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Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.

Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.

Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.

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15.05.10 · 10:25 Uhr

Im Kino: Robin Hood

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 13

Es scheint in letzter Zeit eine Neigung dazu zu geben, den großen Abenteuerhelden - seien sie Mythos, Legende oder Fantasy-Gestalten - eine Herkunft anzudichten. Nachdem wir wissen, wie Darth Vader in seine schwarze Maske kam, nachdem wir nun auch wissen, wie Kirk und Spock ihre Kindertage verbrachten (sollte man sagen "verbracht gehabt haben werden"?) - erfahren wir nun, wie Robin Hood in den Wald von Notthingham kam.

Etwas mehr als zwei Stunden muss man sich allerdings Zeit nehmen um zu sehen, wie aus dem Super-Bogenschützen ein Pseudo-Ritter, aus dem Pseudo-Ritter ein Philosoph und Demokrat und aus dem dann schließlich ein Gerechtigkeits-Kämpfer wird. Allerdings wird die Zeit nicht lang. Russel Crowe, irgendwie zu alt für einen jungen Robin Hood, spielt nochmal den Gladiator, und da es lang genug her ist, kann man sich den natürlich auch noch einmal gönnen.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Landung der Franzosen in Süd-England, die als Zitat der Landung der Alliierten in der Normandie inszeniert ist, bis in die Details der Landungsboote.

Schönes Popkorn-Kino, mit Liebe und Schlachtgetümmel, nicht zu brutal, nicht zu kitschig, mit einem Happy End im Wald. Beim Happy End wird abjeblend' - endlich auch bei Robin Hood.

Bleibt die Frage, warum wir den Helden, die es nicht gab, eine Vergangenheit andichten wollen, die sie nicht hatten. Warum Helden nicht mehr "einfach da sein können" - warum auch Kirk und Luke Anakin Skywalker und nun auch Robin Hood unbedingt mal Kind gewesen sein müssen.

 

Autor: Jörg Friedrich· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (13)

Kommentar-Direktlink Ketzu· 15.05.10 · 11:16 Uhr

Eine "filmophile" Freundin von mir sagte über ihre Erwartung zu dem Film "Das wird son Gladiator im Wald, nur mit altem Russel Crow" :)

Kommentar-Direktlink MartinB· 15.05.10 · 12:03 Uhr

"Bleibt die Frage, warum wir den Helden, die es nicht gab, eine Vergangenheit andichten wollen, die sie nicht hatten."
Ich vermute, die Antwort ist simpel: es ist einfacher, Geschichten um bekannte und beliebte Charaktere herumzubauen als neue Charaktere bekannt und beliebt zu machen.
Gerade im Kino kommen dann noch die Möglichkeiten eines Neuerzählens alten Stoffs mit neuen Mitteln hinzu, siehe z.B. King Kong.

Kommentar-Direktlink Anakin· 15.05.10 · 14:33 Uhr

warum auch Kirk und Luke Skywalker und nun auch Robin Hood unbedingt mal Kind gewesen sein müssen.
Nicht Luke sondern Anakin ;)

Author Profile Page Jörg Friedrich· 15.05.10 · 15:35 Uhr

@ketzu: Eine weise Voraussicht deiner Freundin, nur dass der Wald in dieser Verfilmung ganz am Ende steht.

@MartinB: Schade, ich hatte mir eine mehr philosophische und weniger ökonomische Erklärung gewünscht ;-)

@Anakin: Danke, habe es kontrolliert, so passt es besser. Wobei ja auch die Kindheit von Luke, wenn ich mich recht entsinne, erst in Episode III stattfindet und damit erst nach seiner Erwachsenenzeit erfunden wurde. Andererseits passt Star Wars hier ohnehin nicht ganz in mein Konzept da, soviel ich weiß, George Lucas die Gesamthandlung von Vornherein geplant hatte.

Kommentar-Direktlink Anakin· 15.05.10 · 16:02 Uhr

Im Text oben wurde eben Darth Vader erwähnt und der hies mal Anakin Skywalker.
In Episode III sah man nur die Geburt von Luke, nicht die Kindheit. Als das klassische Star Wars losging (heute Episode IV) war Luke imho schon 16 Jahre.
Es wird immer behauptet George Lukas hätte von Anfang an 6 Episoden im Sinn gehabt, halte dies aber für eine Legende. Zumindest sieht man in den neuen drei Episoden die Vorgeschichte von Darth Vader ca 30 Jahre nach der eigentlichen Geschichte und so betrachtet ist der Vergleich richtig.

PS:
Mir gefällt es mehr von irgendwas zu erfahren als nur "es ist weil es eben so ist", deswegen mag ich die ganzen Vorgeschichten (Prequels), solange sie halbwegs vernünftig verfilmt wurden :)

Kommentar-Direktlink MartinB· 15.05.10 · 16:48 Uhr

"Es wird immer behauptet George Lukas hätte von Anfang an 6 Episoden im Sinn gehabt, halte dies aber für eine Legende."
Naja, immerhin beginnt der erste Film mit "episode IV - a new hope". Irgendwas hatte er also schon im Kopf...

