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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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19.08.10 · 10:03 Uhr

Wenn die Erde still stehen würde...

 ·  Kommentare: 66

Unsere Erde dreht sich. In rund 24 Stunden einmal um ihre Achse. Aber was würde eigentlich passieren, wenn sie das nicht mehr tun würde? Ok - das ist eine rein hypothetische Frage. Ich kann mir nicht wirklich irgendein realistisches Ereignis vorstellen, das dazu führen würde, dass die Erde sich plötzlich nicht mehr dreht. Und würde man es doch irgendwie schaffen, die Rotation der Erde zu stoppen, dann würde die ganze Rotationsenergie auch nicht plötzlich im Nichts verpuffen sondern vermutlich die Ozeane verdampfen oder sonst ein ordentliches Chaos anrichten. Und recht gemütlich wäre es auf so einer Erde dann auch nicht mehr. Unser normaler Tag/Nacht-Rhythmus wäre Geschichte - wir hätten ein halbes Jahr Tag; gefolgt von einem halben Jahr Nacht und was das mit Klima, Wetter, Flora und Fauna anstellen würde kann man sich leicht ausmalen.

Aber tun wir mal so, als könnte man die Erde einfach wirklich so anhalten - ohne katastrophale Phänomene; ohne verdampfende Meere und globalen Vulkanismus. Von einem Moment auf den anderen hört die Erdrotation einfach auf. Selbst dann würde sich das Antlitz der Erde dramatisch ändern.

Denn die Erde ist keine perfekte Kugel. Durch die Rotation ist sie zu einem abgeflachten Ellipsoid geworden. Der Abstand von Pol zu Pol ist geringer als der Durchmesser der Erde, gemessen am Äquator. Diese spezielle Form der Erde führt natürlich auch zu einem unterschiedlichen Gravitationspotential da verschiedene Punkte der Erdoberfläche verschieden weit vom Massenzentrum entfernt sind (grün: starke Gravitation; braun: schwache Gravitation):

nospin_3-lg.jpg

Bild: "ArcUser magazine, Summer 2010, used with permission from Esri."

Diesem Gravitationspotential folgt natürlich auch das Wasser der Ozeane. Und da ist da noch die Zentrifugalkraft. Das alles führt dazu, dass das Meeresniveau am Äquator wesentlich höher liegt als in der Nähe der Pole. Das Wasser türmt sich in Äquatornähe also quasi auf - bis zu 8 Kilometer! Fällt nun die Zentrifugalkraft weg - die Erde hat ja aufgehört zu rotieren - dann ist allein das Gravitationspotential maßgeblich für die Verteilung des Wassers auf der Erde. Steht die Erde still, dann fließen die Ozeane in Richtung der Pole ab. Witold Fraczek, Mitarbeiter der Firma esri, hat dieses Szenario detailliert durchgerechnet und auch wenn es nur ein Gedankenexperiment ist, sind die Ergebnisse faszinierend.

Am Äquator würde das abfließende Wasser einen erdumspannenden Superkontinent erzeugen. Die Kontinente in den gemäßigten Breiten würden nun allerdings überflutet:

nospin_9-lg.jpg

Bild: "ArcUser magazine, Summer 2010, used with permission from Esri."

Die USA und Kanada sind so so gut wie weg; ebenso Europa. Gerade mal ein bisschen Spanien, Italien und Griechenland bleibt noch übrig und einige verstreute Inseln, dort wo sich heute die Alpen befinden. Russland wäre ebenso wie der ehemalige Erzfeind USA nicht mehr auf den Karten zu finden. Tibet und Afghanistan könnten sich über neue Strände freuen und Japan wäre keine Insel mehr sondern mit dem neuen Superkontinent verbunden.

Auch wenn sowas nie wirklich passieren wird - es ist ein faszinierender Gedanke, unsere Welt so auf den Kopf gestellt zu sehen. Das Leben in dieser neuen Welt wäre eines, dass sich in Afrika und Asien abspielen würde; die alten Zentren in Europa und Nordamerika wären wohl nur noch als touristische Tauchziele relevant. Und es wäre ebenso interessant zu sehen, wie sich die Existenz einer durchgehenden Kontinentalmasse auf die Flora und Fauna auswirken würde. Oder auf das Wetter und Klima - immerhin sind nun die Wassermassen von Nord- und Südhalbkugel getrennt. Dafür kann man nun - wenn man Lust hat - die Erde zu Fuß umrunden...


