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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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26.05.10 · 14:42 Uhr

Nobelpreis-Kosmetik

Kategorie: Kultur·Medizin  ·  Kommentare: 31

Werbung für Gesundheits- oder Kosmetikprodukte ist ja immer etwas seltsam. Entweder man beruft sich darauf, wie "natürlich", "biologisch" oder "frei von Chemie" die Produkte sind. Oder man erschlägt die potentiellen Kunden mit wissenschaftlichen (bzw. wissenschaftlich klingenden) Fachausdrücken damit auch jeder sieht was hier für ein High-Tech-Produkt zu Verkauf steht (diese Taktiken hat übrigens Ben Goldacre in seinem Buch "Die Wissenschaftslüge" wunderbar beschrieben).

In einer Apotheke habe ich heute ein schönes Beispiel für den zweiten Fall gefunden. Hier wird gleich mit dem absoluten Maximum der wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit geworben: dem Nobelpreis!

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Hui! Inspiriert von einer Nobelpreis-Entdeckung... Aber wieso eigentlich "inspiriert"? Wie soll man das verstehen? Haben da die Feuchtigkeitscremeleute in den alten Nobelpreisunterlagen geblättert und auf irgendwelche Geistesblitze gehofft? Welcher Nobelpreis könnte hier die "Inspiration" gewesen sein?

Vielleicht der von Maurice Maeterlinck aus dem Jahr 1911. Damals bekam er den Literaturnobelpreis für seinen "Phantasiereichtum" und seine "verschleierte Form des Märchenspiels" mit der er "auf geheimnisvolle Weise Gefühl und Ahnung des Lesers anredet".

Ich könnte mir gut vorstellen, dass so etwas die Produktdesigner in der Kosmetikindustrie inspiriert ;)

Oder vielleicht war es Bertil Ohlin und James Edward Meade, die 1977 den Preis für Wirtschaftswissenschaften bekommen haben und zwar

„für ihre bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Theorie des internationalen Handels und der internationalen Kapitalbewegung""

"Kapitalbewegungen" waren sicherlich die hauptsächliche Inspiration für viele Produkte der Kosmetikindustrie ;)

Vielleicht war auch der Anblick der Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1979 die Inspiration für eine Feuchtigkeitscreme?

Ein wenig Recherche hat dann aber doch noch den Chemienobelpreis des Jahres 2003 ans Licht gebracht. Da gehts um "Wasserkanäle" in den Zellen bzw. um Aquaporine. Das im Bild beworbene Produkt soll nun das "körpereigene Aquaporin-Netzwerk aktivieren". Und immerhin:

"93% der Testpersonen bestätigen: Die Haut fühlt sich spürbar glatter und geschmeidiger an."

Das klingt doch ganz nach ner knallharten Produktstudie ;) Aber ich will nicht meckern und von Chemie hab ich leider auch zuwenig Ahnung. Vielleicht wirkt das Zeug ja wirklich. Und vielleicht ist es wirklich eine direkte Anwendung der Nobelpreisforschung (obwohl ich dann das Wort "inspiriert" irgendwie fehl am Platz finde). Aber eigentlich bin ich ja skeptisch: ists wirklich so schwierig Feuchtigkeit in die Haut zu bringen dass die Firmen hier nun schon nobelpreisträchtige Forschung aufbieten müssen? Bzw. muss man als gesunder Mensch ohne Hautprobleme wirklich so viel Wasser in seine Haut bringen? Gibts Kosmetiker oder Chemikerinnen die hier Ahnung haben?




 

Autor: Florian Freistetter· 31 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (31)

Kommentar-Direktlink Kranker Pfleger· 26.05.10 · 14:54 Uhr

Naja, wenn so Typen wie Barack Obama den (Friedens)Nobelpreis bekommen, dann weiß man, was dieser wert ist.

Author Profile Page Florian Freistetter· 26.05.10 · 14:58 Uhr

@Kranker Pfleger: Danke für diesen Kommentar der so gar nichts mit dem Thema zu tun hat... (und fast so dumm ist wie das "Wortspiel" im Titel der verlinkten Seite)

Kommentar-Direktlink Bullet· 26.05.10 · 14:59 Uhr

"93% der Testpersonen bestätigen: Die Haut fühlt sich spürbar glatter und geschmeidiger an."
Klingt nach homöopathischer Arzneimittelprüfung.

