annahme verweigert.) Sie hat damals, entgegen üblicher Handlungsweisen, "sofort" die Konsequenzen gezogen (trotz breitem Widerspruch) und das war korrekt. Was wirfst Du ihr also vor? (Und Dein Text klingt sehr vorwurfsvoll!)
Idiotisch verhält sich einzig und allein das Preiskomitee.

Kommentar-Direktlink Julia· 15.02.11 · 13:11 Uhr

@Florian Freistetter

Schon klar. Aber "Die anderen sind noch viel Schlimmer" ist auch nicht wirklich eine Begründung um jemanden als Vorbild/preiswürdig hinzustellen.

Hmmm... ich denke nicht, dass es eine "die anderen sind noch viel Schlimmer"-Argumentation ist. Käßmanns Reaktion hat augenscheinlich einen enormen Seltenheitswert - obwohl eigentlich moralisch richtig, denn eine in der Öffentlichkeit stehende Person mit Vorbildfunktion sollte nicht alkoholisiert im Straßenverkehr teilnehmen. Vergleiche mit anderen zwingen sich - zumindest mir - automatisch auf. Z.B. Mixa, der trotz propagierter Nächstenliebe, Kinder mißhandelt hat und sich damit rechtfertigte, es hätte in den 70gern nicht gegen das Gesetz verstoßen... Es wäre wünschenswert gewesen, wenn er sich ebenfalls moralisch richtig verhalten hätte.

Ich finde des traurig, dass richtige Konsequenzen, die aus falschem Verhalten gezogen werden (was selbstverständlich sein sollte) so selten sind, dass es in den Medien große Kreise zieht und sogar mit Preisen honoriert wird.

Kommentar-Direktlink John· 15.02.11 · 13:14 Uhr

Ich schlage Gina Wild für die Fields-Medaille vor:
Sie kann bestimmt bis zu der Zahl zählen, die der Anzahl ihrer Geschlechtspartner entspricht. Das ist preiswürdig!

Kommentar-Direktlink knorke· 15.02.11 · 13:19 Uhr

Da stimme ich Dir ausnahmsweise mal vollumfänglich und uneingeschränkt zu. Wenns danach ginge, müsste sogar ich einen Preis kriegen - und bei mir will das was heißen!
SO! EIN! KÄS' MANN!

Kommentar-Direktlink Chris· 15.02.11 · 13:24 Uhr

Das Meiste, was Menschen für wichtig halten, ist so bedeutsam wie der Furz eines Flohs im Universum.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 13:27 Uhr

@MartinS: "aber die Tendenz in Deinem Artikel finde ich nicht fair! "

ich hab Käßmann ja nicht kritisiert, weil sie nen Preis bekommen hat. Sondern die komische Stiftung die ihn verliehen hat. Käßmann kritisiere ich, weil sie besoffen Auto fährt.

Kommentar-Direktlink Andrea N.D.· 15.02.11 · 13:35 Uhr

Das Blöde an der Sache ist doch, dass mit dem Herausstellen des (eigentlich selbstverständlichen) Verhaltens von Frau Käßmann, durch das angeblich "Besondere", ein Alleinstellungsmerkmal mit Zivilcourage entsteht, das das "normale" Verhalten, beispielsweise des langjährigen bayerischen Verkehrsministers noch mehr als "normal" hinstellt, weil ja Frau Käßmanns Verhalten so besonders war.
Dabei müsste Frau Käßmanns Verhalten "normal" sein und das der ganzen anderen in der Öffentlichkeit stehenden Alkoholfahrer(innen) als verachtenswert gebrandmarkt werden (mit Negativpreisen?).

Kommentar-Direktlink Tichodroma· 15.02.11 · 13:47 Uhr

In der DDR galt übrigens eine Null-Promille-Grenze. Die musste natürlich nach dem Anschluss abgeschafft werden. Die Folge: 14.000 Tote zusätzlich seit 1990.

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 15.02.11 · 14:05 Uhr

Manchmal ereifert man sich auch etwas zu früh - und auch aus falschem Grund:
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/kaessmann289.html

Kommentar-Direktlink MartinS· 15.02.11 · 14:28 Uhr

@WolfgangK
Danke!
Und außerdem war Deine Formulierung sehr - elegant!

Kommentar-Direktlink pufaxx· 15.02.11 · 14:34 Uhr

@Tichodroma: Dass diese zusätzlichen Toten ausschließlich Folge der Abschaffung der Null-Promille-Grenze sind, wage ich zu bezweifeln. Immerhin gab's auch plötzlich viel mehr und viel schnellere Autos ...

@WolfgangK: Danke für den aufklärenden Link. Interessant zu lesen: Die Kommentare dazu auf der NDR-Seite - Die Kommentatoren scheinen den Artikel irgendwie gar nicht gelesen zu haben ...?!

Kommentar-Direktlink klauszwingenberger· 15.02.11 · 14:37 Uhr

Seltsam.

Wenn ich das richtig verstehe, belohnt die Preisverleihung den Rücktritt von einem Amt.

Wie aber zeigt der gewöhnliche Schluckspecht, der kein Amt bekleidet, von dem er demissieren könnte, in solchen Fällen Zivilcourage? Muss der sich entleiben, oder reicht es, wenn er als Flagellant unter Schande durch den Kirchsprengel wandelt?

Kommentar-Direktlink sicDaniel· 15.02.11 · 14:37 Uhr

Ist der NDR-Artikel hinter dem ersten Link aktualisiert worden? Da steht nun, sie nimmt den Preis nicht an, Stand 13:46.

Richtige Entscheidung und Zustimmung an Florian.

Kommentar-Direktlink Tichodroma· 15.02.11 · 14:39 Uhr

@pufaxx Korrekt. Mehr Alkohol + stärkere Autos => mehr Tote.

Daraus folgt als ernsthafte und kostenlos durchführbare Forderung: Tempolimit 100 und Null Promille sofort!

Kommentar-Direktlink Maria· 15.02.11 · 14:47 Uhr

War es außergewöhnlich, dass die Frau Konsequenzen gezogen hat? Ja.

Sollte selbstverständlich sein (deshalb: you didn't earn a cookie! and no prize), ist es aber nicht, wie zB. der bestgeföhnte österreichische Ex-Minister zeigt...

Kommentar-Direktlink Alexander· 15.02.11 · 14:48 Uhr

Susanne schreibt

Dass sie zurückgetreten ist, war schon eine Ausnahme (es gibt ja auch Minister, die im Straßenverkehr durch Rasen oder Alk Leute getötet oder verletzt haben, die sind dann noch jahrelang im Amt wegen ihrere Teflonbeschichtung).

Das ist keineswegs die Ausnahme. Nenne mir bitte einen Fall aus den letzten 20 Jahren, bei dem ein Minister / eine Ministerin besoffen gefahren ist und noch im Amt geblieben ist!
Der Fall Otto Wiesheu, an den immer wieder angespielt wird, stammt noch aus einer anderen Epoche, das war 1983, und auch der ist von seinem Amt als CSU-Generalsekretär zurückgetreten. Man mag es für fragwürdig halten, dass er 10 Jahre später ausgerechnet Verkehrsminister wurde, aber das ist eine andere Diskussion, hat vielleicht etwas mit Rehabilitation und Reintegration zu tun ;-), und ist sicher nicht der Maßstab, an dem sich Frau Käsmann messen (lassen) sollte.

Kommentar-Direktlink Chris· 15.02.11 · 14:57 Uhr

Die Frau hat Charakter, hat Stil und Niveau. Alle Achtung!

Kommentar-Direktlink Ronny· 15.02.11 · 14:59 Uhr

Ja, das Ganze stimmt einen irgendwie nachdenklich.
Man erhält einen Preis dafür, dass man sich korrekt verhält nachdem man Mist gebaut hat. Müsste da nicht alle Fahrerflüchtigen die sich nachträglich stellen einen Preis bekommen ? Oder alle, die nach einem Mord sich stellen einen Pokal bekommen?
Sind wir wirklich schon so weit, dass wir angemessene Reaktionen als Courage bezeichnen ? Auauau.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 15:02 Uhr

Für das Ablehnen des Preises wird ihr jetzt sicher jemand einen Preis verleihen wollen.
Meinen Respekt jedenfalls hat sie dafür (nein, Florian, nicht fürs Alkolenken, da sind wir uns einig). Das hat etwas mit Rehabilitation und Reintegration zu tun.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 15:11 Uhr

Die Stiftung äußert sich nun auch auf ihrer Seite dazu:
"Da nun der Eindruck erweckt wird, die Stiftung würde nicht ihr Lebenswerk würdigen, sondern ihren Rückritt nach der Alkoholfahrt, wollen wir in diesem Klima der gnadenlosen Intoleranz vor ihrem übrigen Lebenswerk eine Preisverleihung nicht vornehmen."
http://www.europaeische-kulturstiftung.eu

Kommentar-Direktlink Bruder Spaghettus· 15.02.11 · 15:15 Uhr

Nicht nur die Vergabe des Preises ist falsch, selbst die Tatsachen stimmen nicht.

Frau Käßmann ist längst nicht so freiwillig zurückgetreten, wie sie glauben machen möchte. Sie hat erst mal auf die Zeichen aus ihrer Kirche gewartet. Da hatten sich die Kirchenoberen zwar für einen Verbleib Käßmanns ausgesprochen, aber in so wenig drängenden Worten, dass es tatsächlich eben keine Unterstützung für sie war. Sie sollte gehen, nur eben selbst.

Mitglied des 10köpfigen Stiftungsrates ist mit Astrid Bjellebo-Bayaegan, Pröpstin der ev.-luth. Kirche, Oslo auch eine Vertreterin der Kirche. Sicher sind auch unter den 9 anderen noch Kirchennahe, die nur nicht so leicht kenntlich sind.

Kommentar-Direktlink Bruder Spaghettus· 15.02.11 · 15:17 Uhr

Nicht nur die Vergabe des Preises ist falsch, selbst die Tatsachen stimmen nicht.

