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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com
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17.09.08 · 15:25 Uhr
Die RAF ist nicht die Royal Air Force
Kategorie: Kultur · Kommentare: 19
Nun bejubeln wir sie wieder (im Kino) - die RAF Bande, die sich gerne Guerilla nannte und mordete, was das Zeug hielt. Und jetzt verdienen einige Leute wieder - wie der ehemalige Spiegel-Herausgeber -, und zwar das große Geld auf dem Rücken der armen Schweine, die ins Gras beißen mussten. Haben wir wirklich nichts Besseres zu tun, als Leuten, die einer naiven Lust an der Gewalt nachgegeben und beim Herumballern Spaß empfunden haben, filmische Denkmale zu setzen? Können wir nicht einmal fragen, was wirklich Wichtiges passierte - etwa in der Raumfahrt, der Kommunikationstechnik, der Bioforschung -, als kleine Leute große Verbrecher wurden und dafür vom Durchschnittsbürger beachtet wurden? Wieviele Bücher, Filme, Talkrunden und anderes gibt es zur RAF, während das, was uns am Leben hält, in der Medien untergeht? Wir sollten sehen, was großartig war, und übersehen, wer größenwahnsinnig geworden ist. Warum blenden wir aus, was unseren Alltag damals wirklich geprägt hat? Die RAF Berichterstattung verdummt damals wie heute - gerade weil sie sich so aufgeklärt gibt.
Autor: Ernst Peter Fischer· 19 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (19)
Hm, wenn wir alles Negative aus der Vergangenheit ausradieren und mit einem Tabu behaften, wie und woraus lernen dann die kommenden Generationen? Aus Fehlern lernt man gemeinhin, auch aus denen anderer...
Warum sollte man über diese Epoche der deutschen Geschichte keine Filme drehen dürfen? Es ist ja auch nicht der erste Spielfilm zum Thema. Und wer sagt denn, dass darin die Terroristen "bejubelt" werden?
Klar verdient auch immer irgendwer an der medialen Aufarbeitung. Na und? Solange sich die Öffentlichkeit damit auseinandersetzen will, solange haben neue Filme, neue Bücher, etc. auch ihr Daseinsrecht.
@Chris: Prinzipiell richtig, aber es kommt doch immer auf das "wie" an. In der SZ kann man in einem Interview mit dem Filmproduzenten beispielsweise lesen:
Quelle: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/192540
Das stimmt mich dann doch etwas bedenklich. Dass Herr Fischer den RAF-Film kritisiert, hat (so habe ich ihn verstanden) nichts damit zu tun, dass er die RAF als Teil der deutschen Geschichte unter den Teppich kehren möchte, sondern vielmehr damit, dass man sich schon fragt, wieso um eine Gruppe von ideologisch verbrämten Mördern so ein Kult getrieben wird - man beachte, wie huldvoll Eichinger von "großem Talent", "viel Kraft" und "Faszination" spricht.
Auch die NS-Vergangenheit und der Holocaust bedürfen noch immer der Aufarbeitung (auch der filmischen). Dennoch wäre kein Filmproduzent jemals so dämlich, einen Film über eine SS-Einsatzgruppe zu drehen, die "coole Uniformen tragen und schnelle Autos fahren". Und ganz sicher käme niemand auf die Idee, in einem solchen Zusammenhang von "Faszination und Charisma" oder von "großem Talent und enormer Energie" zu sprechen. Womit nun in der langen Reihe brutaler und fehlgeleiteter Mörder ausgerechnet die RAF-Terroristen diese Form der besonderen Behandlung verdient haben, will sich mir ebenfalls nicht erschließen.
Ich hab den Film nicht gesehen (wird wohl auch schwer hier in Genf) und kann mich inhaltlich daher (noch) nicht äussern. Nur eine Bemerkung: Ich finde die Charakterisierung zumindest von Baader als "charismatischen Popstar, der eine coole Sonnenbrille trägt, schnelle Autos fährt und freizügig liebt" historisch ziemlich korrekt. Die Bewertung der Taten der RAF sind freilich was ganz anderes und die Gewalt und die Brutalität die von der Bande ausging muss natürlich auch Platz finden in einem solchen Film.