Kommentar-Direktlink ralf· 26.05.10 · 15:05 Uhr

Peter Agre Nobellpreis für Chemie über Aquaporine
http://de.wikipedia.org/wiki/Aquaporine
Da gehts tatsächlich um den Wassertransport in die Zelle.
Wie die das ausgenutzt haben weiß ich allerding nicht

Kommentar-Direktlink cydonia· 26.05.10 · 15:16 Uhr

Das passt aber doch so gar nicht zum eigentlichen Zielpublikum. Nobelpreise, dass ist doch "Schulwissenschaft" und im Prinzip total Pfui für Menschen, die sich wirklich was Gutes tun wollen, d.h ihre Ganzheitlichkeit oder was auch immer pflegen möchten. Oder wie passt das zusammen?

Kommentar-Direktlink Arnd· 26.05.10 · 15:39 Uhr

Nobelpreise haben seltsamerweise, obwohl sie oft zur bösen "Schulwissenschaft" gehören, immer noch einen sehr guten Ruf. Ich glaub das ist ein Zufall der mit dem Namen "Nobel" zusammenhängt. Das macht diesen Preis halt irgendwie nobel.

Author Profile Page Marcus Anhäuser· 26.05.10 · 15:43 Uhr

@cydonia
das passt zu dem Trend, dass Kosmetikfirmen verstärkt versuchen sich ein Image von Wissenschaftlichkeit zu verleihen. Im Prinzip geht es auch bei Kosmetik um Wirkung, wie bei einem Medikament. Der Hauch von Wissenschaft verleiht ihnen Glaubwürdigkeit, harte Forschung gegen Alterung usw.

Je mehr zu lesen ist, dass Altern was mit Genen usw. zu tu hat, desto mehr scheinen diese Firmen den Eindruck vermitteln zu wollen, sie könnten genau daran drehen mit ihren Produkten.

Schau mal oben bei weitere Artikel:
Plazeboalarm: Stammzellen und DNA in der Kosmetik

Und hier ein Beitrag von mir , in dem das auch wenig erklärt wird:
http://www.redaktion-wissen.de/texte2007/wisswerbung.html

Kommentar-Direktlink Ronny· 26.05.10 · 15:50 Uhr

@cydonia
Ach geh, die transzendente Glaubensfraktion (Esoterik, Religion usw.) lechzt doch danach auch von der Wissenschaft anerkannt zu werden.

Schau dir mal die Reaktionen auf die AOK Akupunkturstudie an die feststellte, dass Akupunktur zusätzlich zum Placeboeffekt eine Wirkung zeigt. Alle haben gejubelt !
Was man unter den Tisch fallen ließ: Es ist egal wo man hinsticht und es funktioniert nur bei Schmerzen. Die ganze Meridiantherorie ist falsch, aber wir jubeln und machen weiter am falschen Weg anstatt mal zu schauen was da wirklich dahinter steckt.
Vermutlich gewöhnt sich der Körper an den Schmerz wen er dauernd mißhandelt wird.

Beim 'Ganzheitlichen' gibts noch ein Problem: Seele gibts keine, also was heißt ganzheitlich ? Auch gut fürs Hirn ?

Kommentar-Direktlink martin· 26.05.10 · 15:52 Uhr

Das kann nicht wirken, zumindest nicht pharmakologisch, sonst wäre es ein Arzneimittel. Und wie man physikalisch mit einer Creme die Wasserdurchlässigkeit der Haut (gehts darum?) verändern soll, ist mir ein Rätsel.

Kommentar-Direktlink cydonia· 26.05.10 · 15:55 Uhr

Danke, Dein Artikel hat mir gut gefallen. Und ganz so ernst war meine Frage auch nicht gemeint. Letztendlich versuchen ja auch unsere Esoterik-Freunde immer wieder mit einer wissenschaftlichen Fundierung ihrer Überzeugungen zu punkten(was aber dann so richtig in die Hose geht) .
Mich interessiert der offensichtliche Widerspruch, den sich Menschen auch hier wieder leisten. Einerseits wird Wissenschaft grundsätzlich als gefährlich angesehen, andererseits möchte man auf das Gütesiegel der Wissenschaftlichkeit nicht verzichten.