Frau Käßmann ist längst nicht so freiwillig zurückgetreten, wie sie glauben machen möchte. Sie hat erst mal auf die Zeichen aus ihrer Kirche gewartet. Da hatten sich die Kirchenoberen zwar für einen Verbleib Käßmanns ausgesprochen, aber in so wenig drängenden Worten, dass es tatsächlich eben keine Unterstützung für sie war. Sie sollte gehen, nur eben selbst.

Mitglied des 10köpfigen Stiftungsrates ist mit Astrid Bjellebo-Bayaegan, Pröpstin der ev.-luth. Kirche, Oslo auch eine Vertreterin der Kirche. Sicher sind auch unter den 9 anderen noch Kirchennahe, die nur nicht so leicht kenntlich sind.

Kommentar-Direktlink Bruder Spaghettus· 15.02.11 · 15:17 Uhr

Nicht nur die Vergabe des Preises ist falsch, selbst die Tatsachen stimmen nicht.

Frau Käßmann ist längst nicht so freiwillig zurückgetreten, wie sie glauben machen möchte. Sie hat erst mal auf die Zeichen aus ihrer Kirche gewartet. Da hatten sich die Kirchenoberen zwar für einen Verbleib Käßmanns ausgesprochen, aber in so wenig drängenden Worten, dass es tatsächlich eben keine Unterstützung für sie war. Sie sollte gehen, nur eben selbst.

Mitglied des 10köpfigen Stiftungsrates ist mit Astrid Bjellebo-Bayaegan, Pröpstin der ev.-luth. Kirche, Oslo auch eine Vertreterin der Kirche. Sicher sind auch unter den 9 anderen noch Kirchennahe, die nur nicht so leicht kenntlich sind.

Kommentar-Direktlink Rob· 15.02.11 · 15:28 Uhr

Ich hoffe, dass damit die unnötigen Diskussionen vom Tisch sind. Es ging NICHT um die Alkoholfahrt, sondern um Ihre Tätigkeiten lange davor. Kann wirklich mit Wissen jemand den Mund öffnen und behaupten, sie hätte da nichts zustandegebracht?
Ich dachte zuerst auch, es ginge darum. Aber ein Mensch kann trotzdem noch grossartiges und zu Würdigendes in seinem Leben geleistet haben, auch wenn er mal besoffen bei Rot über die Ampel fuhr. Der Pöbel darf das, nicht aber eine hochstehende Person, die muss quasi Gott sein. Viel Spass an Karneval, da kommen die wirklich Dummen und Kranken dann wieder aus Ihren Löchern gekrochen, die wirklichen Schnapsnasen und fahren zu Tausenden Besoffen durch die Gegend. Ein Prosit und Halleluja!°

Kommentar-Direktlink Sarah· 15.02.11 · 15:45 Uhr

Ich hab ja keine Ahnung, was Frau Käsmann vorher geleistet hat, ich bin sicher, es waren ganz großartige Dinge, und wenn ihr dafür ein Preis verliehen wird, bitte.

Aber diese Klarstellung von Dr. Ernst Seidel, die Voynich oben verlinkt hat, ist furchtbar und strotzt nur so von polemischer Kampfrhetorik.
"Sie dient Politikern als Vorbild" "Wir sind ja alle schon mal besoffen gefahren- man soll sich nicht so haben" "gnadenlose Intoleranz" "alle anderen sind soooo selbstgerecht" "Gnade ist göttlich, wir, die Stiftung, sind also göttlich" "Blinde Kritiker" (Ok, das ist alles nur sinngemäß zitiert) ..

Diese Stellungnahme finde ich echt ekelig und ganz ehrlich, wenn dieser Mensch für die Auswahl der Preisträger (mit)verantwortlich ist, dann wäre ich nicht stolz auf diesen Preis.

Kommentar-Direktlink Chris· 15.02.11 · 15:49 Uhr

@Rob
ihren Ausführungen kann ich mich nur anschließen!!

Kommentar-Direktlink Kallewirsch· 15.02.11 · 15:53 Uhr

Wenn diese Stiftung diese Dame für ihr Lebenswerk auszeichnen möchte, dann soll sie das tun. Allerdings kann nun wirklich jeder, der bei klarem Verstand ist, nach 10 Sekunden nachdenken voraussagen, dass genau das passieren wird, was dann auch tatsächlich passiert ist: Protest.
Was tut man dagegen: Man nimmt den Kritikern gleich von vorne herein den Wind aus den Segeln, indem man die Pressemitteilung entsprechend formuliert.

Kommentar-Direktlink Gondlir· 15.02.11 · 16:05 Uhr

Noch 'ne Meldung dazu: http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/margot-k%C3%A4%C3%9Fmann-lehnt-preis-f%C3%BCr-zivilcourage-ab34261
Offensichtlich muss sich mein "norddeutsches Nachrichtenmagazin" in diesem Fall mal an die eigene Nase fassen. Denn aufgrund dessen Berichterstattung geistert das Gerücht durch die Lande, dass Margot Käßmann diesen Preis wegen ihres Rücktritts bekommen sollte.
Also, regt Euch diesmal weder über Käßmann noch über diese Kulturstuftung auf, sondern über den SPIEGEL. Ich gebe jedoch zu, dass ich mich am Sonntag nach dem Lesen der Meldung genauso darüber geärgert hatte wie Ihr...

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 15.02.11 · 16:23 Uhr

Zur Aufklärung: Die eindeutig formulierte Vorabmeldung des Spiegels http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,745150,00.html läßt den Schluss zu, es ginge nur um Käßmanns Alkoholfahrt und Rücktritt. Jedoch erscheint diese Verknüpfung zwischen Verhalten und Preisverleihung recht ungewöhnlich. Insofern wäre eine gewisse Schnellrecherche nicht nur für den spon-Schreiber eine gewöhnliche Grundübung gewesen.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 16:45 Uhr

Die http://www.europaeische-kulturstiftung.eu/, die Florian verlinkt hatte, hat selbst denn Rückzug - auf Wunsch Käßmanns - bekannt gegeben (siehe dasw Link).
Von Respekt für die Konsequenz das Amt niederzulegen, war in der Begründung ebensowenig die Rede, wie davon, dass sie einen Preis für bekommen sollte, dafür dass sie eben dies tat.

Ich verstehe nicht ganz wie es dazxu kam, dass hier Medieninformationen ungeprüft übernommen wurden. Gerade der "Spiegel" wird ja in vielem immer schlechter.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 16:46 Uhr

Die http://www.europaeische-kulturstiftung.eu/, die Florian verlinkt hatte, hat selbst denn Rückzug - auf Wunsch Käßmanns - bekannt gegeben (siehe dasw Link).
Von Respekt für die Konsequenz das Amt niederzulegen, war in der Begründung ebensowenig die Rede, wie davon, dass sie einen Preis für bekommen sollte, dafür dass sie eben dies tat.

Ich verstehe nicht ganz wie es dazxu kam, dass hier Medieninformationen ungeprüft übernommen wurden. Gerade der "Spiegel" wird ja in vielem immer schlechter.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 16:56 Uhr

Ich finde es spannend, wie leicht jemand, der sonst eine kritische Distanz zur Presse pflegt, auf ebendiese hereinfällt, sobald sie die eigenen Vorurteile bestätigt.
Eine zeitlang hielt ich es tatsächlich für möglich, man wolle ihr den Preis für den Rücktritt verleihen.

Kommentar-Direktlink nihil jie· 15.02.11 · 17:00 Uhr

Wenn Frau Käßmann tatsächlich Zivilcourage zeigen will, dann soll sie diesen Preis ablehnen!

und wenn sie das wirklich gemacht hat kann man ihr den wieder verleihen, weil sie die courage aufgebracht hat ;)

Kommentar-Direktlink ghostrider· 15.02.11 · 17:00 Uhr

Hm, Florian, ich meine du hattest sie ja schon mal zeitnah für die Fahrt und die Reaktionen darauf zum draufprügeln hier reingestellt.....Das war jetzt kein Ruhmesblatt, sondern ein deutlicher Vorurteilsfehler.
So sehr ich mir öfters wünsche, dass Kirchenvertreter und Theologen ihr Fett weg kriegen, sollten die Reaktionen der Kritiker dann doch mehr Niveau haben als die Vorgehensweise der ganzen religiösen Bagage. Klares Foul!

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 17:01 Uhr

@Sarah:
"(Ok, das ist alles nur sinngemäß zitiert) .."
Strohmänner aufbauen hilft keiner Diskussion weiter.

Kommentar-Direktlink Nordi· 15.02.11 · 17:13 Uhr

Die größten Kritiker der Elche, sind in aller Regel selber welche!

Kommentar-Direktlink s.s.t.· 15.02.11 · 17:29 Uhr

Sofern die Pressemitteilung der Kulturstiftung zutrifft:

...Für ihr Lebenswerk war sie schon lange als künftige Preisträgerin vorgesehen. Als die Alkohol-Fahrt der Bischöfin bekannt wurde stellte sich für uns die Frage, ob ihr Fehler ihr Lebenswerk entwürdigt und die Seelsorgerin unwürdig für eine Preisverleihung macht...

ist die Spiegelmitteilung eine ziemliche Frechheit, vorsichtig formuliert. Hätte ich diese Meldung am Sa. gelesen, wäre ich genau so empört gewesen, nicht zuletzt, da mir Frau Käßman nach all den hitzigen Debatten damals (nicht nur hier) vor allem wegen des Rücktritts in Erinnerung geblieben ist.

