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Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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04.11.08 · 12:13 Uhr
Präsidiale Wissenschaft
Kategorie: Kultur · Kommentare: 6
Falls jemand meine Notizen vermisst hat - ich war entweder unterwegs, um mein neues Buch - Das große Buch der Evolution - vorzustellen, oder mit dem Herumtragen meiner Enkel beschäftigt und laboriere jetzt an meinen Rückenschmerzen herum. Unabhängig davon wählen die Amerikaner heute ihren neuen Präsidenten, und schon seit Wochen stellen viele Wissenschaftsjournale ihren Lesern vor, welche Einstellung welcher Kandidat zu welchem Thema hat, bei dem Wissenschaft mitmischt (Energie, Kernkraft, Umwelt, ...).
Reden wir in Deutschland jemals über Wissenschaft, wenn gewählt wird?
Inzwischen fangen einige Professoren in den USA an, sich buchlang Gedanken über die Frage zu machen, was ein Präsident zum Beispiel über Physik wissen muss: "Physics for Future Presidents" heißt das Buch, das Richard A. Muller von der UC Berkeley geschrieben hat.
Ein schönes Quiz für alle: Welche wissenschaftliche Sachverhalte bzw. Zusammenhänge muss ein regierender politischer Manager haben: Welches Wissen braucht die Macht? Auf Antworten warte ich gerne. Vielleicht wird dabei der Rücken besser.
Autor: Ernst Peter Fischer· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Naja, zumindest sollte er sich nicht so weit aus dem Fenster wagen, wenn er davon keine Ahnung hat. Auch wenn es nur die Palin war, aber über die nutzlose Erforschung von Drosophila zu reden ist ein Ausschlusskriterium.
Na, offenbar braucht man viel Wissen über die menschliche Natur, wie man jüngst in Hessen erleben durfte.
Viel wichtiger als spezielles Wissen: Wissen darum, wie Wissen geschaffen wird. Wenn das mal drin ist, reichen Berater für den Rest (wenn die den Prozess auch kapiert haben).
Es liegt offensichtlich an den Erfahrungen der letzten 8 Jahre, daß man sich so für die Einstellung der Kandidaten zur Wissenschaft (und ihre wissenschaftlichen Kenntnisse) interessiert. Unter Bush wurde eben immer wieder versucht, ideologisch Einfluß auf die Wissenschaft auszuüben. Und manche Äußerungen von Palin legen den Schluß nahe, daß sich das mit einer (Vize-)Präsidentin Palin fortsetzen könnte.
In Deutschland müssen wir uns zum Glück keine Gedanken darüber machen, ob Politiker etwas von Wissenschaft verstehen oder nicht. Weil sie sich eben nicht in den wissenschaftlichen Diskurs einmischen.
Hm, ist es allzu ketzerisch,
wenn man sagt, daß Angela Merkel als Physikerin und Naturwissenschaftlerin doch zu dem, was ein solcher sozial- und familienpolitischer Autor wie Peter Mersch zu sagen hat, manchen Zugang müßte haben können? (Oder eilt man damit dem Zeitgeist doch zu weit voraus? ...)
http://www.land-ohne-kinder.de/molmain/main.php?docid=215
Einen Artikel zum Thema hat heute die Netzeitung: http://www.netzeitung.de/wissenschaft/1210317.html