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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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25.07.10 · 14:08 Uhr

Rücksturz ins All! Deutschland baut ein Raumschiff

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 9

Ich bin ja noch nicht ganz so alt - aber trotzdem fand ich die deutsche Sci-Fi-Serie "Raumpatrouille" (Orion) aus den 1960ern immer cool. Vor allem war sie immer eine nette Abwechslung zu den amerikanischen Sendungen. Wo sonst findet man schon eine Raumschiffbesatzung mit Leuten die "Helga" oder "Hasso" heißen ;)

Mit Science-Fiction hat das Projekt SHEFEX-II der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) allerdings nichts zu tun. Hier geht es um ein neuartigens Konzept für Weltraumfahrzeuge. Obwohl man sich bei manchen Bildern vielleicht doch ein wenig an das retro-futuristische Design von "Raumpatrouille" erinnert fühlt:

dlrREX.jpg

Bild: DLR

Aber der REX-Free-Flyer auf diesem Bild existiert bis jetzt nur auf Plänen - momentan ist man noch am Anfang und testet SHEFEX. Das steht für "Sharp Edge Flight Experiment" und der Name sagt schon, worum es geht. Die bisherhigen Raumfahrzeuge - zum Beispiel das Space Shuttle - haben ja alle eine eher runde Form. Und um diese runden Formen für den heißen Wiedereintritt in die Atmosphäre mit Hitzekacheln zu verkleiden, braucht man viele verschieden geformte und gerundete Bauteile. Das macht die ganze Sache kompliziert und teuer. Und es ist schwierig, im All Reparaturen vorzunehmen - denn man kann schwer so viele verschiedene Ersatzteile mitnehmen.

SHEFEX_Spitze.jpg

SHEFEX-II (Bild: DLR)

Deswegen bastelt die DLR an einem alternativen Design mit scharfen Kanten. Im Moment baut man nur sogenannte "Nutzlastspitzen". Also kleinere Komponenten die auf konventionelle Raketen aufgesetzt werden. Damit will man die grundlegende Tauglichkeit solcher kantigen Raumfahrzeuge teste und ihre Aerodynamik studieren. 2005 hat man schon SHEFEX-I von Norwegen aus ins All geschoßen und Anfang 2011 will man SHEFEX-II von Australien aus starten lassen. Die "Nutzlast" besteht hier aus 160 Sensoren, die alles messen, was es dort so zu messen gibt: Druck, Temperaturverteilung und Wärmefluss. Das Ziel ist die Entwicklung des oben abgebildeten REX-Flyers der ab 2020 ins All starten und so wie das Shuttle sicher wieder auf der Erde landen sollen. Das soll laut DLR sogar auf normalen Flughäfen möglich sein. Im besten Falle soll das Projekt in einer bemannten europäischen Mission enden...

2010_05_ShefexPlan.jpg

So soll das SHEFEX-Programm weitergehen (Bild: DLR)

Spannende Sache! Und vielleicht schafft es ein deutsches Weltraumprojekt ja mal wirklich bis zum Ende, ohne vorher eingespart zu werden! Wer auf dem Laufenden bleiben will, der schaut am besten bei der DLR vorbei oder abonniert den SHEFEX-Newsfeed.


 

Autor: Florian Freistetter· 9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)

Aouda: der Marsmensch am Gletscher · Astrodicticum Simplex · 03.08.10 · 12:47 Uhr


Kommentare (9)

Kommentar-Direktlink Andylee· 25.07.10 · 15:00 Uhr

naja.... mal sehen was daraus wird.

Die Serie heißt original übrigens einfach nur "Raumpatrouille"

Kommentar-Direktlink sceptic· 25.07.10 · 15:29 Uhr

und außerdem sind die Deutschen die einzige Nation, die ein Raumschiff gebaut hat, das mittels eines Bügeleisens gesteuert wird ;-) Im Ernst: Raumpatroulle ist schon Lult...

Kommentar-Direktlink Thierbach· 25.07.10 · 16:00 Uhr

Bist Du unter die D.O.N.A.L.D.isten gegangen?
Ich zitiere:
"Die "Nutzlast" besteht hier aus 160 Sensoren, die alles messen, was es dort so zu messen gibt: Duck, Temperaturverteilung und Wärmefluss."

Author Profile Page Florian Freistetter· 25.07.10 · 17:37 Uhr

@Thierbach: Also die Duck-Messungen im All sind bis jetzt noch äußerst unvollständig. Da muss einiges getan werden ;)

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 25.07.10 · 19:19 Uhr

Das Design kommt mir seltsam vertraut vor ...
http://www.c64-wiki.de/images/0/0b/EliteShipIdentificationChart.jpg

Kommentar-Direktlink Magnus· 25.07.10 · 23:12 Uhr

Das Ding wird, so wie der Sänger, und so weiter und so fort, nie Serienreife erlangen. Seit 1945, gibts in Deutschland bestenfalls im Maßstab verkleinerte Prototypen, meist aber bloß irgendwelche Konzepte, Skizzen und Machbarkeitsstudien.
Ein Land reich an Visionen, aber arm an Geld.
Zumindest für die Raumfahrt, hat man keines.

Ich wette, auch in 50 Jahren wird es bloß Raketen geben, deren Prinzip schon von Braun in den 30er-Jahren entwickelte.
Wissenschaftliche SciFi wird daran auch nichts ändern.
Die Herren von der Raumfahrt sollten deshalb endlich einmal eine Sache ganz machen und nicht 100 Sachen bloß halb, weils am Geld mangelt.

Kommentar-Direktlink Christian· 06.08.10 · 08:35 Uhr

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-1299994/Churchill-Eisenhower-agreed-cover-UFO-encounter-WWII.html

Wahrscheinlich die Reichkriegsflugscheibe

Kommentar-Direktlink mrstubsxle· 24.08.10 · 12:42 Uhr

wie eine weiterentwicklung von der so erfolgreichen ha(u)nebureihe sieht es aber nicht aus.
ich steh auf die kanten.

Kommentar-Direktlink Oliver Debus· 24.08.10 · 16:53 Uhr

Leider wurde in den 80'gern der europäische Hermes Gleiter als Projekt eingefroren. Ich denken man sollte den Sänger bis zum Ende verfolgen. Ich will mal nicht hoffen, dass dieses Projekt wieder aus Kostengründen aufgegeben wird. Leider denken die Kritiker solcher Projekt nicht daran, dass zum einen Arbeitsplätze, auch zukünftige gesichert und geschafft werden und zum anderen hier auch technischen Know How geschaffen wird und uns unseren Spitzenplatz in Forschung und Technik sichern hilft. In anderen Bereichen, wie dem PKW-Bereich sieht es ja eher düster aus.

Ein deutsches bemanntes Raumschiff fände ich mehr als cool.

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