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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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10.03.09 · 18:14 Uhr

Skandal! Fünfeckige Eiskristalle entdeckt

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 8

Alle Schneeflocken haben sechs Ecken! Ich mache mir selten die Mühe, und sehe nach (ich bin froh, wenn der weiße Kram endlich mal verschwindet!) - aber dass Eiskristalle immer sechseckig daher kommen, galt bis jetzt als ziemlich sicher - bis jetzt...

Am University College in London hat man nun aber welche mit fünf Ecken entdeckt! Allerdings handelt es sich dabei nicht um normale Schneeflocken, sondern um Eisstrukturen auf Kupferoberflächen im Vakuum bei -173 Grad. Unter diesen Bedingungen bildet das Wasser "Kristallstäbchen" (siehe Bild) von denen man bisher dachte, sie wären aus Sechsecken zusammengesetzt.

ice1.jpg

Bild: Angelos Michaelides et al.

Die Forscher aus London haben nun herausgefunden, dass das in diesem Fall anders ist. Aufgrund der speziellen Struktur des Kupfers ordnen sich die ersten Wassermoleküle an dessen Oberfläche zu Fünfecken. Die Fünfeck-Struktur wird hier bevorzugt, weil so die Bindung zwischen Wasser und Metall maximiert wird, wie Javier Carrasco und seine Kollegen im Abstract ihrer Arbeit "A one-dimensional ice structure built from pentagons" schreiben.

Auf anderen Metalloberflächen könnten sich auch siebeneckige oder noch ganz andere Eisstrukturen bilden. Die Schneeflocken werden allerdings weiterhin sechseckig bleiben. Hier laufen andere Prozesse ab und vor allem sind die Flocken auch viel größer als die winzigen Kristalle, die in London untersucht wurden. Fünfdimensionaleeckige Schneeflocken könnten nicht entstehen.

So - und nun genug vom Schnee! Ab jetzt schreib ich nur noch über sonnige und frühlingshafte Themen!

 

Autor: Florian Freistetter· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (8)

Kommentar-Direktlink Ulrich· 10.03.09 · 19:35 Uhr

Endlich - das erklärt die Homöopathie! ;-)

Author Profile Page Florian Freistetter· 10.03.09 · 19:50 Uhr

@Ulrich: Aber nur, wenn die homöopathischen Mittelchen in Zukunft von -173 Grad kalten Kupferplatten abgeleckt werden müssen ;)

Kommentar-Direktlink Schlotti· 10.03.09 · 21:38 Uhr

@Florian:
Du hast offensichtlich Homöpathie nicht richtig verstanden...

Es reicht den homöpathischen Mittelchen selbstverständlich völlig aus, darüber informiert worden zu sein, von -173 Grad kalten Kupferplatten abgeleckt worden zu sein.

;-)

Kommentar-Direktlink Andylee· 11.03.09 · 07:22 Uhr

Genügt es nicht, wenn man von einem normalschneekristall ein so einen Strang, eine hand, ein "Eck" abbricht? dann bleiben 5!

Kommentar-Direktlink Simon· 11.03.09 · 08:19 Uhr

Mit Verlaub, die ganze Jammerei (meistens von Stadtmenschen) über den Schnee ist sooo langweilig... als ob wir nicht noch genug Hitze in den nächsten Jahrzehnten bekommen würden.

Ich wünschte, Du könntest kalte Temperaturen einfach zu mir schicken. Hätten wir beide etwas davon.

Author Profile Page Florian Freistetter· 11.03.09 · 09:24 Uhr

@Simon: Ich hab nichts gegen Schnee (und bin auch kein "Stadtmensch"). Ich mag Schnee gerne - nur irgendwann ist auch wieder gut und ich hätte gern Frühling...

Kommentar-Direktlink Roger Beathacker· 11.03.09 · 15:43 Uhr

hrmpf ..

"Fünfdimensionale Schneeflocken könnten nicht entstehen."

Schade eigentlich, ich haette doch zu gerne mal einen Blick in die fuenfte Dimension geworfen.

;-)

Nix fuer ungut.

Author Profile Page Florian Freistetter· 11.03.09 · 18:20 Uhr

@Roger: Ah, ja - danke... da ist mir was durcheinander gekommen. Der Grund für das sechseckige Wachstum der Schneeflocken liegt darin, dass sie sich im Gegensatz zu den Kristallen am Kupfer in 3 Dimensionen ausbreiten. Da hab ich dann was verwechselt beim Schreiben ;)

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