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Autor: Florian Freistetter· 66 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (66)

Kommentar-Direktlink Konni Scheller· 19.08.10 · 10:06 Uhr

[quote]Dafür kann man nun - wenn man Lust hat - die Erde zu Fuß umrunden...
[/quote]

Und das könnte man sogar in einem Tag schaffen... *g*

Kommentar-Direktlink ulf_der_freak· 19.08.10 · 10:08 Uhr

Aber sehe ich das richtig, daß es dann "tagsüber" wahnsinnig heiß würde? Lebensfeindlich? Schön anschaulich übrigens für einen Vollaien wie mich!

Kommentar-Direktlink Sigbert· 19.08.10 · 10:18 Uhr

Ich bin mir nicht sicher, aber es sieht danach aus, das er nicht berücksichtigt hat das sich höher gelegene Becken "nur" bis zu ihrem Beckenrand leeren würden. So würde ich schätzen das zumindest die Karibik und das was mal der Indische Ozean war doch etwas mehr Wasser behalten würden.

Die Frage ist natürlich ob das der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein wäre oder ob es sich, vielleicht nur in der südlichen Hemisphäre, auswirken würde.

Kommentar-Direktlink zulu· 19.08.10 · 10:20 Uhr

Ein sehr interessantes Gedankenexperiment! Besonders die Auswirkungen des Superkontinents auf Flora und Fauna haette ich gern auf eine 1,5h-Doku ausgewalzt gesehen.

Author Profile Page Florian Freistetter· 19.08.10 · 10:25 Uhr

@Ulf: "Aber sehe ich das richtig, daß es dann "tagsüber" wahnsinnig heiß würde?"

Hmm - ich glaube nicht. Denn der Abstand von Erde zur Sonne bleibt ja gleich. Aber natürlich würde sich dann alles ziemlich lange aufheizen - aber obs dann auch "lebensfeindlich" heiß würde kann ich so auf die schnelle nicht sagen.

Kommentar-Direktlink Bullet· 19.08.10 · 10:28 Uhr

Oja. Und der Sonnenbrand wär echt nicht von schlechten Eltern.

Kommentar-Direktlink isa· 19.08.10 · 11:05 Uhr

ein halbes jahr nacht ist ja wirklich voll die k...e! auf der anderen seite, ein halbes jahr tag, ist ja dann eigentlich fast so wie im hohen norden im sommer, oder nicht?

Kommentar-Direktlink Lichtecho· 19.08.10 · 11:10 Uhr

Ich denke man sieht daran auch, dass die Definition von "Kontinent" sinnvollerweise nichts mit der Höhe des Meeresspiegels zu tun hat, denn sonst würde es ja von der Rotationsgeschwindigkeit der Erde abhängen, ob etwas ein Kontinent ist oder nicht. Sind hier Geographen anwesen?

Ich fände es geil, über den mittelatlantischen Rücken zu wandern!

Kommentar-Direktlink ulf_der_freak· 19.08.10 · 11:22 Uhr

Auf dem Mond wird es doch auf der Sonnenseite auch verdammt heiß... Und das Wasser wird auch nicht alles auffangen, denke ich. Und die Rückseite müßte einfrieren. Ich glaube, gemütlicher würde die Welt nicht dadurch.

Author Profile Page Florian Freistetter· 19.08.10 · 11:29 Uhr

@ulf: Naja - der Mond hat auch keine Atmosphäre - da ist alles nochmal ganz anders ;)

Kommentar-Direktlink Bonaventura· 19.08.10 · 11:33 Uhr

Wenn die Erdrotation plötzlich aufhören würde, wären aufgrund der Trägheit wohl kaum noch Menschen (oder andere, größere Landlebewesen) übrig, die sich Sorgen um irgendwas machen müssten. Erhebliche Mengen von Biomasse an Land wären schlicht Mus. Da wandert anschließend niemand mehr irgendwohin. Über die Auswirkungen auf die Seelebewesen müsste ich jetzt nochmal nachdenken, aber auch von denen dürften wohl die meisten in den riesigen Flutwellen zugrunde gehen.

