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Profil

Jörg Friedrich wurde 1965 geboren. Er studierte Meteorologie und Physik an
der Humboldt-Universität Berlin und ist Diplom-Meteorologe. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Simulation von Konvektionsstrukturen mit Zellulären Automaten.

Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten.

Seit dem Frühsommer 2009 ist er nach einem Philosophie-Studium an der FernUni Hagen Master of Arts in Philosophie. Er schrieb seine Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften.

Hinweise für Kommentatoren

FAQ's


EPR-Geschichte

Teil 1: Wie alles begann

Teil 2: Die Gallier

Teil 3: Zufallsgenerator für Bell

Teil 4: War alles umsonst?


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Archiv August 2009

27. August 2009

Öffentlichkeit und Legitimation

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Demokratie ist weit mehr als die Teilnahme an freien, geheimen und allgemeinen Wahlen. Ihre Legitimität beziehen die Institutionen einer parlamentarischen Demokratie daraus, dass "die politische Willensbildung durch den Filter einer diskursiven Meinungsbildung hindurchgeleitet wird" wie Jürgen Habermas in den letzten Jahren immer wieder betont hat (Nachzulesen in der kleinen Aufsatzsammlung Ach, Europa, edition suhrkamp, 2008).

Das Politikmodell der meisten parlamentarischen Demokratien ist deliberativ, was - etwas lax formuliert - bedeutet: Alle dürfen mitdiskutieren und wenige dürfen entscheiden. Aus der Tatsache, dass die Meinungen der Vielen gehört werden müssen und von den Entscheidern nicht gänzlich ignoriert werden können, beziehen die Entscheidungsverfahren ihre Legitimation.

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Autor: Jörg Friedrich· 27.08.09 · 23:00 Uhr· 6 Kommentare

25. August 2009

Der Wert der Wissenschaft

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 36

Alvin M. Weinberg war Physiker. Er leitete jahrzehntelang das amerikanische Kernforschungszentrum Oak Ridge National Laboratory und war in den 1960er Jahren einer der wichtigsten Berater der US-Regierung in Wissenschaftsfragen. Ein solcher Mann steht kaum in dem Verdacht, zu philosophisch an grundlegende Fragen der Wissenschaft heranzugehen oder gar ein Wissenschaftsfeind zu sein. Umso interessanter ist es, seine „Reflections on Big Science", eine 1967 erschienene Aufsatz-Sammlung (in deutscher Sprache 1970 bei Suhrkamp unter dem Titel „Probleme der Großforschung" erschienen) heute zur Hand zu nehmen und den Überlegungen Weinbergs mit dem Abstand von über 40 Jahren nach zu denken.

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Autor: Jörg Friedrich· 25.08.09 · 10:33 Uhr· 36 Kommentare

24. August 2009

Nation und Identität

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 19

In seiner Replik auf meinen Text über Zerfall und Erstarken der Nationalstaaten führt Ali Arbia ein paar Thesen über (nationale) Identität aus, die ich hier noch einmal gesondert diskutieren möchte. Ali Arbia vertritt einen Standpunkt, der in den letzten Jahren vor allem in Auseinandersetzung mit Huntingtons Kulturkampf-These populär geworden ist und dessen bekannteste Verteidigung von Amartya Sen in seiner Huntington-Kritik „Identity and Violence" (in deutscher Sprache unter dem Titel „Die Identitätsfalle" erschienen) vorgelegt wurde.

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Autor: Jörg Friedrich· 24.08.09 · 11:51 Uhr· 19 Kommentare

17. August 2009

Wonach am CERN nicht gesucht wird

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 58

In einem Interview, welches Rolf-Dieter Heuer, der Generaldirektor des CERN der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegeben hat, konnte man es am Wochenende wieder einmal lesen: Die Physiker seien dort dem auf der Spur "was die Welt im Innersten zusammenhält". Das alte Goethe-Wort wird seit langem gern verwendet wenn es zu beschreiben gilt, was das Erkenntnisziel der physikalischen Grundlagenforschung sei. Es klingt sehr groß, sehr erhaben, doch nie war es irreführender als heute.