Nebenbei, man kann über die Sinnhaftigkeit von solchen u.ä. Preisen streiten, und ob es auch immer den Richtigen 'erwischt', aber das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Kommentar-Direktlink Jörg Friedrich· 15.02.11 · 18:01 Uhr

Wer sich ein wenig mit dem Wirken und den Äußerungen von Frau Käßmann beschäftigt merkt schnell, dass diese Frau über eine Menge Courage verfügen muss, und dieser Courage war es sicherlich zu verdanken, dass sie in einer extrem Männer-dominierten Organisation, wie es auch die evangelische Kirche ist, so weit gekommen ist. Die Wortmeldungen von ihr zeugen ebenfalls von einer Courage, die die meisten Menschen nicht aufbringen. Fraglich ist zwar, ob es diese Art von Courage ist, die wir normalerweise mit dem Begriff Zivilcourage verbinden - aber zu würdigen ist so ein Mut auf jeden Fall. Und wenn man nur den Mut der Unfehlbaren würdigt, dann gehört die Welt bald den Feiglingen.

Kommentar-Direktlink knorke· 15.02.11 · 18:23 Uhr

Fein, Florian, kannst eigentlich zumachen. Is ja nomma gutgegangen.
Deine Quelle im Text scheint ja jetzt eh umgestrickt worden zu sein...

Kommentar-Direktlink MartinS· 15.02.11 · 18:41 Uhr

@Florian
Ich würde Dir auch empfehlen hier zu zumachen. Es kann ja nicht mehr um die Sache gehen, sondern es kann eigentlich nur noch schmutzig werden...

Kommentar-Direktlink Thierbach· 15.02.11 · 18:42 Uhr

Bin absolut Deiner Meinung, Florian. Glücklicherweise scheint K. die Ehrung ja nun abgelehnt zu haben.
(Ob man ihr dafür vielleicht 'nen Preis verleihen sollte?)

Kommentar-Direktlink Thierbach· 15.02.11 · 18:43 Uhr

Bin absolut Deiner Meinung, Florian. Glücklicherweise scheint K. die Ehrung ja nun abgelehnt zu haben.
(Ob man ihr dafür vielleicht 'nen Preis verleihen sollte?)
Nur dir Begründung für die Ablehnung find ich echt z.K.

Es entspreche nicht den Tatsachen, dass ihr der Preis ausschließlich für die Entscheidung zum Rücktritt nach ihrer Fahrt unter Alkoholeinfluss verliehen werden sollte. Die Berichterstattung einiger Medien lasse ihr jedoch keine andere Möglichkeit als abzulehnen.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 18:57 Uhr

@Thierbach:
Wie sähe eine Begründung aus, die Du nicht z.K. fändest?

Kommentar-Direktlink John· 15.02.11 · 19:06 Uhr

Die Frage bleibt: Hatte der Spiegel recht oder nicht.

Dies wird nicht mehr zu klären sein, denn die Laudatio/Begründung sollte ja eigentlich erst viel später veröffentlicht werden. Jetzt kann von beiden Seiten viel behauptet werden.

Witzig finde ich, dass diese Jury ihr Fähnlein ziemlich nach dem Wind zu hängen scheint.
Das Lebenswerk wird ja nun nicht deshalb preisunwürdig, weil der Spiegel auf sie (eventuell ungerechtfertigt) einhaut.

Wo ist die Zivilcourage der Jury?

Kommentar-Direktlink Thierbach· 15.02.11 · 19:08 Uhr

Eine, die Bescheidenheit zum Ausdruck bringt. Keine, die aus der Angst vor Falschdarstellung geboren ist.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 19:25 Uhr

Finde schon, dass man das Ganze etwas ruhiger sehen sollte:

1) 
Sie hat eine Straftat begangen.
Punktum.

2) 
Für Straftaten ist immer noch die Justiz zuständig. 
Mit der Strafe ist die Sache rechtlich abgegolten.


3) 
Die Frau hat ihr Amt abgegeben - gegen den Druck aus den eigenen Reihen.
Sie ist desavouiert, wie sie selbst erkennen musste. Man vergegenwärtige sich bitte, dass es nun solange sie weiterhin eine öffentliche Persönlichkeit ist, bei jedem Gläs-
chen Wein, dass sie vielleicht nimmt, oder das ihr auch nur angeboten wird, das Getratsche losgehen wird.
Es gab gute Gründe für den Rücktritt, die sie erkannt und umgesetzt hat. 

4) 
"Respekt haben" heißt nicht "bewundern", sondern nur eine gewisse Achtung zu haben. 
Diese Achtung habe ich nicht für ihren Rücktritt an sich, sondern in gewissem Maß dafür, dass sie gegen die Uneinsichtigkeit ihrer eigenen Leute den Rücktritt erklärt hat.


5)
Auch habe ich eine gewisse Achtung dafür, dass sie sofort, heute noch aus einer für sie ungünstigen, aber offenbar auf falschen Zusammenhängen beruhenden Mediendarstellung, die Konsequenz gezogen hat, den Preis auszuschlagen. Er war für ihr wie auch immer geartetes Lebenswerk bestimmt und sie hätte das aussitzen können (frage sich mal einer, wie Helmut Kohl so etwas gehandhabt hätte)

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 19:28 Uhr

@Thierbach:
M.E. hätte sie ohne die Falschdarstellung in den Medien erheblich weniger Grund gehabt, den Preis abzulehnen.
Man könnte dann natürlich immer noch darüber diskutieren, ob sie ihn hätte annehmen sollen oder nicht, aber die Fronten wären dann ganz anders verteilt gewesen.
(Der generelle Sinn und Unsinn von Preisen und ihres Klüngels sind ein anderes Thema, das derzeit unter dem Stichwort "Monica Lierhaus" diskutiert wird.)

Wie die Stiftung den Vorgang darstellt erscheint mir glaubwürdig:
- man wollte sie schon lange vor ihrem Debakel ehren
- die Alkohol-Fahrt warf die Frage auf, ob man sie trotzdem noch ehren darf
- daß man dennoch dafür stimmte, liegt maßgeblich auch an ihrem konsequenten Rücktritt (logisch: ohne den Rücktritt wäre die Preisverleihung schwer zu rechtfertigen)

Über den Hitler-Vergleich von Helmut Wicht hab ich auch gelacht, geb ich ja zu.
Im neuen Licht ist der aber kaum noch haltbar, oder?

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 19:51 Uhr

@Ghostrider (und alle die anderen): "So sehr ich mir öfters wünsche, dass Kirchenvertreter und Theologen ihr Fett weg kriegen, sollten die Reaktionen der Kritiker dann doch mehr Niveau haben als die Vorgehensweise der ganzen religiösen Bagage. Klares Foul!"

Was war hier ein Foul? Darf ich es nicht doof finden, dass Frau Käßmann einen Preis verliehen bekommt? Mag ja sein, dass ihr "Lebenswerk" so toll ist. Aber ich bin trotzdem der Meinung dass manche Dinge halt einfach vieles kaputt machen. Völlig besoffen Auto fahren zum Beispiel. Ihr dürft alle gerne anderer Meinung sein. Ich halte es trotzdem für falsch, gerade so jemanden mit einem Zivilcourage-Preis auszuzeichnen.

@Friedrich: "Die Wortmeldungen von ihr zeugen ebenfalls von einer Courage, die die meisten Menschen nicht aufbringen."

Nur mal ne Frage: wenn Frau Käßmann bei ihrer Alkofahrt Menschen getötet hätte - würden hier dann heute auch noch alle erzählen wie toll sie nicht ist; wieviel Courage sie hatte; wie vorbildlich sie sich verhalten hat, usw? Denn dass sie ihre Alkofahrt überstanden hat ohne dabei jemand umzubringen ist reines Glück. Wer sich besoffen ins Auto setzt nimmt dabei in Kauf, andere Menschen zu töten. Sorry, aber ich werde so ein Verhalten nie gutheissen und wenn Frau Käßmann nichtmal in der Lage ist sich an so eine simple Regel wie "Wer fährt, trinkt nicht" zu halten, dann habe ich keinen Respekt vor ihr; egal was sie sonst noch sie geleistet haben mag.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 20:06 Uhr

@Florian:
Nach dem ersten Lesen der Spiegelmeldung und Deines Artikels hatte ich einen Eindruck (bei dem ich h_wichts Nazivergleich noch angemessen fand), der sich durch weitere Informationen zumindest deutlich verändert hat. Du nicht?

Wenn man Hitler durch ein anderes Extrem ersetzt, diskutieren wir jetzt darüber, ob Gandhi einen Freidensnobelpreis kriegen darf, wenn er a) besoffen gefahren ist. b) Dabei jemanden angefahren hat? c) Jemanden totgefahren hat?
Es fällt mir dann plötzlich viel schwerer, eine eindeutige Meinung herauszubilden.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 15.02.11 · 20:14 Uhr

Leute, die Frage ist doch: hätte man ihr den Preis auch verliehen, wenn nicht diese elendige Alkoholfahrt dazwischengekommen und sie infolgedessen zurückgetreten wäre?

Falls ja, geht der Preis mE in Ordnung.

Falls nein, finde ich ihre Reaktion dennoch sehr vorbildlich.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 20:19 Uhr

@HM Voynich: "Es fällt mir dann plötzlich viel schwerer, eine eindeutige Meinung herauszubilden. "

Tja, das hängt dann wahrscheinlich von der persönlichen Relevanz ab, die man Dingen wie alkoholisiert Auto zu fahren beimisst. Wer den Tod anderer Menschen in Kauf nimmt und das wegen einer Handlung die absolut nicht nötig wäre (jemand wie Käßmann kann sich ja locker ein Taxi leisten) - der hat keinen Preis verdient. Ist meine Meinung.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 20:25 Uhr

Bester Florian,

du schreibst

Wer sich besoffen ins Auto setzt nimmt dabei in Kauf, andere Menschen zu töten.

Wer sich so sturzbesoffen in ein Auto setzt, wie Käßmann, nimmt gar nichts mehr in Kauf, finde ich, sondern ist nicht mehr Frau ihrer Sinne.