Kommentar-Direktlink Anakin· 15.05.10 · 17:40 Uhr

Naja, immerhin beginnt der erste Film mit "episode IV - a new hope". Irgendwas hatte er also schon im Kopf...

Die original Episoden von ende der 70er wurden 20 Jahre noch mal digital remastert. Dabei wurde mehre Sachen aktualisiert. Später gab es auch noch Änderungen, zb sieht man in Episode VI bei der Feuer Beisetzung von DarthVader seinen Geist in Gestalt (Körper) von Anakin wie man ihn aus den neuen Episoden I-III kennt.

Kommentar-Direktlink MartinB· 15.05.10 · 18:05 Uhr

@Anakin
Klar. Aber die "Episode IV" im Vorspann gab's auch in der Ogginalfassung (ganz bestimmt, ich war sozusagen dabei...)

Kommentar-Direktlink Anakin· 15.05.10 · 18:25 Uhr

George Lucas schrieb anfangs fünfzehn Zusammenfassungen, die die gesamte Star-Wars-Saga bilden sollten. Von diesen fünfzehn Geschichten wollte Lucas ursprünglich jedoch nur eine einzige als Spielfilm umsetzen. Nach dem überraschenden Erfolg des ersten Star-Wars-Films verkündete er der Öffentlichkeit, dass nun insgesamt zwölf Filme für die Abenteuer des Luke Skywalkers (in den Urschriften noch Luke Starkiller benannt) vorgesehen seien. Im Jahr 1979 korrigierte Lucas seine erklärte Filmplanung dann nach unten und wollte stattdessen nur noch neun Filme drehen [6]. Vier Jahre später, nachdem die erste Trilogie mit Eine neue Hoffnung, Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter abgeschlossen war, gab Lucas wiederum bekannt, dass es nun keine weiteren Filme mehr geben werde. Schließlich meldete Lucas 1995 plötzlich an, dass er eine Vorgeschichte (Prequel) zu der bereits vorhandenen Trilogie produzieren und sich die Saga somit über sechs Filme erstrecken werde. Zusätzlich behauptete er zu dieser Zeit, dass er schon immer in seiner Vorstellung „die ganze Sache als Serie von sechs Filmen“ gesehen habe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Starwars#Das_Drehbuch Scheint mir also unwahrscheinlich das damals (1977) schon Episode IV stand.

Kommentar-Direktlink MartinB· 15.05.10 · 20:45 Uhr

Na, man soll aber nicht alles glauben, was bei wikipedia steht.
Schauen wir lieber bei der englischen Wikipedia , dort lesen wir zum Thema "opening crawl"

"When originally released in 1977, the first film was simply titled Star Wars, as the studio (20th Century Fox) forbade Lucas to use a subtitle because it could be confusing, since there had been no other Star Wars movies prior to 1977. [1][4]In addition, it was not certain if the film would be followed with a sequel. Following the release of Episode V: The Empire Strikes Back in 1980, the film was re-released in 1981 with the subtitle "Episode IV: A NEW HOPE" to match its sequel's crawl. The original version, without the subtitle, was not released until the 2006 limited edition DVDs."

Ich habe den Film irgendwann Ende der 80er/Anfang der 90er zum ersten Mal in voller Länge gesehen, da gab's den Eintrag schon.

Wenn ich mich recht erinnere gab's auch eine Anspielung darauf im Film Spaceballs, siehe
http://www.spiritus-temporis.com/spaceballs/opening-crawl.html

Kommentar-Direktlink Anakin· 16.05.10 · 01:04 Uhr

Nehme alles zurück und behaupte nun das Gegenteil! :)

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 16.05.10 · 11:15 Uhr

Niedlich, dass sich hier kaum jemand für den 'neuen Robin Hood' interessiert, aber um so mehr für 'Star Wars'. Ist auch m.M.n. wesentlich interessanter, denn R.H. ist über die Jahrzehnte hinweg ziemlich ausgelutscht, während S.W. neue Welten, offensichtlich von 2001 inspiriert, kinomäßig erschlossen hat. (Auch wenn beides schon 'lange' her ist.

Kommentar-Direktlink MartinB· 16.05.10 · 20:18 Uhr

@Anakin
Damit haben wir dann unseren eigenen Star-Wars-Zyklus nachgespielt

Scienceblog-Wars:

Anakin· 15.05.10 · 16:02 Uhr
Scienceblogs I - The phantom assertion

MartinB· 15.05.10 · 16:48 Uhr
Scienceblogs II - Attack of the nerd

Anakin· 15.05.10 · 17:40 Uhr
Scienceblogs III - Revenge of the expert

MartinB· 15.05.10 · 18:05 Uhr
Scienceblogs IV - a new memory

Anakin· 15.05.10 · 18:25 Uhr
Scienceblogs V - Google strikes back!

MartinB· 15.05.10 · 20:45 Uhr
Scienceblogs VI - Return of the Wiki

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