Die große Zeit der Physik, in der sie das Verständnis des Menschen von der Welt wirklich radikal umgeworfen hat, liegt nun Jahrzehnte, fast schon ein Jahrhundert zurück. Die Aufgabe der gleichförmig verlaufenden absoluten Zeit in einem dreidimensionalen absoluten Raum, der Welle-Teilchen-Dualismus des Lichtes, die Unschärfe-Relation - das waren im wahrsten Sinne des Wortes umwerfende Konzepte, an denen das Alltags-Verständnis sich noch heute die Zähne ausbeißt.

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Autor: Jörg Friedrich· 17.08.09 · 09:27 Uhr· 58 Kommentare

16. August 2009

Im Kino: Audrey Tautou ist "Coco Chanel"

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Audrey Tautou ist erwachsen geworden. In "Coco Chanel" zeigt sie, dass sie noch weit mehr kann als ein schüchtern-liebenswertes Lächeln zu zeigen und scheu die Augen aufzuschlagen, wie sie es in "Die wundersame Welt der Amelie" fast zu oft vorgeführt hat. Sie kann ernst sein, bitter, entschlossen aber auch verzweifelt. Die Ausdruckskraft ihrer Mimik ist gewaltig geworden.

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Autor: Jörg Friedrich· 16.08.09 · 13:39 Uhr· 1 Kommentar

14. August 2009

Bochum und Woodstock: Ein Sommer voller Jubiläen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

40 Jahre Mondlandung, 40 Jahre Woodstock, alle paar Tage irgendetwas mit 20 Jahre Ende der DDR und heute nun gleich zwei Jahrestage auf einmal: vor 60 Jahren wurde der erste Bundestag gewählt und vor 25 Jahren (ein viertel Jahrhundert!) wurde zum ersten Mal die Postpeitzahl einer Ruhrgebietsstadt in den Schallplattenläden bekanntgegeben: "4630 Bochum" von Herbert Grönemeyer erschien.

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Autor: Jörg Friedrich· 14.08.09 · 10:50 Uhr· 0 Kommentare

13. August 2009

Zerfall und Erstarken der Nationalstaaten in Europa

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 54

Geht der Prozess der europäischen Einigung mit einem Zerfall der Nationalstaaten einher? Die interessante Antwort von Ali Arbia auf die Frage, ob es 2020 noch Nationalstaaten geben wird, hat mich zu einem so langen Kommentar veranlasst, dass ich ihn als eigenen Artikel einstelle. Denn genauso, wie die verschiedenen kleinen Bevölkerungsgruppen aus ihren bisherigen staatlichen Gebilden heraus wollen, streben sie in das große Europa hinein. Und was bedeutet diese Entwicklung Deutschland und die anderen großen europäischen Nationalstaaten? Zerfallen auch sie in den nächsten Jahrzehnten?

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Autor: Jörg Friedrich· 13.08.09 · 16:30 Uhr· 54 Kommentare

12. August 2009

Über das Reiten toter Pferde

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 7

Bestimmt ist vielen schon mal irgendwo ein Papier oder eine Webseite begegnet auf denen eine angebliche Weisheit der Dakota-Indianer zu lesen ist:

Wenn Du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Ich habe viele Varianten gefunden, wie verschiedene Berufsgruppen sich selbst "auf die Schippe nehmen" indem sie ihre Alternativen zur Dakota-Weisheit formulieren. Manager, Verwaltungsangestellte, Lehrer, Unternehmensberater - alle haben ihre Strategien, mit toten Pferden umzugehen, nur Wissenschaftler nicht.

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Autor: Jörg Friedrich· 12.08.09 · 11:31 Uhr· 7 Kommentare

11. August 2009

Alles simuliert!