Oder gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sie sich mit dem Vorsatz sturzbesoffen Auto fahren zu wollen, so richtig einen hinter die Bunde gegeben hat?
Kann man ausschliessen, dass sie zu Beginn des Abends noch weder die Absicht hatte, sich zu betrinken, noch später absichtlich andere gefährden zu wollen?

Ist es ihren Kritikern noch nie geschehen, dass man im Laufe eines Abends die Kontrolle verliert. Ist alles so eindeutig schwarz-weiss?

Dann: Was ist mit dem Beifahrer gewesen? Oder anderen, die sie ins Auto haben steigen sehen, oder gewusst haben dass sie ausser Kontrolle ist? Warum haben die keine Mitverantwortung? Sie hätten ihr sicher die Autoschlüssel abnehmen können und ein Taxi rufen können.

Kommentar-Direktlink AlteWeser· 15.02.11 · 20:30 Uhr

Sorry Florian, das ist mir zu sehr schwarz-weiß.

Jeder, der ein Auto fährt nimmt dabei in Kauf, dass er Menschen töten könnte - auch der nüchterne Fahrer. Denn er könnte immer einen Unfall verursachen.

Nur geht jeder davon aus, dass es eben nicht passiert, denn man ist ja schon soooo viele km gefahren usw. Und genauso geht der Betrunkende davon aus, dass schon nichts passieren wird.

Du kannst dem angetrunkenen Autofahrer so einiges vorwerfen. Aber ich glaube nicht, dass sie sich in dem Bewusstsein hinters Lenkrad setzen, in den nächsten Minuten vielleicht einen Menschen zu töten.

Besoffen Autofahren ist dumm und verwerflich, aber eben nicht so schwarz-weiß wie Du es darstellst.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 20:31 Uhr

@IO: "Wer sich so sturzbesoffen in ein Auto setzt, wie Käßmann, nimmt gar nichts mehr in Kauf, finde ich, sondern ist nicht mehr Frau ihrer Sinne."

Ernsthaft jetzt? Sie ist nicht verantwortlich für ihr besoffenes Fahren weil sie ja besoffen war?

"Ist alles so eindeutig schwarz-weiss?"

Nein. Was ich sage und was ich hier schreibe ist meine persönliche Meinung. Wenn mir da jemand nicht zustimmt: bitte, da hab ich kein Problem damit. Aber meine Meinung ist eben: wenn man trinkt, dann fährt man nicht. Wenn man was trinken will, dann kümmert man sich vorher darum, wie man nach Hause kommt. Das Alkohol die Entscheidungsfähigkeit behindert wird auch Frau Käßmann bekannt sein. Wenn jemand Frau Käßmann weiterhin toll findet; vorbildhaft; preiswürdig; zivilcourage-zeigend usw dann ist das ja ok. Ich tue das nicht.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 20:35 Uhr

@Alte Weser: "Nur geht jeder davon aus, dass es eben nicht passiert, denn man ist ja schon soooo viele km gefahren usw. Und genauso geht der Betrunkende davon aus, dass schon nichts passieren wird. Du kannst dem angetrunkenen Autofahrer so einiges vorwerfen."

Allerdings. Und ich finds irgendwie komisch, dass hier so viele bereit sind, Alkolenker zu verteidigen. Aber bitte, wenn ihr meint.


"Aber ich glaube nicht, dass sie sich in dem Bewusstsein hinters Lenkrad setzen, in den nächsten Minuten vielleicht einen Menschen zu töten. Besoffen Autofahren ist dumm und verwerflich, aber eben nicht so schwarz-weiß wie Du es darstellst. "

Ernsthaft jetzt? Was ist denn "weiß" am besoffenen Fahren?? Nochmal: wer was trinken will, der hat sich gefälligst vorher Gedanken über den Heimweg zu machen. Denn dass besoffen Autofahren nicht gut ist, dass sollte man wissen. Magst du gerne für "schwarz-weiß" halten.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 20:38 Uhr

@Florian:
Um Mißverständnisse zu vermeiden: ich tendiere auch zu "nein - kein Preis". Knapp.
Was ich nicht möchte ist: die Käßmann für immer auf ihren Fehler festnageln und sowohl ihre vorherigen Verdienste verneinen als auch keinerlei Rehabilitation zulassen.
Deshalb versuche ich, das Problem von beiden Seiten einzukreisen:
- würde ich jemandem, der mit 1,54 Promille Auto gefahren ist, einen Preis für Medizin verleihen, wenn er ein Heilmittel für Krebs findet? Macht es einen Unterschied, ob es zu einem Unfall kam, oder ob dazwischen 4 oder 40 Jahre vergangen sind etc.?
Die Frage ist viel spannender als das ursprüngliche "Darf man einen Preis für den Rücktritt verleihen" (die zu vermutende fehlende Kontroverse hätten einen schon stutzig machen sollen: kein vernünftiger Mensch kann das verteidigen).

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 20:41 Uhr

@Florian:
"Und ich finds irgendwie komisch, dass hier so viele bereit sind, Alkolenker zu verteidigen."

Vorsicht, Du könntest unfair werden.
Nicht das Alkolenken wird verteidigt.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 20:42 Uhr

@Voynich: "würde ich jemandem, der mit 1,54 Promille Auto gefahren ist, einen Preis für Medizin verleihen, wenn er ein Heilmittel für Krebs findet?"

Käßmann sollte aber für "Zivilcourage" ausgezeichnet werden. Und wer besoffen Auto fährt, hat keine Zivilcourage, sorry. Sollte sie irgendwann mal Krebs heilen, werde ich begeistert klatschen wenn ihr der Nobelpreis verliehen wird. Aber ich werde sie immer noch nicht würdig halten, einen Preis für Zivilcourage zu bekommen.

"Die Frage ist viel spannender als das ursprüngliche "Darf man einen Preis für den Rücktritt verleihen" (die zu vermutende fehlende Kontroverse hätten einen schon stutzig machen sollen: kein vernünftiger Mensch kann das verteidigen). "

Ich habs oben nochmal extra klargestellt: die Begründung war mir relativ egal und ob sie den Preis für den Rücktritt kriegt oder was anderes hat mich wenig interessiert. Mich hat nur interessiert, dass jemand der massiv betrunken Auto fährt mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet werden soll.

Kommentar-Direktlink petr· 15.02.11 · 20:56 Uhr

ich fahre fast jeden tag volltrunken weil ich nicht mehr laufen kann.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 21:02 Uhr

Bester Florian,


@IO: "Wer sich so sturzbesoffen in ein Auto setzt, wie Käßmann, nimmt gar nichts mehr in Kauf, finde ich, sondern ist nicht mehr Frau ihrer Sinne."

Du antwortest:

Ernsthaft jetzt? Sie ist nicht verantwortlich für ihr besoffenes Fahren weil sie ja besoffen war?

Das Thema ist offenbar ernsthaft. Meine Antwort auch - das bitte ich schon anzuerkennen.
Ich unterstelle Dir ja auch gerne, ernsthaft zu antworten. Du hast allerdings den wichtigen Teil meiner Erläuterung nicht berücksichtigt. 
Da ging es nicht um die Relativierung des Straftatbestands, sondern eine durchaus täglich vorkommende Geschichte, die es erklären kann, wie jemand im Laufe eines Abends die Kontrolle über sich verlieren kann.

Aus gutem Grund wird daher Alkoholeinfluss regelmäßig als mildernder Umstand angesehen.


Nochmals:
Kann es nicht geschehen, dass jemand im Laufe eines Abends die Kontrolle verliert? 
Dass der gute Vorsatz, ein Taxi zu nehmen, gewissermassen im Alkohol ersäuft ist, wenn es Zeit gewesen wäre, sich daran zu erinnern?

Ich fragte
"Ist alles so eindeutig schwarz-weiss?"

Du sagst:

Nein. Was ich sage und was ich hier schreibe ist meine persönliche Meinung. Wenn mir da jemand nicht zustimmt: bitte, da hab ich kein Problem damit.

Ich schreibe auch grundsätzlich meine Meinung (sonst müßte man es ja schließlich als Zitat oder Paraphrase kennzeichnen).

Nur ist es ja kein Argument.

 Aber meine Meinung ist eben: wenn man trinkt, dann fährt man nicht. Wenn man was trinken will, dann kümmert man sich vorher darum, wie man nach Hause kommt.

In Deutschland gibt es nun mal eine Promillegrenze.
So eindeutig, wie du es haben willst, geht es nur mit einer 0,0% -Grenze. (die wäre auch in meinem Sinn)

 Das Alkohol die Entscheidungsfähigkeit behindert wird auch Frau Käßmann bekannt sein.

Sicher, nur hat das Argument eben buchstäblich wenig Halt, wenn es über einen langen Abend im Wein verschwindet.
Nur die 0,0% Grenze hätte die Eindeutigkeit, die Du wünschst.


Wenn jemand Frau Käßmann weiterhin toll findet; vorbildhaft; preiswürdig; zivilcourage-zeigend usw dann ist das ja ok. Ich tue das nicht.

Darum ging es in diesem Teil des Arguments ohnehin nicht. Und mir ist es auch Wurscht, was jemand über sie meint.

Kommentar-Direktlink Franco· 15.02.11 · 21:05 Uhr

Irgendwie ist es eigenartig, dass du ausgerechnet die Käßmann so auf dem Kieker hast. Ist es wegen ihrer Religion? Natürlich ist es nicht O.K. besoffen mit dem Auto zu fahren, aber ich kenne wesentlich üblere Gestalten, die ich auch noch für wesentlich gefährlicher halte. Warum schenkst du dieser Frau soviel Aufmerksamkeit? Wie gesagt, ich finde es befremdlich.

Kommentar-Direktlink michael· 15.02.11 · 21:06 Uhr

> Mich hat nur interessiert, dass jemand der massiv betrunken Auto fährt mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet werden soll.


Weil sie besoffen Auto fuhr, darf sie nie mehr ein Preis für Zivilcourage bekommen?

Du bist ja schlimmer und nachtragender als die heilige Inquisition.