Naja, solange sich nicht Guido Knopp an das Thema wagt, muß es eben ein anderer tun
:))
Sie haben den Film schon gesehen, Herr Fischer, so dass Sie sich ein derart dezidiertes Urteil erlauben können? Glückwunsch, wo er doch erst nächste Woche anläuft.
Davon abgesehen finde ich es in der Tat interessant, der Frage nachzugehen, warum Menschen mit Talent (wie Meinhof) oder Kraft (wie Baader) nicht Journalistin geblieben oder Astronaut geworden sind, sondern andere abgeknallt haben.
Und Aust hat in seinem Leben schon viel gemacht, aber Spiegel-Herausgeber war er ganz gewiss nicht.
@Arnulf: Immerhin, andere haben den Film schon gesehen:
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/raf-film-meinhof-tochter-kritisiert-huldigung_aid_334356.html
Erweisen wir - wenn wir sogar noch vor Filmstart - uns über diesen Film streiten und erregen, den Mitgliedern der RAF nicht auch zuviel Ehre und Aufmerksamkeit? ;-)
Ganz im Ernst: ich halte es ebenfalls (genau wie Ali, Chris oder Stefan) es auch für vollkommen legitim, diese zeitgeschichtlichen Ereignisse filmerisch-künstlerisch zu thematisieren. Es soll nicht zynisch klingen, aber nur Bibelverfilmungen und Porträts über Mutter Teresa, nur Dokus über "vergessenen" Helden etc. mag man auch nicht sehen.
Soll heißen: Filme sind (obwohl auch kommerziell) dennoch Kunst. Und die Kunst ist so frei wie die Wissenschaft. Wir können dann (wenn wir den Film gesehen haben) darüber streiten, ob er seinem Gegenstand gerecht wird. Ob er verfälscht, ungerechtfertigterweise aufhübscht und Mörder zu sexy-charismatischen Helden macht. Aber das ist dann wieder eine andere Diskussion, als diejenige, ob so Filme zu einem solchen Thema überhaupt legitim sind.
Ich selbst habe gestern (weiß leider nicht mehr wo) übrigens eine positive Besprechung des Films gelesen. Der Kritiker betonte gerade, daß die Clique um Baader eben nicht als coole Revoluzzer, sondern als blinde, schießwütige Amokläufer gezeichnet werden. Seltsam, daß Eichinger selbst hier andere Statements abgibt.
@Christian:
Wie oben vermerkt - man kann sicher über den Film streiten (machen wir es, wenn er läuft), aber Bettina Röhl ist sicher die denkbar schlechteste Kronzeugin. Egal ob für oder wider diesen Film. Frau Röhl hat die letzten 15 Jahre einfach zu häufig bewiesen, daß sie (was teilweise auch verständlich ist) durch ihre Biographie so befangen ist und zwischen Mutterhaß und Selbstüberschätzung hin- und herpendelt, so daß man sie ehrlicherweise zu solchen Themen nicht befragen sollte.
Allein der Trailer, den man bei der FAZ sehen kann, ist bestialisch. Der Film zeigt schlicht (und offenbar mehrmals), wie es sich "anfühlt", einen Menschen - z.T. aus nächster Nähe - zu ermorden. Toll. Einfach nur toll. (Natürlich nur ein "Archloch", ein "Kapitalistenschwein", klar.)
BRAUCHEN wir das? BRAUCHEN wir das? Natürlich ist das eine Frage, die sich heute an unzählige Filme stellen läßt. Aber dieser Film will ja, wie hier auch aus der Diskussion hervorgeht, noch so die eine oder andere "volkspädagogische" Funktion übernehmen.
Die RAF war das absolute Scheitern der Gesellschaftsreform von 1968. Die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre hatte schwerste Probleme, sich von den vielen Gewalttätern, die sich zwischen sie mischten, zu distanzieren. Wir machten damals Wochenendseminare, um das zu üben, wie man sich von solchen distanziert. Mit so etwas kann man jede Erneuerung einer Gesellschaft von innen heraus kaputt machen.
Jede außerparlamentarische Opposition. Aber kommt das als Botschaft in diesem Film herüber? Bestimmt nicht. Wir haben doch heute gar kein Gespür mehr dafür, daß eine bessere Gesellschaft möglich sein könnte.