Kommentar-Direktlink tom· 19.08.10 · 11:34 Uhr

Ich hätte da eine kleine Verständnisfrage:
Du schriebst "Das Wasser türmt sich in Äquatornähe also quasi auf - bis zu 8 Kilometer!"
Verstehe ich das richtig, dass ohne Fliehkraft der Wasserspiegel 8km niedriger liegen würde?
Der Wahnsinn! *staun*
Habe ich nicht vor einer Weile etwas über einen Exoplaneten gelesen, der seiner Sonne immer mit der gleichen Seite zugewandt ist und dessen Windgeschwindigkeiten man bestimmen konnte, welche irre hoch sind? Das müsste dann wohl auch auf der Erde ähnlich sein, oder? Dann sähe es wohl eher schlecht für Lebensformen aus.

Kommentar-Direktlink Hurkunde· 19.08.10 · 11:37 Uhr

Cooooooool ;)

Kommentar-Direktlink etg· 19.08.10 · 11:46 Uhr

vielleicht verstehe ich das falsch, aber die Erde ist ja wegen der Rotation abgeplattet. Also würde sie ohne Rotation wieder eine Kugelgestalt annehmen, ohne Abplattung.

Also ist die Abbildung doch falsch?

Author Profile Page Florian Freistetter· 19.08.10 · 11:49 Uhr

@etg: "Also würde sie ohne Rotation wieder eine Kugelgestalt annehmen, ohne Abplattung. Also ist die Abbildung doch falsch?"

Ne, das passt schon. Die Erde ist ja nicht aus Wasser. Bis sich das Gestein wieder unter der Gravitation der Erde zu einer Kugel geformt hat, dauert das schon ein wenig ;)

Kommentar-Direktlink adenosine· 19.08.10 · 11:59 Uhr

Da würden sich die Windmühlen richtig lohnen, die müsste aber auch wohl deutlich mehr aushalten.

Kommentar-Direktlink tom· 19.08.10 · 12:04 Uhr

Nächste Frage:
Die Erde hatte doch in ihrer Frühzeit eine weitaus höhere Rotationsgeschwindigkeit, die erst durch den Einfluss des Mondes abgebremst wurde (Tageslänge wenige Stunden glaube ich). Müsste sie dann nicht fürchterlich platt und -wenn schon vorhanden- die Ozeane nur in Äquatornähe und auch noch unglaublich tief gewesen sein?

Kommentar-Direktlink Ludmila· 19.08.10 · 12:18 Uhr

Na, ein bisschen Zentrugalpotential ist schon noch da. Von der Drehung der Erde mit der Sonne bzw. mit dem Mond. Die werden in den jeweiligen Gezeitenpotentialen verwurstet. Macht aber bei dem Szenario die Erde auch nicht wirklich flacher.

Kommentar-Direktlink tom· 19.08.10 · 14:26 Uhr

@Ludmila
Ist das eine Antwort auf meine letzte Frage? Falls ja, dann habe ich sie ehrlich gesagt nicht verstanden...

Kommentar-Direktlink Bullet· 19.08.10 · 14:42 Uhr

@Tom: im Artikel steht - gleichsam als Antwort auf deine Frage - das hier:

Consequently, during the Devonian period (400 million years ago), the earth rotated about 40 more times during one revolution around the sun than it does now. Because the continents have drifted significantly since that time, it is difficult to make estimates of the land versus ocean outlines for that era. However, we can be certain that—with a faster spinning speed in the past—the equatorial bulge of oceanic water was much larger then than it is today. Similarly, the ellipsoidal flattening of the earth was also more significant.

Oder auf Deutsch:
Im Devon vor 400 Millionen Jahren hatte das Jahr 40 Tage mehr als heute. Da sich seitdem die Kontinente ein deutliches Stück verschoben haben, ist es schwierig, Abschätzungen über die Küstenlinien jenes Zeitalters anzugeben. Wir können jedoch sicher sein, daß - durch die höhere Rotationsgeschwindigkeit in der Vergangenheit - der aus Ozeanwasser bestehende Äquatorwulst viel mächtiger als heutzutage war. Gleichermaßen war die Abplattung der Erde deutlicher.
Um wieviel mächtiger und deutlicher... das ist möglicherweise nicht mehr herausfindbar. Zu viele nicht abschätzbare Faktoren.