Kommentar-Direktlink Ronny· 26.05.10 · 16:04 Uhr

@cydonia
Das kommt daher, dass diese pösen Wissenschaftler immer Beweise und Fakten haben wollen, obwohl man doch eine so schöne ganzheitliche Antwort hat.

Ich verstehe aber deine Frage. Wobei, hier geht es ja um eine Kosmetikfirma und die will ja alle Menschen ansprechen, nicht nur die Verdrehten. Vermutlich kommt da wieder der Faktor 'Beweis durch Autorität' zum Zug.

Kommentar-Direktlink MartinB· 26.05.10 · 16:07 Uhr

"93% der Testpersonen bestätigen: Die Haut fühlt sich spürbar glatter und geschmeidiger an"
Was ne Überraschung. Schmiert euch irgendne beliebige Creme täglich dreimal auf den einen Arm und nicht auf den anderen. Oh Wunder, der fühlt sich dann glatter und geschmeidiger an. Ist ja immer die Frage, womit man vergleicht, und hier war der Vergleich bestimmt keine Creme und nicht ne andere Creme ohne Nobelpreis-Inspiration.
Vom Placebo-Effekt mal ganz abgesehen, doppelt verblinden ist da ja wohl schwierig.

So mach ich demnächst Werbung für meine Vorlesungen: 93% der Hörer bestätigen, dass sie hinterher mehr wussten als vorher...

Kommentar-Direktlink cydonia· 26.05.10 · 16:13 Uhr

Oh ja, Beweis durch Autorität: Ich erinnere mich an die Kaffewerbung, in der Grundsätzlich ein Pfarrer dabei sein musste, um der Güte des Kaffees seinen Segen zu erteilen. Noch nicht hier lebend dachte ich damals, dass Deutschland doch ein etwas komisches Land sein müsse.
Ich denke, dass man doch schon ein bisschen verdreht sein muss, um derartigen Kosmetika eine Wirkung zuzuschreiben. Vor allem müssen die biologischen Kenntnisse sehr rudimentär sein.

Kommentar-Direktlink Dr. Glukose· 26.05.10 · 16:20 Uhr

@alle die sich fragen, wie das wirken soll: Lest doch einfach mal die Links, die Florian im Artikel aufführt! Dort steht:

Wie sie das geschafft haben?

Sie ließen sich von der Natur inspirieren und haben eine Vielzahl an bioaktiven Substanzen untersucht, bis der optimale Aquaporin-3 Aktivator gefunden war: Gluco-Glycerol (Glyceryl-Glucosid, GG), ein Zuckeralkohol, der aus zwei für die Haut notwendigen Stoffen besteht – Glukose und Glycerin.

„Glyceryl-Glucoside sind der Forschung seit vielen Jahren bekannt. Besonders Organismen, die in extremen Bedingungen leben, wie z.B. die Cyanobakterien, produzieren sie zur osmotischen Anpassung an extrem trockene oder salzige Lebensbedingungen”, erklärt Dr. Thomas Blatt, Leiter Forschung Hautalterung, Beiersdorf AG.

Das naturidentische Gluco-Glycerol aktiviert das hauteigene Aquaporin-Netzwerk, indem es die Bildung neuer Aquaporine anregt. „Glyceryl-Glucoside lösen biochemische Prozesse in der Zelle aus, die dazu führen, dass sich die entsprechenden Proteine am richtigen Ort formieren”, erklärt Dr. Blatt. Sein Fazit: „Eine größere Anzahl von Aquaporinen verbessert die Wasserdurchlässigkeit der Hautzellen und damit auch den Wassertransport von Zelle zu Zelle.“ Die Haut wird intensiv, auch in den tieferen Schichten der Epidermis, mit Feuchtigkeit versorgt. Sie fühlt sich sofort und auch langanhaltend weich, geschmeidig und frisch an.

