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Florian Freistetter promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg als Astronom gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, bloggt über Wissenschaft und schreibt manchmal Bücher:

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12.07.08 · 10:05 Uhr

Der Stern zum Wochenende: HE1327-2326

Kategorie: Der Stern zum Wochenende·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Der Stern HE 1327-2326 ist der älteste Stern der bisher entdeckt wurde. Mit einem Alter von etwa 13 Milliarden Jahren ist er fast so alt wie das Universum selbst!

HE1327-2326.jpg

Bild: Subaru Teleskop


HE 1327-2326 wurde 2005 unter der Leitung der Hamburger Astronomen Norbert Christlieb und Cora Fechner entdeckt im Rahmen der Hamburg/ESO-Himmelsdurchmusterung entdeckt. Aufgefallen ist der den Forschern wegen seiner extrem geringen Metallizität. Die Metallizität wird in der Astronomie verwendet um anzugeben, wie groß der Anteil an schweren Elementen in einem Stern ist. Astronomen haben hier eine etwas andere Definition von "Metall" als normalerweise üblich: Alles außer Wasserstoff und Helium wird pauschal als "Metall" bezeichnet. Vergleicht man nun die Metallizität von HE 1327-2326 mit der der Sonne, dann zeigt sich, dass sie etwa dreihundertausendmal geringer ist! Was lässt sich daraus folgern?

Dazu muss man erst einmal verstehen, wo die schweren Elemente überhaupt herkommen. Nach dem Urknall waren im Universum nur die beiden leichtesten Elemente vorhanden: Wasserstoff und Helium. Daraus formten sich dann die allerersten Sterne (die sg. Population III). Im Inneren dieser Sterne wurden nur durch Kernfusion aus Wasserstoff und Helium schwerere Elemente erzeugt. Wenn die Sterne der Population III dann ihr Leben z.B. in einer Supernova beenden, werden diese schwereren Elemente wieder ins All geschleuderte und standen dort wieder als "Baumaterial" für neue Sterne zu Verfügung. Die nächste Population der Sterne (Population II) bestanden also nicht mehr nur aus Wasserstoff und Helium sondern auch aus einer kleinen Mengen an schwereren Elementen. Auch bei diesen Sternen werden durch die Kernfusion schwerere Elemente erzeugt - diesmal noch schwerere als zuvor. Daraus haben sich dann die Sterne der Population I gebildet - wie z.B. unsere Sonne! (Daraus folgt übrigens auch, dass (fast) die komplette Materie, aus der unsere Erde und alles darauf - uns Menschen eingeschlossen - im Inneren eines Sterns entstanden ist; bei einer Supernova ins All geschleudert wurde und sich schließlich irgendwann zu einem Planeten geformt hat!).

Je weniger schwere Elemente ein Stern hat, desto älter muss er also sein. HE 1327-2326 ist bisher der Stern mit der geringsten Metallizität. Er ist kein Stern der Population III (von denen wurde bisher noch keiner entdeckt) da er ja zumindest ein paar Metalle hat - ist aber trotzdem der "Methusalem" in unserer Galaxie.

Zumindest vorerst - es warten sicherlich einige noch ältere Sterne auf ihre Entdeckung!


Ähnliche Artikel: Alle bisherigen Artikel in der Serie "Der Stern zum Wochenende"

 

Autor: Florian Freistetter· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (4)

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Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink Markus· 16.01.10 · 08:08 Uhr

Ich als Laie muß sagen, dass dieser Text hervorragend verständlich ist. Wieder etwas dazu gelernt. Danke!

Kommentar-Direktlink Markus· 16.01.10 · 08:09 Uhr

Nebenbei:
Sind inzwischen noch ältere Sterne entdeckt worden?

Kommentar-Direktlink rolak· 16.01.10 · 08:43 Uhr

Kann sein (bei der Angabe "etwa 13 Milliarden Jahre" ist viel drin ;-): =»Hier wird von einem berichtet, der ~630 Millionen Jahre nach dem Urknall bzw (nach NASA) vor 13.035 Milliarden Jahren starb - und ein bißchen gelebt wird er ja auch haben.

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