Kommentar-Direktlink tom· 19.08.10 · 14:59 Uhr

Mensch Bullet, anstatt mich darauf aufmerksam zu machen dass im Originalartikel darauf eingegangen wird und mich für meine Faulheit zu rügen kopierst Du den entsprechenden Abschnitt heraus UND übersetzt ihn dann auch noch.
Wieviel tiefer soll ich denn jetzt noch sinken?
*grinsundschäm*
Kleinlaut: könnte das mit den Windgeschwindigkeiten stimmen?
Darf ich noch Fragen stellen?
*duck*

Kommentar-Direktlink Ludmila· 19.08.10 · 15:10 Uhr

@tom: Nö, sonst hätte ich sie als @tom geschrieben. Es ging mir nur um ein bisschen Korinthenkackerei, weil es oben im Artikel heißt, dass allein das Gravitationspotential wirkt ;-)

Kommentar-Direktlink mi fhèin· 19.08.10 · 15:26 Uhr

Machen Sie eine Schlankheitskur! Reisen Sie zum Äquator!

Kommentar-Direktlink Bullet· 19.08.10 · 16:13 Uhr

@Tom:
keine Panik. :)
*gnihihihi*

Kommentar-Direktlink LeSo· 19.08.10 · 17:31 Uhr

Oh je, der ganze Atommüll und die AKWs wären dann im Ozean.

Kommentar-Direktlink Pascal Blunk· 20.08.10 · 02:13 Uhr

Es gibt keine Zentrifugalkraft, es handelt sich bei der Zentrifugalkraft um eine Scheinkraft. In der "Realität" gibt es nur Zentripetalkräfte und Masseträgheit. Ansonsten interessanter Gedanke!

Kommentar-Direktlink Florian Freistetter· 20.08.10 · 06:27 Uhr

@Pascal: "Es gibt keine Zentrifugalkraft, es handelt sich bei der Zentrifugalkraft um eine Scheinkraft."

Ich hab schon drauf gewartet, wann der erste Bewisser auftaucht ;)

Kommentar-Direktlink mandy· 20.08.10 · 09:20 Uhr

Hallo florian,
bin hier "off topic", sorry finde keinen anderen bereich dafür.
Hab mich wohl verliebt in Dich, sorry muss das einfach mal sagen.
Dein Geist ist sowas von anziehend - herrlich.

LG

Kommentar-Direktlink tom· 20.08.10 · 11:23 Uhr

Florian, ich will ein Kind von Dir!!! :D
*prust*

Kommentar-Direktlink mandy· 20.08.10 · 12:14 Uhr

tom - ehrlich mal, das ist nix zum lachen !
Darf man nicht benennen was man fühlt?
Florian hat aber sicher keine Zeit für die Liebe - bei der ganzen Wissenschaft
(obwohl "Liebe" ja auch ein ist!?
Also dann, schönes Wochenende.

Author Profile Page Florian Freistetter· 20.08.10 · 12:21 Uhr

"Florian hat aber sicher keine Zeit für die Liebe - bei der ganzen Wissenschaft"

Entgegen vieler Vorurteile forschen auch Wissenschaftler nicht die ganze Zeit und sind durchaus zu Emotionen (und sogar Liebe!) fähig ;-)

Kommentar-Direktlink mandy· 20.08.10 · 12:27 Uhr

Das wollt ich hören :) juhu.
Kann ich jetzt noch schlafen? Nö. - Aber träumen - hmmmmm...
Wunderbarer Freitag.
So jezt hör ich auf und lass Dich arbeiten.

Kommentar-Direktlink Bullet· 20.08.10 · 12:33 Uhr

*träneausmaugewisch*

Kommentar-Direktlink AndreasM· 20.08.10 · 15:36 Uhr

Generell würde die Luft am direktest der Sonne zugewandten Punkt wohl massiv aufsteigen, ähnlich dem Verhalten auf der jetzigen Erde, wenn die Sonne im Zenit steht.
Dadurch ergibt sich ein Passatwind zu diesem Punkt hin nahe des Erdbodens und ein weggerichteter Wind in den höheren Luftschichten.
Also zumindest eine gewisse Durchmischung der Temperatur um diesen Punkt herum, aber vermutlich trotzdem massiv niedrigere Temperatur auf der gegenüberliegenden Seite. Durch die Punktförmigkeit würde das vielleicht auch einen dauerhaften Wirbelsturm ergeben.
Der Effekt durch die langsame Wanderung dieser Punkte um die Erde innerhalb eines Jahres würde sicher zu sehr interessantem Wetterverhalten führen, da die erwärmte Erde ja eine gewisse Trägheit hätte bevor sie ganz abgekühlt wäre.

Kommentar-Direktlink olsch· 20.08.10 · 16:20 Uhr

@mandy
Irgendwie erinnert mich dein Post an dieses
Lied.
;-)

Kommentar-Direktlink mandy· 21.08.10 · 21:04 Uhr

olsch - bin eigentlich für die "gute, alte Zeit", wo Männer noch Anstand und
Benimmregeln kannten. Obwohl ich erst (schon) 30 bin.
Aber anders konnte ich keinen "Kontakt" herstellen.
Lg Mandy.