Außerdem: Wer Ermordungen miterlebt als Handelnder oder Erleidender hat schwere posttraumatische Dinge danach zu bewältigen über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Aber wir sind ja nur Filmpublikum. Und kann man das zumuten. Das abstumpfende Zerfließen der Grenze zwischen medialer Inszenierung und tatsächlicher inhumaner Wirklichkeit. Joschka Fischer demonstrierte es mit seiner Gleichgültigkeit gegenüber den Bestialitäten in Tschetschenien, als er selbst Außenminister war.
Einer humaneren Gesellschaft, die einfach nur eine tiefe Abscheu aller Gewalt gegenüber entwickeln müßte, dient all so was ganz bestimmt nicht. Das geht ganz und gar in die falsche Richtung.
Eine lesenswerte Kritik, die den Film an seinem Gehalt aus einer unmittelbaren Zeitzeugenperspektive der damaligen Ereignisse bewertet und in die Gegenwart einordnet, stammt vom damaligen Parlamentarischen Staatssekretär Gerhard Baum, siehe zeit-online.
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Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) bezeichnet Eichingers Film übrigens hübsch mit "Prädikat besonders wertvoll"; dazu die `Begründung´:
"Deutsche Geschichte als große Kinoproduktion: beeindruckend, authentisch, politisch, spannend. Die Verfilmung von Stefan Austs Sachbuch beschönigt nichts. Der Film versucht, sowohl den Terroristen wie auch den Vertretern der Staatsgewalt gerecht zu werden, indem er beide Seiten mit einer ähnlich objektiven Distanz beschreibt. Die Atmosphäre ist kalt und beängstigend. Dabei ist es Uli Edel gelungen, aus der Fülle des Materials, einen 150 Minuten langen Film voller Hochspannung zu inszenieren. Aussehen, Ausstattung, Sprechweise sind höchst stimmig und gewähren dem Zuschauer intensive Einblicke in den Alltag der RAF-Terroristen und deren Denkweise. Intelligentes Actionkino mit wissenswertem Inhalt."
siehe FBW.
-
Nicht zuletzt als filmisch-künstlerische Alternative zum umfassenden Thema `Gewalt im Staat - Staatsgewalt´ kann ich den Film "Ragtime" von Milos Forman als Empfehlung gegenüberstellen - er ist etwas länger und ohne unbedingten Anspruch au Wahrheit, beinhaltet jedoch nachvollziehbare Zu- und Ausgänge als nur den Verweis auf die 900 Seiten eines Sachbuchs.
@Michael: Uli Edel hat übrigens über die Darstellung der RAF-Opfer gesagt: „Die Opfer sind nicht so interessant, weil sie ja nur aus ihren normalen Leben gefallen sind“...
@Marc: Wenn Frau Röhl als Kronzeugin nicht OK ist, wie sieht es dann mit Ignes und Corinna Ponto aus, der Ehefrau und der Tochter des ermordeten Jürgen Ponto? Ignes Ponto hat aus Protest gegen die Steuermittel- und GEZ-Finanzierung des Films (den ich als Steuer- und GEZ-Zahler erstaunlicherweise weder kostenlos noch verbilligt zu sehen bekomme) ihr Bundesverdienstkreuz an Horst Köhler zurückgegeben. Corinna Ponto ist hierzu in der WELT interviewt worden:
http://debatte.welt.de/weblogs/238/sex+macht+und+politik+mainstream+report+von+bettina+roehl/92715/der+raffilm+verletzt+die+menschenwuerde
Soviel zum Thema der "historischen Korrektheit", für die aber in den nächsten Monaten ganz bestimmt trotzdem viele Preise vergeben werden. Wen interessiert da schon die Perspektive der Angehörigen, vor allem, da die Opfer ja ohnehin nur Statisten für die Inszenierung der Täter sind. Eine furchtbare Heuchelei die da zur Zeit durchgezogen wird. Kein Mensch mit einem Funken Anstand würde es je wagen, einen solchen Film über eine SS-Einheit, eine mittelamerikanische Todesschwadrone oder irgendein anderes gewalttätiges Mordkommando zu machen. Sowas ist offenbar wirklich nur bei der mit Drogen vollgepumpten und vom Gewaltrausch bessessenen RAF-Bande möglich - und vielleicht noch bei beschönigenden Stasi-Filmen.