Das hört sich natürlich alles schwammig an, aber mehr wissenschaftliche Details würde Kunden eher abschrecken. Was mich brennend interessieren würde, wären die wissenschaftlichen Arbeiten die dazu geleistet wurden, da der genaue Mechanismus der "Netzwerk-Aktivierung" interessant wäre.
Schliesslich heißt es ja

Alle Eucerin® AQUAporin-ACTIVE-Produkte mussten sich in verschiedenen klinischen und dermatologischen Studien und Verbrauchertests mit über 750 Teilnehmern beweisen. Die Ergebnisse zeigen eine über 24 Stunden anhaltende erhöhte Hautfeuchtigkeit nach dem einmaligen Auftragen – als Folge der intensiven feuchtigkeitsspendenden Wirkung; weiters einen deutlich erhöhten Feuchtigkeitsgehalt nach einer beziehungsweise zwei Wochen regelmäßiger Anwendung – als Folge einer verbesserten Feuchtigkeitsversorgung der Haut. Selbst drei Tage nach dem Absetzen konnte eine erhöhte Hautfeuchtigkeit gemessen werden – als Resultat der nachhaltig wirkenden Versorgung mit Feuchtigkeit in den tieferen epidermalen Hautschichten.

Um eine Wirksamkeit also zu überprüfen, müssten diese Studien erst einmal von unabhängigen Wissenschaftlern peer-reviewed werden. Dies ist ja bei Herstellern solcher Schönheitsprodukte nicht der Fall, oder irre ich mich da?
Die Veröffentlichung dieser Studien würden doch dazu führen, falls sie wirklich signifikante Ergebnisse aufweisen, dass sich die Produkte noch besser verkaufen würden!

Warum sind die Studien also nicht zugänglich? Am besten fragt man bei Eucerin direkt nach.

Author Profile Page Alexander· 26.05.10 · 16:34 Uhr

Mir ist nicht ganz klar, wie man so etwas fühlen will. Die äußersten (bis zu 200) Zellschichten in der Haut bestehen aus abgestorbenen Zellen, bei denen sich auch mit den Aquaporinen nichts mehr regt. Das heißt nicht, dass der vorgebliche Wirkstoff nicht vielleicht in tiefere Zellschichten gelangt. Aber wie soll man das von außen fühlen? Es sei denn die Zellen in den tieferen Schichten fangen durch die vielen neuen Aquaporine an auszulaufen, und die oberen Schichten kriegen dadurch mehr Wasser...

Kommentar-Direktlink cydonia· 26.05.10 · 16:40 Uhr

Sehr einfach: Mit den Fingerspitzen! Die haut fühlt sich vorübergehend glatter an.

Author Profile Page Alexander· 26.05.10 · 17:10 Uhr

@cydonia: OK, dass die Haut sich glatter anfühlt, damit hab ich kein Problem. Aber wie kriege ich die oberflächlichen Schichten feuchter?

Kommentar-Direktlink CCS· 26.05.10 · 17:48 Uhr

Ich habe jetzt keinen Link, aber ich glaube zu erinnern, dass Glycerin eine bekannte ähnliche Wirkung auf die Expression der Aquaporingene hat. Es gibt ja auch Aquaporine, die spezifisch Glycerin transportieren (Aquaglyceroporine). Wenn nun Gluco-Glycerol die Expression ebenso oder besser induziert, könnte da auf dem Papier ja sogar was dran sein. Die Frage ist nur, wie viel besser als bei Glycerin, das ja sowieso schon in ziemlich vielen Hautcremes vorhanden ist. Nun ist Glycerin ja ein alter Hut, daher musste wohl was neues her.

Kommentar-Direktlink nihil jie· 26.05.10 · 18:19 Uhr

es gab mal so eine BBC doku über kosmetika... die hiess "Kosmetik die ungeschminkte wahrheit". es gab diese doku auch bei youtube, leider ist sie dort weg wegen verletzungen der urheberrechte...
aber so weit ich mich erinnern kann, wurden in dieser doku solche dinge ziemlich gut beleuchtet. ich habe sie noch zu hause im flv format :) zum glück habe ich sie mir gesichert als es sie noch bei tube gab ;)

Author Profile Page Ulrich Berger· 26.05.10 · 19:22 Uhr

Wenn ich mich recht erinnere, hat die Stiftung Warentest 'mal eine Vergleichsstudie gemacht. Ergebnis: keine Creme war besser als Nivea. Aber auch keine schlechter... (Oder so ähnlich.)