Kommentar-Direktlink Bullet· 23.08.10 · 11:01 Uhr

Ja klar. Und Frauen brauchen das nicht. Sie dürfen verheiratete Ehemänner und Familienväter schmierig von der Seite anbaggern. Frauen brauchen keine Benimmregeln. Und Anstand.
Bravo.

Kommentar-Direktlink mandy· 23.08.10 · 11:35 Uhr

Bullet: Sorry, ich dachte Florian ist Singl, das steht jedenfalls so im Facebock.
Frauen brauchen das auch, klar. Wenn das falsch ankam, sorry. Sei doch nicht gleich so sauer. Wollte mich nur auf das "Lied" beziehen, was olsch angemerkt hat.
Echt schlimm, wenn man schon Ärger bekommt, wenn man sagt was man denkt und fühlt. Wenn man nicht mehr "Echt" sein kann - was soll das noch werden?

Kommentar-Direktlink Florian Freistetter· 23.08.10 · 11:43 Uhr

@Bullet: "Sie dürfen verheiratete Ehemänner und Familienväter schmierig von der Seite anbaggern."

Also ich hab mich nicht "schmierig angebaggert" gefühlt und kann mich zur Not durchaus aus selbst verteidigen. Und fände es super, wenn meine Beziehungen nicht im Kommentarteil eines Artikels über Geophysik diskutiert werden würde.

@Mandy: "Echt schlimm, wenn man schon Ärger bekommt, wenn man sagt was man denkt und fühlt. Wenn man nicht mehr "Echt" sein kann - was soll das noch werden?"

Naja - ein öffentliches Forum wie hier ist vielleicht auch nicht unbedingt der richtige Ort um sowas zu diskutieren. Hier haben sich schon jede Menge Spinner und Freaks rumgetrieben und Unsinn geschrieben. Da sind manche Kommentatoren empfindlich. Es gibt ja auch noch andere Wege der Kommunikation.

Und jetzt wäre ich froh, wenn wir das Thema hier nicht mehr weiterdiskutieren...

Kommentar-Direktlink mandy· 23.08.10 · 12:03 Uhr

Ich entschuldige mich. Ist einfach so rausgesprudelt.
Kommt nicht wieder vor.
Jetzt ist aber endgültig schluss.
Lg. Mandy

Kommentar-Direktlink kamy· 23.08.10 · 14:03 Uhr

Was wäre mit dem Erdmagnetfeld? Würde das nicht auch verschwinden, da es durch die Rotation der Erde um den Eisenkern (Dynamoeffekt) zustande kommt?

Author Profile Page Florian Freistetter· 23.08.10 · 14:11 Uhr

@kamy: Hmm - das Erdmagnetfeld haben wir, weil der Erdkern tw. flüssig ist und rotiert. Ich denke mal, das würde er auch noch tun, wenn die Erde selbst stehen bleibt. Irgendwann in ferner Zukunft wird allerdings auch der Erdkern fest werden und das Magnetfeld ist futsch. Dann wird wohl die Erde das selbe Schicksal erleiden wie der Mars...

Kommentar-Direktlink olsch· 23.08.10 · 22:21 Uhr

@Mandy
War ja nicht bös gemeint, wenn du das so verstanden hast, dann bitte ich das zu entschludigen. Ich wäre der letzte der jemadem wegen Gefühlsäußerungen Ärger macht.
Und jetzt ist auch von mir Schluss zu dem Thema

Kommentar-Direktlink Circulus· 25.08.10 · 21:17 Uhr

@Herr Freistetter Mein Gedächtnis mag mir vielliecht einen Streich spielen, aber gab es da nichtmal eine Folge von Alpha Centauri inder dies mit dem Erdmagnetfeld angesprochen wurde? Herr Lesch erklärte da etwas mit einer verstärkten Ionisation von einer Himmelssphäre... und der daraus resultierenden "neuen" Magnetfeldes (hypothetisch)... natürlich kann das, was ich gerade gesagt habe totaler Blödsinn sein und leider kann ich mich zu meiner Verteidigung auch nicht an die Episodennummer/titel erinnern *klugscheiss trotz keine Ahnung und Quelle*

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.08.10 · 21:28 Uhr

@Circulus: vermutlich diese hier:
http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-erdmagnetfeld-2005-ID1207917447092.xml
"Was passiert, wenn das Erdmagnetfeld verschwindet?"