Leider wieder mal ein absolutes Armutszeugnis für die historische Aufarbeitung.
Danke für den Hinweis auf dieses wichtige Interview. (Nur auf dem Welt-Blog erschienen???)
"... Die Filmszene wurde in voller Länge nur deshalb gezeigt, um eine Schauspielerin zu fragen, wie sie sich fühlt, die Mörderin zu spielen. "
DAS sagt die Tochter einer der in diesem Film dargestellten Mordopfer:
"... Da wir nicht zu dem auserwählten vorinformierten Kreis gehörten, der den Film vor dem Kinostart sehen durften ..."
- Es ist alles nur noch Wahnsinn. Nur noch Wahnsinn. Was für bestialische Filmemacher sind denn das eigentlich? Weiter:
"... aber es war etwas Anderes, zusätzlich bestürzend: Die geschickt versteckte, doch latent vorhandene Grundpsychologie: Hier die Charakter- und Rollen-Studien der Terroristen und dort die klischee-, karikaturnahen Opfer-Darstellungen. (...) Und eine Furcht kommt dazu: Genau dieses Muster pubertierenden Schulkindern als Geschichtsdarbietung zu präsentieren, wie es die Filmfirma vorhat und auf ihrer Website anbietet. Ich habe zwei Kinder, die zur Schule gehen. Und ich möchte nicht, dass meine Kinder sich über die Ermordung ihres Großvaters auf der Basis eines solchen verfälschenden Filmes, der auch noch angereichert ist mit überfordernden Gewaltexzessen, mit ihren Schulkameraden auseinander setzen müssen."
Muß man dazu erst die Tochter eines der Mordopfer sein, um zu derartigen Erkenntnissen zu kommen???
Weiter:
"Meine Mutter Ignes Ponto, sie ist 79 Jahre alt, erlebte sprachlos die mehrfach verantwortungslos verfälschte, öffentlich dargebotene filmische Hinrichtung ihres Mannes in vielen verschiedenen Programmen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Ihr und uns, einschließlich der noch sehr jungen Familienmitglieder, wurde zugemutet, als unvorbereitete Zuschauer die Szene dieses filmisch inszenierten Attentats ertragen zu müssen - als Vermarktungs-Thriller, unkommentiert, sogar hin und wieder angeregt angekündigt unter dem Motto „Let´s go Oscar!“. (...)
Von dem RAF-Attentat auf meinen Vater gab es bisher keine Bilder. Das war für uns immer ein gewisser Trost und auch ein Schutz. Diese falsche Überschreitung der Film-Version ins Private empfinde ich als besondere Perfidie."
Und:
"Unverantwortlich ist es eben, dass der Film als „besonders wertvoll“ eingeordnet und „ab 12 Jahren freigegeben“ wurde, indessen Constantin die Verwendung für Schüler ab 15 Jahren empfiehlt. "
@Ingo Bading: Das Interview ist scheinbar in voller Länge nur dort erschienen, Auszüge hat aber der Südkurier gedruckt:
http://www.suedkurier.de/news/panorama/kinoundfernsehen/kino/Film-Terrorismus;art803,3455902
Im Welt-Blog findet sich noch mindestens ein anderer guter Artikel zum RAF-Film:
http://debatte.welt.de/weblogs/238/sex+macht+und+politik+mainstream+report+von+bettina+roehl/90166/eichingers+hommage+an+baader+meinhof+und+die+raf?req=RSS
Leider werden die Stimmen von Röhl, Ponto und anderen in der allgemeinen Kakophonie und Selbstbeweihräucherung dieses Films untergehen, der vermutlich jeden verfügbaren deutschen Medienpreis abräumen wird (wenn nicht am Ende sogar noch ein paar neue Preise ins Leben gerufen werden). Der Protest ist daher im Grunde sinnlos, aber es tut trotzdem gut, ab und zu eine Stimme der Vernunft zu hören, wenn auch nur um zu wissen, dass man nicht der einzige ist, dem von dieser überflüssigen RAF-Beweihräucherung übel wird.