Kommentar-Direktlink ina· 15.02.11 · 21:10 Uhr

Hallo. ein sehr reißerischer und unfairer Artikel. Schlimm wie hier gehetzt wird, nur weil die Frau in Diensten der Kirche unterwegs ist. bin sehr enttäuscht.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 21:14 Uhr

@Florian:
Eben dieser negative Zusammenhang zwischen "betrunken fahren" und "Zivilcourage" erschließt sich mir nicht.
Ein Preis für Pflichtbewußtsein - ok, geschenkt, paßt nich.
Auch den Preis "Vorbild für die Jugend" kann sie sich abschminken, ebenso wie einen Preis "für vernünftiges Handeln".
Aber wird Zivilcourage durch betrunkenes Autofahren negiert?

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:14 Uhr

@IO: "Nochmals: Kann es nicht geschehen, dass jemand im Laufe eines Abends die Kontrolle verliert?"

Natürlich kann es geschehen. Menschen verlieren andauernd die Kontrolle. Aber das ist mMn keine Entschuldigung.

"In Deutschland gibt es nun mal eine Promillegrenze. So eindeutig, wie du es haben willst, geht es nur mit einer 0,0% -Grenze. (die wäre auch in meinem Sinn) "

Ja und ich wäre auch absolut dafür, dass die eingeführt wird. Ansonsten dürfen meine persönlichen Ansprüche aber ja auch durchaus strenger sein als das, was das Gesetz erlaubt.

"Sicher, nur hat das Argument eben buchstäblich wenig Halt, wenn es über einen langen Abend im Wein verschwindet. Nur die 0,0% Grenze hätte die Eindeutigkeit, die Du wünschst. "

Genau deswegen sollte ja auch ein absolutes Fahrverbot unter Alkohol eingeführt werden. Denn die Promillegrenze fordert so ein "die Kontrolle verlieren" ja geradezu heraus. Und "die Kontrolle zu verlieren" ist immer noch kein Entschuldigungsgrund für mich. Es ist bekannt, dass man unter Alkoholeinfluss die Kontrolle verlieren kann. Also sollte man sich entsprechend vorbereiten und dafür sorgen, dass man im Falle des Kontrollverlusts möglichst wenig Schaden anrichtet. Das kann man durchaus auch freiwillig tun; selbst wenn es einem der Staat erlaubt betrunken Auto zu fahren. Ich bin der Meinung das dies jeder tun sollte. Und das es nicht von Zivilcourage zeugt wenn jemand, vor allem in der Situation von Frau Käßmann, das nicht tut. Besoffen zu sein ist keine Entschuldigung für irgendwas.

Kommentar-Direktlink MartinS· 15.02.11 · 21:17 Uhr

@Florian
Du reitest immer wieder auf ihrem Fehler rum! Zu dem sie steht und für den sie die Konsequenzen ergriffen hat!

Mich hat nur interessiert, dass jemand der massiv betrunken Auto fährt mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet werden soll.
Inzwischen sollte doch klar sein, dass der Preis nicht für ihr Verhalten in diesem Fall verliehen werden sollte. Warum willst Du nicht einsehen, dass 'ein Lebenswerk' und 'ein Fehler' - bei dem noch nicht einmal jemand zu Schaden gekommen ist - unterschiedlich bewertet werden sollten?
Ja, es hätte jemand zu Schaden kommen können, aber rechtfertigt die reine Möglichkeit diese Totalverdammnis von Dir?
Wärest Du auch der Meinung, das Domink Brunner, als Ikone der Zivilcourage, keinen Respekt für sein Handeln mehr verdient hätte, wenn sich herausstellte, dass auch er mal betrunken Auto gefahren ist?

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:24 Uhr

@Voynich: "Aber wird Zivilcourage durch betrunkenes Autofahren negiert?"

Ja. Ist zumindest meine Meinung. Wer Zivilcourage zeigt, übernimmt Verantwortung für andere. Wer besoffen Auto fährt macht genau das Gegenteil.

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 15.02.11 · 21:24 Uhr

Nach Meinung des Blogschreibers wäre also Käßmann bis zu ihrem Ableben niemals wieder respektwürdig, denn sie hat den Tod von Menschen durch ihre Alkoholfahrt billigend in Kauf genommen.
Man muss kein Religionsanhänger sein, um hier das Fehlen von Vergebung nach Strafe und Reue anzumerken. Immerhin hat Käßmann ihre Strafe erhalten. Wenn ich ihr Reue unterstelle, dann sollte Vergebung nicht fehlen, und zur Vergebung gehört, dass man dem Täter den Respekt zurückgibt, dem einem Menschen gebührt. Sollte man aufgrund dieser Verfehlung trotz Strafe und Reue auch zukünftig jeden Respekt verweigern, dann verhält man sich religiöser, als man denkt, nämlich pharisäisch.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:25 Uhr

@Ina: "Hallo. ein sehr reißerischer und unfairer Artikel. Schlimm wie hier gehetzt wird, nur weil die Frau in Diensten der Kirche unterwegs ist. bin sehr enttäuscht. "

Es ist mir schnurz ob Frau Käßmann jetzt für die Kirche arbeitet oder Politikerin ist oder sonstwas. Wer besoffen Auto fährt hat keinen Preis verdient. Wenn du das für Hetze hälst, dann kann ich auch nix tun.

Kommentar-Direktlink Radicchio· 15.02.11 · 21:25 Uhr

dass eine fahrt unter alkohol (zwar unverantwortlich ist, aber) das vorhandensein von zivilcoutage ausschließt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. für mich sind das zwei ziemlich verschiedene sachverhalte. alkoholfahrt und verantwortung o.ä. - das würde ich zusammen sehen.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:29 Uhr

@MartinS: "Warum willst Du nicht einsehen, dass 'ein Lebenswerk' und 'ein Fehler' - bei dem noch nicht einmal jemand zu Schaden gekommen ist - unterschiedlich bewertet werden sollten?"

Seh ich doch ein. Aber wenn der "eine Fehler" steht eben dem Preis der ja für besondere "Zivilcourage" vergeben werden soll diametral entgegen.

"Wärest Du auch der Meinung, das Domink Brunner, als Ikone der Zivilcourage, keinen Respekt für sein Handeln mehr verdient hätte, wenn sich herausstellte, dass auch er mal betrunken Auto gefahren ist? "

Ich habe vor niemandem Respekt der betrunken Auto fährt. Könnt ihr jetzt für zu hart oder "schwarz-weiss" halten. Aber so ist es.

Kommentar-Direktlink Hel· 15.02.11 · 21:32 Uhr

@Florian

Also sollte man sich entsprechend vorbereiten und dafür sorgen, dass man im Falle des Kontrollverlusts möglichst wenig Schaden anrichtet.

Großartige Forderung, der theoretisch alle zustimmen können und an der trotzdem manch eine(r) mal praktisch scheitert, zB wenn der Kontrollverlust eigentlich nicht geplant war.

Na ja, und dass der Preis nicht ihrer Alkfahrt galt, ist doch wohl geklärt, oder?

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:33 Uhr

@WolfgangK: "Sollte man aufgrund dieser Verfehlung trotz Strafe und Reue auch zukünftig jeden Respekt verweigern, dann verhält man sich religiöser, als man denkt, nämlich pharisäisch. "

Ich habe allerdings nie gesagt, dass jemand sich NIE rehabilitieren kann; dass der Respekt für IMMER verloren ist.

Ansonsten könnten wir die Sache ja aber auch langsam beenden. Ich sehe, dass ich mit meiner Meinung was Frau Käßmann angeht weitesgehend alleine da stehe. Das ist kein Problem für mich; es müssen nicht immer alle meiner Meinung sein. Ich stehe weiter zu dem was ich geschrieben habe: Wer besoffen Auto fährt zeigt keine Zivilcourage! Wer betrunken Auto fährt verdient keinen Respekt. Wenn jemand das anders sieht, dann ist das eben so. Jeder soll seine Meinung haben können. Aber ich denke nicht dass es viel SInn macht, das hier noch ein paar dutzend Mal zu wiederholen...

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 21:35 Uhr

@Hel: "Na ja, und dass der Preis nicht ihrer Alkfahrt galt, ist doch wohl geklärt, oder? "

Ist es, aber wie ich schon sagte: das war nie das, worum es mir ging.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 21:40 Uhr

@Florian:
"Wer Zivilcourage zeigt, übernimmt Verantwortung für andere. Wer besoffen Auto fährt macht genau das Gegenteil."

Ok, das ist ein Punkt. Ich bin offenbar nicht der einzige, der ihn etwas streng findet, aber er ist nachvollziehbar.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 21:43 Uhr

Bester Florian,

vielleicht erläuterst Du einmal Deinen Begriff der "Zivilcourage", der sich nicht recht mit dem deckt, was ich einmal gelernt habe, und was auch hier recht konzis dargestellt ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilcourage

Inwiefern hat Käßmann da nun durch ihre Alkoholfahrt keine "Zivilcourage" gezeigt?
Ich versteh's nicht, was Du mit deiner Anwendung des Wortes eigentlich ausdrücken willst, und vielleicht erklärt sich durch unterschiedliche Begrifflichkeit dann wenigstens, warum du hier selbst bei treuen Lesern deines fabelhaften Blogs nicht auf die gewohnte Zustimmung triffst?

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 21:48 Uhr

Nachsatz:
Auch die aktuelle Duden-Definition "Zivilcourage" macht in Bezug auf Käßmann keinen Sinn.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 21:48 Uhr

Nachsatz:
Auch die aktuelle Duden-Definition "Zivilcourage" macht in Bezug auf Käßmann keinen Sinn.

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 15.02.11 · 21:57 Uhr

@Florian
"Ich habe allerdings nie gesagt, dass jemand sich NIE rehabilitieren kann; dass der Respekt für IMMER verloren ist."