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 3

Auf der Webseite des Forschungszentrum Jülich wird die Simulation als dritte Säule des wissenschaftlichen Arbeitens (neben Theorie und Experiment) bezeichnet. Dort, wo sich das Experiment aus ethischen oder ökonomischen Gründen verbietet oder wo es wegen des langen Zeitraums, in dem sich die realen Prozesse abspielen, nicht möglich ist, soll die Computer-Simulation empirische Daten zur Untermauerung oder Widerlegung von Theorien liefern.

Simulationen werden inzwischen in vielen wissenschaftlichen Disziplinen eingesetzt, die bekannteste ist wohl die Simulation des Klimasystems, aber die Erkenntnisgewinnung am Computermodell ist auch in der Biologie, der Soziologie und vielen technologieorientierten Wissenschaften weit verbreitet. Aber was kann man wirklich aus Computermodellen lernen? Sagen sie uns etwas über die Welt „da draußen"? Und wenn ja, warum? Können wir unser Verhalten nach Computermodellen ausrichten?

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Autor: Jörg Friedrich· 11.08.09 · 10:46 Uhr· 3 Kommentare

10. August 2009

Das "Man" ist überall dabei

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 23

Wenn von Leuten, die sonst rational und freundlich miteinander diskutieren, plötzlich unversönliche Kommentarschlachten geschlagen werden, wie bei den ScienceBlogs zum Thema Atheismus und Religion, dann drängt sich der Verdacht auf, dass die Diskussion vielleicht nur an der Oberfläche der Phänomene geführt wird, und dass es in diesen Diskussionen vielleicht nicht gelingt, den Phänomenen wirklich auf den Grund zu gehen.

Vielleicht ist es in einer solchen Situation sinnvoll, sich bei einem Denker Rat zu holen, der das Freilegen von Verschüttetem und Verstelltem, zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Martin Heidegger, auf dessen erstes Hauptwerk „Sein und Zeit" ich hier Bezug nehme, hat versucht, den Blick auf das Dasein der Menschen von Verstellungen und Verschüttungen zu befreien und die Grundelemente dieses Daseins zu bestimmen.

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Autor: Jörg Friedrich· 10.08.09 · 11:00 Uhr· 23 Kommentare

09. August 2009

Im Kino: Mitte Ende August

Kategorie: Kultur

Versprochen war, dass der Film sich an Goethes „Wahlverwandtschaften" anlehnt, „frei nach..." konnte man in verschiedenen Ankündigungen lesen. Das stimmt jedoch nur für die Grundkonstellation der Geschichten, im Verlauf der Handlung entfernt sich der Film immer weiter von der genau 200 Jahre alten Vorlage - leider, muss man sagen. Denn Goethes folgerichtige Tragödie wird so durch eine wenig plausible Geschichte mit seichtem Happy End ersetzt.

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Autor: Jörg Friedrich· 09.08.09 · 15:44 Uhr· 0 Kommentare

07. August 2009

Das ästhetische Urteil

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 7

Mit dem Wein und dem Hundefutter ist es wie mit der Kunst: Um darüber urteilen zu können, braucht man Geschmack. Ob man Geschmack lernen kann, darüber gehen die Meinungen weit auseinander, und wie dieses Lernen vonstatten gehen soll, ob man ästhetisches Urteilen auf die gleiche Weise lernen kann wie z.B. logisches Urteilen, oder ob die Begründung eines ästhetischen Urteils ganz anders erfolgt als die Begründung einer wissenschaftlichen These, auch darüber „streiten die Philosophen".

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Autor: Jörg Friedrich· 07.08.09 · 11:30 Uhr· 7 Kommentare

06. August 2009

Mit dem Drachen Strom machen

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 10

Die Idee ist, wie es sich für eine geniale Idee gehört, einfach: Da der Wind mit zunehmender Höhe immer stärker wird, wäre es doch am Besten, an riesige Drachen Rotoren für Windkraftwerke zu befestigen und diese Drachen dann bis auf ein paar 1000 m aufsteigen zu lassen. Die Drachenschnüre (2 Stück, wenn es ein Lenkdrachen ist) sind aus Metall und können den gesammelten Strom zur Erde leiten.