Allerdings tut das gut.
Ich schätze Bettina Röhl schon, seit sie versuchte aufzuklären, inwieweit sich Joschka Fischer durch die Frankfurter Vorgänge, bei denen ein Polizist ums Leben kam, erpreßbar gemacht haben könnte.
Geklärt worden ist das wohl bis heute nicht - aber es würde vieles von seiner korrumpierten und korrumpierenden Politik erklären.
Übrigens wird mir bei all dem auch viel zu wenig über die geheimdienstlichen Hintergründe der RAF geredet. Horst Mahler bekam seine ersten Sprengmittel vom Verfassungsschutz, wenn ich mich recht erinnere.
Und viel ist ja darüber auch in dem Buch "Das RAF-Phantom" enthalten.
@Christian
zum Thema Authenzität. Gestern gab es im NDR eine making of Story. Da war ständig die Rede von Authentizität. Als es um den Ponto-Mord ging, meinte Edel (etwa so): Es gibt viele verschiedene Aussagen dazu. ich habe mit drei Personen gesprochen und mich am Ende für die von Frau Ponto entschieden." Da muss er sie wohl falsch verstanden haben. Denn die Filmversion scheint diametral zu der Version zu verlaufen, die die Tochter erzählt.
Ich habe den Film übrigens gesehen: Fand ihn gut gemacht, ein bisschen viel Ereignisse abhaken, das muss rein, und das muss noch rein. Ein bisschen Gefühl bekommt man für die Brutalität (von beiden Seiten) und was in der BRD abging (ich erinnere mich nur ganz dunkel an Mogadischu, da war ich neun). Aber die Opferseite spielt tatsächlich überhaupt keine Rolle, es sind nur Stationen, die abgehakt werden. Mehr Dokudrama, als Spielfim. Frag mich auch, wie das alles auf Jüngere wirkt, die das noch nicht so kennen (ich habe den Aust mal vor zehn Jahren gelesen).
Ich habe gelesen, der wäre ab 12 frei gegeben. Kann ich nicht verstehen, zu brutal.
@Christian
zum Thema Authenzität. Gestern gab es im NDR eine making of Story. Da war ständig die Rede von Authentizität. Als es um den Ponto-Mord ging, meinte Edel (etwa so): Es gibt viele verschiedene Aussagen dazu. ich habe mit drei Personen gesprochen und mich am Ende für die von Frau Ponto entschieden." Da muss er sie wohl falsch verstanden haben. Denn die Filmversion scheint diametral zu der Version zu verlaufen, die die Tochter erzählt.
Ich habe den Film übrigens gesehen: Fand ihn gut gemacht, ein bisschen viel Ereignisse abhaken, das muss rein, und das muss noch rein. Ein bisschen Gefühl bekommt man für die Brutalität (von beiden Seiten) und was in der BRD abging (ich erinnere mich nur ganz dunkel an Mogadischu, da war ich neun). Aber die Opferseite spielt tatsächlich überhaupt keine Rolle, es sind nur Stationen, die abgehakt werden. Mehr Dokudrama, als Spielfim. Frag mich auch, wie das alles auf Jüngere wirkt, die das noch nicht so kennen (ich habe den Aust mal vor zehn Jahren gelesen).
Ich habe gelesen, der wäre ab 12 frei gegeben. Kann ich nicht verstehen, zu brutal.
Habe erst jetzt den Kommentar von Christian am 17.9. , 16:27 h gelesen. ich darf Sie daran erinnern, daß vor Jahren angesichts der serbischen Kriegsverbrechen ein
bekannter österreichischer Dichter im österreichischen Parlament aus seinem Buch
" Wanderungen zwischen --... Gerechtigkeit für Serbien" vorlesen durfte .
( Vermutlich aus Objektivitätsgründen ). Stellen Sie sich vor , Jörg Haider
hätte ein Buch "Wanderungen zwischen Maas und Memel - Gerechtigkeit für Deutschland" geschrieben und daraus im Parlament vorlesen wollen.
Die politisch korrekte Empörung darüber wäre weltweit gewesen.
@Christian: Belassen wir es bei Edels
Armutszeugnis. Ich will mich nicht aufregen,
und gar noch diesen Film anschauen müssen.
:)