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Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.
Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.
Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.
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27.04.10 · 17:23 Uhr
Aygül Özkan im Kampf gegen den Kampf der Kulturen
Kategorie: Politik · Kommentare: 13
Manchmal staunt man über die angeblich so konservative CDU: Die jüngste Bundesministerin aller Zeiten war Claudia Nolte von der CDU, die mit 28 Jahren Ministerin wurde, die erste Bundeskanzlerin kam von der CDU und nun ist die erste muslimische Ministerin ebenfalls CDU-Mitglied: Aygül Özkan ist heute in Hannover vereidigt worden.
Aygül Özkans Geschichte ist vor allem auch ein Signal im Kampf gegen den "Kampf der Kulturen". Eine Muslimin, die in einer christlichen Partei ihre politische Heimat findet, die als Ministerin in einem säkularen Staat bei der Vereidigung den Gottesbezug wie ihre Kollegen ausspricht, zeigt, dass es keine prinzipiell unüberbrückbaren Kultur-Differenzen zwischen Islam und Christentum - und damit auch zwischen islamisch und christlich geprägten Gesellschaften geben muss.
Dass gerade die CDU von einer Frau mit dieser Geschichte viel in Sachen Toleranz und Trennung von Staat und Kirche lernen kann, haben die vergangenen Tage gezeigt. Auch ein positives Signal ist da, dass die Ernennung Özkans zur Ministerin nicht daran gescheitert ist, dass sie sich gegen jegliches religiöse Symbol in Schulen ausgesprochen hat. Auch wenn sie zunächst einen Rückzieher gemacht hat, das, was sie gesagt hat, bleibt ausgesprochen und wird eine Markierung auf dem Weg zur religionsfreien Schule bleiben.
Autor: Jörg Friedrich· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Aygül Özkan· cdu· christentum· islam· kirche· kreuz· minister
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Kommentare (13)
Endlich mal jemand, der einigermaßen neutral darüber berichtet, und den Geburtsort ihrer Eltern nicht mit ins Spiel bringt. Bravo!
Sie feiern einen weiteren Triumph der europäischen Doppelmoral.
Kein bisschen übel geworden?
...
...?
@rop: Der Kommentator "KommentarAbo", auch als "KA" bekannt, verschafft sich auf diese Weise nur die Möglichkeit, Kommentare abonnieren zu können.
Ich selbst wüsste gern, welchen "Triumph der europäischen Doppelmoral" Sie meinen.
'Sekulärer Staat' ist grundsätzlich religionsunabhängig. Es ist ausschließlich die Frage, wie man das Verhältnis Staat/Religion definiert.
Julius Cäsar·
28.04.10 · 10:07 Uhr
Wie christlich ist die CDU? Ich dachte, das C bezieht sich auf das christliche Menschenbild, was nicht unbedingt identlisch mit dem Christentum ist.Gesucht oder gefunden? Ich vermute, dass sich nicht die CDU bei Özkan beworben hat, sondern dass Özkan bei der CDU einen Mitgliedsantrag gestellt hat.
Jörg Friedrich· 27.04.10 · 21:37 Uhr
Ich selbst wüsste gern, welchen "Triumph der europäischen Doppelmoral" Sie meinen.
Kurz gefasst, Sie können nicht der Verfassung und der Bibel oder der Koran gleichzeitig Treu bleiben oder zweier Systeme die von Grund auf gegensätzlich sind.
In eine Demokratie wird debattiert, in monotheistischen Religionen aber diktiert. Wer beiden die Treue schwört lügt.
Frau Özkan schwört sogar dreien die Treue. Den Rest können Sie sich bestimmt selbst ausdenken.
Das Beste im Kampf der Kulturen ist aufgeklärte Kräfte in Position zu bringen.
Allerdings ist die Aufgeklärtheit zu prüfen, es kann hier zu Fehlern kommen.
Bei dieser Dame hat zumindest der Wb keine Bedenken.
Ich finde es auch erstaunlich, wie die vermeintlich Konservativen dann doch immer als Vorreiter agieren. Ein Ossi als Kanzlerin und Parteivorsitzende und jetzt eine Muslima als Ministerin. Wirklich toll ist es natürlich erst, wenn dies keine Meldung mehr in der überregionalen Presse wert ist.
@rop
Andere Ansicht die Verfassung in Art. 33 und 4 Grundgesetz. Auch der Amtseid wird genauso wie gesprochen durch die Verfassung ermöglicht bzw. zum Regelfall erkärt.
Tom· 28.04.10 · 15:22 Uhr
Andere Ansicht die Verfassung in Art. 33 und 4 Grundgesetz. Auch der Amtseid wird genauso wie gesprochen durch die Verfassung ermöglicht bzw. zum Regelfall erkärt.
Habe ich gerade gelesen!
Die Frage der "Treue" besteht aber trotzdem weiter.
"So wahr mir Gott helfe" bedeutet laut Özkan, dass sie sich bewusst ist, über ihr Tun Gott gegenüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Auch wenn diese Floskel sich mir persönlich grammatisch nicht erschließt: Ein Treueschwur ist es jedenfalls nicht.
Jörg Friedrich· 28.04.10 · 22:07 Uhr
"So wahr mir Gott helfe" bedeutet laut Özkan, dass sie sich bewusst ist, über ihr Tun Gott gegenüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Auch wenn diese Floskel sich mir persönlich grammatisch nicht erschließt: Ein Treueschwur ist es jedenfalls nicht.
Wenn Sie das Wort Gott in D ausspricht dann ist dieser Gott Jehova und nicht Allah.
Sonst hätte Sie gesagt: "So wahr mir Allah helfe", hat sie aber nicht. Und wenn es nicht so wichtig sein sollte was bedeutet dann dieses ganze religiöse Getue. Eine Demokratie wird nicht mit Propheten geführt aber mit Vernunft und Logik.
Die Zeit wo Kirche und Staat eins gewesen sind, liegt leider schon eine Weile zurück. Die erste Demokratische Verfassung wurde in Delphi geschrieben für den Spartanischen Staat, 800 v.Ch. Damals war diese Identität möglich weil die Religiöse dienste wurden von den Bürger übernommen und nicht von einen Klerus, der sowieso nicht gab. Es gab auch keine Kanonische Bücher der Religion wie die Bibel oder Koran. Wer seine Stadt gedient hat, hat gleichzeitig die Götter geehrt, und wer die Religiöse Feierlichkeiten geführt hat, hat auch in Kriegsfall das Schwert in den ersten Reihen geführt.
Was wir als Kirche kennen ist heute ein Staat im Staat, darum sind Politiker mit einem Religiösen Bekenntnis eine Farce. Treue hin oder her.