Da drängt sich mir doch die Frage auf, wann die Rehabilitation abgeschlossen ist. Im moral-ethischen als auch im juristischen Bereich ist jemand mit dem Ende der Bestrafung (und der dazugehörenden Reue) rehabilitiert. Aber natürlich hat jeder das Recht, auch länger in religiös-pharisäischer Grundstellung zu verharren...

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 15.02.11 · 22:02 Uhr

Also jetzt muss ich mich doch mal ganz entschieden hinter unseren Florian stellen!

Sorry, aber wer infolge Alkoholkonsums Menschenleben riskiert (und warum es extrem unwahrscheinlich ist, dass dies Frau Kässmann's erste Verfehlung dieser Art war, habe ich in diesem Kommentar ja bereits dargelegt), muss mE erst einmal gaaaanz von unten wieder anfangen. Da nutzen auch keinerlei Verdienste aus dem "Vorleben".

Und es ist mE einfach nur ein ganz schlechtes Vorbild, wenn so eine Person des öffentlichen Lebens kaum 1 Jahr nach einer solchen Verfehlung auch nur irgendeinen Preis bekommt.

Denn was ist damit die Botschaft für die Menschen (und vor allem für die Jugend, die man ja gerade über die Kirche noch so gerne erreichen möchte)? "Du darfst saufen, wie Du willst, am Ende ist das ja nicht wichtig, und Du bekommst trotzdem einen Preis"?!?

Sorry, aber ich habe (beruflich) leider ein paar Mal zu oft die Opfer von Trunkenheitsfahrten gesehen (sehen müssen!), als dass ich da noch von einer "Zero Tolerance"-Politik abweichen könnte.

Author Profile Page Florian Freistetter· 15.02.11 · 22:04 Uhr

@IO: Kannst du das mit dem "Bester Florian" lassen? Ansonsten habe ich vorhin schon erklärt wie ich das mit der Zivilcourage sehe:

"Wer Zivilcourage zeigt, übernimmt Verantwortung für andere. Wer besoffen Auto fährt macht genau das Gegenteil."

Du musst mir nicht zustimmen. Wenn du meinst, Käßmann würde ausreichend Zivilcourage zeigen um mit nem Preis geehrt zu werden ist das eben deine Meinung. Ich hab nichts dagegen.

"und vielleicht erklärt sich durch unterschiedliche Begrifflichkeit dann wenigstens, warum du hier selbst bei treuen Lesern deines fabelhaften Blogs nicht auf die gewohnte Zustimmung triffst? "

Vielleicht liegts auch einfach daran dass wir alle unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften sind.

Nochmal: macht es jetzt wirklich Sinn, wenn ich hier noch ein dutzend Mal erkläre, dass ich der Meinung bin, die ich im Artikel geäußert habe? Und ihr mir ebenso ein dutzend Mal erklärt das ich anderer Meinung bin? Hier gehts nicht um Wissenschaft; hier darf man ruhig anderer Meinung sein. Ich hab jedenfalls keine Lust mehr drauf.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 22:11 Uhr

@WolfgangK:
"Im moral-ethischen als auch im juristischen Bereich ist jemand mit dem Ende der Bestrafung (und der dazugehörenden Reue) rehabilitiert."
Trotzdem würdest Du keinem Steuerbetrüger nach Abbüßen seiner Strafe einen Orden für Wirtschaftlichkeit verleihen, oder?

Kommentar-Direktlink WolfgangK· 15.02.11 · 22:21 Uhr

@H.M.Voynich
Bei dem zitierten Satz handelt es sich um "Rehabilitation". Von einem Orden war keine Rede.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 22:22 Uhr

(p.s.: "Reue" ist im juristischen Bereich ziemlich unwichtig, da sie beliebig vorgegaukelt werden kann; während sie im hiesigen Fall wesentlich ist.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 22:28 Uhr

@WolfgangK:
Der "Orden" war vorgegeben durch den Kontext, juristische Prinzipien helfen mir da leider nicht bei meiner persönlichen Meinungsfindung.
Im Kontext kann "Rehabilitation" nicht juristisch gemeint sein.

Kommentar-Direktlink IO· 15.02.11 · 22:41 Uhr

@IO: Kannst du das mit dem "Bester Florian" lassen? 

Klar, kann ich das!
Wenn Dich freundlich gemeinte Anreden stören, lass ich die halt weg.

Bitte nicht böse sein, wenn meine gute Erziehung mir doch von Zeit noch gewisse Höflichkeitsformen abzwingt.


Ansonsten habe ich vorhin schon erklärt wie ich das mit der Zivilcourage sehe: 

"Wer Zivilcourage zeigt, übernimmt Verantwortung für andere. Wer besoffen Auto fährt macht genau das Gegenteil." 

Das ist keine Erklärung, wie Du den Begriff "Zivilcourage" definierst (persönlich, und abweichend von gemeinhin geläufigen Inhalten), sondern offenbar die Konsequenz einer von Dir nicht angegebenen Privatdefinition des Begriffs "Zivilcourage". Es macht aber schon Sinn unter nicht ganz dummen Menschen zu sagen wovon man spricht.
Du bist sonst auch immer zu Recht dabei, Privatdefinitionen zu vermeiden.

Du musst mir nicht zustimmen.
Unnötig, das zu erklären, da ich nur aufgrund einer stichhaltigen Argumentation zustimmen "müsste".


 

Wenn du meinst, Käßmann würde ausreichend Zivilcourage zeigen um mit nem Preis geehrt zu werden ist das eben deine Meinung. Ich hab nichts dagegen.

Ich auch nicht!
Habe aber auch nichts dergleichen behauptet.


Ich:
"und vielleicht erklärt sich durch unterschiedliche Begrifflichkeit dann wenigstens, warum du hier selbst bei treuen Lesern deines fabelhaften Blogs nicht auf die gewohnte Zustimmung triffst? "

Du

Vielleicht liegts auch einfach daran dass wir alle unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften sind.

Es geht hier eigentlich um eine stichhaltige Argumentation.
Binsenweisheiten kann ich nicht kommentieren.

Nochmal: macht es jetzt wirklich Sinn, wenn ich hier noch ein dutzend Mal erkläre, dass ich der Meinung bin, die ich im Artikel geäußert habe? Und ihr mir ebenso ein dutzend Mal erklärt das ich anderer Meinung bin? Hier gehts nicht um Wissenschaft; hier darf man ruhig anderer Meinung sein. Ich hab jedenfalls keine Lust mehr 

Ok, wenn Du sagst dass Du nicht mit Argumenten Deine Position vertreten willst, - ist ja OK. Ist Dein Blog. Du hast Hausrecht! Unbenommen.

Nur, warum schliesst Du diesen Thread nicht, wenn Dir sachliche Gegenargumente in diesem Fall nicht willkommen sind?

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 15.02.11 · 23:01 Uhr

@IO:
"Ok, wenn Du sagst dass Du nicht mit Argumenten Deine Position vertreten willst, - ist ja OK. "

Florian hat seinen Standpunkt begründet, m.E. vollständig.
Er ist in sich schlüssig und kann eingenommen werden.
Muß aber nicht, weil Ethik nicht logisch entscheidbar ist.

Kommentar-Direktlink KommentarAbo· 16.02.11 · 00:57 Uhr

...

Author Profile Page Florian Freistetter· 16.02.11 · 08:41 Uhr

@IO "Ok, wenn Du sagst dass Du nicht mit Argumenten Deine Position vertreten willst, - ist ja OK. Ist Dein Blog. Du hast Hausrecht! Unbenommen. Nur, warum schliesst Du diesen Thread nicht, wenn Dir sachliche Gegenargumente in diesem Fall nicht willkommen sind? "

Alle Argumente für meine Position findest du im Artikel. Ich kann sie gerne nochmal in den Kommentaren wiederholen - nur halte ich das halt für relativ sinnlos. Es geht hier nicht um wissenschaftliche Fakten. Sondern um Meinungen. Und es geht auch nicht um "Privatdefinitionen". Wikipedia schreibt:

Heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen die öffentliche Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist.

"Die Werte der Allgemeinheit vertreten" heisst auch Verantwortung für die Allgemeinheit übernehmen. Und das was Käßmann getan hat ist genau das Gegenteil.

Kommentar-Direktlink ghostrider· 16.02.11 · 09:28 Uhr

Ist zwar schon wieder länger her, aber dennoch, zur Erklärung:

Das Foul, Florian, ist deswegen als solches zu werten, weil du dich in deinem Urteil von einem schlecht recherchierten Spiegel-Artikel hast leiten lassen. Es ist nun mal meine Meinung, dass Falschmeldungen nicht dazu herhalten sollten, jemanden zum zweiten Mal in die Pfanne zu hauen. Zudem du sonst, was Recherche anbelangt, ganz andere Maßstäbe ansetzt und auch einhälst.
Dieser thread ist aus meiner Sicht ein Ausreißer, der an deinem unter Skeptikern(aber nicht nur) guten Ruf nagt. Ich habe mit dir keinen Strauß auszufechten, sondern ich halte deinen Blog, auch wegen seinem aufklärerischen Furor für sehr gut und wichtig.
Du versuchst dich aber gerade rauszuwinden, und das kann man sehen: Dazu muss man nicht mal besonders erfahren sein. Und das ist nicht souverän.
Wobei ich denke, nicht betonen zu müssen, dass ich ebenfalls des öfteren die Souveränität vermissen lasse, und auch nicht glaube, dass das so ungewöhnlich ist.
Nur muss dann auch mal irgendwann gut sein. Es haben auch schon andere vorgeschlagen, den thread zu schließen.......