Mit dieser Idee brachte es Sky Windpower im vergangenen Jahr immerhin auf Platz 35 der Liste der besten Erfindungen des Time Magazin.

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Autor: Jörg Friedrich· 06.08.09 · 11:36 Uhr· 10 Kommentare

04. August 2009

Anachronismus Peer Review

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 30

Niemand weiß, wie viele kluge revolutionäre Ideen im Peer-Review-Verfahren der Journale ausgesiebt werden und nie das Licht der wissenschaftlichen Öffentlichkeit erblicken. Es liegt in der Natur der Sache, dass man darüber nur spekulieren kann. Wenn über Fälle berichtet wird, in denen es nach langem Kampf doch gelungen ist, ein neues Modell oder ein überraschendes Konzept in einer Zeitschrift zu platzieren wird klar, dass der Wissenschaftsprozess strukturelle Probleme hat, die es Forschern mit neuen Ideen schwer machen, sich Gehör zu verschaffen.

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Autor: Jörg Friedrich· 04.08.09 · 09:20 Uhr· 30 Kommentare

03. August 2009

Die Grenzen der Beherrschbarkeit?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 27

Die Erfolgsgeschichten von Wilhelm Conrad Röntgen, Marie Curie und anderen Forschern des frühen 20. Jahrhunderts müssen für heutige Physiker wie ferne Sagen aus einem goldenen Zeitalter klingen. Vielleicht erzählt man sie sich gegenseitig in den Kneipen von Genf, beim Warten auf das Anfahren des LHC, das sich nun wiederum um Monate verzögert. Vielleicht raunt man sich auch bei ITER, wo mit immer neuen Schwierigkeiten gekämpft wird und die beherrschte Kernfusion immer weiter in die Ferne rückt, einander sehnsuchtsvolle Geschichten aus den Frühzeiten der Kerntechnik zu.

Die physikalisch-technische Großforschung scheint in einer Sackgasse zu stecken. Die Anlagen werden immer gewaltiger, die Systeme immer komplexer. Überwachungsgeräte überwachen Überwachungsgeräte die die Funktion von Sensoren und Sicherungsmechanismen kontrollieren. So soll die Komplexität moderner Versuchsanordnungen beherrschbar werden. Aber es wird nur die Zahl der voneinander abhängigen Komponenten erhöht. Die Möglichkeiten, dass Fehler und Ungenauigkeiten auftreten, vervielfachen sich.

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Autor: Jörg Friedrich· 03.08.09 · 09:36 Uhr· 27 Kommentare

02. August 2009

Respekt, Herr Kardinal!

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 35

"Nur wer sich ändert, bleibt sich treu" sang Wolf Biermann in einer autobiographischen Ballade und gab damit die Vorlage für das Motto hunderter Essays und Veranstaltungen die sich mit dem Thema auseinandersetzen, dass nur der, der sich an geänderte Bedingungen anpasst, seinen Zielen und Idealen treu bleiben kann. Die Liedzeile könnte auch als Motto für den Artikel von Joachim Kardinal Meisner dienen, der unter der Rubrik "Fremde Federn" in der FAZ von gestern (01.08.2009, online leider nicht frei verfügbar) abgedruckt ist.

Es geht um das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. Selbstverständlich lehnt Meisner eine solche Adoption ab. Das ist nicht überraschend, aber den Text zu lesen lohnt sich trotzdem. Gleich im ersten Absatz findet sich eine Überraschung:

Nun ist auch die katholische Kirche gegen jede Diskriminierung von homosexuellen Menschen. Der Katechismus betont dies ausdrücklich.

Natürlich kann man fragen, wie diese Einstellung sich praktisch auswirkt, aber es ist schon gut, dass die Anerkennung der Homosexualität durch einen hockrangigen katholischen Priester einmal so klar formuliert wird.

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Autor: Jörg Friedrich· 02.08.09 · 16:44 Uhr· 35 Kommentare

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