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11.08.10 · 14:59 Uhr
Die Perseiden kommen! Aber wie weit?
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 9
Es nähert sich die Mitte des Monats August und damit auch die Zeit der Perseiden. Damit ist ein spezieller "Meteorstrom" bzw. "Sternschnuppenschauer" gemeint und das bedeutet, dass uns in den kommenden Nächten überdurchschnittlich viele Sternschnuppen am Himmel begegnen werden. Aber spielt sich das alles nur über der Erde ab oder müssen wir damit rechnen, dass uns die Perseiden auch auf den Kopf fallen werden?
Ich habe ja schon letztes Jahr einen ausführlichen Artikel über die Perseiden geschrieben. Darin steht, wie das mit den Sternschnuppen so funktioniert; warum die Perseiden "Perseiden" heissen und woher sie stammen (vom Kometen Swift-Tuttle). Aber Meteorströme dieser Art kehren jedes Jahr wieder - also gibt es auch dieses Jahr ein paar Infos.
Wer in den letzten Nächten den Himmel beobachtet hat, der hatte vielleicht Glück und hat die eine oder andere Sternschnuppe gesehen. Wer nichts gesehen hat, der sollte es in den kommenden Nächten probieren. Den in der Nacht vom 12. auf den 13. August, so etwa zwischen 01:00 und 04:00 Uhr unserer Zeit sollen die Perseiden ihr diesjähriges Maximum erreichen. Dann kann man bis zu 100 Sternschnuppen pro Minute sehen - theoretisch zumindest. Denn nicht alle Meteore werden hell genug sein, um sie mit freien Auge wahrzunehmen. Und man wird es auch nicht schaffen, den ganzen Himmel auf einmal im Blick zu behalten. Aber es lohnt sich auf jeden Fall - wenn die Nacht von Donnerstag auf Freitag klar ist, dann wird man sicher einige schöne Sternschnuppen zu Gesicht bekommen.
Was genau der Unterschied zwsichen Meteoren, Sternschnuppen, Meteoriten usw ist, habe ich hier detailliert erklärt. Nochmal kurz zusammengefasst: die Leuchterscheinung, die ein Kleinkörper aus dem Weltall beim Durchfliegen der Erdatmosphäre verursacht, nennt man Meteor. Ist das Objekt sehr klein, so etwa zwischen einem und 10 Millimeter, dann nennt man so einen Meteor auch Sternschnuppe; größere Objekte erzeugen sogenannte "Feuerbälle" oder Boliden. Und sollte am Ende tatsächlich etwas übrig bleiben, dass auf dem Erdboden aufschlägt, dann nennt man so ein Objekt Meteorit.
Aber die typischen Perseiden sind viel zu klein um als Meteoriten zu enden. Sie verglühen schon in der Atmosphäre und mehr als eine Sternschnuppe und den einen oder anderen Boliden wird man nicht sehen. Aber wie nahe kommen die Perseiden dem Erdboden eigentlich? Bill Cooke, Chef des Meteoroid Environment Office der NASA hat dazu in seinem Blog eine interessante Grafik veröffentlich. Die NASA betreibt nämlich Kameras, die den ganzen Himmel im Blick haben und aus deren Bildern sich die Flugbahn der größeren Perseiden rekonstruieren lässt. Aus den Daten von 2009 und den bisherigen Aufnahmen von 2010 hat Cooke folgendes Diagramm erstellt - ich habe mir erlaubt, es selbst noch einmal neu zu zeichnen und statt der Meilen vernünftige Maßeinheiten zu verwenden ;)
Die Sternschnuppen sind erstaunlich weit weg! Auch wenn einige bis zu 75 Kilometer an den Erdboden herankommen verglühen die meisten doch in etwa 90 Kilometer Höhe! Das ändert aber nichts daran, dass sie äußerst schön aussehen! Ich wünsche euch allen warme und klare Nächte und viel Glück beim Beobachten! Schnappt euch was zu Trinken, eine warme Decken und nette Menschen und macht am Wochenende ein kleines Mitternachtspicknik im Freien. Das macht auf jedenfall Spaß; selbst wenn man keine Perseiden beobachten kann.

Autor: Florian Freistetter· 9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Trackbacks (2)
Sternschnuppenregen: Die Perseiden und Komet 109P/Swift-Tuttle · ScienceBlogs · 12.08.10 · 06:31 Uhr
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Kommentare (9)
Sag bloß bei Euch wird schönes Wetter erwartet?
Ich werd mich auf jeden Fall auf die Lauer legen ... wenns nicht regnet. Vielleicht schaffe ich es sogar, ein paar Fotos zu machen. Auf so eine Gelegenheit hab ich nämlich schon lange gewartet :)
Wir wollten sogar eine Perseidennacht veranstalten, aber bei diesen Aussichten
wird das wohl nix.
Schade.
Nicht mal das sonnenverwöhnte Südtirol mit marketingmmäßigen 300 Sonnentagen im Jahr hat klaren Himmel:
http://wetter.bz.it/wetter_entwicklung.html
aber auf den mond müssten viele niedergehen und bis auf die oberfläche vordringen und dort aufschlagen ;)
Die letzten zwei Tage waren schon mal Essig im Großraum Berlin, wegen zu viel Wolken (von der Lichtverschmutzung nicht zu reden).
Apropos vernünftige Maßeinheiten: Warum nicht in Kellicams?
Wer in Osnabrück wohnen sollte hat sowieso schlechte Karten bei der Sternschnuppen Beobachtung... Deswegen versuche ich es auch nicht einmal ;-)
In Düsseldorf war der Himmel leider die meiste Zeit bedeckt.
Habe aber eben, zwischen 4:10 und 4:25, mindestens fünf schöne Sternschnuppen gesehen. :)
p.s.: Übrigens, super Blog ;)
Ich sage das ja nicht gern, aber hier (bei Köln) haben wir einen tollen freien Sternenhimmel - nur diese Scheiss-Perseiden wollen sich nicht so richtig zeigen!
Jetzt habe ich eine halbe Stunde im Garten gelegen und gerade mal 3 (ohne die Augenwinkel) Sternschnuppen gesehen :-(