Kommentar-Direktlink h.t.· 26.05.10 · 20:03 Uhr

@ nihil jie

Meinst Du Professor Regans Beauty Parlor?

Kommentar-Direktlink Almariel· 26.05.10 · 20:14 Uhr

Ich reg mich schon länger drüber auf, wie diese "XY% der Testerinnen bestätigen..."-Studien systematisch herangezogenen werden, um eine Wirksamkeit zu "belegen". Besonders schön auch bei der pösen Cellulite: Wenn ich einer Frau, die vermutlich furchtbare Komplexe wegen ihrer schrecklichen Orangenhaut hat, eine Paste mit sonstwas gebe und sie schmieren lasse, beurteilt sie ihre Haut bestimmt neutral...

@Florian: Ich bin zwar keine Chemikerin, erlaube mir aber trotzdem zu antworten: Die Haut braucht nicht zwingend so viel Wasser, aber wenn sie mehr Wasser enthält wirkt sie praller/straffer und die geneigte Anwenderin (soll nicht diskriminierend sein, aber die Kosmetikindustrie entdeckt Männer ja eher noch als Kunden) ist glücklich, weil die Haut frischer aussieht und weniger Fältchen hat (Viel trinken soll auch helfen. Bei den richtig tiefen funktioniert das natürlich nicht). Und das scheint ja das oberste Ziel eines gewissen Prozentsatzes des weiblichen Geschlechts zu sein.

@Marcus: Der Artikel ist gut, vielen Dank dafür! Vor allem die "eminenzbasierte Medizin" hat es mir angetan ;-)

@Alexander: Ich würde vermuten, dass die oberen Schichten einfach dadurch weicher werden, dass die Creme ja durch sie durchmuss, um in die tieferen Schichten zu gelangen, und dabei teilweise in sie einzieht. Die Aqua-Porine sind in dem Teil natürlich Schwachsinn. Wiki sagt, dass die toten Schichten durch das Wasser aufquellen (http://de.wikipedia.org/wiki/Hautcreme#Funktion_und_Verwendung). Weiß jemand mehr?

Kommentar-Direktlink h.t.· 26.05.10 · 20:26 Uhr

Die eiinzige wissenschaftliche Methode, das Altern zu verhindern und frisch zu bleiben ist einfrieren. Scheint irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Man lebt zwar nicht wirklich, wird aber auch unglaublich alt, soferne nicht einer den Stecker rauszieht vom Kühlaggragat.
Die natürliche Variante ist auf einen 8000 gehen und einfach obenbleiben.
Auch das verhindert den Verfall verlässlich.

Kommentar-Direktlink nihil jie· 26.05.10 · 21:00 Uhr

@h.t.

so weit ich mich erinnern kann ja... ich muss die mal ausgraben und mal wieder reinschauen. jedenfalls fand ich da einige interessante aussagen oder darstellungen. mal mehr oder weniger kritisch... wie auch immer, ich fand die doku gar nicht mal soooo übel.

Kommentar-Direktlink martin k· 26.05.10 · 21:08 Uhr

Mal meine 2 Cent dazu, immerhin werde ich beruflich genötigt so etwas zu verkaufen.

Ja, Cremes (und Salben) können bei Hautproblemen helfen. Nein, auch die teuerste Creme (oder Salbe) kann eine 50 Jahre sonnengegerbte Haut nicht in Kleopatras Alabasterhaut verwandeln. Ich rate immer zu qualitativ guten Produkten mit guter Dokumentation über die Inhaltsstoffe. Also weder die 1,50€ Cremes aus dem DM, noch die 50€+ Dinger. Gute Produkte gibts im Bereich von ~10€ zu hauf.

Viel wichtiger als die remes ist aber der Lebenswandel früs Hautbild. Sonne, Kippen und Alkohol sind die größten Hautbildkiller. Ich kann garnicht so viel Wasser unter die Haut salben, wie in einer durchzechten Nacht entzogen wird. Wasser ist deshalb wichtig weil es Volumen einnimmt und dadurch die Haut spannt, was Faltenärmer aussieht.