Kommentar-Direktlink knorke· 16.02.11 · 11:03 Uhr

Ab dem Teil, dass (allgemein formuliert) ein Fehlverhalten (besonders, wenn es primär nicht mit der Sache zu tun hat) eine Lebenswerk entwertet, bin ich nicht mehr Florians Meinung.
Mir steht kein Urteil darüber zu Gebote (da ich mich nicht damit befasst habe) ob Frau Käßmanns Lebenswerk ehrungswürdig ist, wenn aber ja, dann wird es nicht durch eine betrunkene Autofahrt entwertet. Ob man die Ehrung dann annimmt (so sie denn das eigene Lebenswerk beinhaltet), ist denke ich eine Frage des guten Geschmacks und des eigenen Sendungsbewusstseins.

Themenerweiterung: Man kann ja nun auch nicht jedesmal die "alkoholisierte Irrfahrt" bemühen, um Leistungen zu relativieren. Das wäre so, als würde man sagen: "Er hat zwar mit seiner Arbeit zahlreiche Drogensüchtige von der schiefen Bahn geholt, aber mit 17 Jahren hat er mal einem Anderen in einer Schlägerei die Nase gebrochen."

Author Profile Page Florian Freistetter· 16.02.11 · 11:14 Uhr

@ghostrider: "Das Foul, Florian, ist deswegen als solches zu werten, weil du dich in deinem Urteil von einem schlecht recherchierten Spiegel-Artikel hast leiten lassen"

Ne, hab ich nicht. Ich hab den Spiegel-Artikel nichtmal gelesen. Es war und ist mir völlig egal mit welcher Begründung der Preis für Zivilcourage verliehen werden sollte. Er ist meiner Meinung nach auf keinen Fall angebracht (Darum habe ich ja auch gestern nochmal extra ein paar Sätze zur Klarstellung in meinem Artikel angefügt).

"Du versuchst dich aber gerade rauszuwinden, und das kann man sehen: Dazu muss man nicht mal besonders erfahren sein. "

Bah Leute, langsam nervts echt. Ich bin der meinung, dass jemand wie Käßmann keinen Preis für Zivilcourage verdient (und es ist dabei schnurz ob der fürs Lebenswerk oder sonstwas verliegen werden soll). Diese meine persönliche Meinung habe ich hier in meinem Blog kund getan. Das hat nix mit mangelnder Rechercher o.Ä. zu tun. Denn der Preis wurde ihr ja verliehen und sie ist besoffen Auto gefahren. Das sind die Fakten auf denen meine Meinung beruhigt den Zivilcourage passt nicht mit Alkofahrten zusammen. Welche Begründung irgendein Kommitee falsch kommuniziert hat und was irgendwelche Medien daraus fälschlicherweise geschlossen haben spielt keine Rolle und hat keine Rolle gespielt.

Ist es echt so schwer zu akzeptieren dass ich der Meinung bin, dass Käßmann diesen Preis nicht verdient hat? Ich sage nicht, dass Käßmann nie wieder in ihrem Leben einen Preis für irgendwas kriegen soll. Ich sage nicht, dass Käßmann bis in alle Ewigkeit moralisch zu verachten und nicht zu respektieren ist. Ich sage nur, dass jemand, der letztens Jahr sturzbesoffen Autogefahren ist dieses Jahr keinen Preis für Zivilcourage bekommen soll. Das kann doch jetzt echt nicht so ein Aufreger sein??

"Es haben auch schon andere vorgeschlagen, den thread zu schließen....... "

Ja, es schlagen mir immer wieder Leute vor, wie ich mein Blog zu führen hätte...

Kommentar-Direktlink Manea-K· 16.02.11 · 11:22 Uhr

@Florian:
Ich denke, Du solltest das "deswegen" aus dem Satz "Und zweitens die Tatsache, dass ihr nun deswegen ein Preis verliehen wird" streichen.
Ich habe verstanden, dass Dir die Begruendung fuer die Preisverleihung egal ist, aber fuer viele, u.a. fuer mich, macht es einen grossen Unterschied ob jemand TROTZ eines Fehlers oder WEGEN des Verhaltens nach dem Fehler einen Preis bekommen.
Und zumindest in der Pressemitteilung der Stiftung (Randbemerkung: die ich unglaublich schlecht formuliert und begruendet finde) wird auch nochmal klar gestellt, dass ihr der Preis NICHT WEGEN ihres Ruecktritts verliehen werden sollte.
Insofern ist Dein Satz zumindest irrefuehrend.

Kommentar-Direktlink ghostrider· 16.02.11 · 11:27 Uhr

Ok, ich habs versucht. Besser kann ichs halt nicht ausdrücken. Erreicht hab ich dich trotzdem nicht, wie ich feststellen muss. Nächstes Mal halte ich mein ungewaschenes Maul, und überlasse die Kommentare den Zustimmenden.

Author Profile Page Florian Freistetter· 16.02.11 · 11:30 Uhr

@ghostrider: "Nächstes Mal halte ich mein ungewaschenes Maul, und überlasse die Kommentare den Zustimmenden. "

Bah, jetzt sei doch nicht gleich eingeschnappt. Ich hab ja extra betont dass ich kein Problem habe, wenn jemand meiner Meinung nicht zustimmt.

Aber ich verstehe tatsächlich nicht, was denn nun meine große Verfehlung gewesen sein soll?

Author Profile Page Florian Freistetter· 16.02.11 · 11:32 Uhr

@Manea-K: Ok, du hast recht, das war mißverständlich.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 16.02.11 · 11:52 Uhr

@ FF:

Bitte mal tief durchatmen und bis 10 zählen.

Kommentar-Direktlink IO· 16.02.11 · 12:42 Uhr

Florian

Alle Argumente für meine Position findest du im Artikel.

Es ging in der Diskussion, die sich aufgrund deines Blogeintrags entwickelt hat, nicht mehr nur um die Aussagen in Deinem obigen Blog-Beitrag, sondern um nur im Thread aufgeworfene Fragen.

Zu denen mußt Du ja nicht Stellung nehmen, und Du hast auch das Recht, Dich auf die ethisch rigoristische Position zurückzuziehen, die Du in diesem Fall vertrittst.
Diese Position kann infrage gestellt werden. Solange Du den Thread offen hältst, müssen sich alle Diskussionsteilnehmer gefallen lassen, dass ihre Position in der Sache infragegestellt werden kann.

Dazu werden Argumente ins Feld gebracht...


... Es geht hier nicht um wissenschaftliche Fakten.

Ich sprach von Argumenten, die eben in einem Fall in dem Ethik eine Rolle spielt, nicht nur aus Fakten bestehen
(und Fakten selbst sind auch nicht wissenschaftlich).


Sondern um Meinungen.

Ja, sicher.
Und Meinungen kann man begründen und eben auch diskutieren.


Du vertrittst in diesem Fall eine rigoristische Position. Das kann man tun.

Aber man kann auch erkennen, dass eine solche Position menschlichem Verhalten gegenüber ungerecht sein oder werden kann.

Dieser ethische Rigorismus läßt vielleicht nicht zu, Umstände zu erkennen, die zugunsten eines Menschen sprechen, auch wenn er schuldhaft geworden ist. ich finde das schade.

Du bist mit keinem Wort darauf eingegangen (Nein, du mußtest das auch nicht), dass es Gründe geben kann (die Du nicht kennen kannst), warum eine Autofahrerin alkoholisiert fuhr.
Gründe, die sie selbst vielleicht nicht in Kontrolle haben konnte (was an ihrem schuldhaft werden nichts ändert. Sie hat das durch die Strafe gebüßt. Muß man immer weiter richten? Es ist doch kein Menschheitsverbrechen.).


Dieser Rigorismus wird eben von einigen hier, auch mir, so nicht geteilt.

Schon in Sophokles 'Antigone' wird wird die Konsequenz einer uneingeschränkt rigoristischen Position sein kann, auch wenn sie auf ethischen Grundsätzen beruht.
Vielleicht kennst Du es, sonst sei dir die Lektüre empfohlen!


Und es geht auch nicht um "Privatdefinitionen". Wikipedia schreibt:

Heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen die öffentliche Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist.

"Die Werte der Allgemeinheit vertreten" heisst auch Verantwortung für die Allgemeinheit übernehmen. Und das was Käßmann getan hat ist genau das Gegenteil.

Man kann nicht den Teil einer als Gesamtheit zu verstehenden Definition herauspicken, der gerade seiner persönlichen Sicht entspricht, der aber als herausgerissener Teil nicht "Zivilcourage" definiert oder sich mit ihr deckt.
Es ist in diesem Sinne schon eine Privatdefinition!

Mit dem gleichen rhetorischen Kniff könntest Du einen beliebigen anderen Teil der Definition ausschneiden, z.B. nur "die öffentliche Meinung" und dann sagen, dass dieser Teil für Dich "Zivilcourage" definiert.


Zentral ist für den Begriff Zivilcourage dessen erster Teil:
"Heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen die öffentliche Meinung verstanden,"
das was folgt, bezieht sich auch klar auf das was der Einzelne selbst für sich als richtig erkannt hat!
"mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist."

Es geht also demzufolge bei Zivilcourage überhaupt nicht um konkretes Handeln, sondern um das Vertreten einer subjektiven Meinung!

Eine Alkoholfahrt ist schuldhaftes Handeln und verantwortungslos.
Mit Zivilcourage hat es nichts zu tun.

Auch die knappe Duden-Definition des Begriffs zeigt keinen Zusammenhang mit konkreten Handlungen:
"Mut, den jemand beweist, indem er seine Meinung offen äußert u. sie ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt."

Worauf Du wohl abzielst, ist Verantwortung, verantwortliches Handeln bzw. die Negation dessen durch Käßmanns Handeln.

Kommentar-Direktlink knorke· 16.02.11 · 13:56 Uhr

Maan, Florian, du wirkst echt grad e weng knurrig. ^^
Hier ich mal dir'n Kuscheltier zum Abregen:

o,_,o
( ° ; °)
O( ,, ,,)O
( o) ( o)

Naa? Besser?