Kommentar-Direktlink Christian 2· 27.08.10 · 14:43 Uhr

Die Sendung von Alpha Centauri ist mir noch im Gedächtnis haften geblieben.

Aber ich habe kürzlich Dokus gesehen, in denen wie Florian es oben erwähnt das Gegenteil behauptet wird: Wenn das Erdmagnetfeld verschwinden würde, würde der Sonnenwind die Erdatmosphäre einfach mit der Zeit wegblasen und einen Planeten wie den Mars hinterlassen.

Wer hat denn nun Recht? Harald Lesch oder diese Doku?
Ich bin ja der Auffassung das Lesch Recht behält (Ich wüsste nicht warum der Sonnenwind das tun können sollte, immerhin hat die Venus ebenfalls noch eine dichte Atmosphäre), und die Doku wieder mal eine schlecht recherchierte Geschichte verbreitete.
Der Mars hat doch keine Atmosphäre mehr, da er diese aufgrund seiner geringen Schwerkraft nicht mehr halten kann. Da ist dann der Teilchendruck der Sonne bei fehlendem Magnetfeld wohl wirklich ausreichend, um die Atmosphäre mit der Zeit wegzufegen.

Kommentar-Direktlink segeln141· 30.08.10 · 14:39 Uhr

@Florian F.

sehr schöner Thread!

Kommentar-Direktlink Rene· 13.09.10 · 18:19 Uhr

Jetzt muss ich doch mal dumm fragen:

Ist die Gravitation am Äquator (ohne Zentrifugalkraft) kleiner, größer oder gleich wie an den Polen. Ich dachte immer, sie wäre kleiner, und zwar genau um den Betrag, den die Zentrifugalkraft ausmacht. Deswegen, dachte ich, gibt es den "equatorial bulk" eben gerade nicht.

Muss ich das selbst ausrechnen? Kann ich das abschätzen? Oder gibt es darüber eine verlässliche Quelle?

(Mal ohne Nachdenken gepostet - was immer ein Fehler ist)

R.G.

Kommentar-Direktlink Rene· 13.09.10 · 19:33 Uhr

Die Geschworenen mögen meine Frage aus dem Protokoll streichen.

Die Gravitation am Äquator müsste natürlich größer sein, um die Zentrifugalkraft auszugleichen. Daran glaube ich allerdings nicht. Obwohl . nachgerechnet hab ich's immer noch nicht.

Kommentar-Direktlink segeln141· 13.09.10 · 19:49 Uhr

@Rene
"Jetzt muss ich doch mal dumm fragen":
ich finde die Frage gut,ich bin nur zu dumm,um sie selbst zu beantworten.Was sagt FF dazu?

Kommentar-Direktlink rolak· 13.09.10 · 20:31 Uhr

FF ist zur ⇒Konferenz.

Die durch die Gravitation ausgeübte Anziehungskraft läßt sich im Groben und Ganzen mittels der beteiligten Massen und dem Abstand der Schwerpunkte ausrechnen (gilt zwar nur für eine 'gleichmäßig gefüllte' Erde, aber..), ist ~1/r², nimmt also im täglichen Leben ab, sobald die Höhe steigt.

Zusätzlich wirkt auf diesem rotierenden Planeten noch die Zentrifugalkraft, ist ~r, nimmt also zu, sobald der Abstand von der Achse steigt.

Durch erstere Kraft bleibt der Planet am Stück, durch letztere wird er leicht verformt, zwei gegenüberliegende Punkte am Äquator sind also etwas weiter voneinander entfernt als die Pole.

Zusammengefasst bist Du am Äquator doppelt leichter: Etwas weiter vom Erdmittelpunkt entfernt, maximale Entfernung von der Rotationsachse. Nicht umsonst sind die klassischen Raketenstartplätze relativ nahe zum Äquator (soweit es die Logistik und andere Sachzwänge zulassen) - zusätzlich ist man dort auch schneller unterwegs.

Kommentar-Direktlink Jean de la Carte· 26.07.11 · 14:46 Uhr

Interessant. Wenn die Erde sich nicht mehr bewegt, wandern die Wassermassen in den Norden und Süden, gleichzeitig herrschen dort -von der Temperatur her- geradezu tropische Zustände, interessant!

Kommentar-Direktlink Kallewirsch· 26.07.11 · 15:21 Uhr

Nicht umsonst sind die klassischen Raketenstartplätze relativ nahe zum Äquator (soweit es die Logistik und andere Sachzwänge zulassen) - zusätzlich ist man dort auch schneller unterwegs.

Nicht zusätzlich. Das ist der Hauptgrund. Durch die Drehung der Erde kriegst du eine entsprechende Grundgeschwindigkeit 'geschenkt', wenn du Richtung Osten (also mit der Erddrehung) startest. Da man ansonsten aber jeden lumpigen m/s mit Unmengen von Treibstoff erkaufen muss, macht sich dieses Geschenk unmittelbar in barer Münze bemerkbar, so dass man da schon einiges an Aufwand treiben darf um möglichst dicht an den Äquator zu kommen.
Das bischen weniger zu überwindende Gravitation macht das Kraut nicht wirklich fett.

Kommentar-Direktlink Kallewirsch· 26.07.11 · 15:25 Uhr

Aber ist schon ein faszinierender Gedanke.
Die Wasserwelle, die nach dem plötzlichen Stillstand die Erde erst mal ein paar mal umrunden würde, will ich mir lieber nicht vorstellen.

Kommentar-Direktlink Wurgl· 26.07.11 · 16:30 Uhr

Nee Kallewirsch. Der Gedanke ist nicht faszinierend. Der Gedanke ist absurd.

An "was wäre wenn die Erde stillstehen würde" ist nichts faszinierend. Vor ein paar Tagen hab ich genau diese Absurdität als Doku auf N-TV oder N24 gesehen. Dort allerdings in der ebenso absurden Variante, dass sich die Erddrehung immer mehr verlangsamt bis diese eben zum Stillstand kommt.

Die große Frage wohin mit dem Drehimpuls ist natürlich ausgeklammert worden. Wozu auch, wer braucht das schon? Drehimpuls ist was für Wissenschaftler, braucht man nicht. Kann man auch nirgendwo kaufen!

Und genauso bei deiner Wasserwelle. Impulserhaltung gilt nur für Wasser, aber natürlich nicht für den den Erdmantel und Erdkern, egal ob flüssig oder fest. Und für die Gashülle auch nicht. Sorry, *facepalm*

Eine ganz andere Geschichte ist: Was wäre wenn sich die Erde noch nie gedreht hätte. Wenn also seit der Entstehung der Erde diese beinahe still steht. Oder wenn der Mond noch größer wäre und damit stärkere Gezeitenkräfte auf die Erde gewirkt hätte und sich dadurch die Erde im Laufe der 4,x Jahrmilliarden heute viel langsamer drehen würde, eventuell in wechselseitig gebundener Rotation mit dem Mond? Nur dann hätte das Gestein wiederum genug Zeit gehabt um sich ebenfalls den geänderten Kräften anzugleichen. Und der äquatoriale Superkontinent wäre wohl auch nicht existent -- oder zumindest deutlich anders.

Florians Artikel kann man als Veranschaulichung des Unterschiedes zwischen einer Kugel und einem Rotationsellipsoid ansehen, dafür ist er gut geeignet. Aber die Erdrotation plötzlich mal so wegnehmen, die Rotation für unser tägliches Leben merklich zu verlangsamen und dann gucken was wäre wenn ... Quark!

Ist denn nicht erst gestern hier der Begriff "dumme Fragen" angesprochen worden? Wäre denn das nicht genau eine solche?

Argh! Ich komm aus meinem Ärger nicht raus, ich fahr jetzt in die Sahara und erforsche Pinguine und den Ursprung der Indianer! Argh!

Kommentar-Direktlink Kallewirsch· 26.07.11 · 17:06 Uhr

@wurgl.

Lies dir noch mal die ersten paar Sätze dieses Artikels durch. Es ist ein rein hypthetisches Gedankenexperiment und es ist völlig klar, dass das so in der Realität nicht möglich ist. Florian sagt ganz klar: Es gibt keinen denkbaren Mechanismus, der so etwas bewirken würde. Macht aber nichts, das lassen wir mal beiseite und tun so als ob. Was wäre wenn.

Kommentar-Direktlink Wurgl· 26.07.11 · 17:22 Uhr

Klar ist es ein Gedankenexperiment. Ich hab ja auch geschrieben wozu es sich (meiner Meinung nach) eignet.

Ich mag deine Kommentare ganz gern lesen, aber hier … *seufz* Entweder dreht sich nix mehr wie im Gedankenexperiment oder es dreht sich alles wie in der Realität -- oder aber es dreht sich langsamer als in der Realität mit Erklärung wie es dazu kommt.

Nur *seufz* es dreht sich nix, außer dem Ozean *seufz* Sowas macht mich ärgerlich.

Ich forsch einfach in der Sahara weiter an meinen Pinguinen und Indianern.

Kommentar-Direktlink Bullet· 26.07.11 · 18:18 Uhr

Ach Wurgl ... sicher, dieses Gedankenexperiment geht von einigen zu starken Vereinfachungen betreffs der Gestalt unseres schönen Planeten aus. Aber es geht ja hier auch nur um einen einzigen Aspekt - nämlich den der superleicht verformbaren Wassermassen.
Nich aufregen.

Kommentar-Direktlink rolak· 26.07.11 · 18:36 Uhr

Ja sicher doch, Kallewirsch, das ist der Hauptgrund - der Ausgangspunkt für meinen post von *hüstel* vor einem Jahr war allerdings die zuvor gestellte Frage, wie es denn mit der Gravitation an verschiedenen Stellen auf dem Erdball sei. Und in diesem Zusammenhang passt doch das 'zusätzlich', oder?

Kommentar-Direktlink BADPF· 04.09.11 · 00:27 Uhr

kann es sein das durch ein seebeben der ein riss verurschat in den erdmantel das sich da die erde langsamer oder schneller dreht so wies im fernsehn von nachrichten usw wahr sein kann wenn ja dan erklärt es auch diesen umschwung des tag und nacht zyklus oder ?

Kommentar-Direktlink HaDi· 04.09.11 · 04:09 Uhr

@BADF:

Einmal den Kommentar abzuschicken hätte gereicht, siebenmal ist eindeutig zuviel...

Die Eigendrehung der Erde hat sich verändert, weil sich die Masse minimal neu verteilt hat. Das ist wie bei der Pirouette beim Eiskunstlauf - hält man die Hände ausgestreckt, wird man langsamer, zieht man die Hände an den Körper dreht man sich schneller. Durch ein Erdbeben rutscht an einer exponierten Stelle der Erde etwas Masse nach unten - und das wirkt sich auf die drehgeschwindigkeit aus. Allerdings ist diese Änderung minimal, sie betrug beim Japan-Beben 1,26 Mikrosekunden.

Kommentar-Direktlink Bjoern· 04.09.11 · 11:34 Uhr

@BADF (Ergänzung zu HaDi): 1,26 Mikrosekunden sind 1,26 millionstel Sekunden, also 0,00000126 Sekunden.


(sicher ist sicher...)

Kommentar-Direktlink rolak· 04.09.11 · 12:11 Uhr

Oder (vielleicht) anschaulicher: 1.26µs weniger/Tag entspräche einer Schaltsekunde weniger in ziemlich genau 2173 Jahren.
sicherer ist sicherer ;-)

btw: Wirklich Japan?

Kommentar-Direktlink Bjoern· 04.09.11 · 12:36 Uhr

@rolak: Du denkst also, dass jemand, der Japan und Chile verwechselt, weiss, was eine Schaltsekunde ist...? ;-)

Kommentar-Direktlink rolak· 04.09.11 · 12:58 Uhr

Das mit der Schaltsekunde galt BADPF, nicht HaDi. Von letzterem nehme ich übrigens nicht an, daß er die Länder verwechseln würde - obwohl beide schmal, länglich, krumm und mit ziemlich krakeliger Grenze sind ;-) Getippt: Sich zu neuem Ganzen zusammenfügende Edit-Fragmente. Oder ein beim Durchforsten lesetechnisch weggefallener Satz in so einem Artikel, was letztlich dasselbe wäre, nur hätte die Bearbeitung vor dem Schreiben stattgefunden.

Kommentar-Direktlink HaDi· 04.09.11 · 18:04 Uhr

@rolak, Bjoern:

Die 1,26 Mikrosekunden stammten tatsächlich vom Chile-Beben, ich hab gegoogelt und mich mit den Vorschau-Text von Google zufrieden gegeben. Das war ein SpOn-Artikel über das Japanbeben, in dem stand, dass das Japan-Beben wohl *auch* die Erdachse verschoben haben könnte, so wie vor kurzem in Chile, wo das Beben zu einer Änderung der Tageslänge...

... Gegen die schleichende idiocrazylisierung ist keiner gewappnet ;-)

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