Kommentar-Direktlink user unknown· 26.05.10 · 21:57 Uhr

Off-Topic: Soeben lief auf BR und wird um 03:55 Uhr wiederholt: Kontrovers extra, "Todesfalle Germanische Neue Medizin" (30 min). Ich habe es in einem Online-TV-Programm gefunden und flugs die BR-Mediathek aufgesucht, und schon nach wenigen Minuten (etwa 5) den Livestream gefunden.

Ob, wie, wo und wann es ins Archiv kommt weiß ich nicht. Bei mir ist es auch nicht im DVB-T-Korb. Die von mir gesehene 2. ¼-stunde wirkte sehenswert

Kommentar-Direktlink user unknown· 26.05.10 · 22:35 Uhr

Nachtrag zur 'Germanischen Neuen Medizin': Hier ist der Link zur Mediathek: http://mediathek-video.br-online.de/o16/br/b7/player/public/b7mediathek.html?bccode=bfs - diese Mediatheken sind ja leider so gestaltet, daß man nicht auf die Inhalte selbst verweisen kann, sondern nur auf den Falschplayer, in dem man dann weitersuchen muß - in jedem Player natürlich wieder anders. Also bitte nach 'kontrovers extra' suchen.

Kommentar-Direktlink inga· 27.05.10 · 14:09 Uhr

Also, meine Kommentare sind ja auch vom Literaturnobelpreis inspiriert.

Kommentar-Direktlink Marc· 28.05.10 · 09:45 Uhr

Grundsätzlich fände ich es schön, wenn wir zum Beleg, dass sich Grundlagenforschung auszahlt, nicht immer nur den ollen Laser und die neuere Festplatte erwähnen müssen, sondern auch Feuchtigkeitscreme aufzählen dürften.

Kommentar-Direktlink GeMa· 28.05.10 · 12:08 Uhr

@Marc
Man kann schon sagen, dass Grundlagenforschung sich kosmetisch auszahlt, auf die Aufzählung einzelner alberner Feuchtigkeitscremes kann man da wirklich locker verzichten.
Die bekanntesten Beispiele wären doch Laser, Ultraschall.
Was ist mit den UV-lichthärtenden Materialien und Acrylen - gehören die auch zur Aufzählung? Weiß ich jetzt nicht. Jedenfalls ohne Chemiker und Werkstoffwissis gäbe es heute keine vernünftigen Zahnprothesen und ganz nebenbei auch nicht soviele Frauen mit schönen Fuß-und Fingernägeln.

Ausserdem fällt mir noch die Quantenphysik ein ;-) - irgendwo wurde mal eine Formel zur Berechnung der optimalen Absatzhöhe von Physikern veröffentlicht.
Fragt mal nen Traumatologen oder Podologen, die optisch genialsten Stilettos machen die wirklich (anatomisch und kosmetisch) ätzendst hässlichsten Füße an Frauen (und Bänderrisse).
;-)

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 28.05.10 · 21:16 Uhr

@Marc: Ich fände es grundsätzlich schön, wenn Wissenschaftler sich nicht dermaßen zum Büttel der Wirtschaft machten, dass sie meinten, ein Auszahlen in Euro und Cent würde ihre Suche nach Erklärungen rechtfertigen.

Diese Werte sind abhängig von Märkten, die sich gegenseitig tautologisch selbst bewerten, d.h. der eine backt Brötchen, und vom Erlös zahlt er das Studium der Tochter und Steuern, und diese findet vielleicht Enzyme, die beim Backen hier und da einen Cent sparen, und weltweit Milliarden Cents über die Jahre.

Außerdem ist die Frage so gestellt, als ob - koste es was es wolle - ein bestimmtes Ergebnis herauskommen solle: Grundlagenwissenschaft zahle sich aus, und bei einer so schamlosen Vorwegnahme des gewünschten Ergebnisses würde ich kein neutrales Urteil mehr erwarten.

Wissenschaftliche Tugenden: Fehlanzeige.

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