Kommentar-Direktlink Sebastian· 16.02.11 · 19:25 Uhr

Wie heißt es so schön? Jedem seine Meinung, aber hier bin ich nicht bei dir, im Gegenteil. Die Argumentationskette von dir ist mMn ziemlicher Quatsch, aber das schreibt dir ja schon quasi jeder Zweiter.
Ich könnte jetzt massig Analogien bemühen -Hemingway und andere große Alkoholiker rauszerren- aber das lasse ich. Du bekommst hier grad genug Feuer, denk mal drüber nach warum. Und nein wir sind hier keine Fundies oder so :-)

Author Profile Page Florian Freistetter· 16.02.11 · 19:39 Uhr

@Sebastian: "Die Argumentationskette von dir ist mMn ziemlicher Quatsch"

Welche Argumentationskette? Ich habe gar keine Argumentationskette aufgebaut - ich habe nur festgestellt, dass meiner Meinung nach Frau Käßmann keinen Preis verdient.

"Ich könnte jetzt massig Analogien bemühen -Hemingway und andere große Alkoholiker rauszerren- aber das lasse ich."

Ist wohl besser so. Abgesehen davon dass wir hier dem Alkoholismus keine Loblieder singen müssen habe ich nicht gesagt, dass Säufer nichts großes leisten können. Aber deswegen bin ich trotzdem noch der Meinung Frau Käßmann hat keinen Preis verdient.

Kommentar-Direktlink noch'n Flo· 16.02.11 · 20:44 Uhr

@ Sebastian:

Die Argumentationskette von dir ist mMn ziemlicher Quatsch, aber das schreibt dir ja schon quasi jeder Zweiter.

Und wieder einmal bin ich richtig froh, einer Minderheit anzugehören.

Kommentar-Direktlink Lukas· 17.02.11 · 00:46 Uhr

Ach ja das ist mal wieder Gutmenschentun erster Klasse...

Ich trinke keinen Alkohol rauche nicht und bin "trotzdem" Atheist und keiner verleiht mir nen Preis was solls. Ich leben länger und freue mich jedes Mal über Infos auf dieser Seite bewundere die Ringe des Saturn und versuche mich nicht zu sehr zu wundern warum manche Dinge in der Welt geschehen...

Kommentar-Direktlink Optimist71· 17.02.11 · 06:31 Uhr

Aber Hallo!

FF hat meiner Meinung nach 100%ig recht, und die Aussage ist unmissverstaendlich: Wer unter Alkoholeinfluss Auto faehrt, macht sich nicht nur strafbar, sondern handelt zutiefst unmoralisch, da er/sie das Risiko, andere in Lebensgefahr zu bringen, de facto billigend in Kauf nimmt.

Und wenn Frau Kaessmann hinterher die Verantwortung fuer diese Verfehlung uebernimmt, so ist das eine Selbstverstaendlichkeit, die ich von jedem muendigen Erwachsenen *erwarte*. Dies als Zivilcourage zu bewerten und mit einem Preis zu belohnen, halte ich daher fuer grundfalsch. Genauso unsinnig waere es, jedem Fahrgast in der U-Bahn, der *nicht* seine Fuesse auf den gegenueberlegenden Sitz legt, einen Preis zu verleihen!

Kommentar-Direktlink MartinS· 17.02.11 · 08:14 Uhr

@Optimist71
Lesen würde helfen!
Der Preis hatte absolut nichts mit ihrer Alkoholfahrt zu tun! Die Information war falsch!
Mir geht dieses bigotte Käßmann-Bashing ziemlich auf den Zeiger!
Sofern ihr am Straßenverkehr teilnehmt: noch nie zu schnell gefahren, an einer riskanten Stelle doch noch überholt, doch bei Rot über die Ampel gegangen, - noch NIE ein bewußtes Risiko eingegangen? IMMER perfekte Untertanen?
Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand Alk-Fahrten verurteilt (Die Verurteilung ist ja auch völlig rechtens!), aber mit dem moralischen Hammer gleich den ganzen Menschen zu Klump zu hauen, ist einfach unangemessen - meiner Meinung nach!

Kommentar-Direktlink Kyllyeti· 17.02.11 · 08:14 Uhr

Also meiner Meinung nach sind Alkoholfahrten schon ein Grund, sich aufzuregen.


Allerdings finde ich den konkreten Aufhänger hier - eine Preisverleihung - nicht allzu erwähnenswert. Meinem subjektiven Eindruck nach wird inzwischen alle halbe Stunde irgendwo irgendwem ein Preis verliehen. Wer einigermaßen öffentlich auffällt, scheint sich geradezu schon ducken zu müssen, um nicht von einer solchen Ehrung getroffen zu werden.


Meines Erachtens sind viele dieser Preise einfach PR-Aktionen, um die Preisstifter mal wieder in die Medien zu bringen. Das geschieht manchmal mit ehrenwerten Zielen, aber oft spielen kommerzielle Gründe wohl die Hauptrolle.

Das dollste sind die von Medien selbst verliehenen Preise für Personen, welche ebendiese Medien besonders eifrig 'bedienen'.

Da warte ich jetzt nur noch darauf, dass der ultimative Preis verliehen wird - der für die 'beste' Preisverleihung des Jahres oder so. Dürfte nicht mehr lang dauern, bis der auch noch kommt.


Kommentar-Direktlink schlappen· 18.02.11 · 00:30 Uhr

tja schadenfreude ist der deutschen liebste freude. der aktuelle kandidat ist der adlige afghanistan und gorch fock minister. zum thema selbst sag ich mal "wer kann der darf - soll sich aber nicht erwischen lassen". solange keine überwachungseinrichtung im pkw vorhanden ist, bringt das geschwätz nichts. und wenn wir dann alle satelitengesteuert im autodrive mode kolonne fahren, fühlen wir uns wieder unfrei und in unseren rechten beschnitten. die beste lösung für alle - AUTOS VERBIETEN

Kommentar-Direktlink Hel· 18.02.11 · 14:14 Uhr

It's Friday - Zeit für ein paar kleine Geschmacklosigkeiten...

Vorbildsfunktion:
http://fr.toonpool.com/cartoons/Vorbild_74837#img9

Image-Schaden:
http://fr.toonpool.com/cartoons/Zum%20Teufel%20mit%20K%C3%A4%C3%9Fmann_74958#img9

Vom Skopus der Vergebung:
http://fr.toonpool.com/cartoons/S%C3%BCnden_74904#img9

Kommentar-Direktlink MartinS· 18.02.11 · 14:26 Uhr

@Hel
Wie wahr!
:-)

Kommentar-Direktlink Marius· 18.02.11 · 14:28 Uhr

Sicher teilt Käßmann die in der Überschrift zum Ausdruck gebrachte Ansicht.
Der Artikel schlägt auf eine schon längst abgedroschene Piñata ein und somit etwas pointless.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Kommentar-Direktlink Amiga-Freak· 20.02.11 · 20:21 Uhr

Man sollte vielleicht der Vollständigkeit halber erwähnen daß sie den Preis nicht für ihren Rücktritt bekommen sollte.

Als Zivilcourage, für die der Preis gedacht war, wurde ihre Kritik des Afghanistan-Einsatzes gesehen, mit den Worten: "Nichts ist gut in Afghanistan".
Steht ja auch in dem oben verlinkten Artikel, scheint aber hier nicht wahrgenommen worden zu sein.

Kommentar-Direktlink Markus Breuer· 25.02.11 · 12:18 Uhr

Grundsätzlich kann ich die Haltung verstehen, jemanden, der einen Fehler gemacht hat, dafür auch nicht noch zu loben - ob er es nun zugibt oder nicht. Und abgesehen davon, dass sowohl die Stiftung als auch Kläßmann klar gestellt haben, dass der Preis nicht für ihren Rücktritt verliehen werden sollte, finde ich den Rücktritt immer noch bemerkenswert und in gewisser Weise vorbildlich.

Fehler - auch solche vermeidlichen - machen die meisten Menschen. Aber die wenigsten stehen dazu und tragen unangenehme Konsequenzen, die über das "tut mir leid, soll nicht wieder vorkommen" hinausgehen.

Das wird ins gerade dieser Tage wieder sehr plastisch vor Augen geführt. Da gibt es einen Bundesminister, der nicht nur geschummelt sondern auch gelogen hat, und als er erwischt wird, sagt er "Tschuldigung, tut mir echt leid" und geht zur Tagesordnung über (es gibt ja auch wirklich "Wichtigeres"). Er ist damit nichts Besonderes. Nicht im Positiven und nicht im Negativen. Er hat gehandelt, wie viele Amts- und Würdenträger vor ihm: nur zugeben, was nicht zu vermeiden ist, sich entschuldigen aber schmerzliche Konsequenzen vermeiden. Die gute alte Sitte des "Verantwortung übernehmen" und "Konsequenzen ziehen" - die früher einmal sogar praktiziert wurde, wenn man nicht selbst Mist gebaut hat, sondern Menschen im eigenen Verantwortungsbereich, ist außer Mode gekommen.

Es gab hier den einen oder anderen Mitdiskutanten, der die Ansicht vertrag, dass eine solche Reaktion aber doch wohl selbstverständlich - und deshalb nicht weiter erwähnenswert - wäre. Tscha, vielleicht war das einmal so. Aber nicht erst Freiherr von und zu Guttenberg hat uns in den vergangenen Monaten und Jahren gezeigt, dass diese "Selbstverständlichkeit" schon lange nicht mehr selbstverständlich ist und der Unwillen, Verantwortung zu übernehmen, leider auch keine Konsequenzen für die entsprechenden Feiglinge hat.

Insofern ist meines Erachtens Frau Käßmanns Verhalten auch in dieser Causa anerkennenswert. Sie hat uns ein Vorbild gegeben - nach einem Fehlverhalten, zu dem es besser nicht erst gekommen wäre. Dieses Fehlverhalten will ich nicht wegdiskutieren. Aber was dann kam, hatte menschliche Größe.

Kommentar-Direktlink BreitSide· 27.02.11 · 15:49 Uhr

xxx

Kommentar schreiben

Netiquette·AGB

 

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »